20

 

Abby hatte ihn verloren. Sie hatte zwanzig Minuten lang den Santa Monica Boulevard und etliche Seitenstraßen abgesucht, aber sein Auto war nirgendwo zu sehen. Sie fuhr zu einer Tankstelle und hielt neben dem Luftkompressor, um in Ruhe nachzudenken.

Der Anruf war der Schlüssel. Sie musste herausfinden, wer der Anrufer war. Sie wusste auch wie. Bei Pacific Bell gab es die Möglichkeit, die Nummer des letzten Anrufers abzufragen. Dieser Service kostete fünfundsiebzig Cent und würde auf Hickles nächster Telefonrechnung auftauchen. Er würde wahrscheinlich Verdacht schöpfen, aber darauf konnte sie jetzt keine Rücksicht nehmen.

Zuerst musste sie in seine Wohnung. Wieder das Türschloss zu knacken kam nicht infrage. Der Elektropick war zu laut, um ihn abends einzusetzen, wenn die Nachbarn da waren. Und ohne das Gerät würde es zu lange dauern. Blieb nur das Schlafzimmerfenster. Sie hatte gesehen, wie er beide Fenster geöffnet hatte. Und er hatte sie nicht wieder geschlossen, denn er hatte es eilig gehabt.

Abby verließ die Tankstelle und fuhr schnell zurück zum Gainford Arms.

 

Im Copyshop konnte man gegen eine Stundengebühr die Computer benutzen. Hickle bezahlte im Voraus und setzte sich an den Rechner, der am weitesten vom Tresen entfernt war. Hier fühlte er sich nicht so beobachtet.

Es waren nur wenige Kunden da. Der Fliesenboden und die weißen Computertische schimmerten im Neonlicht. Aus Deckenlautsprechern ertönte Folkmusik, die immer wieder vom Surren und Rattern der Fotokopierer übertönt wurde.

Hickle war ganz auf den Computerbildschirm konzentriert. Als er die Verbindung zum Internet herstellte, öffnete sich automatisch der Browser. Er suchte die ZoomMail-Startseite und loggte sich ein. In seinem Posteingang befand sich eine E-Mail. Sie war von JackKeck. Im Betreff stand nur ein Wort:

 

DRINGEND.

 

Hickle spürte, wie sich seine Nackenhaare aufrichteten. Er öffnete die E-Mail und las die ersten zwei Zeilen:

 

Deine Feinde sind dir näher, als du glaubst. TPS kämpft mit allen Mitteln. Sie haben jemanden auf dich angesetzt, um dich auszuspionieren.

 

Das harte, rhythmische Hämmern in seinen Ohren war sein Herzschlag. »Ein Spion«, sagte er bei sich.

Der Angestellte hinterm Tresen blickte ihn an. Hickle wurde bewusst, dass er es laut ausgesprochen hatte. Nervös räusperte er sich.

Die Nachricht ging noch weiter, aber um den Rest zu lesen, musste er weiterscrollen. Einen kurzen Moment saß er bewegungslos da und starrte auf den Bildschirm. Er wollte nicht weiterlesen. Er war vor Angst wie gelähmt. Wenn er nicht weiterlas, konnte er vielleicht so tun, als hätte er die Nachricht nie erhalten. Als wäre er nie hierhergekommen. Er könnte einfach nach Hause fahren, seinen Alltagskram erledigen, vielleicht noch mal mit Abby essen gehen …

Und dann ging ihm ein Licht auf.

Natürlich. Seine freundliche neue Nachbarin, die ihm ständig über den Weg lief. Im Flur, in der Waschküche …

Er fühlte plötzlich eine schreckliche Leere. Ein unbeschreibliches Gefühl durchfuhr ihn, ein fast körperlicher Schmerz.

Wie betäubt las er die übrigen Zeilen.

 

Sie ist gestern bei dir nebenan eingezogen. Sie macht sich an Leute wie dich ran, um ihre Geheimnisse auszuschnüffeln und an andere weiterzugeben. Das ist ihr Job. Sie arbeitet ganz allein. Sie ist gefährlich. Für dich und indirekt auch für mich. Du begreifst hoffentlich den Ernst der Lage.

