Il Castello
19
Die beiden Männer saßen sich in einem der Zimmer gegenüber, wie es unzählige entlang der langen Flure gab. Die Einrichtung des Raumes war spartanisch, ein grob gezimmertes Bett, daneben ein niedriges Tischchen mit einigen Büchern darauf, ein größerer Tisch mit zwei Stühlen an der gegenüberliegenden Wand sowie ein schmaler Spind. Die Wände aus rötlichem Sandstein waren wie alle Mauern des Gebäudes unverputzt. In der Mitte des Raumes hing eine Glühbirne von der Decke.
Der Abbas sah seinem Gegenüber fest in die Augen. »Bald ist es so weit.«
Der junge Mann nickte ernst. »Ja, ich weiß, Monsignore. Aber was wird dann geschehen?«
»Was dann geschieht, entscheidet man in Rom. Wir sind nur die Soldaten, die die Befehle ausführen. Ihr werdet dabei helfen, ein großes Ziel zu erreichen.«
Sie sahen sich lange an, dann erhob sich der Ältere. An der Tür drehte er sich noch einmal um. »Wir haben dich zu dem erzogen, was du bist. Sei dankbar.«
Ein Lächeln huschte über das Gesicht des jungen Mannes, das jedoch die Augen nicht erreichte. Der Abbas betrat derweil schon die Kammer nebenan. Er ging auf den Mann dort zu, der ihm erwartungsvoll entgegensah, und sagte wieder: »Es ist bald so weit.«