Kapitel 22
Marie von Brabant war keine Frau oder eine Heranwachsende: Marie war ein Kind von gerade acht Jahren. Niemand hatte daran gedacht, dies Judith gegenüber zu erwähnen; der Anblick des kleinen Mädchens, das Otto heiraten sollte, traf sie wie ein Schlag. Damit hatte sie nicht gerechnet, als sie ihren Auftrag von Irene erhielt, noch, als es ihr gelungen war, sich am Hof von Brabant einzuschmuggeln.
Sie verbot sich, töricht zu sein. Unter Fürsten wurden Kinder wie Faustpfänder ausgetauscht und verlobt. Solche Versprochene traten erst dann vor den Priester, wenn die Mädchen mindestens zwölf und die Knaben vierzehn Jahre alt waren. Ob die Ehe zwischen Otto und der Erbin von Brabant nun zustande kam oder nicht, Marie würde noch Jahre vor sich haben, in denen nichts anderes von ihr erwartet wurde, als zu spielen, zu lernen, was für eine Edeldame angemessen war, und zu lächeln. Es war nicht nötig, sich Sorgen um sie zu machen; und deswegen war sie auch nicht hier.
Es war für Judith nicht einfach gewesen, Irene wiederzusehen. Nicht, weil die junge Herzogin sich rachsüchtig gezeigt oder ihr den Empfang verweigert hätte, sondern, weil Irenes Schwangerschaft sie an Richildis erinnerte und an ihr eigenes Versagen. Immer wieder stellte sie sich vor, wie ihr auch Irene unter den Händen wegstarb, und all die geleerten Becher mit beruhigender Melisse halfen ihr nicht dabei, besser zu schlafen. Es gab zwar eine bewährte Hebamme in Hagenau und einen Arzt, der in Diensten der fürstlichen Familie stand, doch Philipp hatte die Wahl kurzerhand nach Thüringen verlegt, was ihm die Stimme des Erzbischofs von Magdeburg einbrachte. Die Krönung sollte dann in Mainz stattfinden, dem neben Köln bedeutendsten Bistum auf dem alten fränkischen Gebiet. Philipp hoffte, dass bis dahin auch der Mainzer Erzbischof vom Kreuzzug zurück wäre und dass Adolf von Köln sich dann nicht weiter ohne dessen schriftliche Legitimation als sein Bevollmächtigter ausgeben konnte. Natürlich würde Irene ihn in ihrem Zustand nicht begleiten, aber das bedeutete auch, dass sie mit nur ein paar Hofleuten, der Hebamme und dem Gesinde zurückgelassen würde. Alles Mögliche konnte geschehen.
Zugegeben, der Erzbischof von Köln würde nicht auf die Idee kommen, mit einem Stoßtrupp aufzutauchen um Irene als Geisel zu nehmen, dafür war Hagenau allein schon wegen der Reichsinsignien zu gut bewacht, doch Otto wäre gewiss auch zu solchen verrückten Versuchen fähig, und Judiths Phantasie spielte ihr eine Zukunft vor, in der einer hochschwangeren Irene jede Hilfe verweigert wurde, oder eine Zukunft, in der sie Irenes einzige Hilfe war und versagte, wie sie es bei Richildis getan hatte. Sie wusste nicht, was schlimmer war, und sie konnte niemandem davon erzählen, denn wenn sie in ihrer neuen Umgebung Zweifel an ihren Fähigkeiten als Ärztin weckte, dann war es um ihren Lebensunterhalt geschehen. Als Irene sie überraschenderweise bat herauszufinden, ob Otto bereits um die Erbin von Brabant geworben hatte, und einen Keil dazwischenzuschlagen, nahm Judith die Herausforderung gerne an. Es würde ihr Zeit geben, wieder zu sich selbst zu finden.
Die Herzogin von Brabant residierte in Abwesenheit ihres Gemahls mit ihren Kindern in Brüssel. Von Irene mit Geld und Pferden ausgestattet, brach Judith mit Gilles auf und erreichte die Stadt ohne größere Schwierigkeiten. Nur einmal kam es zu einer schweren Stunde, als sie mit einem Tuchhändler reisten, der wegen der unsicheren Zeiten viele mit Streitkeulen, Spießen und Knüppeln bewaffnete Knechte mitgenommen hatte, doch froh um ein wenig Gesellschaft und den Austausch von Neuigkeiten war. Er kam ursprünglich aus Frankfurt, hatte jedoch in Köln haltgemacht und dort gehört, dass der Erzbischof nun auch so schnell wie möglich die Wahl eines neuen deutschen Königs anstrengte. Von geflohenen Geiseln erzählte er nichts, dafür aber von einem Salzhändler, der seine teure Gemahlin durch eine Hexe im Kindbett verloren hatte. In Judith verkrampfte sich alles. Doch der Tuchhändler fuhr fort: »Die Dienstmagd war’s, denkt Euch. Hat wohl gehofft, selbst die Herrin werden zu können.«
»Was?«, fragte Judith aufrichtig verblüfft und entsetzt.