 

Die Worte verschwammen ihm vor den Augen. Er konnte sich nicht mehr konzentrieren. Die Geschichte über ihren untreuen Verlobten hatte sie also erfunden, um sein Mitgefühl zu gewinnen. Sie fand ihn nicht wirklich nett, und normalerweise wäre sie niemals mit ihm Essen gegangen.

Er schloss die Augen und seine Schultern sackten herab. Der Computer gab ein Surren von sich. Einer der Kopierer hörte auf zu rattern, und man konnte die Musik wieder hören. Joan Baez sang The Night They Drove Old Dixie Down.

Ihr Date an diesem Abend … die Fragen, die sie gestellt hatte … was er ihr alles erzählt hatte. Was genau hatte er ihr eigentlich erzählt? Malibu … Er hatte erwähnt, dass es ihm dort gefiel. Und dass er eines Tages berühmt sein würde. Wie viel konnte sie dem entnehmen? Genug, um seine Absichten zu erraten? Erstattete sie gerade bei TPS Bericht? Erzählte sie Kris alles, was sie erfahren hatte?

Er sah auf die Uhr. Viertel nach neun. Abby könnte sich mit Kris treffen. Kris würde immer noch im Studio sein und sich auf die Zehn-Uhr-Nachrichten vorbereiten. Sie würde sich gegen halb zwölf auf den Heimweg machen und um kurz nach zwölf da sein.

Er wäre viel früher da. Die Schrotflinte hatte er dabei. Er musste nur durch das Abflussrohr kriechen und sich in der Nähe des Hauses auf die Lauer legen, und wenn Kris’ Wagen in die Auffahrt fuhr …

Einmal durchladen und Hirn und Schädelsplitter würden durch die Luft fliegen.

Wieder fing ein Kopierer an zu rattern und Papier auszuspucken, und Joan Baez’ Stimme ging im Lärm unter.

Er könnte es tun. Heute Nacht. Kris umbringen … aber zuerst würde er zurück zum Gainford Arms fahren und sich um Abby kümmern.

Jack hatte gesagt, sie arbeite ganz allein. Niemand würde ihr zu Hilfe eilen, wenn er sie überraschte und ihr das Genick brach.

Es würde so einfach sein. Fast zu einfach. »Zu einfach«, flüsterte er langsam.

Niemand hörte ihn. Das Rattern des Kopierers schluckte alle anderen Geräusche.

Er las die E-Mail noch zweimal. Jack wusste also auf jeden Fall, dass bei ihm nebenan eine Frau eingezogen war. Vielleicht wusste er sogar, dass Hickle an diesem Abend mit ihr ausgegangen war. Hatte er vielleicht das Gebäude beobachtet und sie zusammen wegfahren sehen?

Er versuchte schon seit Wochen, Hickle dazu zu bringen zuzuschlagen. Hatte er sich jetzt für eine subtilere Taktik entschieden? Wollte er ihm nur einreden, seine neue Nachbarin wäre an einem Komplott gegen ihn beteiligt, um ihn in einen Mordrausch zu versetzen?

Oder war sie wirklich eine Spionin?

Er wusste es nicht. Sein Kopf schmerzte. Er fasste sich an den Schädel und blinzelte ins Licht, das auf einmal viel zu hell war.

Er konnte niemandem trauen. Jack behauptete, sein Freund zu sein, aber seine Identität und seine Motive kannte er nicht. Abby gab vor, nach einer dramatischen Trennung davongelaufen zu sein, aber was wusste er wirklich über sie? Vielleicht stöberte sie tatsächlich im Auftrag von TPS in seinen Geheimnissen herum. Aber vielleicht arbeitete auch Jack für TPS und versuchte, ihn zum Äußersten zu treiben, um ihn dann verhaften zu lassen. Oder vielleicht steckten sie beide unter einer Decke.

