Mars in Wassermann
Der innere Krieger
ist ein Freiheitskämpfer, ein Rebell, der überall da aktiv wird, wo
der freie Ausdruck der Persönlichkeit von Hierarchien und
Strukturen verhindert wird. Das Männerbild geht in Richtung des
ewigen Jünglings, des Zigeuners, der liebt und verlässt, der ein
Tänzer ist, der Freude an Spiel und Abenteuer hat, ein
inspirierender, amüsanter, charmanter Mann, der aber auch absolut
unzuverlässig sein kann.
Frauen mit Mars in
Wassermann zieht es zu solchen Liebhabern hin, zu den geistig
inspirierenden Puer-Typen, den tanzenden Zigeunern, die einen zum
Fliegen und zum Lachen bringen. Auf der anderen Seite werden diese
Frauen auch die Schattenseite dieses Archetyps erfahren: Du drehst
dich einmal um, und schon sind diese Männer im Nirgendwo
verschwunden. Hier geschehen Begegnungen mit Männern, auch sexuelle
Erfahrungen oft im Reich der Anonymität, wo Verpflichtung und Treue
nebensächlich sind.
So wunderbar frei und
verspielt die Wassermann-Energie ist, wenn sie verabsolutiert wird,
kann sie herzund beziehungslos werden. Das können anonyme
Begegnungen sein, wo man morgens neben jemandem aufwacht und fragt:
»Wie heißt’n du überhaupt?« Die 68er-Generation, die viele
Wassermann-Motive auf ihre Fahnen geschrieben hatte, hat den Spruch
geprägt: »Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum
Establishment.« Der Rebell und Revolutionär, der zu Wassermann-Mars
gehört, kann natürlich auch die sexuelle Revolution propagieren.
Aber so wichtig es ist, Sexualität von all dem Schrott zu befreien,
den wir gelernt haben, von kirchlichem Ballast, von Verboten und
Zeigefingern, um diese Energie wieder frei fließen zu lassen, so
wichtig ist es auch, die Beziehungslosigkeit zu vermeiden, die in
so einer Haltung stecken kann.
Noch ein Wort zur
Aggression, weil das auch ein wichtiges Mars-Thema ist.
Wassermännische Aggression ist eine Waffe, die darin besteht, sich
unerreichbar zu machen, sich zu entziehen, sich quasi in Luft
aufzulösen; eventuell auch zu flüchten, den anderen ins Leere
laufen zu lassen oder ihm das Gefühl zu geben, du kannst mich
überhaupt nicht erreichen. Diese Haltung kann weise sein im Sinne
einer Distanz zu kriegerischen Auseinandersetzungen: Indem man
Beobachter wird, bekommt man Abstand zur eigenen Wut und ist ihr
nicht mehr so ausgeliefert. Aber neben dem heißen Bösen, das eher
zu Widder gehört, gibt es auch das kalte Böse, und diese Haltung
kann im Extremfall dazu führen, dass man eisig und unbeteiligt wird
und dadurch unmenschlich.