Ideen brauchen wir
Auf der EXPO-Plaza und im Deutschen Pavillon in Hannover gab es vor kurzem einen „Ideenpark“. Das ist eine tolle Idee, finde ich! Was sind wohl die wichtigsten Erfindungen, die wir brauchen? Tobias (10) hat eine Hausaufgabenmaschine ganz oben auf seiner Liste. Anna (10) sehnt sich nach einem Haushaltsroboter, der den Müll rausbringt. Und Michelle (10) braucht eine Meerschweinchenkäfigausmistemaschine. Na, das sind doch spannende Themen! Vielleicht wird manches Kind beim Betrachten dessen, was es gibt, angeregt, selbst zu experimentieren, nachzudenken, Lösungen zu suchen. Das ist anregendes Lernen, wie wir es brauchen im Pisaschlusslichtland.
Die Bibel sieht Gott als Schöpfer von Himmel und Erde. Und wir als Menschen sind Mitschöpferinnen und Mitschöpfer. Wir haben einen kreativen Geist mitbekommen, Ideen sind uns möglich, die die Welt verbessern können. Und dazu gibt es ja wirklich viele sehr ernsthafte Herausforderungen. Wie können wir Energie sparen?, beispielsweise. Das wissen wir doch inzwischen: Wenn alle Chinesen so viel Energie verbrauchen würden wie die Amerikaner, gäbe es schlicht einen Kollaps der Erdatmosphäre. Gibt es also neue Wege, Energie zu gewinnen, die die Umwelt nicht so belasten, oder können wir vielleicht mit viel weniger Energie auskommen, indem wir so manchen Spritfresser auf Biodiesel umstellen? Oder: Wie können wir genügend Nahrung für alle Menschen erzeugen? Es ist doch grausam, dass so viele Menschen hungern, während andere im Überfluss leben. Drittes Beispiel: Ein Frühwarnsystem für Naturkatastrophen soll vorgestellt werden. Hätten wir das beim Tsunami gehabt, hätten viele tausend Menschen überleben können.
Ich finde toll, wie gerade Kinder und Jugendliche angeregt werden, Neues zu entdecken und dass diese Technikschau auch ohne Eintritt zugänglich gemacht wird. Es ist ganz deutlich, dass in Deutschland junge Leute gebraucht werden, die Innovationen einbringen. Aber es ist auch gut, darüber nachzudenken, wie wir denn Probleme lösen können und zwar lebenswichtige. Gerade im Umweltschutz lässt sich noch manches umsetzen.
Übrigens: Die Idee zum Ideenpark soll bei einem Treffen zwischen Ministerpräsident Wulff und Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz im Kloster Loccum entstanden sein. Da sehen wir mal wieder, wie innovativ so ein fast 1000 Jahre altes Kloster auch im 21. Jahrhundert wirken kann ...
Technik ist aus christlicher Sicht nichts Negatives. Gott hat den Menschen mit einem kreativen Geist ausgestattet, er darf, ja, er soll denken und forschen. Christliche Ethik aber wird immer fragen, ob Technik dem Leben dient oder Leben und Miteinander zerstört. Dient eine Erfindung dem Miteinander, wird die Verantwortung für die nachfolgenden Generationen und die Schöpfung insgesamt wahrgenommen? Denn das gilt auch für alles, was mit der Technik gemacht wird: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Matthäus 22,39)