Er las die Nachricht noch einmal. Die Wörter ergaben keinen Sinn mehr. Sie fielen in sich zusammen und brachen auseinander. Abby eine Spionin? Lächerlich.

Impulsiv drückte er auf Antworten und schrieb eine wütende Replik:

 

ICH LASS MICH VON DIR NICHT VERRÜCKT MACHEN!

 

Aber er schickte sie nicht ab. Er starrte auf die scharfen, zornigen Worte und löschte sie schließlich.

Er konnte nicht einfach davon ausgehen, dass Jack log. Das war genauso dumm, wie ihm blind zu glauben. Er schrieb eine neue Antwort:

 

Bist du Freund oder Feind?

 

Das war nicht gut. Was sollte Jack darauf antworten? Was sollte er denn noch schreiben, um seine Vertrauenswürdigkeit zu beweisen? Er hatte Hickle schon von dem Abflussrohr, den Sicherheitsleuten im Gästehaus und dem bewaffneten Chauffeur erzählt.

Hickle löschte auch die zweite Antwort und starrte auf den Bildschirm. Was war eigentlich los? Wollte er einfach nicht wahrhaben, dass Abby ihn nur ausspionieren wollte? Vielleicht.

Er hatte Jill Dahlbeck seine Verehrung gezeigt, nur um abgewiesen und gedemütigt zu werden. Am Ende hatte war sogar die Polizei zu ihm gekommen und hatte ihn aufgefordert, sich von ihr fernzuhalten. Er hatte mit allen ihm verfügbaren Mitteln versucht, Kris Barwood nahezukommen, aber sie wollte sich nicht mit ihm treffen oder auch nur seine Gefühle zur Kenntnis nehmen.

Bei Abby lagen die Dinge jedoch anders. Sie war nicht so wie Jill oder Kris. Sie war nett zu ihm. Sie behandelte ihn wie einen Menschen. Bei ihr fühlte er sich wie ein Mann.

Und wenn alles nur gespielt war? Wenn sie der Feind war?

Blinde Wut hämmerte in seinem Schädel. Er wollte schreien und irgendetwas zertrümmern. Er senkte den Kopf. Er musste nachdenken. Jack sagte die Wahrheit oder auch nicht. Abby war eine Schwindlerin oder auch nicht. Er hatte keine Möglichkeit, sich persönlich von Jacks Ehrlichkeit zu überzeugen. Und Abby …

Die kannte er. Sie wohnte direkt nebenan. Sie war nicht einfach ein erfundener Name auf einem Computerbildschirm, ein Haufen Pixel, die sich über ihn lustig machten. Sie war ein Mensch aus Fleisch und Blut und sie war erreichbar und er hatte die Möglichkeit, die Wahrheit über sie herauszufinden.

Er schrieb ein drittes Mal:

 

Ich werde deine Geschichte überprüfen und mir ein eigenes Bild machen.

 

Das war die richtige Antwort. Er drückte auf Senden.

Zwar hatte er noch keinen Plan, aber ihm würde schon etwas einfallen. Er war schlau. Er würde etwas aushecken. Und falls sie ihm wirklich was vorgemacht hatte …

Dann würde er sie umbringen. Ja.

Zuerst sie, dann Kris.

Falls sie ihm etwas vorgemacht hatte. Falls.

Hickle löschte Jacks E-Mail und meldete sich ab. Er hielt sich an diesem Wort fest.

Falls.

Nur ein Wort, doch Abbys Leben hing davon ab.

 

Abby stieg hinaus auf den schmalen Absatz der Feuertreppe und schlich hinüber zu Hickles Schlafzimmerfenster. In seiner Wohnung brannte Licht, aber da die Jalousien geschlossen waren, konnte sie nicht hineinsehen. Mit einem Blick auf seinen leeren Stellplatz vergewisserte sie sich, dass er noch nicht zurückgekehrt war.

