1 – Ein bemerkenswerter Tag

Die Queen Elizabeth IV bummelte in bequemem Tempo von zweihundertneunzig Stundenkilometern in einer Höhe von fünf Kilometern über dem Grand Canyon dahin, als Howard Falcon die Kameraplattform von rechts herangleiten sah. Damit hatte er gerechnet – in dieser Höhe durfte nichts anderes fliegen, aber er war nicht allzu glücklich über die Gesellschaft. Wenn er auch alle Anzeichen öffentlichen Interesses begrüßte, wollte er andererseits so viel freien Himmel haben wie nur möglich. Immerhin war er der Erste in der Menschheitsgeschichte, der ein Schiff steuerte, das fünfhundert Meter lang war …

Bisher war dieser erste Testflug perfekt verlaufen. Ironischerweise hatte der hundert Jahre alte Flugzeugträger Vorsitzender Mao, den man für die Transportoperationen vom San-Diego-Luftschifffahrtsmuseum entliehen hatte, das einzige Problem dargestellt. Nur einer der vier Nuklearreaktoren der Mao funktionierte noch, und das Spitzentempo des alten Schlachtschiffs betrug knappe dreißig Knoten. Glücklicherweise war die Windgeschwindigkeit auf dem Meeresspiegel um mehr als die Hälfte geringer gewesen, und so war es nicht allzu schwierig gewesen, auf dem Startdeck eine Flaute zu erzeugen. Trotzdem hatte es während einzelner Windstöße ein paar unheilvolle Augenblicke gegeben, als man die Haltetaue gelöst und das große, lenkbare Luftschiff sich geradewegs in den Himmel erhoben hatte, wie in einem unsichtbaren Lift. Wenn alles gut ging, würde die Queen Elizabeth IV erst wieder in einer Woche mit der Vorsitzenden Mao zusammentreffen.

Alles war unter Kontrolle. Alle Testinstrumente gaben normale Messungen an. Commander Falcon beschloss nach oben zu gehen und das Rendezvous zu beobachten. Er übertrug das Kommando seinem Zweiten Offizier und betrat die transparente Röhre, die durch das Herz des Schiffes führte. Hier wurde er wie immer von der spektakulären Wirkung des größten Raums überwältigt, der je einen Menschen umgeben hatte.

Die zehn kugelförmigen Gaszellen, deren Durchmesser über dreißig Meter betrug, reihten sich aneinander wie eine Kette aus gigantischen Seifenblasen. Das widerstandsfähige Plastikmaterial war so klar, dass man bis ans Ende der Reihe sehen und alle Einzelheiten des Liftmechanismus ausmachen konnte, der über fünfhundert Meter von Falcons Standpunkt entfernt war. Rings um ihn herum befand sich, wie ein dreidimensionaler Irrgarten, das strukturelle Gerippe des Schiffs – die langen Tragbalken, die sich von der Nase bis zum Heck zogen, die fünfzehn Reifen, die sich als kreisförmige Rippen um den Leib dieses triumphalen Kolosses wanden und deren verschiedene Größen das anmutige, stromlinienförmige Profil bewirkten.

Bei dieser niedrigen Geschwindigkeit war kaum ein Geräusch zu hören – nur das leise Rauschen des Windes an der Außenhülle und ein gelegentliches metallisches Knirschen, wenn sich das System unter Druckbelastung veränderte. Das schattenlose Licht, das von einer Lampenreihe hoch über Falcons Kopf verströmt wurde, verlieh der ganzen Szene eine merkwürdige Unterwasser-Aura, und er fand, dass dieser Eindruck durch die durchsichtigen Gaszellen noch verstärkt wurde. Er war einmal einer Schwadron großer, aber harmloser Quallen begegnet, die bebend und ziellos über einem niederen tropischen Riff dahingeglitten waren, und die Plastikblasen, die seine Queen Elizabeth IV hochtrugen, erinnerten ihn oft an diese Tiere – besonders, wenn sie unter einer veränderten Druckbelastung Falten warfen und neue Lichtmuster reflektierten.

