Kapitel 28

Drei Wochen zuvor

 

 

François legte die Hand auf die Schulter von Thomas Bittner. »Ich beobachte dich schon eine ganze Weile.«

»Aber warum denn? Was habe ich getan?«

»Nichts, mein Guter. Nichts. Das ist es ja gerade. Du lebst alleine, schaufelst Gräber aus und fristest ein belangloses Leben voller unerfüllter Fantasien. Ist es nicht so?«

Der junge Mann wurde rot vor Verlegenheit. »Woher wollen Sie das alles wissen?«

»Ich sagte doch bereits, ich habe dich beobachtet. Ich weiß, was dir in deinem Leben fehlt und was du begehrst. Erfüllt es dich? Das abendliche Masturbieren vor dem Fernseher?«

Thomas wurde aschfahl im Gesicht. Er fühlte sich ertappt und bloß gestellt. »Ich ...«, begann er zu stottern.

»Hey, Thomas. Alles gut. Ich verstehe dich doch. Ich bin dein Freund. Hast du viele Freunde, Thomas?«

Das gestammelte »Nein« war keine Überraschung. Selbstverständlich wusste François auch dies bereits. Ebenso wie er von den nekrophilen und sadomasochistischen Neigungen wusste, die den jungen Bittner seit Jahren quälten.

»Mein Lieber, was würdest du sagen, wenn ich dir all deine Wünsche erfüllen könnte? Was, wenn ich dir sage, dass du alles haben kannst, was du begehrst?«

Thomas schaute den Fremden skeptisch an und zweifelte an seinen Worten. »Und was muss ich dafür tun?«

»Ich sehe schon, du bist ein aufgewecktes Kerlchen. Natürlich hat alles auf der Welt seinen Preis. Ich könnte deine Hilfe gebrauchen, Thomas.«

»Ich bin Totengräber, wie könnte ich Ihnen schon helfen?«

»Komm mit Thomas, lass uns über deine Zukunft reden.«