Das Fenster war zwar geöffnet, aber das Fliegengitter davor. Sie hatte Mühe, es von außen zu entfernen, und wünschte sich, sie hätte ihre Werkzeugtasche dabei, denn darin befand sich ein dünner, flexibler Kunststoffstreifen, den man in einen Türschlitz schob, um das Schloss zu öffnen. Damit hätte sie vielleicht das Fliegengitter loshebeln können.

Sie hatte keine Zeit, die Werkzeugtasche zu holen. Aber in ihrer Handtasche fand sie ihr Schweizer Offiziersmesser, das über einen Drahtschneider verfügte. Sie schnitt das Gittergeflecht ein kleines Stück weit auf, schob die Finger durch den Schlitz und hob das Fliegengitter aus dem Rahmen. Dann stieg sie durchs Fenster.

Um die Nummer des letzten Anrufers abzufragen, musste sie die Sterntaste, die Sechs und die Neun drücken. Abby lauschte der synthetischen Stimme, die ihr die Nummer mitteilte. Ein Anschluss in Los Angeles. Abby sprach die Nummer in ihr Diktafon, um sie später herauszusuchen. Sie war auf einen Rückwärtssuchservice im Internet abonniert, der ein umfassendes Verzeichnis von Privat- und Geschäftsnummern bot.

Es gab noch etwas in Hickles Wohnung zu erledigen. Sie hatte eine Wanze mitgebracht, die auf derselben Frequenz sendete wie die beiden anderen. Flink baute sie sie im Telefongehäuse ein. Wenn Hickle suchte, würde er sie finden, aber dieses Risiko musste sie eingehen. Denn falls der mysteriöse Anrufer sich noch einmal meldete, wollte sie seine Stimme aufnehmen. Mithilfe der Aufnahme konnte man einen akustischen Fingerabdruck erstellen und ihn vielleicht identifizieren.

Als sie fertig war, wischte sie ihre Fingerabdrücke vom Telefon. Mission erledigt. Zeit, sich aus dem Staub zu machen.

Sie ging zurück ins Schlafzimmer und wollte wieder durchs Fenster verschwinden, zögerte aber, als sie den Wäschekorb auf dem Boden sah. Er hatte seine Wäsche gar nicht eingeräumt.

Seltsam. Er hatte doch genug Zeit gehabt.

Sie kniete sich hin und durchwühlte die Kleider, ohne zu wissen, was sie eigentlich suchte. Sie fand nichts Außergewöhnliches. Aber einige Kleidungsstücke waren feucht, obwohl die anderen trocken waren.

Fast, als hätte er ein nasses Kleidungsstück zwischen die anderen gestopft.

Sie betastete den Teppichboden und fand eine nasse Stelle, dann noch eine und noch eine. Eine feuchte Spur führte zum Badezimmer.

Am Duschkopf hing tropfend ein hochgeschnittener Maidenform-Slip.

Ihrer natürlich.

Es war also keine Einbildung gewesen. Hickle hatte sie in der Waschküche beobachtet. Er hatte sich wahrscheinlich im Treppenhaus versteckt und während sie den Heizungskeller inspizierte, war er zurück in die Waschküche geschlichen, um ihren Slip aus der Waschmaschine zu stehlen.

Er war seine Trophäe. Ein Stück von ihr. Er konnte es befingern, beschnuppern, küssen …

Abby durchfuhr ein Schauer. Am liebsten hätte sie den Fetzen, der lappig und triefend in der Dusche hing, mitgenommen, aber das ging nicht. Wenn der Slip weg wäre, wüsste Hickle, dass sie in der Wohnung gewesen war. Sie musste ihn dort lassen und versuchen, sich nicht vorzustellen, was er damit tat.

Sie kehrte zurück ins Schlafzimmer, stützte sich auf den Fensterrahmen, um hinauszusteigen, und sah hinaus auf den Parkplatz.

Dort stand Hickles Wagen.

Unter dem Carport, Scheinwerfer aus.

Hickle selbst konnte sie nicht sehen. Er musste bereits im Haus sein. Vielleicht schon im Aufzug.

Nichts wie raus, schrie eine Stimme in ihrem Kopf.

