Diplomatie
Diplomatie bezeichnet die Kunst, unharmonische, strittige, heikle Punkte so zur Sprache zu bringen, dass man den anderen nicht brüskiert oder vor den Kopf stößt. Dabei ist insbesondere entscheidend, dass der Sender auf der Beziehungsebene (→ Beziehung) eine verträgliche Botschaft sendet und/oder das Gemeinsame/Verbindende viel stärker betont als das Trennende. Manchen Menschen ist von Haus aus der Schnabel so gewachsen, dass sie sehr ehrlich und direkt sind, mit der Gefahr, dabei unsensibel und taktlos zu werden. Für sie böte ein «Grundkurs Diplomatie» eine wünschenswerte Ergänzung ihres Repertoires. Andere wiederum sind derart diplomatisch veranlagt, dass sie alles Konflikthafte vermeiden oder nur durch die Blume andeuten. Diplomatie ohne Ehrlichkeit verkommt zur harmonisierenden Undeutlichkeit. Umgekehrt kann konfrontative Direktheit ohne Diplomatie und Sensibilität zur taktlosen Brüskierung werden. Das → Werte- und Entwicklungsquadrat zeigt uns diese Zusammenhänge und verweist auf die gute Balance von Ehrlichkeit und Diplomatie in der menschlichen Kommunikation (s. Abb. 15).

Diplomatie im Werte- und Entwicklungsquadrat