»Nicht zu fassen, wozu diese Weiber imstande sind, nicht wahr? Euer Gatte sollte sehr vorsichtig sein, wen er einstellt.«
»Und wie hat man es herausgefunden?«, fragte Judith bestürzt. »Ein ehrenwerter Kaufmann namens Stefan hat dem Salzhändler einen Beileidsbesuch abgestattet und dabei die Magd ertappt, wie sie Beweise vergraben wollte. Das Weib ist dann sehr schnell vor Gericht gestellt und gehängt worden.«
Judith wurde übel.
Das Schlimmste war, dass sie genau verstand, warum Stefan es getan hatte: Er musste von Richildis’ Tod gehört und sehr viel schneller als Judith erkannt haben, zu was es führen konnte, wenn man der jüdischen Ärztin die Schuld gab. Wenn er wirklich den Salzhändler besucht hatte, dann musste er den Haushalt so vorgefunden haben, wie sie ihn überstürzt verlassen hatte, mit zwei Mägden, die sie bereits anklagten. Also hatte er die Beschuldigung umgedreht und jemanden als Sündenbock präsentiert, der keinen Verteidiger haben und sterben würde, ohne die jüdische Gemeinschaft in Gefahr zu bringen.
»Dein Onkel muss dich doch sehr lieben«, sagte Gilles zu ihr, als sie den Tuchhändler wieder verlassen hatten, denn auch er hatte begriffen, was sich in Köln ereignet haben musste.
»Ich hoffe, er hat es für uns alle getan, nicht nur für seine kaufmännischen Interessen«, sagte Judith. Wieder und wieder ging ihr der Eid durch den Kopf, den sie in Salerno geschworen hatte. Nun waren ihretwegen nicht nur eine, sondern schon zwei unschuldige Frauen tot.
Gilles beließ es dabei. In schweigender Übereinkunft erwähnte keiner von ihnen die Ereignisse von Köln mehr, bis sie in Brüssel eintrafen.
Wie sich herausstellte, hatten sie Glück, denn man wartete am Hof bereits auf Nachricht von Graf Otto; außerdem hatte die Herzogin Mathilde eine große Feier vorbereitet, um ihren Gemahl zu ehren, da Nachricht aus dem Heiligen Land gekommen war, dass er mit dem restlichen Heer die Städte Sidon und Beirut erobert hatte.
»Unser Herzog«, sagte der Haushofmeister, der Judith zu der Herzogin brachte, zufrieden, »ist der Einzige von den Fürsten, der geblieben ist, um für die Ehre Christi zu streiten, statt Hals über Kopf alles im Stich zu lassen, als bekannt wurde, dass der Kaiser gestorben ist. Alle anderen kamen umgehend ins Reich zurück, um neues Land und Titel an sich zu raffen. Er sollte König werden, aber er ist einfach ein zu bescheidener, frommer Mann, um an sein eigenes Wohl zu denken.«
Dafür, so schien es, hatte Hans von Brabant dann auch seine Gemahlin, eine große, tatkräftige Dame, die Judith voller Ungeduld empfing. »Es wird aber auch Zeit. Ich will nicht hoffen, dass Graf Otto immer noch auf ein besseres Angebot wartet? Eine Nachfahrin Karls des Großen zu ehelichen ist eine Ehre, der er sich bewusst sein sollte, und kleinliches Feilschen um die Mitgift ziemt sich nicht für einen Mann seines Ranges. Ganz zu schweigen davon, dass es bei der Heirat um das Wohl des gesamten Heiligen Römischen Reiches geht!«
»Nun, mein Herr …«
»Es muss vor den Staufern gerettet werden!«, unterbrach die Herzogin Mathilde, die offenbar zu den Naturen gehörte, deren Gespräch mehr Wasserfällen als stillen Flüssen glich. »Heinrich, möge er in der Hölle schmoren, hat meinen armen Schwager umbringen lassen, weil er ihn nicht als Bischof von Lüttich sehen wollte. Einen Mann Gottes! Und wer hat die üble Tat damals in die Wege geleitet, frage ich Euch? Kein anderer als Heinz von Kalden, der jetzt meinen Gatten im Heiligen Land im Stich gelassen hat, um an die Seite dieses Nichts von Philipp zurückzukriechen. Er hat wahrscheinlich gehofft, dass die Heiden meinen heldenhaften Hans für ihn ermorden. Dieser Art von Männern ist das Reich ausgeliefert, wenn wir nicht schnell genug handeln!«
»Deswegen …«
