Kapitel 32
Leo IV. und die Mauern des Vatikans

An der Piazza della Città Leonina

»Piazza della Città Leonina Nr. 1, 00193 Roma« lautete mehr als 23 Jahre lang die römische Adresse von Kardinal Joseph Ratzinger. Der Präfekt der Vatikanischen Glaubenskongregation, im November 1981 von Johannes Paul II. aus München nach Rom gerufen, wohnte von 1982 bis 2005 nicht im Palazzo seines Ministeriums, links von Sankt Peter; die schöne Dienstwohnung, die ihm dort zustand, ließ er einen anderen behalten. Er nahm vorlieb mit einer Wohnung des Vatikans an der Piazza della Città Leonina, einem verkehrsumtosten Platz mit Bushaltestellen und Taxistand. So konnte er wenigstens einen kleinen Spaziergang machen, von der Wohnung durch den Passetto, den bewehrten Gang vom Vatikan zur Engelsburg, durch die Kolonnaden des Bernini, quer über den Petersplatz, noch einmal durch den Säulenwald des Barockkünstlers hin zum Büro. Wenn man ihn, mit schwarzem Talar und Aktentasche, da traf, war er durchaus zu einem Schwätzchen bereit. Und auch, darüber Auskunft zu geben, was es mit der lebhaften Piazza vor den Mauern des Vatikans, neben dem grandiosen Petersplatz, und ihrem Namen auf sich habe.
Sie sei nicht benannt nach Leo III., dem besonders in Deutschland berühmten Papst, sondern nach dem vierten Leo, begann Joseph Ratzinger einmal. Aber dann wurde er unterbrochen. Und wir mussten uns anderweitig kundig machen.
In der Tat hat schon der dritte Leo, Roms Bischof von 795 bis 816, Weltgeschichte geschrieben. Er schob sich in die deutsche Geschichte hinein, als er, bedrängt von innerstädtischen Widersachern, bei einer Prozession im April 799 überfallen, misshandelt und verwundet, aus Rom floh und über die Alpen zum Frankenkönig Karl nach Paderborn eilte. Da reiften die Ideen von der Erneuerung des westlichen, lateinischen Römischen Kaisertums - mit Auswirkungen auf den Islam, »in partibus infidelium«, wie man damals sagte, »bei den Ungläubigen«. Denn das Imperium Romanum war im Westen dahingeschwunden, sein Zusammenbruch und Ende wurden auf das Jahr 476 datiert. Ein neues musste, sollte, konnte her, aus dem alten hervorgehend, mit frischen Kräften wachsend.
In dieses politische Machtvakuum war die geistlich-zivilisatorische Kraft der Kirche eingeströmt. Das Christentum hatte sich aus einer jüdischen Sekte durch seine universale Botschaft von der Erlösung aller im Römischen Reich langsam entwickelt. Das Evangelium, die frohe Botschaft, erging, ohne Ansehen von Volk und Stand, Geschlecht und Rasse, Herkunft und Bildung. Wie der Apostel Paulus im Brief an die Galater (Kapitel 3, Vers 28) schrieb: »Hier ist nicht Jude noch Grieche [Nichtjude, Heide], hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.« Das Bekenntnis zu Christus ging über alle Grenzen hinweg.

