Die Kommutatoren von Lx, Ly und Lz bestimmen
Als Erstes soll überprüft werden, ob diese Operatoren kommutieren. Wenn sie kommutieren (beispielsweise wenn [Lx, Ly] = 0), dann kann man zwei beliebige von ihnen (zum Beispiel Lx und Ly) genau messen. Wenn nicht, dann unterliegen sie der Unschärferelation, und man kann sie nicht gleichzeitig genau messen.
Okay, wie lautet also der Kommutator von Lx und Ly? Verwendet man Lx = YPz – ZPy und Ly = ZPx – XPz, so kann man Folgendes schreiben:
[Lx, Ly] = [YPz – ZPy, ZPx – XPz]
Diese Gleichung kann man folgendermaßen umformen:
[Lx, Ly] = [YPz, ZPx] – [YPz, XPz] – [ZPy, ZPx] + [ZPy, XPz]
[Lx, Ly] = Y[Pz, ZPx]Px + X[ZPy,Pz]Py
[Lx, Ly] = i
(XPy – YPx)
Aber XPy –
YPx = Lz,
somit folgt [Lx, Ly] = i
Lz. Lx und
Ly kommutieren also nicht, was
bedeutet, dass man sie nicht gleichzeitig präzise messen kann. Man
kann auf die gleiche Weise zeigen, dass [Ly, Lz] = i
Lx und [Lz, Lx] = i
Ly.
Da die Komponenten des Drehimpulses nicht
miteinander kommutieren, kann man niemals auch nur zwei von ihnen
mit absoluter Genauigkeit gleichzeitig messen. Mist!
Das bedeutet also, dass die Operatoren Lx, Ly und Lz keine gemeinsamen Eigenzustände haben. Was kann man also machen? Wie kann man einen Operator finden, der die gleichen Eigenzustände wie die verschiedenen Komponenten des Drehimpulsoperators hat, sodass man die Eigenzustände als |l, m> schreiben kann?
Hier benutzt man gewöhnlich den Trick, dass das Quadrat des Drehimpulses L2 ein Skalar und kein Vektor ist, sodass er mit den Operatoren Lx, Ly und Lz kommutiert:
[L2, Lx] = 0
[L2, Ly] = 0
[L2, Lz] = 0
Okay, Sie machen also Fortschritte. Weil Lx, Ly und Lz nicht miteinander kommutieren, können sie auch keine gemeinsamen Eigenzustände haben. Weil aber L2 mit ihnen kommutiert, können L2 und jeweils eine der drei Komponenten gemeinsame Eigenwerte besitzen. Gewöhnlich wählt man Lz, um die Eigenwerte der gemeinsamen Eigenfunktionen mit L2 zu bestimmen.