10.
Sie hörte auf, mittwochs zu essen. Samstags bereiteten sie sich auf die Beichte vor, indem sie sich mit Birkenzweigen gegenseitig auspeitschten. Catherine zog sich immer als Erste aus, sie bestand darauf. »Catherine, toujours la première pour la pénitence, se mettait à genoux et recevait les coups de verges.« Warum bestand sie darauf, zuerst geschlagen zu werden? Weil die Peitschenhiebe ihrer Freundin Striemen hinterließen, die aufrissen, wenn es an ihr war, die Peitsche zu schwingen. Catherine klagte immer, dass Marie-Thérèse nicht fest genug zuschlug, und erlaubte ihr erst dann eine Pause, wenn das Blut, das ihr von den Schultern rann, in Tropfen auf das Laub fiel. Erst dann war es genug. Hier ist eines ihrer Gebete, aufgezeichnet von Pater Claude Chauchetière:
– Mein Jesus, ich habe keine Wahl, als Dir blind zu vertrauen. Ich liebe Dich, aber ich habe Dich beleidigt. Ich bin hier, um Dein Gesetz zu erfüllen. Mein Gott, erlaube mir, die Last Deines Zorns von Dir zu nehmen …
Hier ist das Gebet auf Französisch, damit dieses Dokument selbst in der Übersetzung noch der Muttersprache dienlich ist:
– Mon Jésus, il faut que je risque avec vous: je vous aime, mais je vous ai offensé; c’est pour satisfaire à votre justice que je suis ici; déchargez, mon Dieu, sur moi votre colère …
Es kam vor, so erzählt uns Pater Chauchetière, dass die Tränen, die ihr über die Wangen rannen, das Gebet beschlossen, weil sie nicht mehr in der Lage war, es zu beenden. Dieser Stoff hat eine eigene Kraft, nicht wahr? Also war das nicht nur Arbeit in der Bibliothek, was? Ich glaube, dass mein Schreiben die Korbflechtarbeiten in der B.T. ruinieren wird.