Ohne Zwang und Gewalt

So war das Christentum fast unbemerkt gewachsen, ohne Zwang und Gewalt, durch soziale Evolutionen in den Städten rund um das Mittelmeer begünstigt, alle Unterschiede aufhebend. Die Bischöfe der Hauptstadt Rom, die Hüter der Apostelgräber des Petrus und Paulus, wurden allmählich die vornehmsten Herren der Kirche im Westen. Ihr Anspruch wurde gefördert vom römischen Prestige und organisatorisch-hierarchischen Fähigkeiten über Generationen. Auf dem Weg zum eigentlichen Papsttum waren die Bischöfe von Rom erst am Anfang. Doch der Aufstieg wurde beschleunigt von genialen Kirchenmännern wie Leo I. (440-461) und Gregor I. (590-604), die wegen ihrer weltpolitischen Wirkung mit dem Beinamen »der Große« ausgezeichnet wurden. Leo der Große stellte sich - so wird überliefert, so ist es im Vatikan in den Stanzen des Raffael dargestellt - nicht mit militärischer Macht den Hunnen unter Attila entgegen, sondern mit geistlich-moralischer Autorität. Gregor der Große wiederum fand nichts dabei, der Bekehrung »verstockter Heiden« auf der nahen Insel Sardinien mit äußeren Mitteln nachzuhelfen. Aber auf das ferne Britannien wollte und konnte er nicht Heere senden; doch er schickte Mönchsmissionare, um von der Überlegenheit des christlichen Glaubens und der römischen Zivilisation Kunde zu geben.
Deshalb prosperierten die Kirche und die Bischöfe Roms, weil sie geistliche Macht in politische Gestaltung umzuformen wussten, ohne Gottes Reich und diese Welt zu vermengen. Die grundsätzliche Trennung von Imperium (oder Regnum) und Sacerdotium, zwischen kaiserlicher (oder königlicher) Herrschaft und geistlicher Sphäre (unter dem Papst) ist schon im Mittelalter ein Grundzug der abendländischen Geschichte - im Gegensatz zum Islam. Das sollte so bleiben im westlich geprägten Europa, im Prinzip. Als daher Thron und Altar, Politisches und Religiöses, sich im Missbrauch der Macht vermischten, rebellierte die europäische Vernunft und revolutionierte das System.
Leo III. suchte Schutz bei Karl dem Großen in Paderborn. Nicht nur gegen seine Widersacher in Rom und im Umland, sondern auch gegen die Muslime, die seit dem 7. Jahrhundert von Süden gegen Europa und die Apenninhalbinsel drängten. Und der Franke ging darauf ein. Unter folgender Bedingung, so schrieb der König über die Trennung der Gewalten: »Unsere Aufgabe ist es, mit Gottes Hilfe die Heilige Kirche Christi nach außen durch die Waffen überall gegen die Einfälle der Heiden und die Verwüstungen durch die Ungläubigen zu verteidigen, nach innen sie durch die Erkenntnis des wahren Glaubens zu festigen. Eure Aufgabe ist es, Heiliger Vater, wie Moses die Arme zum Gebet zu erheben und so unserem Heere zu helfen […].« Dafür gab der römische Bischof dem Frankenkönig Karl die Schlüssel zum Grab des Apostelfürsten Petrus und das Banner Roms und krönte ihn schließlich am Weihnachtsfest des Jahres 800 in der Petersbasilika in Rom zum Kaiser.

