F
Feedback
(dt. Rückmeldung) Feedback gibt mir Aufschluss darüber, wie ich «angekommen» bin und was ich bewirkt habe, mit meiner Äußerung, meiner Leistung, meinem Verhalten. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Kybernetik (Forschungsrichtung, die sich mit dem Ablauf von Steuerungs- und Regelungsprozessen beschäftigt) und bezeichnet die Rückkopplung von Daten. Wörtlich übersetzt bedeutet Feedback «Rückfütterung». Im zwischenmenschlichen Bereich kann Feedback drei verschiedene Bedeutungen aufweisen:
-
Rückmeldung über das Empfangsresultat: Der Empfänger meldet dem Sender zurück, wie er seine verbale/nonverbale Mitteilung verstanden hat – unabhängig davon, wie er das Gesagte findet und darauf reagiert. Mit diesem Feedback kann überprüft werden, ob gemeinte und empfangene Inhalte übereinstimmen. Dieser Art von Feedback dient das → Aktive Zuhören.
-
Auskunft über die eigene → Resonanz: der Empfänger teilt dem Sender mit, wie er selbst auf das Gesagte oder das Verhalten des Senders reagiert, auf welchen subjektiven Boden es gefallen ist und welche Emotionen es ausgelöst hat (→ Empfangsvorgang). Im Gegensatz zum ersten Feedback-Typus geht es bei dieser Art von Feedback darum, «Farbe zu bekennen».
-
Rückmeldung von Verhaltensbeobachtungen, gegebenenfalls mit Empfehlung zur Veränderung: der Empfänger teilt dem Sender mit, wie er sein Verhalten oder seine Leistung wahrnimmt und einschätzt, und schlägt ihm gegebenenfalls eine konstruktive Änderung oder Alternative vor.
In traditionellen Kommunikationstrainings kann man lernen, Feedback «nach den Regeln der Kunst» zu geben, damit die Erfolgsaussichten eines Feedbacks erhöht und seine Gefahren gemindert werden. Eine solche Feedback-Regel wäre z.B. «Sprich per ich», d.h. stelle nicht eine Diagnose über den anderen (So bist du!), sondern teile mit, wie du auf sein Verhalten reagierst (→ Selbstkundgabe). Solche «Regeln» sind gut gemeint, allerdings sind sie pauschal und ihre musterschülerhafte Befolgung kann das Entscheidende nicht garantieren: den Mut zu Wahrhaftigkeit, die Haltung des Wohlwollens und das Gespür für die Situation. Maud Winkler (2010) hat dargelegt, dass die Gültigkeit solcher Regeln in Abhängigkeit von der «Wahrheit der Situation» (→ Situationsmodell) zu sehen sind.
Grundsätzlich ist Feedback eine wichtige Voraussetzung für Entwicklung, da es soziales Lernen, → Kontakt und auch Beziehungsklärung (→ Beziehung) ermöglichen kann. Gleichwohl besteht die Gefahr einer Verletzung, einer Grenzübertretung und auch einer «destruktiven Kontaktverwirrung». Letztere kann entstehen, da mit jeder Feedback-Äußerung eine Beziehungsdefinition (→ Beziehung) verbunden ist, zum Beispiel: «Wir stehen so zueinander, dass ich deine Leistung beurteilen kann.» Stimmt nun die gesendete Beziehungsdefinition nicht mit der Beziehungsauffassung des Empfängers überein, kann es zu Irritationen, Konflikten und Beziehungsmanövern (→ Beziehung) kommen. Wenn z.B. ein Mitarbeiter einem Vorstandsmitglied sagt: «Den Schluss Ihrer Rede fand ich etwas nichtssagend und phrasenhaft», dann könnte es sein, dass seine implizit mit gesendete Beziehungsbotschaft («Nicht wahr? So stehen wir zueinander, dass wir uns gegenseitig offen Rückmeldungen geben!») vom Empfänger nicht geteilt wird.
Literatur
Winkler, M: Auf die Absicht kommt es an: Über die Relativität von Feedbackregeln. In: Schulz von Thun, F./Kumbier, D.: Impulse für Kommunikation im Alltag, S. 156.