KAPITEL 3
Partner
„Da ist so ein Typ in Ihrem Büro“, sagte Eugene.
Chuck sah vom Diagnoselauf auf, den er gerade für das neueste Softwareupgrade auf der Brewster-Einheit durchführte. „Ein Typ in meinem Büro? Können Sie etwas konkreter werden?“
„Er sagt, er heißt Streegman. Dr. Streegman. Vom MIT. Es geht irgendwie darum, dass er Sie auf Science Friday gehört hat.“
„Er ist sieben Stunden gefahren, um mit mir über Science Friday zu reden?“
„Er sagt, er hat vielleicht etwas, das Sie brauchen.“ Eugene zuckte mit den Achseln. „Ich habe ihn schon danach gefragt, aber er benimmt sich recht geheimnisvoll.“
„Na, großartig. Genau, was mir gefehlt hat – noch etwas, aus dem ich nicht schlau werde. Hier.“ Chuck rutschte von seinem Sessel und bedeutete Eugene, Platz zu nehmen. „Machen Sie mit dem Diagnoselauf für dieses Upgrade weiter. Im Moment werden die Transport-Unterprogramme überprüft. Wenn das erledigt ist, schließen Sie Saras letzte Sitzung an und schauen Sie nach, ob es immer noch zu Problemen bei den Theta-Wellen kommt.“
Chuck schlurfte, die Hände in den Jeans, zu seinem Büro und fragte sich, was dieser Dr. Streegman vom Massachusetts Institute of Technology haben könnte, das er brauchte. Er öffnete die Tür und musterte rasch den Mann, der am Fensterrahmen lehnte und auf East Madison hinausblickte, als würden sich auf einer Dachterrasse am anderen Ende der Stadt faszinierende Dinge abspielen. Streegman war durchschnittlich groß und sah durchschnittlich nerdig aus, er war vermutlich Anfang vierzig und trug gewöhnliche Kakis, einen Blazer und Slipper.
Chuck kam sich in seinen Jeans, dem Pullunder und den hohen Converse Sneakers plötzlich sehr underdressed vor.
Er räusperte sich und streckte die Hand aus. „Dr. Streegman? Chuck Brenton. Was verschafft mir die Ehre?“
Streegman drehte sich mit einem Ruck um und nahm die angebotene Hand. Sein Lächeln kam spät und war oberflächlich. Als hätte er es eine ganze Weile nicht einsetzen müssen. Er wirkte außerdem, als hätte er seit Längerem nicht geschlafen. Auf der linken Wange hatte er einen Kratzer, wo er sich beim Rasieren geschnitten hatte. Wahrscheinlich wegen Schlafmangels.
„Dr. Brenton. Danke, dass Sie sich Zeit für mich nehmen.“
Chuck spulte die üblichen Höflichkeitsformeln ab – „Bitte nehmen Sie Platz, möchten Sie Tee oder Kaffee?“ – und Streegman bat so dankbar um Kaffee, als hätte er das Koffein bitter nötig.
„Sind Sie wirklich den ganzen Weg von Boston gekommen, nur um mich zu sehen?“, fragte Chuck, als er dem Mann eine Tasse brachte.
Streegman trank einen Schluck von seinem Kaffee und setzte sich in den alten Ohrensessel gegenüber von Chucks Schreibtisch. Er nickte in Richtung der Herr-der-Ringe-Figuren auf einem der Regale.
„Ein Fantasy-Fan, hm? Komisch. Ich hätte eher, ich weiß nicht, vielleicht Star Wars oder Star Trek erwartet.“
Chuck lächelte. „Die stehen zu Hause. Aber sie regen alle die Fantasie an. So, und was kann ich für Sie tun?“
„Fantasie … genau. Es geht eigentlich mehr darum, was ich für Sie tun kann … hoffentlich.“ Das Lächeln kehrte sich inwendig, als versuchte er, sich klein zu machen. „Ich habe die Science-Friday-Sendung gehört. Es war … elektrisierend.“
Chuck blinzelte. „Wirklich? Mit einer solchen Reaktion habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ehrlich gesagt habe ich Hohn und Spott erwartet, und davon habe ich in den letzten Tagen auch definitiv meinen Teil abbekommen.“
Streegman stellte seine Kaffeetasse an den Rand des Schreibtischs. „Weil das lauter Idioten sind.“
„Aber Sie sind keiner.“
„Mit Sicherheit nicht. Sie sagten, was Ihnen fehlt, sei eine Methode, um einen Ausgangswert zu ermitteln und eine Art standardisierte Berichtigung für Schwankungen im Energieausstoß von Gehirnwellen.“
„Ja, das stimmt. Die fehlt mir tatsächlich.“
„Ich habe diese Methode.“
„Sie …“ Chuck schüttelte den Kopf. „Was machen Sie am MIT, Dr. Streegman?“
„Nennen Sie mich Matt. Ich bin Mathematiker und Gelegenheitsprogrammierer. Einen guten Teil meiner Zeit verbringe ich damit, funktionierende Algorithmen für die Jungs von der Robotertechnik zu kreieren. Ich bin der Ort, Dr. Brenton …“
„Chuck“, sagte er geistesabwesend.
