Die satirische Zeitschrift pardon hatte Anfang der siebziger Jahre ein gutes Image. Sie war angriffslustig, unterhaltsam, komisch und politisch links, ohne deswegen schon verbohrt oder verbissen zu sein. Dem Frankfurter Verlag Bärmeier & Nikel, der die Zeitschrift herausbrachte, war es gelungen, dem Blatt nach anfänglichen Schwierigkeiten ein größer werdendes Publikum zu sichern. Begünstigt wurde der Aufstieg durch die politische Konstellation der Zeit. Anfang der siebziger Jahre machte sich mehr und mehr der Auftritt der Außerparlamentarischen Opposition bemerkbar, der APO. Diese APO hatte kein angemessenes publizistisches Organ. Die siebziger Jahre waren gleichzeitig die einflussreichste Zeit des Hamburger Pressekonzerns Axel Cäsar Springer, der in den Augen der Linken eine schwer erträgliche Erscheinung war. Man kann sagen, dass ohne die Übermacht des Hauses Springer die Zeitschrift pardon kaum die vielfältige Aufmerksamkeit gefunden hätte, die ihr damals zufiel. Hinzu kam, dass es seit Jahrzehnten kein wirksames satirisches Organ in der damals jungen Bundesrepublik gegeben hatte. Das einzige, aus dem Wilhelminismus übriggebliebene satirische Blatt war der in München erscheinende Simplicissimus gewesen, der kaum noch Beachtung fand. Noch immer brachte der Simplicissimus inzwischen fast zahnlose Witze über alte Militärs, die in einem Kasino angestaubte Reden halten und nicht merken, dass ihre Zeit vorüber ist. Dagegen hatte pardon tatsächlich den Kampf gegen den Goliath Springer aufgenommen, eine ehrenwerte, aber groteske, von heute aus gesehen schier lächerliche Anstrengung. Zum Beispiel brachte die gesamte pardon-Redaktion einen ganzen Monat damit zu, die journalistische Stichhaltigkeit einer einzigen Ausgabe der BILD-Zeitung nachzuprüfen. Also recherchierten die Redakteure den Wahrheitsgehalt jedes einzelnen Artikels der BILD-Zeitung nach. Das Ergebnis war kein Ruhmesblatt für den Springer-Konzern. Freilich war dieses Ergebnis absehbar gewesen; insofern war die Nachrecherche ein überflüssiger linker Luxus gewesen, der sicher keinen einzigen BILD-Leser dazu animierte, sich mal eine andere Zeitung zu kaufen.
Dennoch fuhr die pardon-Redaktion komplett nach Hamburg. Wir zogen uns (wie Zeitungsverkäufer) weiße Kittel an, setzten uns weiße Kappen auf, legten uns die BILD-Imitation von pardon in ausreichender Zahl über den linken Unterarm – und drangen in das Springer-Hochhaus ein. Niemand konnte uns aufhalten. Auf dem Stockwerk der »echten« BILD-Redaktion verließen wir den Fahrstuhl und »besetzten« die BILD-Redaktion. Jeder Springer-Redakteur erhielt von uns ein penibel nachgeprüftes Exemplar unserer BILD-Kritik. Wir versuchten, mit den Springer-Redakteuren in ein kritisches Gespräch zu kommen, was uns nicht gelang. Ein pardon-Photograph war mitgekommen und dokumentierte den Zusammenstoß mit den Springer-Leuten. Nein, es war kein »Zusammenstoß«. Die BILD-Redakteure waren viel zu überrascht und konnten in der gegebenen Geschwindigkeit weder das ihrer Arbeit gewidmete pardon-Heft zur Kenntnis nehmen, noch überhaupt den sonderbaren Besuch ihrer Frankfurter Kollegen begreifen. Nach einiger Zeit bat man uns höflich, das Springer-Haus zu verlassen, und wir folgten – ein wenig kleinlaut. An dieser friedlichen Attacke kann man den Übergang vom Journalismus zum Aktionismus leicht erkennen. In gewisser Weise dienten solche Aktionen überwiegend der Beschwichtigung der oppositionellen Gesinnung der Redakteure. Denn ringsum tobten nach wie vor die wirklichen Studentenunruhen; da wollten wir als angestellte Sympathisanten nicht nachstehen. Im Grunde erfüllten wir ein vertrautes Rollenklischee: Wir waren Angestellte des »Systems«, wollten aber dennoch teilhaben an dessen kritischer Leugnung. Dieser Spagat drang damals kaum in unser Bewusstsein vor. