Donnerstag, 15. Juli
Ken Ellis von Reader’s Digest London kam heute Morgen und brachte seine hübsche Assistentin und einen Fotografen mit, der mich fotografieren sollte. Ich zierte mich wie üblich, aber ohne rechte Überzeugung (ich säße genau jetzt in einem Flugzeug und flöge über den Atlantik, wenn Reader’s Digest nicht wäre), trottete gefügig hinter ihnen her zur 84, Charing Cross Road und ließ mich auf der Fensterbank in dem kahlen, leeren Raum im Obergeschoss fotografieren. Ken sammelte alle abgefallenen und rostigen weißen Buchstaben für mich auf, die einst Marks & Co. ergeben hatten. Ich möchte sie mit nach Hause nehmen.
(Und an einem Tag im September, wenn ich meinen Herbstputz mache und sie mir in die Hände fallen, werde ich mich fragen: »Was willst du damit – willst du Tränen darüber vergießen, wenn du eine alte Dame bist?«, und sie dann wegwerfen.)
Sie führten mich zum Lunch ins Wheeler (das berühmte Fischrestaurant, in das man ständig ausgeführt wird), und Ken erklärte mir, warum die Menschen das neue Geld nicht mögen. Es hat mit dem Bedürfnis der Engländer zu tun, sich von anderen abzuheben. Das Dezimalsystem ist viel einfacher als das alte Ha’penny-Tupenny-Guinea-Tenner-Tanner-System, aber das alte Geld war ihres; es gab kein anderes Land, das dieses System hatte, und niemand sonst konnte es verstehen. Er sagte, das sie aus dem gleichen Grund auch nicht der EG beitreten wollten. Sie wollten nicht ein Teil von Europa sein, sie wollten getrennt sein, anders, wollten eine Sonderstellung haben. Er veranschaulichte das mit einer alten Schlagzeile, die zu einem klischeehaften Witz in England geworden ist. Während einer Schlecht-Wetter-Phase, als die ganze Insel in dichten Nebel gehüllt war, lautete die Schlagzeile in einer der englischen Zeitungen: KONTINENT DURCH NEBEL ISOLIERT.
Heute Abend gehe ich mit den Elys essen, und gerade rief Jean an, um zu sagen, das Connaught sei sehr altmodisch und dulde keine Frauen in Hosen in seinem Restaurant; ich sagte voller Würde, dass ich zwei Kleider besäße.