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Er lag auf dem Rücken und starrte gegen die Decke. Seine Gedanken waren nur schwer zu kontrollieren, immer wieder drifteten sie ab in Szenarien, die mit einem roten Schleier aus Hass und Gewalt überzogen waren. Es wurde Zeit, das spürte er. Sie war fast verrückt vor Angst und würde leicht zu überwältigen sein. Sein Gesicht verzog sich zu einem Grinsen. Die andere wurde auch fast verrückt, aber vor Wut. Sie wusste, was kommen würde, und war gezwungen, hilflos zuzusehen. Sie konnte der kleinen dummen Gans noch nicht einmal sagen, was auf sie zukommen würde, denn damit würde sie ihm in die Karten spielen.
Ja, es war so weit. Es gab nur noch letzte Vorbereitungen zu treffen, dann endlich konnte er die Maske ablegen und sich zu erkennen geben. Ab diesem Moment würde das Versteckspiel ein Ende haben, dann würde er endlich er selbst sein können.
Verzerrte Bilder tauchten vor ihm auf. Grausame Szenen.
Er als Kind.
Diese verdammte Stümperin damals.
Wie weit war sie von seinen Fähigkeiten entfernt gewesen. Und das würde er allen beweisen. Er schüttelte die Gedanken ab, er musste sich konzentrieren. Einmal noch würde er einen Streifzug unternehmen, mit einem letzten, feigen, kleinen Miststück würde er sein Werk vollenden.
Er stand auf, ging zum Schrank und nahm ein in Leder eingebundenes Buch heraus. Damit setzte er sich wieder aufs Bett, schlug das Buch auf und zog den integrierten Stift aus der Halterung.
Dann schrieb er die letzten Sätze.