Er ging die Schiffsachse hinab, bis er den vorderen Lift zwischen der ersten und der zweiten Gaszelle erreichte. Als er zum Peildeck hinauffuhr, stellte er fest, dass es unangenehm heiß war, und er machte sich eine kurze Notiz. Die Queen bezog fast ein Viertel ihres Auftriebs aus den unbegrenzten Hitzemengen, die von ihrem Fusionskraftwerk erzeugt wurden. Bei diesem Flug, wo nur geringe Fracht befördert wurde, enthielten nur sechs der zehn Gaszellen Helium, die restlichen vier waren mit Luft gefüllt. Trotzdem trug sie zweihundert Tonnen Wasser als Ballast mit sich. Und wenn man die Zellen hohen Temperaturen aussetzte, war es schwierig, die Zugangswege zu kühlen. Es war offensichtlich, dass hier noch einiges getan werden musste.

Ein erfrischender kalter Windstoß schlug ihm ins Gesicht, als er auf das Peildeck trat, hinaus ins blendende Sonnenlicht, das durch das Plexiglasdach hereindrang. Ein halbes Dutzend Arbeiter und die gleiche Anzahl von Superschimpsassistenten machten sich eifrig an dem halb fertigen Tanzboden zu schaffen, während andere elektrische Leitungen verlegten und die Möbel aufstellten. In dem großen Raum herrschte ein kontrolliertes Chaos, und Falcon bezweifelte, dass alles rechtzeitig fertig sein würde, wenn der Jungfernflug in vier Wochen stattfand. Aber das war zum Glück nicht sein Problem. Er war nur der Captain, nicht der Flugleiter.

Die menschlichen Arbeiter winkten ihm zu, und die Simps fletschten grinsend die Zähne, als er durch den Wirrwarr in den bereits fertigen Himmelssalon ging. Dies war sein Lieblingsplatz, und er wusste, dass er ihn nie mehr für sich allein haben würde, wenn das Schiff erst einmal in Betrieb war. Deshalb wollte er sich für fünf Minuten ein rein privates Vergnügen gönnen und hierbleiben.

Er rief den Kontrollraum an, vergewisserte sich, dass alles in Ordnung war, und sank in einen der bequemen Drehstühle. Unter ihm verlief in einer Kurve, die das Auge entzückte, die ungebrochene Silberlinie der Schiffshülle. Er saß jetzt auf dem höchsten Punkt und überblickte den ganzen Umfang des größten Transportmittels, das je gebaut worden war. Und als er dieses Anblicks müde war, schaute er zum Horizont, zur fantastischen Wildnis, die der Colorado River in einer halben Milliarde von Jahren geprägt hatte.

Abgesehen von der Kameraplattform (sie war nun zurückgefallen und filmte mittschiffs), hatte er den Himmel ganz für sich allein – einen Himmel, der blau und leer und klar war, bis hinab zum Horizont. Falcon wusste, dass das Firmament in den Tagen seines Großvaters mit Dunststreifen und Rauchwolken übersät gewesen war. Beides war längst verschwunden. Der Luftmüll war mit der primitiven Technologie, die ihn erzeugt hatte, untergegangen, und der Langstreckentransport dieses Zeitalters reichte in so weite Fernen jenseits der Stratosphäre hinein, dass nichts davon bis zur Erde drang, keine Geräusche, keine visuellen Eindrücke. Die untere Atmosphäre gehörte wieder einmal den Vögeln und den Wolken – und jetzt auch noch der Queen Elizabeth IV.

Es stimmte, was die alten Pioniere zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gesagt hatten: Dies war die einzige erstrebenswerte Art zu reisen – lautlos und luxuriös, wobei man die Luft ringsum einatmen konnte und nicht von ihr abgeschnitten war, nahe genug an der Erdoberfläche, sodass man die ständig wechselnde Schönheit der Länder und Meere beobachten konnte. Die Unterschall-Jets der Achtzigerjahre, vollgepackt mit Hunderten von Passagieren, die zu zehnt in einer Reihe saßen, konnten nicht annähernd einen solchen Komfort und so viel Platz bieten.

Natürlich würde die Queen niemals wirtschaftlich operieren, und auch später, wenn ihre geplanten Schwesterschiffe gebaut waren, würde nur ein kleiner Teil der Erdbevölkerung, die eine Viertelmilliarde betrug, diesen lautlosen Flug durch die Lüfte genießen können. Aber eine gesicherte, wohlhabende Globalgesellschaft konnte sich solche Launen leisten und brauchte sie auch, weil sie neu und unterhaltsam waren. Auf der Erde lebten mindestens eine Million Menschen, deren geschätztes Einkommen tausend neue Dollars pro Jahr betrug, also würde es der Queen nicht an Passagieren mangeln.