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dem Dunstkreis der Provinz entkommen zu sein. Wie die anderen nahm ich fast täglich teil am anstrengenden Eiertanz zwischen Unterwerfung und intimem Aufstand. Zum Beispiel hatte ich fast jeden Monat kleine widerliche Finanzprobleme. Immer mal wieder pumpte ich mir bei einem Kollegen zehn Mark und eine Woche später (bei einem anderen) noch einmal, um den zuvor gepumpten Betrag zurückzahlen zu können. Denn ich hatte, dreihundert Kilometer weiter südlich, im Schwarzwald, eine Ehefrau und ein kleines Kind. Meine Frau war durch und durch Schwarzwälderin und außerdem Feministin und deswegen nicht bereit, ausgerechnet nach Frankfurt umzusiedeln, nur weil ich dort arbeitete. Es war keine Frage, dass das Geld, das ich in Frankfurt verdiente, ihr und dem Kind zustand, auch wenn ich selbst dadurch in eine Dauerbredouille hineinrutschte. Ich hatte erneut den wiederkehrenden Eindruck, dass die Einzelheiten des Lebens nicht zueinanderpassten.
Dabei war ich gern in Frankfurt und mochte meine Arbeit. Ich traf dort – ich glaube: zum ersten Mal – auf Menschen, in denen ich die zu mir passende Gesellschaft von Künstlern erkannte. Es verging keine Woche, ohne dass nicht ein von mir geschätzter Maler, Zeichner, Karikaturist oder Dichter in die Redaktion kam. Sie alle wollten ihre Arbeiten verkaufen. Dabei war der Verlag Bärmeier & Nikel keineswegs ein Kunstverlag. Seine Hauptprodukte waren sogenannte »Schmunzelbücher«, kleinbürgerliche Humorbreviere und beliebte Mitbringsel zu Geburtstagen und Festlichkeiten. Trotz des saloppen Arbeitsstils und der guten Stimmung zwischen den Redakteuren wuchs die Anspannung in der Redaktion. Zum Beispiel hatten die Redakteure nicht das Recht, Beiträge von freien Mitarbeitern anzunehmen oder abzulehnen. Außerdem durften sie über die Qualität ihrer eigenen Texte nicht selbst entscheiden. Jeder Redakteur musste sein Manuskript dem zuständigen Chefredakteur vorlegen. Dieser entschied allein über die Veröffentlichung. Er durfte auch Änderungen, Kürzungen oder Umstellungen eines Beitrags verlangen, und der Redakteur hatte sich zu fügen. Diese Praxis lief nicht immer ohne Demütigung ab und war mit dem antiautoritären Image der Zeitschrift nicht zu vereinbaren – um es milde zu sagen. Natürlich waren die Illusionen der Redakteure das eigentliche Problem. Die Redakteure erschienen als lustige Truppe und tanzten doch nach einer nie gesehenen Pfeife. Die Redakteure waren es, die mit dem Alltag einer verhüllt autoritär geführten Redaktion nicht zurechtkamen. Das Ergebnis war eine Art passiver Widerstand der Redaktion gegen Verlagsleitung und Chefredaktion. Die Redakteure fühlten sich nicht ernst genommen und antworteten mit einem gewissen Schlendrian. Wir kamen morgens nicht mehr allzu pünktlich zur Arbeit, wir dehnten die Mittagspause, wir hielten uns nicht immer an die vereinbarten Ablieferungstermine für die eigenen Texte. Ein gewisser Höhepunkt des Widerstands und der Geringschätzung ereignete sich an einem Spätnachmittag im Sekretariat. Ein Joint machte die Runde, die Stimmung war wieder mal gut. Plötzlich öffnete ein Redakteur die Fenster; er und der eine und andere Kollege warfen die von uns geschmähten »Schmunzelbücher« zum Fenster hinaus. Wenn ich mich recht erinnere, schreckte ich vor diesem Ausdruck der Herabsetzung zurück. Hatte es das schon einmal gegeben: Angestellte eines Verlags warfen die Produkte des Verlags zum Fenster hinaus? Ich hatte Frau und Kind und konnte mir eine fristlose Entlassung nicht leisten.