Einfälle der Heiden - Verwüstungen durch die Ungläubigen

Mit dem Hinweis auf »die Einfälle der Heiden und die Verwüstungen durch die Ungläubigen« waren vor allem die muslimischen Sarazenen gemeint. Hatte der germanisch-römische Kaiser damit künftige Religionskriege festgeschrieben? Schon Karls Großvater, Karl Martell, hatte 732 die Muslime bei Tours und Poitiers geschlagen und nach Spanien zurückgetrieben. In Italien hingegen waren arabische Muslime eingedrungen und geblieben, zuerst auf den Inseln, beginnend mit Pantelleria, Sizilien und Sardinien, dann in Süditalien, in Kalabrien und Apulien.
Diese Eroberungen muss man nicht als Religionskriege im strengen Sinn ansehen. Es waren die Feldzüge von Mächtigeren, in diesem Fall Muslimen, gegen Schwächere, gegen Italiener ohne den Schutz des alten Imperiums. Der Stärkere zog gegen den Schwächeren. So war es immer in der Geschichte.
Zwanzig Jahre nach Leos III. Tod etwa rief der Herzog von Neapel im Kampf gegen seinen christlichen Rivalen, den Herzog von Benevent, die Muslime zu Hilfe. Den aufstrebenden Seerepubliken des Südens wiederum, Amalfi, Neapel und Gaeta, waren die piratisierenden Sarazenen für ihren Handel (mit Byzanz und »ordentlichen« muslimischen Mächten) und die Sicherheit der Küstenorte ein bedrohlicher Störfaktor.
Dreißig Jahre nach Leos Tod erschütterte ein Raubzug der Sarazenen gegen Rom das Abendland. Der beste Kenner und Autor der »Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter«, Ferdinand Gregorovius (1821-1891), als Protestant weinerlicher Sympathien mit römischem Missgeschick und dem Papsttum unverdächtig und wegen seiner kritischen Einstellung auf den kirchlichen »Index der verbotenen Bücher« gesetzt (1874, unter Pius IX.), beschreibt (Fünftes Buch, Band I,2), gestützt auf alte Quellen und die mittelalterlichen Chronisten, zusammenfassend, was geschah:
»Während sich diese Araber auf dem südlichen Festlande [Italiens] einnisteten, […] waren die Wünsche dieser kühnen Piraten auf Rom gerichtet; hier hofften sie die Fahne des Propheten auf dem St. Peter aufzupflanzen und die mit Schätzen der Kirche angefüllte Stadt auszuplündern.
Im August 846 segelte eine sarazenische Flotte in die Tibermündung; die päpstlichen Wachen in Neu-Ostia wurden übermannt oder verachtet. Wir wissen nicht, ob sie Rom wirklich bestürmten, da kein Chronist davon erzählt; aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Römer ihre Mauern gut verteidigten, während der mauerlose Vatikan und St. Paul preisgegeben wurden. Zwar wehrten sich Sachsen, Langobarden, Friesen und Franken, welche am vatikanischen Borgo angesiedelt waren, aber sie erlagen der Übermacht, worauf die Sarazenen ungehindert den St. Peter plünderten.«

Ungeheure Schändung zum Jammer der Christenheit

»Dieser Tempel war durch ein halbes Jahrtausend - seit dem 4. Jahrhundert, als das Christentum Macht gewann - seines Bestehens und durch große Akte der Weltgeschichte der ganzen Christenheit heilig geworden. Die Fußstapfen der Jahrhunderte, die Spuren vom Leben, Pilgern und Sterben der Menschheit auf Erden schienen dem nie entweihten Boden dieser Basilika eingedrückt. Wie viele Kaiser und Könige waren in ihr, und zu welchen Zeiten, ein- und ausgegangen, deren Namen verschollen und deren Reiche schon zerfallen waren, und wie viele Päpste ruhten dort in ihren Grüften. Keine geweihtere Stelle kannte die Ehrfurcht des Abendlandes, und dies Schatzhaus des christlichen Kultus, welches weder Goten noch Vandalen, noch Griechen oder Langobarden angetastet hatten, wurde jetzt die Beute eines Räuberschwarms von Afrikanern.
Die Vorstellung reicht nicht hin, den Reichtum der dort aufgehäuften Schätze zu fassen. Seit Constantin hatten die Kaiser, die Fürsten des Abendlandes, die Karolinger, die Päpste dort prächtige Weihgeschenke gestiftet, sodass der St.-Petersdom im Abendlande als das größte Museum der Kunstwerke von fünf Jahrhunderten betrachtet werden konnte […]. Alle diese Schätze wurden von den Sarazenen hinweggeführt. Sie rissen selbst die silbernen Platten von den Türen, die goldenen vom Boden der Konfession und schleppten auch den Hochaltar mit sich fort. Sie verwüsteten die Gruft des Apostels; da sie den großen Bronzesarg nicht fortbringen konnten, werden sie ihn aufgebrochen und, was sich in ihm vorfand, fortgeworfen und vernichtet haben. Man muss sich vorstellen, dass diese geheimnisvolle Gruft nach dem Glauben der ganzen Welt die Leiche des Apostelfürsten umschloss, dessen Nachfolger sich die Bischöfe Roms nannten und vor dessen Asche alle Völker und Fürsten ihre Stirn in den Staub zu werfen kamen; man muss sich dies vergegenwärtigen, um das Ungeheure der Schändung selbst und den Jammer der Christenheit zu begreifen.«
Auch St. Paul, die ehrwürdige Basilika an der Via Ostiense, der Straße zur Hafenstadt Ostia, wurde geplündert, das dortige Apostelgrab gleichfalls verwüstet. Die Römer und das Landvolk leisteten Widerstand, doch ohne Erfolg.

