67. Kapitel
13.40 Uhr
Triple-J-Truckstop bei Normal, Nebraska
Tommy Pakula saß in einem Van mit der Aufschrift TV SERVICE und spähte durch die getönten Scheiben nach draußen. Er hatte nach dem Hubschrauberflug noch immer weiche Knie und war froh gewesen, als er endlich wieder festen Boden unter den Füßen gehabt hatte. Er dankte Gott, dass nicht er das Sagen hier hatte. Die Waffen der Kollegen des Einsatzkommandos machten ihn nervös.
Hier draußen auf dem flachen Land, wo man meilenweit sehen konnte, war es schwierig, sich zu verbergen. Ganz anders als in der Stadt – das war das Revier, in dem er sich auskannte. Und Barnett war ein pfiffiger Hund. Das Aufblitzen eines Zielfernrohres, in dem sich die Sonne spiegelte, oder ein Schatten hinter einer Scheibe der stillgelegten Tankstelle auf der anderen Straßenseite würde reichen, dass er Lunte roch. Es gab nicht einen Baum weit und breit. Nur den Parkplatz und die angrenzenden Weiden, die sich bis an den Horizont erstreckten.
Sie wussten nicht einmal, in was für einem Wagen Barnett inzwischen unterwegs war. Allerdings hatten sie aus Kramer herausbekommen, wer bei ihm war: seine Schwester und deren siebzehnjähriger Sohn. Von Andrew hatte er allerdings nichts gesagt. Pakula hatte Sanchez mehrfach an die Geisel erinnert, und er hoffte, dass das Einsatzkommando darauf vorbereitet war.
Sanchez hatte nur die Achseln gezuckt und erklärt, Garantien gäbe es nie. Pakula kannte die Risiken eines solchen Einsatzes und hatte sich nie gescheut, sie einzugehen. Doch bisher hatte er die Verantwortung immer nur für sich tragen müssen und nicht für einen Freund.
»Es ist gleich zwei«, sagte Sanchez, und Pakula fühlte die gleiche Anspannung wie vorhin beim Start des Black Hawk.
Dabei war der Flug mit Sicherheit ein Witz gewesen gegen das, was jetzt kommen würde.