Der Kopilot aus dem Kontrollraum pingte ihn an. »Geben Sie uns das Okay für das Rendezvous, Captain? Wir haben alle Daten, die wir brauchen, und die Fernsehleute werden langsam ungeduldig.«

»Okay«, erwiderte Falcon. »Machen Sie weiter wie geplant. Ich werde von hier aus zuschauen.«

Er ging zurück durch das hektische Treiben auf dem Peildeck, da er mittschiffs einen besseren Überblick hatte. Dabei spürte er, wie sich die Vibration unter seinen Füßen veränderte. Als er den hinteren Teil des Salons erreichte, war das Schiff zum Stillstand gekommen. Er öffnete die Luke und trat auf die kleine Außenplattform, die am Ende des Decks hinausragte. Ein halbes Dutzend Menschen waren hier versammelt, nur durch ein niedriges Geländer von der ungeheuren Kurve der Schiffshülle getrennt – und von der Erde, Tausende Meter tief unter ihnen. Es war ein grandioses Erlebnis, hier zu stehen, und völlig ungefährlich, auch wenn das Schiff in hohem Tempo dahinfuhr, denn die Plattform befand sich in der windstillen Luft hinter dem großen Wulst des Peildecks. Trotzdem war es nicht geplant, die Passagiere hier herauszulassen, denn der Ausblick war schwindelerregend.

Die Abdeckung der vorderen Ladeluke hatte sich bereits wie eine gigantische Falltür geöffnet, und die Kameraplattform schwebte darüber und begann langsam hinabzugleiten. In den nächsten Jahren würden Tausende von Passagieren und zahllose Tonnen von Vorräten diesen Weg nehmen. Nur selten würde die Queen zum Meer hinabsinken und auf ihrer schwimmenden Basis landen.

Ein plötzlicher seitlicher Windstoß traf Falcons Wange, und er umklammerte das Geländer noch fester. Über dem Grand Canyon tobten heftige Stürme, wenn Falcon auch nicht annahm, dass man in dieser Höhe viel davon spüren würde. Er wusste, dass der hervorragend ausgebildete Techniker, der das ferngesteuerte Schiff lenkte, dieses simple Manöver schon ein paar Dutzend Male durchgeführt hatte. Und es war unvorstellbar, dass sich Probleme ergeben könnten.

Trotzdem schien der Mann zögernd zu reagieren. Diese letzte Bö hatte die Plattform beinahe an den Rand der offenen Luke gestoßen. Der Pilot hätte das doch sicher rechtzeitig korrigieren können. Waren im Kontrollraum irgendwelche Probleme entstanden? Das war unwahrscheinlich. Die Fernsteuerung hatte mehrere absolut fehlerfrei arbeitende Übernahmegeräte und alle nur erdenklichen Unterstützungssysteme. Bisher hatte es fast keine Unfälle gegeben.

Aber da bewegte er sich schon wieder zur Seite – nach backbord. War der Pilot betrunken? So unwahrscheinlich das auch war, Falcon zog diese Möglichkeit ernsthaft in Betracht. Dann griff er nach seinem Mikrofon.

Wieder schlug ihm ein Windstoß ins Gesicht, heftig und ohne Vorwarnung. Er spürte es kaum, denn er starrte entsetzt auf die Kameraplattform. Der Mann an der Fernsteuerung bemühte sich, die Kontrolle über das Flugobjekt zu behalten und es auf den Düsen zu balancieren – aber damit machte er alles nur noch schlimmer. Die Oszillationen steigerten sich – zwanzig Grad, vierzig, sechzig, neunzig …

»Schalten Sie auf Automatik um, Sie Narr!«, schrie Falcon überflüssigerweise in das Mikrofon. »Ihre Manualkontrolle funktioniert nicht mehr!«

Die Plattform drehte sich, die Düsen trugen sie nicht mehr, sondern trieben sie rasch nach unten. Plötzlich waren sie Verbündete der Schwerkraft geworden, die sie bis zu diesem Augenblick bekämpft hatten.