»Jaja, ich weiß, Euer Herr muss sich vergewissern, dass meine kleine Marie gesund und munter ist. Das verstehe ich. Aber ich muss darauf bestehen, dass mein Goldstück danach nicht nur als seine Verlobte bezeichnet wird, nein, er soll sie bei seiner Krönung als deutscher König an seiner Seite gehen lassen. Das ist unabdingbar! Nicht, dass ich Graf Otto etwas unterstellen möchte, aber so mancher Fürst hat die Mitgift eines armen Kindes eingesäckelt, als er sie brauchte, die Eltern jahrelang hingehalten und am Schluss eine andere geehelicht.«
Da der Grund ihrer Anwesenheit in Brüssel alles andere als die Förderung von Ottos Eheabsichten war, nutzte Judith den Moment, als selbst die Herzogin Mathilde einmal tief Atem holen musste, und warf ein: »Auch Graf Otto würde sich nie unterstehen, Euer Gnaden etwas zu unterstellen, aber es soll in der Vergangenheit edle Fräulein gegeben haben, deren nobles Blut nicht mit einem gerade gewachsenen Körper und der Fähigkeit einherging, Kinder zu gebären.«
Das brachte die Herzogin nicht dazu, Otto oder Judith als unverschämt zu bezeichnen, sondern nur, die Achseln zu zucken und zu bestätigen, dem sei so, aber ihre Marie habe nichts zu verbergen. Überhaupt seien all die Gerüchte nur böswilliges Geschwätz niederer Seelen. Judith wusste von keinen Gerüchten, schwieg deshalb und folgte der Herzogin in ein Gemach, wo drei kleine Mädchen mit Kreiseln auf dem Boden spielten. Die beiden älteren waren Zwillinge, und damit war Judith einiges klar, als sie über ihre Bestürzung angesichts von Maries Alter einmal hinweg war. Erasisthrates hatte die Vermutung aufgestellt, dass Zwillinge nur durch eine doppelte Befruchtung entstehen könnten, dadurch, dass die Mutter mit zwei Männern schlief. Obwohl mittlerweile viele Ärzte nicht mehr seiner Meinung waren, hielt sich bei den meisten Menschen zumindest ein Misstrauen gegenüber den Müttern von Zwillingen. Die Heiratsaussichten für Zwillinge waren daher nicht sehr groß, denn man konnte sich bei keinem Kind der Vaterschaft gewiss sein. Eine Mitgift wie der Reichtum und die Macht Brabants und die edle Abstammung machte das vermutlich für die meisten Freier wett, doch Judith bezweifelte, dass ein deutscher König, der nicht in einer schweren Notlage steckte und dringend Geld und Stimmen brauchte, normalerweise dazu gehört hätte.
»Marie«, rief die Herzogin, und eines der beiden Mädchen sprang auf. Sie hatte haselnussbraunes, lockiges Haar, eine Stupsnase, blaue Augen und ein so offenes Lächeln, als sei ihr noch nie im Leben ein Fremder begegnet, der anders als freundlich zu ihr gewesen war. Als Tochter eines reichen Herzogs traf das vermutlich auch zu, doch Judith konnte sich dieses Kind um alles in der Welt nicht als Gattin von Otto vorstellen. Sie versuchte, sich zehn Jahre dazu zu denken und Marie als hochgewachsene Frau mit den üppigen Formen ihrer Mutter zu betrachten, doch alles, was ihr Verstand ihr stattdessen vorgaukelte, war ihr sogenannter Hochzeitsabend, als Otto seinen Kopf in ihren Schoß gelegt, seine Hände an ihren Hüften hatte und nichts als johlende Rufe und Gekichere um sie herum war. Es erweckte in ihr den absurden Wunsch, das kleine Mädchen an der Hand zu nehmen und mit ihm fortzulaufen, so, wie es Gilles mit ihr an jenem Abend getan hatte.
»Ich muss schon sagen, es spricht für Graf Otto, dass er eine Frau schickt«, sagte die Herzogin, »für diese Art von Untersuchung. Steht Ihr schon lange in seinen Diensten?«
»Ich bin erst im vergangenen Jahr aus Salerno zurückgekehrt«, erwiderte Judith, was der Wahrheit entsprach und gleichzeitig keine Antwort auf die Frage der Herzogin war. Es fiel Mathilde nicht auf. Sie schickte die anderen Kinder mit einer Magd fort und teilte Judith mit, sie möge mit der Untersuchung beginnen.
Es war auf seltsame Weise beruhigend, etwas tun zu können, bei dem es unmöglich war, etwas falsch zu machen. Marie fehlten die Eckzähne, was in ihrem Alter normal war; man konnte aber einen der nachwachsenden Zähne bereits spüren. Sie war gut genährt und weder zu groß noch zu klein für ihr Alter. Dafür fielen Judith Krusten an ihrem Handgelenk und an der Stirn auf. Sie schaute sich die Stellen näher an, und das Mädchen fing an zu zappeln.
