Burnout

Burnout (dt: Ausbrennen) bezeichnet einen ausgeprägten Erschöpfungszustand als Folge von beruflicher Überforderung: Die Anforderungen des Arbeitsalltags übersteigen die persönlichen Ressourcen. Menschen mit einem Burnout leiden unter physischer und psychischer Erschöpfung, Lustlosigkeit, Überforderungsgefühlen und Antriebslosigkeit.

Die Überlastung spiegelt sich auch in der Kommunikation wider, in unterschiedlicher Weise. Manche Menschen werden wortkarg und zurückhaltend bis depressiv, andere wirken chronisch gereizt oder reagieren zuweilen auch mit gallebitterem Zynismus. Selbst wenn sie sich um Freundlichkeit bemühen, ist ihre Anspannung unterschwellig spürbar und drückt sich in Gestik und Mimik aus ( Selbstkundgabe).

Im Modell des  Inneren Teams gesprochen ist Burnout oft ein körperlicher Ausdruck derjenigen Mitglieder, die sich anders kein Gehör verschaffen konnten: der «Erschöpfte», der nicht mehr kann; der «Grenzwächter», der sich gegen Überforderung zur Wehr setzt, oder der «Leichtfuß», der für einen Ausgleich zu der Schwere des beruflichen Alltags sorgen und zwischendurch einfach mal die Seele baumeln lassen möchte. Sie bilden das Team der Unterdrückten, die auf der inneren Bühne nicht zu Wort kommen, denn diese ist besetzt durch eine leistungsbetonte, antreibende und oft auch moralisch gefärbte Vordermannschaft: «Gut ist nicht gut genug!», «Selig sind die, die fleißig sind» oder «Was du heute kannst besorgen …» lauten ihre Botschaften (s. Abb. 14).

Abb. 14:

Das Burnout-«Dream-Team»

Zu Burnout kann es kommen, wenn:

  1. Menschen nicht über genügend Abgrenzungsvermögen gegenüber ihrer beruflichen Tätigkeit verfügen und regelmäßig nach Feierabend mit beruflichen Themen beschäftigt sind. Dies gilt in besonderem Maße für seelisch belastende Berufe, wie sie meist im sozialen Bereich anzutreffen sind.

  2. der Ausgleich zur beruflichen Belastung fehlt (z.B. durch Sport oder Urlaub).

  3. jemand langfristig bestimmte für ihn unangenehme Gefühle und nicht akzeptierte Anteile der eigenen Persönlichkeit unterdrückt. Ein Animateur in einer Ferienanlage, der immer gut drauf sein muss und keinen schlechten Tag haben darf, ist ohne eine Möglichkeit zum Ausgleich ebenso Burnout-gefährdet wie eine Drogentherapeutin, die sich Gefühle wie Wut oder Abscheu gegenüber ihren Klienten verbietet. Das ständige Niederhalten dieser seelischen Energie wird auf Dauer mit Fühllosigkeit und seelischer Erschöpfung bezahlt.

Eine Sensibilität für die eigenen inneren Verbotsschilder zu entwickeln («Ich darf so nicht sein/nicht fühlen!») kann der erste Schritt zur Burnout-Vorsorge sein. Mit der Erkundung ausgrenzungsgefährdeter Teammitglieder und deren schrittweiser Integration kann das Innere Team hier einen hilfreichen Zugang bieten.

Miteinander reden von A bis Z
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