Der erste Sündenfall?

Geschah hier der erste Sündenfall im Verhältnis zwischen Christen und Muslimen? Die Entweihung heiliger Stätten im Zeichen des Halbmonds. In der allgemeinen Erinnerung des Abendlands ist davon wenig in Erinnerung geblieben. Vielleicht wollten die römischen Päpste diese räuberische Schändung durch die Ungläubigen gar nicht als Zeichen christlicher Demütigung so lebhaft erhalten.
Doch es ging weiter. Wieder Gregorovius. Er erzählt am besten:
»Die Räuber zogen endlich ab, nachdem sie die Campagna verwüstet hatten […]. Ein Sturm verschlang viele Raubschiffe, und die Wellen warfen Sarazenenleichen an den Strand, die aus ihren Taschen manches Kleinod wieder herausgaben. Der unglückliche [Papst] Sergius II. starb am 27. Januar 847; in demselben Aposteldom, dessen Verwüstung ihm vielleicht das Herz gebrochen hatte, fand er seine Gruft.«
Ein neuer Papst wurde gewählt, Leo IV., der sich den Römern sogleich dadurch empfahl, dass er einer großen Feuersbrunst im Borgo, dem Sachsenviertel (der Deutschen), durch Gebete und das Zeichen des Kreuzes Einhalt gebot - ebenfalls in den Stanzen des Raffael verewigt. Gegen die Sarazenengefahr setzte er jedoch nicht nur auf göttliche Hilfe, sondern ordnete den Bau von Mauern an und sammelte für dieses große Werk Geld bei den Mächtigen Europas.
»Die reiche Beute Roms«, so fährt Gregorovius fort, »lockte unterdes die Piraten Afrikas zu einer neuen Unternehmung. Während die Römer ihre Mauern befestigten und das Viertel St. Peters verschanzten, wurde ihnen die Rüstung einer großen sarazenischen Flotte in Sardinien gemeldet. Es war im Jahre 849. Zum Glück kam eine Liga der südlichen Seestädte zustande, die erste in der Geschichte des Mittelalters: Amalfi, Gaeta und Neapel, um diese Zeit schon durch Handel blühend und von Byzanz fast unabhängig, vereinigten auf die dringende Einladung des Papsts ihre Galeeren und schlossen einen Bund mit ihm […].
Der Papst […] zog […] an der Spitze der römischen Miliz nach Ostia, die Flotte und das Heer einzusetzen, […] warf sich dann auf die Knie nieder und betete. Danach kehrte Leo in die Stadt zurück, und schon am folgenden Tage zeigten sich die sarazenischen Segel vor Ostia. Die Neapolitaner steuerten ihnen mutig entgegen, ihre Galeeren griffen tapfer an. Aber die entbrennende Seeschlacht trennte und verwirrte ein plötzlicher Sturm; die feindlichen Schiffe wurden zerstreut oder versenkt. Viele Mauren litten an den Tyrrhenischen Inseln Schiffbruch und wurden dort niedergemacht; viele gerieten in die Gewalt der römischen Hauptleute. Man richtete sie in Ostia hin oder führte sie in Ketten nach Rom. Wie einst […], so zwangen jetzt die Römer jene Sarazenen zum Frondienst beim Bau ihrer vatikanischen Stadt.«