»Es juckt dort sehr, wie?«, fragte Judith behutsam. »Vor allem des Nachts?« Marie nickte.
»Alle Kinder kratzen sich hin und wieder«, sagte die Herzogin scharf. »Meine Töchter haben keine Läuse, wenn Ihr das unterstellen wollt.«
»Nein, aber Eure Tochter hat die Krätze«, gab Judith zurück. »Ich werde ihr ein Pflaster machen, doch Ihr müsst dafür sorgen, dass sie sich nicht mehr kratzt, sonst verbreiten sich diese Stellen nur noch mehr. Ich brauche Korn, Wein und Pulver aus Weihrauchharz. Nichts davon dürfte schwer zu bekommen sein. Außerdem muss sie vorher ein Vollbad nehmen, und nach vier Tagen noch einmal.«
Die Herzogin wirkte erleichtert. »Und es heilt schnell wieder ab?«
Judith zögerte. Oft schwand die Krätze nach zwei Wochen, wenn sie behandelt und die Patienten vom Kratzen abgehalten wurden, aber es wäre sehr leicht möglich, dafür zu sorgen, dass Marie noch mindestens die nächsten zwei Monate mit der Krätze zu tun hatte. Vielleicht würde es die Verhandlungen verzögern, bis Otto nicht mehr König werden konnte; dann wäre Hans von Brabant wohl nicht mehr daran interessiert, seine Tochter mit ihm zu vermählen. Oder sie konnte auf Ottos Eitelkeit setzen und hoffen, dass schon ein Gerücht von Krätze ihn dazu brachte, das kleine Mädchen und seine Schwestern zurückzuweisen.
Das Mädchen schaute Judith mit großen Augen an, und sie dachte daran, wie es Diepold von Schweinspeunt nur gekümmert hatte, dass Irene nicht starb, nicht, was mit ihr sonst geschah. Marie würde verlobt werden, selbst wenn sie am ganzen Körper mit Schürfwunden bedeckt war. Oder man würde einfach ihre Zwillingsschwester anbieten. Dachte sie ernsthaft daran, einer Patientin zu schaden, und sei es nur durch das Hinauszögern einer Hautentzündung, nach dem, was mit Richildis geschehen war?
»Wenn wir Glück haben, dann sollte nach zwei Wochen nichts mehr zu sehen sein«, sagte Judith. Mathilde trat einen Schritt zurück. Erst jetzt wurde Judith bewusst, dass die Herzogin ihre Tochter in der Zeit, wo sie beide sich im Raum befanden, noch nicht berührt hatte. Vielleicht war das bei adeligen Müttern nicht üblich.
»Ich will nicht hoffen, dass die Krätze auf die anderen Kinder überspringt, oder auf mich.«
»Diese Gefahr besteht«, sagte Judith. »Ihr solltet Eurer Tochter einen eigenen Raum geben und sie erst wieder bei den anderen Kindern unterbringen, wenn alle Bläschen und der Schorf verheilt sind. Warum lasst Ihr mich nicht noch ein paar Tage hier bleiben?«, schlug sie vor. »Dann kann ich Euren Mägden zeigen, wie man die Pflaster für Krätze bereitet, und sichergehen, dass nur das Fräulein Marie betroffen ist.«
»Erwartet Graf Otto nicht so schnell wie möglich Euren Bescheid?«, fragte die Herzogin misstrauisch.
»Die Gesundheit seiner zukünftigen Gemahlin ist ihm gewiss das Wichtigste«, gab Judith sanft zurück. Eigentlich gebot es die Vorsicht, sich so schnell wie möglich wieder aus dem Staub zu machen, denn zweifellos würde bald der Arzt, den Otto garantiert auch geschickt hatte, in Brüssel eintreffen. Die Möglichkeit, dass der Herzogin die Verlobung ihrer Tochter ausgeredet werden konnte, bestand gewiss nicht bei dem Hass, den Mathilde den Staufern wegen des Todes ihres Schwagers entgegenbrachte. Aber Judith wurde das Gefühl nicht los, dass es noch mehr geben musste, was sie hier tun konnte. Außerdem war die Krätze nicht harmlos; sie wollte sichergehen, dass die Mägde wussten, was für Marie zu tun war. Die meisten Patienten, die Judith in Salerno mit Krätze erlebt hatte, waren von Pusteln, Blasen, Schorfwunden und Furunkeln geplagt worden, und all das war mit der Zeit abgeklungen und verheilt, aber es hatte auch einen Mann gegeben, dessen Hände zu krabbenartigen Klauen geworden waren, ehe er überhaupt in Salerno eintraf, und ihm hatte man nicht mehr helfen können. Francesca hatte darauf bestanden, alle Kleidung und jeden Fetzen Tuch, der mit ihm in Berührung gekommen war, zu verbrennen.
