Teil vier
Der Duft der Erinnerung
Babyklappen für alle italienischen Krankenhäuser?
Von Carolyn E. Price
28. Februar 2007
Italien bietet versuchsweise eine »Drehlade« an, wie sie in Rom erstmals im Jahr 1198 von Papst Innozenz III. eingeführt wurde.
Ein sauber gekleidetes und gut versorgtes drei oder vier Monate altes Baby, möglicherweise italienischer Herkunft, jedenfalls aber in hervorragender gesundheitlicher Verfassung, wurde am Samstagabend in der »Drehlade« ausgesetzt, einer beheizten Babyklappe, die am Policlinico Casilino installiert worden war. Die Drehlade soll es Frauen ermöglichen, ein ungewolltes oder unter stark unterprivilegierten Lebensbedingungen geborenes Kind abzugeben.
Der kleine Junge wurde dank eines probeweise eingerichteten Systems gerettet, mit dem verhindert werden soll, dass Babys ausgesetzt werden. Der »Findling« erhielt zu Ehren des Arztes, der die Erstversorgung übernahm, den Namen Stefano.
Die Gesundheitsministerin Livia Turco bezeichnet das Projekt als »vorbildlich«. Frau Turcos Kollegin, Familienministerin Rosy Bindi, möchte eine moderne Version der Drehlade »in jeder Entbindungsstation sämtlicher italienischer Kliniken« einrichten.
Der Chef der Frühchenstation im Policlinico Casilino, Piermichele Paolillo, sagt dazu: »Wir wären nicht überrascht gewesen, wenn wir ein Neugeborenes in der Krippe gefunden hätten, aber ein drei oder vier Monate altes Baby haben wir nicht erwartet. … Wer weiß, was hinter dieser Geschichte steckt …?«
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