Es geschah zunächst nichts. Wir bereiteten das nächste Heft vor, wenn auch in der inzwischen zur Routine gewordenen Verweigerungshaltung. Dann traf der Gegenschlag ein. Einer größeren Anzahl von Redakteuren – unter ihnen ich selber – wurde gekündigt. Oder wurde dem einen und anderen die Probezeit nicht verlängert? Ich weiß es nicht mehr. Auf gut Deutsch: Ich war rausgeschmissen worden. Ab sofort stand ich auf der Straße, zum ersten Mal in meinem Berufsleben, und das in Frankfurt, wo der Arbeitsmarkt für Journalisten nicht eben günstig war. Ich würde mich auch bei Zeitungen in anderen Großstädten bewerben müssen, wozu ich keine Lust hatte. Ich wollte Frankfurt nicht verlassen, mehr noch: Ich wollte auch in der Nähe meiner Kollegen bleiben. Mein Ruf als Jungschriftsteller war lange verblasst. Es gab von mir einen einzigen Roman, der 1965 erschienen und ohnehin kaum beachtet worden war. Dennoch wurde aus dem Rausschmiss bei Bärmeier & Nikel der Auftakt eines neuen Schriftstellerlebens. Der Neubeginn war anders, als ich mir jemals den Anfang eines Autorenlebens vorgestellt hatte. Ich tat mich zusammen mit Peter Knorr, einem Redaktionskollegen, der die pardon-Redaktion ebenfalls verlassen hatte, allerdings freiwillig. Auch Peter Knorr wollte nicht Tag für Tag als Solist in einem Kämmerchen sitzen und Werke verfassen. Wir hatten als Kollegen gut zusammengearbeitet und glaubten, dass wir auch als freie Schriftsteller gemeinsam besser vorankommen würden. So war es dann auch. Peter Knorr hatte Anfangskontakte zum Hessischen Rundfunk, der für etliche Jahre unser Hauptabnehmer wurde. Wir schrieben satirische, kabarettartige Dialoge, unterhaltende Hörspiele und Features über politisch und gesellschaftlich relevante Themen. Ich war dankbar, dass auf diese Weise die Folgen des Rauswurfs abgefedert werden konnten. Außerdem war ich froh, dass ich eine Arbeitsmöglichkeit gefunden hatte, ohne ein neues Angestelltenverhältnis eingehen zu müssen. Mit den Jahren zeigte sich, dass ich nicht nur Radioautor sein wollte. Auf diese schleichende, aus den Umständen hervorgehende Art war ich »freier« Schriftsteller geworden. Ich war Schriftsteller auf der Basis eines gehörigen Misstrauens in die »Verhältnisse«. Immer wieder dachte ich darüber nach, wie ich meine ungesicherte Lage stabiler machen konnte. Ich hatte eine Idee, die mich noch tiefer in die Unstabilität hineinstieß: Ich wollte schöngeistige Bücher schreiben, Romane, Erzählungen, Stücke.