Man konnte der Herzogin Mathilde wirklich nicht mangelnden Unternehmungsgeist nachsagen: Binnen kurzem hatte sie ihren Kaplan beordert, Judith mit allem Weihrauchharz zu versorgen, das sie benötigte, und genug heißes Wasser für drei Vollbäder erhitzen lassen, was Judith empfehlen ließ, dass Maries Schwestern in anderen Wannen ebenfalls gewaschen werden sollten. Als Judith um den kostbarsten aller Stoffe bat, Seide, bekam sie ihn sofort, obwohl der Haushofmeister wissen wollte, wofür, und zunächst sehr ungehalten war, als er Judith die Seide zerschneiden und Bänder daraus machen sah.
»Man kann von einem Kind nicht erwarten, dass es aufhört, sich zu kratzen«, sagte Judith. »Vor allem nicht, wenn es so entsetzlich juckt. Also werde ich Eurer kleinen Herrin die Handgelenke binden, aber nicht mit einem Strick, der sie nur schlimmer aufschürfen würde.«
»Ihr wollt die Erbin von Brabant fesseln wie eine Gefangene?«
»Zu ihrem eigenen Besten, und nicht den ganzen Tag lang. Sie muss die Arme hin und wieder auch bewegen.«
Außerdem bat sie um einen Spielmann und einen Gaukler, um das Kind abzulenken. Wegen des Festes zu Ehren von Hans von Brabant und seinen Siegen waren mehr als genügend in der Stadt. Marie sprach einen starken Dialekt, hatte aber selbst keine Probleme, Judith zu verstehen, als diese ihr erklärte, warum das alles nötig war.
»Wenn ich erst Königin bin«, sagte Marie, »werde ich verbieten, dass irgendjemand die Krätze bekommt.«
»Das ist leider kein Verbot, das Fürsten erteilen können. Krankheiten kann man nur bekämpfen, nicht verbieten.«
»Werdet Ihr auch Mouche heilen, Magistra?«
»Wer ist denn Mouche?«
»Mein Schoßhund«, sagte Marie. »Sie hat die Räude.«
Damit war zumindest geklärt, wie und wo sich das Mädchen angesteckt hatte. Außerdem war es eine Erleichterung, denn die Art der Krätze, die von Tieren übertragen wurde, befiel Menschen Judiths Erfahrung nach nicht so heftig. Um den Hund allerdings war es geschehen. Die Herzogin gab den Befehl, das Tier augenblicklich töten und verbrennen zu lassen, als sie davon hörte. Marie weinte einen halben Tag lang und weigerte sich zunächst, mit Judith zu sprechen. Danach erklärte sie ihr, wenn sie erst Königin sei, würde sie Ärzte, die ihre Schoßhunde nicht retteten, hinrichten lassen.
»Dann«, sagte Judith, »werden nicht mehr viele Ärzte an Euren Hof kommen. Wir hängen alle an unserem Leben, und keiner von uns kann immer und bei jedem Patienten erfolgreich sein. Aber wenn Ihr erst Königin seid, könnt Ihr befehlen, dass keine Hunde mehr getötet werden.«
Marie schniefte. »Was, wenn mein Gemahl Hunde hasst?«
Der Gaukler, der sie durch Bälle, Reifen und kleine Handpuppen ablenken sollte, saß mittlerweile dösend in einer Ecke, doch der Spielmann war noch hellwach. Trotzdem, dachte Judith, ist das jetzt der Zeitpunkt. »Nun, deswegen ist es gut, dass Ihr den Grafen Otto nicht gleich heiraten werdet. Je länger Eure Verlobungszeit mit ihm dauert, desto besser könnt Ihr herausfinden, ob er Hunde hasst oder nicht. Und ob er König wird oder nicht.«
Das kleine Mädchen starrte sie erstaunt an. »Mein Hund musste sterben, und ich muss Pflaster und Fesseln tragen, aber er wird noch nicht einmal sicher König? Meine Mutter hat mir versprochen, dass ich Königin werde!«
Der Spielmann gab keinen Mucks von sich, doch seine Augen waren fest auf Judith geheftet. Mit ihm würde sie später sprechen müssen.
