INDIEN
320–470
DAS GOLDENE ZEITALTER DER GUPTA Etwas kleiner als das Aschoka-Reich, aber immer noch riesig war das Gupta-Reich. Es ging als das Goldene Zeitalter Indiens in die Geschichte ein. Gupta umfasste das ganze Nordindien vom heutigen Burma bis an die Grenze Persiens mit Afghanistan, Pakistan, Nordindien und Bangladesh. Die Vereinigung der vielen kleinen Königreiche Nordindiens ging von dem Königreich Magadha aus. Magadha lag rund um den Unterlauf des Ganges mit Benares und Kalkutta. Magadha war auch die Heimat Buddhas.
Unter den Gupta erlebte dieses weit gefasste Nordindien eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. In wirtschaftlicher Hinsicht kann man von einem weitgehend steuerfreien Liberalismus sprechen, die Städte genossen eine Art Selbstverwaltung durch Handwerker- und Händlergilden wie im europäischen Mittelalter, die Kaufleute verdienten exorbitant am Fernhandel zwischen Mittelmeer und China.
Der Hinduismus erlebte eine Renaissance, indem der Buddhismus selbst aus seinem »Heimatland« zurückgedrängt wurde. Danach konnte sich der Buddhismus in Indien nie mehr gegen den Hinduismus durchsetzen.