Das Haargummi stammte zweifelsfrei von Juliane Körprich, ihre Mutter erkannte es sofort. Zudem konnten einige der feinen Haare, die auf der Beifahrerseite von Dr. Lichners BMW gefunden wurden, laut DNA-Analyse eindeutig dem Mädchen zugeordnet werden. Auf einem der Computer in Lichners Behandlungszimmern fanden die IT-Spezialisten in einem Dateiordner, der unter den Systemordnern des Betriebssystems versteckt und verschlüsselt war, etwa fünfzig Internetadressen mit kinderpornografischen Inhalten. Lichner bestritt zwar, die Adressen gespeichert zu haben, und gab an, jeder in der Praxis habe Zugang zu dem Computer und hätte die Adressen dort abspeichern können, aber sehr glaubwürdig klang das nicht.
Die Karten standen schlecht für Dr. Joachim Lichner. Als Menkhoff ihn in einem Verhör im Beisein seines Anwalts damit konfrontierte, dass Nicole Klement auch ihre Aussage zu dem besagten Freitagabend geändert hatte, war Lichners einzige Reaktion ein Schulterzucken und die Erklärung: »Nicole ist nicht so, wie sie zu sein scheint. Aber das verstehen Sie sowieso nicht.«
Ansonsten beteuerte er mit geradezu unheimlich stoischer Ruhe immer wieder seine Unschuld.