Falcon hörte den Aufprall nicht, wenn er ihn auch fühlte. Er war bereits auf das Peildeck zurückgekehrt, lief zum Lift, der ihn zum Kontrollraum hinabbringen würde. Die Arbeiter erkundigten sich ängstlich, was denn geschehen sei. Es würde monatelang dauern, bis er die Antwort auf diese Frage wusste.

Als er in die Liftkabine treten wollte, besann er sich anders. Obwohl er länger brauchen würde und die Zeit kostbar war, lief er über die Wendeltreppe hinab, durch den Schacht.

Auf halbem Weg hielt er kurz an, um den Schaden zu inspizieren. Die verdammte Plattform war ins Schiff gedrungen und hatte zwei Gaszellen aufgerissen. Sie sanken immer noch langsam in großen Plastikschleiern in sich zusammen. Der Verlust des Auftriebs machte ihm keine Sorgen. Der Ballast konnte das leicht wettmachen, solange die restlichen acht Zellen intakt blieben. Die Gefahr eines strukturellen Schadens war viel größer. Er konnte bereits hören, wie das große Gerippe ringsum stöhnte und unter seiner abnormen Belastung protestierte. Es genügte nicht, über einen ausreichenden Auftrieb zu verfügen. Wenn er nicht richtig verteilt war, würde das Schiff zerbrechen.

Er wollte gerade weiter hinabsteigen, als ein Superschimp kreischend vor Angst den Liftschacht herabkam. Er bewegte sich unglaublich schnell, kletterte an der Außenseite der Struktur herab. In seinem Schrecken hatte das arme Tier seine Kompanieuniform zerfetzt, vielleicht in dem unbewussten Versuch, die Freiheit seiner Ahnen zurückzugewinnen.

Falcon, der hinabstieg, so schnell er konnte, beobachtete mit einiger Besorgnis, wie sich die Kreatur näherte. Ein verwirrter Simp war ein kräftiges und potenziell gefährliches Tier, besonders, wenn seine Konditionierung von Furcht überlagert wurde. Als der Simp ihn einholte, schrie er ihm einen Wortschwall entgegen. Aber alles, was Falcon verstehen konnte, war das mehrmals geäußerte, klagende Wort »Boss«. Sogar jetzt wendet er sich an einen Menschen um Hilfe, dachte Falcon. Er empfand tiefes Mitleid mit diesem Geschöpf, das in eine von Menschenhand geschaffene Katastrophe verwickelt war, die es nicht begriff und für die es keine Verantwortung trug.

Der Simp hielt ihm gegenüber an, auf der anderen Seite der Schachtstruktur. Nichts konnte ihn daran hindern, durch das Gerippe zu brechen, wenn er das wollte. Jetzt war das Gesicht des Tiers nur wenige Handbreit von dem des Commanders entfernt, und er blickte geradewegs in die angstvollen Augen. Noch nie war er einem Simp so nahe gewesen, noch nie hatte er die Züge einer solchen Kreatur so genau und bis in alle Einzelheiten studieren können. Er verspürte jene seltsame Mischung von Verwandtschaft und Unbehagen, die alle Menschen erfasst, wenn sie auf diese Weise in einen Spiegel der Zeiten blicken.

Seine Anwesenheit schien die Kreatur zu beruhigen. Falcon zeigte durch den Schacht hinauf zum Peildeck, wobei er klar und deutlich sagte: »Boss – Boss – geh!« Zu seiner Erleichterung verstand ihn der Simp. Er schnitt eine Grimasse, die man als Grinsen interpretieren konnte, und raste den Weg zurück, den er gekommen war. Falcon hatte ihm den besten Rat gegeben. Wenn man irgendwo an Bord der Queen sicher sein konnte, dann dort oben. Aber die Pflicht rief ihn in die andere Richtung.

Er hatte den Abstieg schon fast beendet, als plötzlich Metall barst, die Schiffsnase sich nach unten drehte, die Lichter ausgingen. Aber er konnte immer noch sehen, denn durch die offene Luke und den großen Riss in der Schiffshülle drangen Sonnenstrahlen ein. Vor vielen Jahren hatte er einmal in einem großen Kirchenschiff gestanden und beobachtet, wie das Licht durch die bunten Fenster hereingefallen war und strahlende Tümpel in allen Regenbogenfarben auf den alten Steinboden ausgegossen hatte. Das blendende Strahlenbündel, das jetzt durch das Loch in der Schiffswand hoch oben hereinleuchtete, erinnerte ihn an jenen Augenblick. Er stand in einer Kathedrale aus Metall, die vom Himmel stürzte.