»Graf Otto«, gab sie zurück und betonte den Titel, »muss erst gewählt werden. Das soll noch in diesem Jahr geschehen, aber niemand kann mit Gewissheit sagen, was die Zukunft bringen wird. Vielleicht wählen die deutschen Fürsten einen anderen zum König.«
»Wenn er nicht König wird, dann will ich ihn nicht«, entschied Marie. »Ich bin eine Nachfahrin von Karl dem Großen, und mein Papa ist ein Herzog. Da kann ich keinen Grafen heiraten!« Sie warf Judith einen immer noch verletzten Blick zu, als diese den Verband und das Pflaster auswechselte. »Und schon gar keinen, der so schlechte Ärzte schickt, dass sie keine Hunde retten können.«
»Nun, Ihr seid diejenige, die ja oder nein sagt«, antwortete Judith. »Ihr allein.«
Es war nicht gerade heldenhaft, ein Kind so zu beeinflussen, aber andererseits konnte sie sich nicht vorstellen, dass irgendjemand mit Otto glücklich werden würde. Natürlich würden Maries Eltern sich letztendlich nicht darum kümmern, was sie wollte, aber Marie wirkte eigenwillig genug, um sich bis zum Altar zu weigern, ja zu sagen, zumindest jetzt noch, solange sie jung und Kind genug dafür war, und mehr als eine Verzögerung war auch nicht nötig. Gewiss würde Otto, war Philipp erst als König anerkannt, an die Seite seines Onkels zurückkehren und versuchen, sich mit dem Thron von England zu trösten. Aber dann brauchte er Marie nicht mehr.
»Warum spielt Ihr nicht ein Schlaflied?«, schlug sie dem Spielmann vor. »Es ist spät geworden.«
»Es juckt immer noch viel zu sehr, als dass ich schlafen könnte«, murrte Marie, doch sie legte sich zurück, während der Spielmann eine sanfte, beruhigende Weise anstimmte, die Judith bekannt vorkam. Nach einigem Überlegen fiel ihr wieder ein, dass sie die gleiche Melodie in Wien gehört hatte, von dem Sänger Reinmar, ehe Walther den Saal betreten hatte, und sie wünschte sich, sie hätte gerade jetzt nicht daran gedacht.
Gilles gefiel es nicht, dass sie sich immer noch in Brüssel befanden, doch er hatte seine Zeit genutzt. Die Herzogin Mathilde, so hieß es in der Stadt, sei bereit, alles zu tun, um möglichst glanzvolle Hochzeiten für ihre Töchter abzuschließen, damit das den Makel ihrer eigenen Geburt auslöschte. Ihr Vater hatte seinerzeit ihre Mutter aus dem Kloster entführt, dessen Äbtissin sie gewesen war. Daher war die Ehe ihrer Eltern nie von der Kirche anerkannt worden. Man hatte Mathilde nachträglich legitimiert, was sehr viel Geld und Einfluss gekostet hatte, doch das Spottwort vom Nonnenkind machte nach wie vor die Runde. Wenn eine ihrer Töchter allerdings Königin und Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches wurde, dann gäbe es diese Art Häme natürlich nicht mehr.
»Zu schade, dass Herzog Philipp schon verheiratet ist«, sagte Gilles halb im Spaß, halb im Ernst. »Vielleicht würde sie sonst ihren Groll auf die Staufer verlieren. Immerhin ist auch er ein Klosterangehöriger auf freiem Fuß.«
Judith zog eine Grimasse. Nach dem, was sie beobachtet hatte, behandelte Philipp Irene gut; das war eine Erleichterung, denn wenn er genauso wie Otto gewesen wäre, dann wäre die Byzantinerin vom Regen in die Traufe geraten. Doch das bedeutete noch lange nicht, dass sie sich ein Kind wie Marie überhaupt verheiratet wünschte, es sei denn, mit einem anderen Kind. Vielleicht würde Irene eines zur Welt bringen, doch das war dann auch neun Jahre jünger als Marie, und damit …
Plötzlich hielt sie inne, denn ihr fiel ein, dass Philipp nicht der einzige lebende Staufer war. Der Gedanke, der ihr kam, war verführerisch, doch sie hatte keine Ahnung, ob man ihn auch in die Tat würde umsetzen können.
»Wie lange sollen wir noch hierbleiben?«, fragte Gilles.
»Nur noch ein, zwei Tage. Dann bin ich sicher, dass die Mägde wissen, was zu tun ist, und mit der Tierkrätze alles so läuft, wie es sollte. Ich möchte einfach sehen, wie die Heilung fortschreitet, bevor ich gehe«, gestand sie und schaute auf ihre Hände, die jetzt, wo niemand außer Gilles sie sehen konnte, wieder leicht zitterten. Seit Richildis’ Tod geschah ihr das, nicht ständig, doch es verging kein Tag, an dem es nicht mindestens einmal passierte. In ihrem Herzen war sie überzeugt, dass es erst verfliegen würde, wenn sie jemandem das Leben gerettet hatte. Das war bei Marie zwar nicht der Fall, doch ihre Genesung würde helfen.
Am Morgen des übernächsten Tages, den sie und Gilles in den Quartieren für niedere Hofleute und Dienstboten begannen, sah es zunächst so aus, als hätte Judith sich damit verdammt, denn sie war kaum angekleidet, da zerrte man sie in die Gemächer der Herzogin.
