Projektion

Projektion ist ein ursprünglich von der Psychoanalyse beschriebener Abwehrmechanismus: Gefühle, Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die nicht mit dem  Selbstkonzept vereinbar sind, werden aus dem bewussten Erleben verdrängt und stattdessen mit Scharfeinstellung bei einem anderen Menschen wahrgenommen. Der seelische Vorteil: Was ich zutiefst ablehne, muss ich nicht als mir selbst zugehörig erkennen (und dort bekämpfen), sondern ich kann den Zorn mit reiner Weste auf jemand anders richten: «Wozu ich nicht recht stehen kann, das häng ich einem andern an!» Legt jemand eine Verhaltensweise an den Tag, die ich mir selbst nicht gestatten würde (beispielsweise auf den eigenen Vorteil zu achten), reagiere ich auf die Person mit Abwertung. Dabei reicht (wie bei einer allergischen Reaktion) eine Minimaldosis des abgelehnten Verhaltens aus, um die Abwertung innerlich in Gang zu setzen (s. Abb. 53).

Abb. 53:

«Was ich an mir nicht leiden kann, das häng ich einem andern an!»

Ein Projektionsverdacht liegt nahe, wenn die eigene emotionale Reaktion auf eine andere Person unverhältnismäßig stark ist. Beispiel: Konkurrenz ist mit meinem Selbstbild unvereinbar. Infolge dieses inneren Verbotsschildes («Ich darf nicht jemanden übertreffen wollen!») reagiere ich mit Abscheu auf Menschen, die sich leistungsbetont geben. In dem Fall lohnt es sich, im Wege einer  Selbsterfahrung jenen Anteil in sich selbst aufzuspüren, der dort hinter Schloss und Riegel gehalten wird ( Persönlichkeitsentwicklung).

Literatur

Miteinander reden 3, S. 260 (S. 224).

Miteinander reden von A bis Z
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