Als er den Kontrollraum erreicht hatte und zum ersten Mal hinausblicken konnte, stellte er erschrocken fest, wie bedenklich nah das Schiff der Erde gekommen war. Höchstens achthundert Meter tiefer erhoben sich die schönen, tödlichen Felszinnen, wanden sich die roten Schlammflüsse, die sich immer noch einen Weg hinab in die Vergangenheit suchten. Nirgends war eine Fläche zu sehen, auf der ein so großes Schiff wie die Queen mit geradem Kiel hätte landen können.

Ein Blick auf die Instrumententafel verriet ihm, dass der gesamte Ballast verschwunden war. Trotzdem war die Fallgeschwindigkeit auf ein paar Meter pro Sekunde reduziert worden. Sie hatten also immer noch eine geringe Chance.

Wortlos warf sich Falcon in den Pilotensitz und übernahm die Kontrolle, soweit dies noch möglich war. Die Instrumententafel teilte ihm sämtliche Informationen mit, Worte waren überflüssig. Im Hintergrund hörte er den Kommunikationsoffizier per Funk Bericht erstatten. Mittlerweile würde man alle Nachrichtenkanäle der Erde mit Beschlag belegt haben, und er konnte sich die Enttäuschung der Programmleiter lebhaft vorstellen. Die Queen würde eine der spektakulärsten Bruchlandungen der Geschichte vollführen, und keine einzige Kamera würde das Ereignis aufzeichnen. Die letzten Augenblicke der Queen würden Millionen mit Furcht und Schrecken erfüllen – so wie das Ende der Hindenburg eineinhalb Jahrhunderte zuvor.

Jetzt war der Erdboden nur noch etwa fünfhundert Meter entfernt und kam weiterhin langsam näher. Obwohl Falcon die volle Schubkraft zur Verfügung hatte, wagte er es nicht, sie einzusetzen, denn dann würde die gesamte Schiffsstruktur zusammenbrechen. Doch bald musste er erkennen, dass er keine andere Wahl hatte. Der Wind trieb die Queen zu einer Gabelung im Canyon, wo der Fluss durch einen Felsenkeil gespalten wurde, der wie der Bug eines gigantischen, steinernen, fossilen Schiffs aussah. Wenn die Queen ihren gegenwärtigen Kurs beibehielt, würde sie auf diesem dreieckigen Plateau aufschlagen, und mindestens ein Drittel ihrer Länge würde ins Nichts hinausragen. Sie würde zerbrechen wie ein morscher Ast.

In weiter Ferne, über dem Lärm des ächzenden Metalls und der entweichenden Gase, erklang das vertraute Pfeifen der Düsen, als Falcon die seitlichen Schubkraftventile öffnete. Das Schiff taumelte, begann sich nach backbord zu drehen. Das Kreischen des berstenden Metalls war nun fast pausenlos zu hören, und die Fallgeschwindigkeit stieg in beängstigendem Maß. Ein Blick auf die Schadenkontrollanzeige sagte Falcon, dass soeben Gaszelle Nummer fünf gerissen war.

Der Erdboden war nur wenige Meter entfernt. Und Falcon wusste immer noch nicht, ob sein Manöver erfolgreich verlaufen würde oder nicht. Er schaltete die Schubkraftvektoren auf vertikal, um dem Schiff maximalen Auftrieb zu geben und die Gewalt des Aufpralls zu mindern.

Der Aufschlag schien ewig zu dauern. Er war nicht heftig – nur seltsam lange und unvermeidlich. Das ganze Universum schien auf die Queen herabzustürzen.

Das Geräusch des knirschenden Metalls kam näher, als würde sich ein riesiges Biest mit Zähnen und Klauen einen Weg durch das sterbende Schiff bahnen.

Dann schlossen sich der Boden und die Decke des Kontrollraums über Falcons Kopf wie eine Falle.

Die Medusa-Chroniken
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