Die Lösung der radialen Schrödinger-Gleichung
In diesem Abschnitt wird die Berechnung der Wellenfunktionen vervollständigt. Betrachten Sie die Bestimmung von Rnl(r) (siehe den vorangegangenen Abschnitt ,,Zusammenfügen der Lösungen für die Radialgleichung“). Sie wissen also das Folgende:
, wobei
gilt. Somit folgt:
Das ist allerdings nicht ausreichend; die obige Gleichung stammt aus der Lösung der radialen Schrödinger-Gleichung:
Die Lösung stimmt – bis auf eine multiplikative Konstante; also fügt man eine solche Konstante Anl hinzu, die von der Hauptquantenzahl n und der Drehimpulsquantenzahl l abhängt:
Man bestimmt Anl, indem man Rnl (r) normiert.
Versuchen Sie jetzt, die Lösung für Rnl (r) zu bestimmen, indem Sie einfach weiterrechnen. Versuchen Sie es beispielsweise für R10(r). In diesem Fall ist n = 1 und l = 0. Da N + l + 1 = n, folgt N = n – l – 1. Somit ist hier N = 0. Damit folgt für Rnl (r):
Die Summe in dieser Gleichung ist dann , somit
folgt:
Da l = 0 ist, ist rl
= 1, sodass mit
. Deshalb kann man
auch folgendermaßen schreiben:
Dabei ist r0 der Bohr'sche Radius. Um A10 und a0 zu finden, muss man ψ100(r, θ, φ) normieren, was bedeutet, |ψ100(r, θ, φ)|2d3r über den gesamten Raum zu integrieren und das Ergebnis gleich 1 zu setzen.
Hier gilt d3r =
r2 sinθ dr d θ dφ; die Integration der
Kugelfunktionen, wie etwa Y00, über die
gesamte Kugel ergibt 1. Es muss folglich nur noch der radiale Teil
normiert werden:
Setzt man in
ein, so folgt:
Diese Art von Integral kann man mithilfe folgender Gleichung lösen:
Somit gilt für die Gleichung folgendes:
Daraus folgt:
Das ist ein wirklich einfaches Ergebnis. Da
A10 nur dazu dient, das Ergebnis zu
normieren, kann man A10 gleich 1 setzen
(das wäre nicht der Fall, wenn Mehrfach-Ausdrücke enthalten würde).
Daher ist
. Das ist schön; man erhält somit für R10(r), das durch die Gleichung
gegeben ist,
folgenden Ausdruck:
Sie wissen, dass gilt.
Somit erhält man für ψ100(r, θ, φ):
Phantastisch! Ganz allgemein lautet die Wellenfunktion ψ100(r, θ, φ) für Wasserstoff folgendermaßen:
Dabei sind die zugeordneten Laguerre-Polynome. Die
ersten Laguerre-Polynome lauten: