13 Uhr 14. Tief unter dem Petersplatz
74
Varotto wischte sich fluchend zum wiederholten Male die klebrigen Fäden eines Spinnennetzes aus dem Gesicht. Die stickige Luft in den niedrigen Gängen hatte ihm den Schweiß auf die Stirn getrieben, aber er hatte es bisher geschafft, seine Gedanken auf das zu konzentrieren, was vor ihm lag. Mit der Stablampe leuchtete er die ausgebreitete Karte an und versuchte sich anhand der eingezeichneten roten Linie zu orientieren. Wenn er sich nicht verlaufen hatte, musste es die letzte Gabelung vor einem Gang sein, der an der Nekropole vorbeiführte, jener Totenstadt, die sich unterhalb des Petersdoms ausdehnte und in der sich auch das Petrusgrab befand.
Varotto rollte den Plan wieder zusammen und richtete den Strahl der Taschenlampe in den niedrigen Tunnel vor ihm, aber der Lichtstrahl verlor sich in der Finsternis, so dass er kaum etwas erkennen konnte.
Schwer atmend und in gebückter Haltung ging er weiter. Er hoffte, dass er die niedrige alte Eisentür finden würde, von der der Schweizergardist in der Engelsburg gesprochen hatte. Nicht auszudenken, wenn er sich hier unten verirrte. Lange würde er die Enge und den Geruch nach Erde und modriger Feuchtigkeit nicht mehr aushalten.