„Chuck. Ich bin der Ort, wo sich Mathematik und Roboterschnittstellen treffen.“
„Und was hilft mir das?“
„Überhaupt nichts. Aber vor einigen Jahren hatte ich Gelegenheit, über einen Zeitraum von mehreren Wochen die EEG-Aktivität eines stark geschwächten und schließlich sterbenden Gehirns aus der Nähe zu beobachten. Ich bin ein Mensch, der beinahe instinktiv alle Dinge durch das Prisma der Mathematik sieht, bei dieser Erfahrung war es nicht anders. Und so fing ich natürlich an, die erzeugten Gehirnwellen als mathematische Äußerungen zu begreifen. Ich ging daran, sie zu beschreiben, zu berechnen, zu quantifizieren.“ Er hielt inne, sei es um des dramatischen Effekts willen, oder – wie Chuck vermutete – weil diese Geschichte einen Subtext enthielt, der es ihm schwer machte, sie zu erzählen. Mit dem, was er als Nächstes sagte, wurden jedoch alle Gründe belanglos.
„Als ich fertig war, hatte ich eine Basiswert-Gleichung für diese Person.“
Mein Gott …
„Ich bin überzeugt“, fuhr Streegman fort, „sollte ich Zugang zu Ihren Daten bekommen, könnte ich Ihnen die Gleichungen zur Festsetzung eines Ausgangswerts für jede Testperson liefern, und darüber hinaus Gleichungen, die die Schwankungen in ihrem Energieausstoß kompensieren. Tatsächlich“, er holte einen USB-Stick aus seiner Tasche und legte ihn auf Chucks Schreibtisch, „habe ich ein paar Probeberechnungen mithilfe von Daten aus Ihrer Arbeit über das musikalische Gehirn gemacht.“
Chuck streckte die Hand nach dem Stick aus, er nahm kaum bewusst wahr, was er tat. Er zögerte. „Welche Software muss ich …“
„Es sind nur eine Reihe Tabellen und Gleichungen in einer Dokumentendatei. Ihr Textprogramm müsste es lesen können. Falls Ihre Anwendung jedoch eine Programmierfunktion hat, erlaubt sie Ihnen, die Gleichungen klarer zu analysieren.“
Chuck bemerkte, dass seine Hand zitterte. Er griff nach dem USB-Stick und steckte ihn in einen der Ports an seinem Laptop. Binnen Sekunden hatte er die Datei geöffnet und sah zwei Spalten mit Daten vor sich. Links die EEG-Grafik einer Testperson, rechts eine mathematische Gleichung, die die Hirnwelle eindeutig beschrieb.
„Die erste Formel in der Gleichung ist der Ausgangswert“, erklärte der Mathematiker. „Die zweite dient dazu, jede Abweichung von diesem Ausgangswert zu berechnen. Oder sollte ich sagen: jede Variation?“ Er zuckte mit den Achseln. „Die Spitzen und Täler.“
Chuck verstand genügend von Mathematik, um zu wissen, dass die zweite Hälfte der Gleichung wohl iterativ sein musste – wiederholt angewandt, um den Ausstoß der Testperson an eine beliebige Schnittstelle anzugleichen. Er räusperte sich geräuschvoll. „Sie könnten das in eine Software-Schnittstelle programmieren?“
„Nicht ich persönlich. Ich habe jedoch einen Kollegen – einen Doktoranden, genauer gesagt –, der das Programmieren übernehmen würde.“
„Und der mechatronische Teil der Schnittstelle?“ Streegman lächelte nun plötzlich aufrichtig und über das ganze Gesicht. „Dice ist ein Genie, was Robotertechnik angeht. Er ist alles, was wir brauchen in einer Person, Hardware und Software. Ich würde ihn gern mit an Bord holen.“
„An Bord von was, Dr. Streegman?“, fragte Chuck atemlos. „Was genau schlagen Sie vor?“
„Was ich vorschlage“, sagte Streegman immer noch lächelnd, „ist eine Partnerschaft. Und ich werde noch weitergehen. Wenn unsere gemeinsamen Bemühungen die Früchte tragen, die sie nach meiner Überzeugung tragen werden, möchte ich vorschlagen, wir gründen ein Unternehmen zusammen.“
„Unternehmen? Was für ein Unternehmen?“
„Eine Forschungs- und Entwicklungsfirma, Doktor. Ein Unternehmen, das unsere im Labor gewonnenen Erkenntnisse in einem breiten Spektrum von Disziplinen auf die reale Welt überträgt: Kunst, Produktion, Computerwissenschaften, Landwirtschaft. Was Sie wollen. Ich schlage vor“ – aus seinem Lächeln wurde ein Grinsen –, „dass wir die Welt verändern.“
Chuck stockte der Atem. Ich träume, sagte er sich. Ich bin an meinem Schreibtisch eingeschlafen und träume das alles. Er schloss langsam die Augen, hielt sie eine Weile fest geschlossen und öffnete sie wieder.
