Rom. Via Vitelleschi
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Kaum hatte Salvatore Bertoni seine Wohnung betreten, griff er zum Telefon und wählte die Privatnummer des Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre. Während der Fahrt hatte er hin und her überlegt und war schließlich zu dem Entschluss gekommen, den Kardinal trotz der späten Stunde noch anzurufen.
Voigt meldete sich bereits nach dem zweiten Klingeln. Bertoni entschuldigte sich für die späte Störung und erzählte ihm dann von dem seltsamen Anruf und dass er sich mit Matthias und der Journalistin bei Commissario Varotto getroffen hatte. Auch von dem Mordanschlag auf den Deutschen berichtete er und von der Verletzung, die dieser davongetragen hatte.
Der Kardinal wartete, bis Bertoni mit seinem Bericht zu Ende war, bevor er ihn fragte, warum er erst so spät darüber informiert werde. Bertoni erklärte, dass er schon auf dem Weg zu Varotto gewesen sei, als der Anruf kam, und er zuerst wissen wollte, was der Commissario, Matthias und Signorina Egostina darüber dachten. Von der Bitte des Deutschen, dem Kardinal erst alles zu erzählen, nachdem sie sich das Castello angesehen hatten, sagte er nichts. Ebenso wenig erwähnte er das offensichtliche Misstrauen, das Matthias mittlerweile gegen den Präfekten hegte. Kardinal Voigt bedankte sich und legte auf.