Kommunikationsstile

Menschen unterscheiden sich in der Art und Weise, wie sie mit anderen in Kontakt treten. Die Unterschiede sind nicht angeboren, sondern entwickeln sich im Laufe des Lebens als Ergebnis unserer Erfahrungen mit anderen Menschen. Die sichtbare «Außenseite» unseres Verhaltens und unserer Kommunikation ist immer auch ein Ausdruck der weniger offensichtlichen «Innenseite», also unserer Ängste, Bedürfnisse und Wünsche. Auf dieser Grundlage entwickelt jeder Mensch seinen eigenen Kommunikationsstil. Besonders prägend ist dabei, wie wir im Zusammenleben mit den wichtigsten Bezugspersonen der ersten Jahre unseren Platz behauptet und uns vor Verletzungen geschützt haben. Schulz von Thun unterscheidet acht verschiedene Stile, wobei jedem Stil eine Grundbotschaft zugeordnet ist, die ein Mensch mit seiner Kommunikation (unterschwellig) aussendet:

  1. Bedürftig-abhängiger Stil

  2. Helfender Stil

  3. Selbst-loser Stil

  4. Aggressiv-entwertender Stil

  5. Sich beweisender Stil

  6. Bestimmend-kontrollierender Stil

  7. Sich distanzierender Stil

  8. Mitteilungsfreudig-dramatisierender Stil

(s. Abb. 43)

Abb. 43:

Kommunikationsstile

Der jeweilige Kommunikationsstil prägt unsere Kontaktgestaltung. Ihm liegt ein seelisches  Axiom zugrunde, eine unbewusst wirksame Überzeugung, wie beispielsweise beim bedürftig-abhängigen Stil: «Ich bin schwach und hilflos, alleine bin ich dem Leben nicht gewachsen» oder beim selbst-losen Stil: «Ich bin unwichtig – nur im Einsatz für andere kann ich zu etwas nütze sein!»

Jeder Stil enthält für eine gute Kontaktgestaltung ein bestimmtes Potenzial und eine typische Falle. Der selbst-lose Stil zum Beispiel enthält das Potenzial der Hingabefähigkeit. Diese kann, wenn sie im Übermaß gelebt wird, zu einer selbstentwertenden Aufopferung verkommen. Diese Gefahr ist besonders dann gegeben, wenn die Tugend der Hingabe nicht hinreichend durch die Schwestertugend der Selbstachtung und Selbstbehauptung ausgeglichen wird. Das  Werte- und Entwicklungsquadrat kann diese Zusammenhänge verdeutlichen (s. Abb. 44).

Abb. 44:

Beziehungsgestaltung im Spannungsfeld von Selbstbehauptung und Hingabe

Die Pfeile in den Diagonalen weisen die Entwicklungsrichtungen im Kommunikationstraining. Wer zum Beispiel allzu sehr dem selbst-losen Stil verhaftet ist und nach unten rechts «abgerutscht» ist, könnte und sollte durch ein Training in Selbstachtung/-behauptung die entsprechende Schwestertugend erobern. In gleicher Weise lässt sich dies für alle acht Kommunikationsstile «durchbuchstabieren».

Literatur

Miteinander reden 2.

Miteinander reden von A bis Z
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