Hickle würde sicher völlig ausrasten, wenn er sie hier finden würde. Außerdem war er bewaffnet. Er hatte die Tasche mit der Schrotflinte mitgenommen. Gegen die hatte sie mit ihrer Smith & Wesson kaum eine Chance. Sie müsste ihn schon auf der Stelle töten. Denn auf die Entfernung würde ein einziger Schuss aus seiner Flinte reichen, um sie buchstäblich in Stücke zu reißen.

»Toll, Abby«, zischte sie sich selbst an. »Solche Gedanken sind jetzt wirklich wahnsinnig hilfreich.«

Als sie wieder draußen auf der Feuertreppe war, wollte sie instinktiv sofort in ihr sicheres Schlafzimmer flüchten, aber sie musste zuerst das Fliegengitter wieder einsetzen.

Von außen war es viel schwieriger, als sie erwartet hatte. Sie bekam das Gitter an der Stelle zu fassen, wo sie ein Loch hineingeschnitten hatte, zog es hoch und rammte es oben in den Rahmen, aber unten wollte es einfach nicht einschnappen. Das Gitter war sehr groß und unhandlich, zumal ihr die hin- und herklappernde Jalousie ständig in die Quere kam.

Sie hörte ein Quietschen. Die Wohnungstür. Hickle war in der Wohnung. Im Zimmer nebenan.

Mit einer letzten Anstrengung drückte sie das Gitter in den Rahmen.

Sie hörte Schritte. Er ging ins Schlafzimmer, wahrscheinlich um seine Tasche zu verstauen.

Sie duckte sich. Wegzukriechen war jetzt unmöglich. Sie drückte sich unter der Fensterbank gegen die Mauer.

Die Jalousie über ihr klapperte immer noch hin und her. Hickle würde es sicher merken. Und tatsächlich, sie hörte das Knarren der Dielen, als er näherkam. Sie öffnete ihre Handtasche und legte den Finger um den Abzug ihrer Pistole.

Er zog die Jalousie hoch und Licht fiel auf die Feuertreppe. Sie drückte sich fester an die Mauer. Hickles Schatten fiel auf das Geländer, riesig und unförmig. Sein Kopf in einem seltsamen Winkel geneigt. Er spähte hinaus in die Dunkelheit.

Falls er nach unten schaute, würde er sie sehen. Sie hielt den Atem an und dachte wieder daran, was ein Schuss aus der Schrotflinte anrichten würde. Es wäre, als würde eine Handgranate in ihrer Brust explodieren.

Vielleicht hatte er sie schon bemerkt. Vielleicht holte er schon die Flinte aus der Tasche, setzte zum Schuss an, während sie dort kauerte wie ein Kind, das Verstecken spielte. Sie musste alle Willenskraft zusammennehmen, um sich nicht zu rühren.

Sein Schatten bewegte sich. Sie konnte sehen, wie er den Arm hob. Als hätte er ein Gewehr in der Hand …

Dann hörte sie ein metallisches Rattern, und es wurde wieder dunkel. Er hatte nur nach der Kordel der Jalousie gegriffen, um sie herunterzulassen.

Seine Schritte wurden leiser. Er hatte sie nicht bemerkt. Wahrscheinlich dachte er, der Wind hätte die Jalousie bewegt.

Das war knapp, dachte Abby. So was bringt den Blutdruck so richtig in Wallung.

Sie kletterte zurück in ihre Wohnung und brauchte ein paar Minuten, um sich zu sammeln. Sie war tatsächlich davongekommen, noch dazu unversehrt. Ihr Kehle war ausgedörrt und ihr Nacken vor Anspannung ganz steif.

Dann sah sie sich die Liveübertragung der Überwachungskamera an. Hickle lief im Wohnzimmer hin und her. Aufgewühlt. Wütend.

Sie drehte den Ton auf, um zu hören, was er da murmelte. »Du kannst niemandem vertrauen«, sagte er. »Ihm nicht und ihr auch nicht. Keinem von beiden.«

Das gefiel Abby überhaupt nicht.