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Am Telefon klang der Mann vom militärischen
Radiodienst ganz sympathisch, fand Barbro. Sie stellte sich vor,
dass er am anderen Ende der Leitung seine Füße auf den Schreibtisch
gelegt hatte und ein Hawaiihemd trug.
»Natürlich wissen wir davon«, lachte er mit sanfter
Stimme. »Was glaubst du, was für eine Leistung diese Schüsseln
haben! Wenn man sie einschaltet, knistern in Estland die Radios und
Mobiltelefone.«
»Wir müssten wissen, ob es sie in Schweden gibt und
wo sie stehen.«
»Es gibt insgesamt zehn von den Teufelsdingern rund
um die Ostsee. Man kann sie wie ein Kirmeskarussel abbauen und
transportieren. Und dann gibt es noch kleinere Messstationen und
Kontrollbojen. Mit deiner Skizze kann ich leider gar nichts
anfangen, weil die Anlage bei jedem Aufbau an-Aber zurzeit steht
eine Anlage in der Nähe von Gävle, eine andere auf Öland und die
dritte in der Nähe von Nynäshamn.«
Barbro lief in Kjells Büro, um sich auf der Karte
zu orientieren. »Die in Nynäshamn ist am interessantesten, die
anderen sind zu weit weg.«
»Die steht auf der Südspitze von Yxlö.«
Irgendetwas klingelte in Barbros Kopf. »Wie kommt
man denn dahin?«
»Yxlö liegt zwischen dem Festland und Muskö, wo wir
bis vor einigen Jahren eine riesige unterirdische Anlage betrieben
haben. Deshalb gibt es eine Straße über all diese Inseln mit
Brücken und einem der längsten Tunnel Nordeuropas. Muskö erwies
sich jedoch als ungünstig, weil die Anlage bei dieser Anordnung
nach Süden und Osten senden soll. Deshalb die Spitze von Yxlö. Dort
gibt es im Gegensatz zu Muskö nur einige Häuser. Aber du solltest
nicht allein hinfahren. Die Strahlung ist ein wenig heikel. Am
besten sprichst du mit dem Anlagentechniker. Die sind meistens in
der Nacht dort, weil die Versuche nicht am Tag durchgeführt werden
können.«
Barbro ließ sich die Nummer geben. »Ist das eine
deutsche Mobilnummer?«
»Ja, die Techniker kommen alle von dem deutschen
Konzern, der die Elektronik beisteuert. Bei dem System geht es vor
allem um eine elektronische Weiterentwicklung, damit die
Antennengröße reduziert werden kann. Inzwischen ist es so gut wie
GPS.«
Barbro hüpfte, als müsste sie aufs Klo. Sie
beendete das Gespräch und tippte die Nummer ein. Am anderen Ende
meldete sich die Mailbox von David Schumann.