Invasion

„PFC Petersen an Fort Benning. Sind auf starken Widerstand gestoßen. Hier ist ein gigantischer Untoter, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Die Patrouille ist überrannt worden und wir haben Miller verloren.“
   „Benning verstanden. Pelletier hier. Petersen verdammte Scheiße, was ist da draußen bei Ihnen los? Sie hatten den Befehl das Haupttor zu sichern!“

   „Ich weiß Sir, aber wir konnten die anderen da draußen nicht verrecken lassen.“
   „Verstanden, Private. Kommen Sie heim. Wir werden uns-“
Der Master Sergeant hielt inne. Hörte er draußen etwa Musik?
   „Sir?“ Petersen klang angespannt.
   „Hier stimmt etwas nicht, Petersen. Ich muss mir das draußen ansehen. Warten Sie auf-“
   Wieder konnte Willem Pelletier seinen Satz nicht vollenden, aber in diesem Fall lag es an der gewaltigen Explosion, die den Stützpunkt erzittern ließ. Der Master Sergeant rannte nach draußen.

  In Fort Benning herrschte helle Aufregung. Pelletier rannte zum Haupttor und blickte hoch zum Wachturm. Er wusste zwar nicht von wem sie angegriffen wurden, aber das spielte momentan auch keine Rolle. Auch was die Explosion zu bedeuten hatte, musste später geklärt werden. Jede Minute zählte. Das Loch in der Mauer hatte den Durchmesser eines Fußballtores. So schnell wie möglich versuchte Willem Pelletier, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Befehle wurden gegeben, Soldaten eilten umher und nach und nach stand die Verteidigungslinie. Das in die Außenmauer gesprengte Loch wurde zusätzlich gesichert.

 

Nach einigen Minuten wurde die Lage übersichtlicher. Auch die Zivilisten im Flüchtlingslager hatten sich etwas beruhigt und warteten gespannt vor ihren Zelten, was als nächstes passieren würde. Doch nichts weiter geschah. Stille kehrte ein. Die Luft schien trotzdem vor Anspannung zu knistern. Mittlerweile hatten sich Wolken vor den Mond geschoben. Dann erstattete ein Private dem Master Sergeant Bericht.

   „Sir, wir haben Kontakt. Der Wachturm meldet eine außergewöhnlich große Anzahl an Bewegungen in der Dunkelheit. Sieht aus als hätte dieser Heli mit der Musik eine ganze Großstadt aufgeschreckt und hergeführt. Die Explosion hat dann alle Untoten angelockt, die noch nicht auf dem Weg hierher waren. Das sind ziemlich viele. Aber bei den Lichtverhältnissen ist eine genaue Schätzung schwierig. Wir brauchen mehr Licht, Sir.“
   Der Master Sergeant blickte sich um. „Morgan, Leuchtgranaten!“

   Einen Augenblick später stiegen sirrend rotleuchtende Lichtbälle in den Nachthimmel und tauchten die tausend Meter breite Lichtung vor Fort Benning in einen geisterhaften roten Schein. Was dann in Sicht kam, ließ den Soldaten das Blut in den Adern gefrieren.

 

Aus dem Wald strömten an die tausend Silhouetten von Untoten. Schmatzend und schlurfend wankten sie durch die Bäume auf den Stützpunkt zu.