Eigenvektoren und Eigenwerte bestimmen
Wenn nun ein Operator in Matrixform gegeben ist, wie findet man dann seine Eigenvektoren und Eigenwerte? Stellen Sie sich vor, Sie sollen folgende Gleichung lösen:
Diese Gleichung kann man wie folgt umschreiben:
I ist die Einheitsmatrix, die entlang der
Diagonale die 1 enthält und deren übrige Elemente 0 sind:
Die Lösung der Gleichung (A – aI)|ψ> = 0
existiert nur, wenn die Determinante der Matrix (A – aI) gleich 0
ist:
Eigenwerte bestimmen
Alle Werte von a, die die Gleichung det(A – aI) = 0 erfüllen, sind Eigenwerte der Ursprungsgleichung. Versuchen Sie, die Eigenwerte und die Eigenvektoren der folgenden Matrix zu bestimmen:
Als erstes bringt man die Matrix in die Form A – aI:
Danach bestimmt man die Determinante:
Das kann man wie folgt ausklammern:
Sie wissen, dass det(A – aI) = 0 ist; daher sind die Eigenwerte von A die Nullstellen dieser Gleichung, nämlich a1 = –2 und a2 = –3.
Eigenvektoren bestimmen
Aber wie findet man die Eigenvektoren? Um den zu a1 (siehe vorangehender Abschnitt) gehörigen Eigenvektor zu finden, setzt man den ersten Eigenwert a1= –2 in die Matrix ein:
erhält man damit:
Da jede Zeile dieser Matrixgleichung stimmen muss, weiß man, dass ψ1 = ψ2. Das bedeutet, dass der zu a1 gehörende Eigenvektor, abgesehen von einer willkürlichen Konstante, der folgende ist:
Man lässt die Konstante wegfallen und schreibt dies als:
Was ist mit dem Eigenvektor, der zu a2 gehört? Setzt man a2 = –3 in die Matrix ein, erhält man:
und daraus folgt:
Folglich ist 2ψ1 – ψ2 = 0 und daher ψ1 = ψ2/2. Das bedeutet, dass der zu a2 gehörende Eigenvektor, mit einer willkürlichen Konstante c wie folgt aussieht:
Weglassen der Konstante ergibt:
Die Eigenwerte des Operators
sind a1 = –2 und a2 = –3. Der zu a1 gehörende Eigenvektor ist
und der zu a2 gehörende Eigenvektor ist