Aber worüber sollte ich schreiben? Bis tief in die siebziger Jahre hinein herrschte auf dem belletristischen Buchmarkt ein Thema: Die Lage der Arbeiterklasse im Spätkapitalismus. Das Thema war ein Übrigbleibsel der 68er Studentenunruhen. Eines der Ergebnisse dieser Unruhen war die Entdeckung, dass der Arbeiter ein unbekanntes Wesen war, für das sich niemand wirklich interessierte, auch heute nicht. Das sollte anders werden! Tatsächlich produzierten die Verlage in den folgenden Jahren zahllose antikapitalistische Schriften, Reportagen und Untersuchungen über die verborgen lebenden Arbeiter. Auch ich überlegte eine Weile, einen Arbeiterroman zu schreiben. Als Vorbild für die Figur des ratlosen, überforderten, kleinlauten Arbeiters hätte mir mein Vater sehr gut dienen können. Er war ein typischer Nachkriegsdarsteller seiner Klasse, durch den Krieg lebenslang verängstigt und anpassungsbereit. Ich hatte seine Existenz seit Jahren aus der Nähe beobachtet und war über dieses Leben oft verwundert, erstaunt, verwirrt. Über das damals verbreitete Klischee des geduckten Arbeiters hinaus war er ein schwer fassbares Neutrum. Er war ohne Bildung, aber auch ohne Bildungsdrang. Er ging nicht ins Kino, erst recht nicht ins Theater, er schaute sich keine Ausstellungen an. Er verdiente zu wenig Geld und litt an seiner zu groß geratenen Familie. Er sah oft so aus, als wüsste er nicht, wen er für seine Verhältnisse beschuldigen könnte. Als Ausweg diente ihm die Beschuldigung seiner Frau. Sie könne nicht mit Geld umgehen, behauptete er. Das war die allerkleinlichste Lösung. Ich wunderte mich oft, dass meine Mutter kein einziges Mal auf den Gedanken kam, ihm zu antworten: Niemand kann mit zu wenig Geld umgehen. Ich betrachtete das schöngeistige Treiben der sozialistischen Studenten und wusste genau, dass sie vom Leben der Nachkriegsarbeiter so wenig Ahnung hatten wie von den Indianern oder den Eskimos. Der Vater folgte den Parolen der damals tonangebenden Parteien: Bitte keinen Klassenkampf, sondern Aufbau und Konsum. Auch Arbeiterhaushalte sollten einen Kühlschrank, einen Fernsehapparat, eine passable Wohnung und einen bezahlbaren Urlaub erhalten. Es lag im Interesse der Nachkriegsparteien, dass sich die Klassen vermischten. Es sollte mehr und mehr altmodisch klingen, überhaupt von Klassen zu sprechen. Das Wort Klasse erinnerte an die unselige Weimarer Republik, und mit dieser Schmuddelrepublik wollte niemand mehr etwas zu tun haben.
Ich weiß heute nicht mehr genau, warum ich, trotz meiner Intimkenntnisse, keinen Arbeiterroman schreiben wollte. Vermutlich war es nur das Verlangen nach Originalität. Ich wollte meine Brötchen nicht auch noch als Unterklassenkenner verdienen. Ebenso unklar ist mir, warum ich mir als Romanobjekt ein erheblich geheimnisvolleres Wesen vornahm: den modernen Angestellten. Für den Angestellten interessierte sich damals niemand. Ich wusste, dass schon im letzten Drittel des abgelaufenen Jahrhunderts der Anteil der Arbeiter an der Erwerbsbevölkerung deutlich gesunken war, die Angestellten hatten im gleichen Zeitraum ihren Anteil fast verdoppelt. Am Ende des vorigen Jahrhunderts würde es erstmals in der deutschen Geschichte mehr Angestellte als Arbeiter geben. Diese Entwicklung vollzog sich nicht geheim; sie ereignete sich vor aller Augen. Die Gewerkschaften richteten ihre Kundgebungen zum 1. Mai nach wie vor an die zur Minderheit gewordenen Arbeiter. Die Arbeiter hatten noch immer den großen Vorteil, dass sie weithin leicht identifizierbar waren. Man brauchte sich nur ihre »abgeschafften Hände« (eine Formulierung