KAPİTEL 38
Nachdem Giuliano gegangen war, blieb Zoe noch eine Weile am Fenster stehen. Der Mann hatte ihr gefallen. Er sah gut aus, und er war ein Mensch mit Herz, das wusste sie genau.
Doch es war ihre Pflicht, ihn zu hassen, denn er war ein Venezianer und zu allem Überfluss ein Dandolo. – Das konnte der vollkommenste Racheakt werden, nach dem es sie verlangte.
Nie durfte sie das Grauen vergessen, die Vorfälle, die den Menschen Herz und Seele zerrissen hatten. Ganz bewusst rief sie sich alles in Erinnerung, auch wenn es sie schmerzte, als stoße sie sich selbst ein Messer ins Fleisch.
Mit geballten Fäusten stand Zoe da, bis ihre Glieder schmerzten. Ihre Fingernägel hatten sich so tief in die Handflächen gegraben, dass sie bluteten, ohne dass sie etwas davon merkte.
Selbst wenn Giuliano tausend Tode starb, wäre das immer noch ein zu geringer Preis für all diese Ungeheuerlichkeiten. Niemals würde es Gnade geben, immer nur Blut und noch mehr Blut.