CHINA
ca. 800–230 v. Chr.
CHOU-DYNASTIE In China kam am Huangho die neue Chou-Dynastie an die Macht. Der Himmel, so hieß es, habe das Herrschermandat an die Chou weitergegeben, weil die vorangehende Shang-Dynastie dekadent und degeneriert sei. Eine solche Geschichte war bei den häufigen Dynastiewechseln in China noch öfter zu hören. Bei dieser Art von chinesischer Translatio imperii gab es in der Regel keine Brüche in der Kultur oder der Gesellschaft.
Die ersten drei Chou-Könige errichteten einen typischen Feudalstaat mit der Vergabe von Lehen an ihre Familienangehörigen und enge Gefolgsleute. In konfuzianischer Zeit wurde ihre Herrschaft zum Goldenen Zeitalter verklärt.
Der Aufstand gegen den tyrannisch herrschenden König Li 814 v. Chr. gilt als erstes gesichertes Datum der chinesischen Geschichte. Eine Generation später teilte sich Chou in Ost-Chou und West-Chou, danach gewannen einzelne Vasallenstaaten als Fürstentümer Souveränität. Diese Fürsten verwendeten erstmals systematisch Dienstleute oder »Beamte« zur Verwaltung statt des Kriegeradels. In jener etwas verworrenen Zeit, in der auch Konfuzius lebte, liegt der Ursprung der späteren chinesischen Reichsbeamtenschaft der Mandarine.