Gesprächsführung

Wer nicht nur mit seinem Gesprächspartner redet, sondern zugleich eine Vorstellung davon hat, wie das Gespräch zu gliedern ist und idealerweise ablaufen sollte, und wer dann auch noch die Fähigkeit hat, das Gespräch gemäß dieser Vorstellung zu steuern, der beherrscht die Kunst der Gesprächsführung. Unabdinglich ist dies für Menschen, deren Berufsrolle ihnen eine professionelle Gesprächsführung abverlangt, zum Beispiel Führungskräfte, Lehrer oder Ärzte. Aber auch bei wichtigen Gesprächen in der Familie ist die Aussicht auf eine gute Klärung und auf ein gedeihliches Miteinander-Auskommen größer, wenn der Gesprächsverlauf nicht nur dem freien Spiel der Kräfte überlassen bleibt.

Drei Kompetenzen sind für eine gelungene Gesprächsführung von grundlegender Bedeutung: 1. dem Gesprächspartner aufmerksam zuhören (sich interessieren), 2. den eigenen Standpunkt deutlich machen (Stellung beziehen) und 3. den roten Faden im Gespräch verfolgen (strukturieren). (s. Abb. 24)

Abb. 24:

Drei Kompetenzen der Gesprächsführung

  1. Zuhören: Für ein gutes Gespräch ist es unerlässlich, dem Gesprächspartner aufmerksam zuzuhören. Diese Fähigkeit umfasst weit mehr, als den anderen nur ausreden zu lassen und seine Worte akustisch aufzunehmen. Wirkliches Zuhören braucht die Bereitschaft, den anderen in seiner Sicht der Dinge zu verstehen und ihn darin ernst zu nehmen, auch und besonders dann, wenn sein Standpunkt nicht meinem eigenen entspricht ( Aktives Zuhören). Dabei ist es nützlich und hilfreich, sensibel für alle Ebenen der Kommunikation zu sein ( Vier Ohren).

  2. Stellung beziehen: Ebenfalls grundlegend für ein konstruktives Gespräch ist die Fähigkeit, den eigenen Standpunkt klar und deutlich zu vertreten, dafür Verantwortung zu übernehmen und für den Gesprächspartner greifbar zu werden. Oft ist es notwendig, sich zunächst einmal selbst zu klären, um den eigenen Standpunkt zu finden ( Inneres Team). In einem zweiten Schritt gilt es, sich zu überlegen, was davon in welcher Form veröffentlicht und in den Kontakt eingebracht werden soll ( Kommunikationsquadrat).

  3. Strukturieren: Damit in einem Gespräch die relevanten Themen auf den Tisch kommen und besprochen werden können, ohne unnötig die Zeit und Energie der Beteiligten zu strapazieren, ist ein roter Faden wichtig ( Gesprächsleitfaden). Fakten sollen dabei ebenso deutlich werden wie persönliche Meinungen und Wertungen. Das Ziel ist, dass beide Gesprächspartner nach dem Gespräch ein gemeinsames Verständnis vom weiteren Vorgehen haben und die Beziehung zwischen ihnen unter der Auseinandersetzung nicht leidet, sondern im günstigsten Fall verbessert wird.

Literatur

Schulz von Thun, F./Ruppel, J./Stratmann, R.: Miteinander reden: Kommunikationspsychologie für Führungskräfte, S. 64ff.

Benien, K.: Schwierige Gespräche führen.

Miteinander reden von A bis Z
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