»Gerade«, sagte Mathilde unheilverkündend, »hat mich der Bescheid erreicht, dass der Arzt, den Graf Otto gesandt hat, auf offener Straße erschlagen wurde. Nur einer seiner Knechte konnte entkommen. Wer bist du, und was hast du mit den Mördern zu schaffen?«
Es war an der Zeit, alles auf einen Wurf zu setzen, denn auf das, was nun kommen würde, hatte sie niemand vorbereitet.
»Gar nichts, Euer Gnaden. Mich hat der zukünftige deutsche König geschickt, wie ich es Euch sagte, aber ich habe nie behauptet, dass es sich dabei um Graf Otto handelte. Herzog Philipp ist mein Herr.«
»Dann hat er dich wohl beauftragt, meine arme kleine Tochter zu vergiften!«, platzte eine völlig überrascht aussehende Herzogin heraus. »Bei Gott, das sieht einem Staufer ähnlich!«
»Nein«, sagte Judith, »er hat mich geschickt, um zu prüfen, ob sie eine Braut für das Haus Hohenstaufen sein kann, eine zukünftige Königin und Kaiserin.«
Mitten in der Empörung wirkte Mathilde von einem Moment zum anderen verblüfft. Sie runzelte die Stirn. »Will er seine Ehe mit der Byzantinerin annullieren lassen?«
Judith schüttelte den Kopf. »Er will für seinen Neffen Friedrich um Eure Tochter anhalten. Euer Gnaden, es ist dem Herzog wichtig, alle alten Wunden zu heilen, nicht neu aufzureißen. Er weiß, dass selbst die Anhänger der Staufer gespalten sind, denn sie haben seinem Neffen zuerst Treue geschworen. Doch jetzt muss ein Mann auf dem Thron sitzen. Welche bessere Lösung gäbe es da, als seinen Neffen an Sohnes statt anzunehmen und zu seinem Erben zu machen? Und welche bessere Braut gäbe es für einen zukünftigen Kaiser als Eure Tochter, Erbin eines Geschlechtes, dem seine eigene Familie unrecht getan hat?«
Mathilde, die bisher gestanden hatte, setzte sich auf eine Truhe. »Hmm. Das … das lässt sich hören. Natürlich ist Graf Otto unendlich würdiger, und es gibt keinen Zweifel, wen ich bevorzuge, doch es freut mich, dass Philipp nicht gänzlich blind gegenüber dem ist, was er mir und meiner Familie schuldet. Aber warum hat er nicht eine größere Gesandtschaft geschickt, um förmlich um meine Tochter zu werben?«
Judith breitete die Hände aus. »Euer Gnaden, auch der Herzog ist nur ein Mann – ein Mann, der seinen Stolz hat. Ehe er eine Gesandtschaft schickt, wollte er erst erkunden, ob es überhaupt eine Möglichkeit gibt, dass Ihr sein Angebot nicht sofort ablehnt. Deswegen hat er mich gebeten …«
»Hm«, machte Mathilde erneut. Sie stützte ihren linken Ellbogen auf ihr Knie und legte ihr Kinn auf die offene Hand. Ihre Augen fingen an zu funkeln. Die Vorstellung, nicht nur einen, sondern beide Bewerber um die Königskrone zu Füßen ihrer Tochter zu sehen – und damit zu ihren eigenen –, gefiel ihr offensichtlich ausgesprochen gut. Im Inneren sprach Judith ein kleines Dankgebet, das sie seit ihres Vaters Tod nicht mehr von sich gegeben hatte.
»Nun denn«, entschied die Herzogin, »wenn meine Tochter tatsächlich jene hässlichen Schürfstellen loswird, statt davon noch mehr zu bekommen, dann will ich glauben, dass Philipp tun will, was rechtens ist. Meine Tochter wird Graf Otto anverlobt werden, denn ich stehe zu meinem Wort, aber ihre Schwester … ihre Schwester ist noch ungebunden. Sollte Philipp für seinen Neffen um sie anhalten, dann muss die Antwort nicht Nein lauten. Es versteht sich, dass die Mitgift meiner Adelaide nicht geringer sein wird als die meiner Marie.«
»Und wem«, wagte Judith zu fragen, »wird die Stimme Eures Gemahls gelten?«
»Dem zuvorkommenderen unserer zukünftigen Schwiegersöhne«, gab die Herzogin huldvoll zurück.
* * *
Die Frühlingssonne schien sehr hell. Es war ein Tag, an dem die Wunden, die der Winter der Erde geschlagen hatte, allmählich zu heilen schienen, als Philipp von Schwaben im thüringischen Mühlhausen am 8. März zum deutschen König gewählt wurde. Dietrich von Meißen war sich bewusst, dass sein Schwiegervater ihn für einen voreiligen Narren hielt, der bei etwas längerer Zurückhaltung noch mehr hätte aus Philipp herausholen können, aber das war nur neidisches Gehabe, weil Dietrich es war, der mit der Vermittlerrolle beauftragt worden war, er, der den Bischof von Magdeburg für die Staufer an Land gezogen hatte, er, der dafür gesorgt hatte, dass Thüringen, nicht irgendeine Rheinfeste, die Ehre hatte, Ort der deutschen Königswahl zu werden.