Sieg über Muslime - Kriegsgefangene in Rom

Es war ein päpstlicher Sieg über Muslime, den man nicht vergaß. Rom hatte wieder Sklaven, muslimische. Der Seesieg wurde als Wunder des Apostelfürsten und seines Nachfolgers gefeiert. Raffael verewigte, wie erwähnt, Anfang des 16. Jahrhunderts Leos Mirakel. Noch im selben 16. Jahrhundert sollte ein Papst, Pius V., gleichsam als Admiral des Abendlands durch den Sieg in der Seeschlacht bei Lepanto 1571 - ebenfalls mehr durch Glück oder des christlichen Gottes Fügung errungen - militärischen Ruhm ernten, woraufhin wieder muslimische Kriegsgefangene in Rom an den morschen Stadtmauern Fronarbeit leisten mussten.
»Schon ein Jahr vor jener Seeschlacht«, so Gregorovius noch einmal, »war die Wiederherstellung der Mauern begonnen worden. Die drohende Gefahr bewirkte Wunder, der Papst zeigte den größten Eifer, indem er die Werke besichtigte und zur Eile trieb. Alle Tore wurden verstärkt […]. Aber das ruhmvollste Unternehmen Leos war die Befestigung des vatikanischen Gebiets - ein Ereignis in der Geschichte der Stadt, wodurch die Civitas Leonina entstand, ein neuer Teil Roms und eine neue Festung, die in den folgenden Jahrhunderten von großer Wichtigkeit wurde.«
Eben die Città Leonina. Die hohen Mauern von damals kann man noch heute staunend umschreiten.
Dass der Vatikan mit Sankt Peter im 9. Jahrhundert Wehranlagen benötigte, war unerhört. Weil die neuen Feinde nicht Christen waren. Deshalb unterstützte der deutsche Kaiser Lothar das gewaltige Werk bereitwillig mit erheblichen Geldmitteln. Die Baukosten wurden weiter auf alle Gemeinden, Domänen und Klöster des Kirchenstaats verteilt.
Als Leo IV. nach vier Jahren sein Werk gegen die muslimische Bedrohung vollendet hatte, wurde gefeiert. Auch da weiß Gregorovius es genau:
»Die Stadt Rom, welcher jetzt die Päpste den Stempel ihrer Herrschaft aufdrückten, hatte in Jahrhunderten kein größeres Fest gefeiert als die Einweihung jener Mauern am 27. Juni 852. Der ganze Klerus umzog barfuß, das Haupt mit Asche bestreut, die Wälle mit Gesang. Vorüberwandelnd sprengten die sieben Kardinalbischöfe Weihwasser auf die Mauern; an jedem Tor ward angehalten, und jedes Mal flehte der Papst Segen auf die neue Stadt herab.«
Eine Inschrift pries Papst und Kaiser und sah Rom zu altem Glanz zurückkehren. Davon war man jedoch noch weit entfernt. Man durfte froh sein, dass nicht so bald »Böswillige« wieder Krieg gegen die Stadt der Städte führen wollten und dem Glaubensfeind und -fremden »kein Triumph erlaubt« sein sollte.

Geistliche Waffen

Leichter geschrieben als getan. Die böse Erfahrung wirkte nach, die Furcht im Voraus. Vielleicht war nun das Heiligtum der Apostelfürsten sicher, aber Italien und die ganze Christenheit blieben bedroht. So drängte es den Papst an die Seite des Kaisers, mit seinen Mitteln. Als Ludwig II. im Jahr 852 in Italien einen neuen Feldzug gegen die Sarazenen unternahm, kam ihm Leo IV. mit geistlichen Waffen zu Hilfe. Er erließ, so der protestantische Kirchenhistoriker Johannes Haller (1865-1947), einen Aufruf »an das fränkische Heer zum Kampf gegen die Feinde des Glaubens und verhieß jedem, der dabei den Tod finden würde, Aufnahme ins Himmelreich. ›Denn der Allmächtige weiß, wenn einer von euch umkommen sollte, dass er für die Wahrheit des Glaubens, die Erlösung seiner Seele und für die Verteidigung des christlichen Landes gefallen ist. Darum wird er den erwähnten Lohn erhalten.‹« So der Papst.
In der Belohnung der kriegerischen Gläubigen waren sich Muslime und Christen nun ebenbürtig.
Zwischen Rom und Mekka
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