meines Vaters) und ihre zerschundenen Körper anzuschauen, dann war jedem klar, zu welcher »Schicht« (das war das Ersatzwort für »Klasse«) sie gehörten. Anders als der Arbeiter, der ab einem bestimmten Zeitpunkt seines Lebens an keine qualitative Verbesserung seiner Zukunft mehr glaubt, sieht der zur Selbstverblendung immer aufgelegte Angestellte sein ganzes Berufsleben lang die Möglichkeit zu einer Wende oder zu einem plötzlichen Aufstieg, und sei es nur durch eine überraschende Personalkonstellation in der Firma. Angestellte bewerben sich ihr Leben lang, Arbeiter nicht. Der Arbeiter leistet sich, weil ihm nichts anderes möglich ist, die Melancholie einer endlichen Bestimmung. Irgendwann hat die Trauer sein Innenleben vollständig erobert, dann hört er auf, etwas anderes zu wollen: Er ist und bleibt Arbeiter. Der Angestellte dagegen spekuliert, spintisiert und illusioniert; er lebt öfter in Möglichkeiten als in Realitäten. Der Arbeiter, wenn er jenseits der Resignationsschwelle auf seine Zukunft angesprochen wird, schweigt oder kommt ins Stottern. Der Angestellte aber spricht plausibel und gekonnt von einer Zukunft, in der auch er eine Rolle spielt. Der Angestellte billigt sich, mit einem Wort, keine gesellschaftliche Melancholie zu. Und gerade deshalb, weil er sich persönliche Trauer (über den trotz seiner Anstrengungen ausbleibenden Aufstieg) nicht erlaubt, wird er später oft und besonders hart von ihr getroffen.
Diese Skizze gerät mir deswegen so ausführlich, weil sich in ihr ein autobiographisches Parallelogramm verbirgt; die Figur des Arbeiters war mein Vater, die Figur des Angestellten war ich. Wie in jedem Parallelogramm verschieben und bewegen sich die Kräfte. Wie oft, zum Beispiel auf Familienfesten, schwärmte mein Vater malerisch von seinem Aufstieg! Und meine Mutter hörte ihm aufmerksam zu! Es war die stärkste Sehnsucht des Vaters, so bald wie möglich den Status eines Angestellten zu erreichen, was ihm im letzten Viertel seines Arbeitslebens auch gelungen ist. Selbst ich, obwohl ich als Redakteur ein »gesicherter« Angestellter war, fühlte lange ein Unbehagen in dieser Rolle – besonders in einer Stadt wie Frankfurt, die man als spezifische Angestelltenstadt bezeichnen kann. Wer sich überwiegend unter seinesgleichen bewegt, erlebt durch diese permanente Selbstbespiegelung ein halluziniertes Doublettenschicksal. Noch heute beschleicht mich Unbehagen, wenn ich durch Zufall in die Nähe einer Angestelltengruppe gerate. Obwohl ich anders gekleidet bin, peinigt mich schon das Outfit der Büroleute. Es hat sich für sie (zumindest in den großen Städten) eine Art Uniform der Vereinheitlichung herausgebildet. Die Herren tragen dunkle Anzüge, die Damen schwarze Kostümchen. Gegen zwölf Uhr schwärmen sie in großen Gruppen aus ihren Büros und bleiben auch während der Mittagspause zusammen. Nah beieinander stehen sie an den Tischchen der Bistros und Buffets, löffeln ihr Süppchen und reden – über das Büro.
Anfang der siebziger Jahre entschloß ich mich, einen sogenannten Angestelltenroman zu schreiben. Den Begriff »Angestelltenroman« gab es damals noch nicht. Ungefähr zur gleichen Zeit begann der Rowohlt Verlag eine Taschenbuchreihe mit dem Titel »Das neue Buch«. Das Lektorat nahm den Abschaffel-Roman an und brachte ihn 1977 auf den Markt. Zum Erstaunen des Verlags und des Autors wurde das Buch sehr gut rezensiert. Innerhalb kurzer Zeit erschienen fünf oder sechs Auflagen. Ich weiß heute nicht mehr, wer mich zuerst fragte, ob es eine Fortsetzung des Abschaffel-Romans gebe. Es gab keine, aber ich setzte mich hin und schrieb eine.