»Und wie viel Geld bringt dir das ein?«, hatte sein Schwiegervater vernichtend gefragt. »Ich hoffe, du kannst dir die Ausgaben leisten, Gastgeber für Philipp und die Fürsten zu spielen, denn da hast du uns etwas eingebrockt. Himmelherrgott noch mal!« Hermann war einfach nur neidisch.
Dietrich sah sich bereits als zukünftigen Reichshofmarschall. Heinz von Kalden war schließlich nicht mehr der Jüngste. Ein, zwei Jahre sollte man ihn vielleicht noch aus Gründen der Dankbarkeit im Amt lassen, aber dann wurde es Zeit für einen neuen, jungen, tatkräftigen Kämpfer für das Reich. Er malte sich seinen Platz an der Seite des Königs aus, während die Herzöge von Sachsen, Bayern, Lothringen und Zähringen sowie der Bruder des Österreichers mit all ihren Lehnsleuten ihre Wahl für Philipp erklärten. Dietrich sah sich bereits bei zukünftigen Turnieren und in Schlachten siegen, während die Bischöfe von Bamberg, Worms und Magdeburg desgleichen taten. Und er musste sich zusammenreißen, um sein eigenes »Ja« gemeinsam mit dem des Grafen Siegfried von Orlamünde nicht laut herauszuschmettern.
Er war der zukünftige Mann des Reiches. Ja, nicht mehr und nicht weniger war er!
* * *
»Noch nie«, donnerte Adolf von Altena, »ist ein König anderswo als auf fränkischem Boden gewählt worden!« Was genau man darunter verstand, seit Karl der Große gelebt hatte, war zwar umstritten, doch für Adolf stand außer Frage, dass Thüringen nicht dazugehörte. Außerdem war es eine bessere Einleitung, als sich über den treulosen Zähringer zu empören. »Noch nie«, fuhr Adolf fort, »ist ein deutscher König ohne die Stimmen der Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier gewählt worden!« Für den Mainzer und den Trierer hatte er sich allerdings selbst bevollmächtigt. »Diese Wahl ist ungültig, also brauchen wir uns von nichts, was Philipp von Schwaben entscheidet, gebunden zu fühlen. Hier, und nur hier, findet die einzig gültige Wahl des nächsten deutschen Königs statt!«
Seine Feste in Andernach hatte vielleicht bessere Tage gesehen, aber keinen glorreicheren. Selbst das Wetter stand auf seiner Seite: Die Sonne strahlte, während er am 9. Juni Reichsgeschichte schrieb. Gut, mit etwas Unterstützung gewisser Kaufmannskreise vielleicht, aber das war nun einmal nicht zu vermeiden gewesen. Wenn er es recht bedachte, so hatte er doch eigentlich von Anfang an dem Zähringer misstraut und das große Unrecht tilgen wollen, das dem Geschlecht Heinrichs des Löwen widerfahren war. Und man brauchte sich den jungen Grafen Otto nur anzuschauen, um zu wissen, dass Gottes Hand auf ihm lag. Er würde ihn innerhalb eines Monats in Aachen krönen, das hatte er geschworen. Mochte Philipp bei der Wahl schneller gewesen sein, bei der Krönung würde er sich nicht wieder abhängen lassen, selbst wenn er dafür die Reichsinsignien nachmachen lassen musste; der Auftrag dazu war bereits erteilt. Als wahrhaft milder Fürst hatte Otto sich jetzt schon gezeigt und die Kosten für die Unterbringung von Adolfs Gästen übernommen. Adolf war fest überzeugt, ihn auch noch bewegen zu können, den Kölner Domschatz wieder auszulösen, denn eigentlich war es eine Peinlichkeit, diesen in Trier zu wissen. Ja, Otto war der rechte König, und Adolf war Samuel, der David salbte, Prophet und Königsmacher zugleich. Er fühlte sich getragen von den Schwingen der Engel, während er mit den Stimmen von Trier und Mainz Otto wählte und hörte, wie die Bischöfe von Paderborn, Minden und den meisten Diözesen im Reich desgleichen taten. Zwar hatte er nur zwei weltliche Fürsten auf seiner Seite, den Grafen Balduin von Flandern und Herzog Heinrich von Brabant, wobei Letzterer nur durch einen Brief seiner Gemahlin vertreten war, doch was machte das schon! Der neue Papst hatte ganz klar und deutlich für alle Welt verkündet, dass die Einheit von Kirche und Reich blieb, aber die Autorität der Kirche über allem stand, und der erste Mann dieser Kirche im Reich, das konnte nur einer sein. Er, Adolf von Altena, war der Auserwählte des Reiches. Nicht mehr und nicht weniger.