Matt Streegman war immer noch da und wartete auf eine Antwort.
„Ich weiß nicht. Es kommt alles sehr plötzlich, nicht wahr?“
„Größere Entscheidungen werden in einem Bruchteil der Zeit gefällt. Das ist die Chance, Ihre Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.“
„Das klingt wunderbar, aber ich bin Wissenschaftler, Doktor. Matt. Kein Geschäftsmann. Wenn Zahlen einen Geldwert darstellen, setzt mein Verstand aus.“
„Darüber brauchen Sie sich nicht den Kopf zu zerbrechen. Über nichts davon. Was die Mathematik und das Geld angeht, das decke ich ab.“
„Und die Hardware? Dieser Dice wird die Schnittstelle zwischen meinem EEG-Lesegerät und dem Objekt in der realen Welt bauen?“
„Wie gesagt, er ist ein Genie. Wenn dieser Algorithmus funktioniert, kann er eine Schnittstelle bauen, um ihn anzuwenden.“
Chuck fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. „Und er wird kommen und sie bauen?“
Matt lachte. „Er wird kommen, und wenn er sie baut, wird es funktionieren.“
Dice staunte über das Labyrinth aus nicht zusammenpassenden Gebäuden, die den Campus der Johns Hopkins University rund um das Traylor Research Building bildeten. Es ließ ihn an eine Schachtel Legosteine denken, die jemand über den Boden gekippt hatte. In seinem alten Zimmer zu Hause – das seine stolzen Eltern in eine Art Schrein für ihren einzigen Sohn verwandelt hatten – existierte wahrscheinlich noch so eine Schachtel irgendwo in einem Schrank.
Tatsächlich war das Traylor Building einer der ältesten Steine in dieser Schachtel. Ein schmaler, sandfarbener Quader, der zwischen zwei größeren, höheren und moderner wirkenden Gebäuden eingezwängt war und nicht sonderlich beeindruckend schien. Wenn nicht die Worte JOHNS HOP-KINS in riesigen weißen Lettern auf der Fassade gestanden hätten. Weiter wies nichts auf das Niveau der Forschung hin, die darin stattfand. Nichts ließ erkennen, dass in einer Forschungseinrichtung im zweiten Stock Geschichte geschrieben wurde.
Dice gefiel diese anonyme Ausstrahlung. Er fühlte sich manchmal, als würde er der ganzen Welt ein Schnippchen schlagen – als wäre er Teil einer großen Verschwörung von Computerfreaks, die, wenn die Zeit reif war, allen Leuten erklären würden, sie hätten die gesellschaftlichen Probleme schlicht durch die Anwendung von Technologie gelöst. Ta-da!
„Wie läuft es, Dice?“ Matt Streegman war lautlos aus dem Nichts erschienen, eine ärgerliche Gewohnheit von ihm. Er schaute Dice über die Schulter, der gerade an einem kleinen Roboter arbeitete.
„Es läuft wie geschmiert. Nicht dass ich unsern Freund hier schmieren müsste, damit er läuft.“ Dice machte eine Pause für Matts Lachen, das nicht kam, dann räusperte er sich. „Ich denke, der kleine Kerl ist fertig für Dr. Brentons Testpersonen. Wen haben wir denn?“
„In dieser Phase haben wir uns. Oder Chuck jedenfalls. Er würde den Probelauf gern selbst machen, bevor er seine Versuchskaninchen einsetzt.“
„Also was das angeht …“
Dice verzog das Gesicht. „Ich habe eigentlich schon einen kleinen Probelauf mit unserem Roboticus gemacht.“
„Und er funktioniert?“
Dice verdrehte die Augen. „Natürlich funktioniert er. Es gab nur einen kleinen Defekt in einem der Stecker, ein verbogener Stift. Ich habe ihn gerade gelötet, jetzt müsste alles in Ordnung sein.“
„Zeig es mir.“
„Bevor Chuck ihn ausprobiert hat?“
„Hast du ja auch getan.“
„Okay, eins zu null für dich.“
„Ich will nur wissen, wie aufgeregt ich sein sollte.“
Dice grinste. „Sehr aufgeregt.“
„Und natürlich möchte ich in der Lage sein, meine professorale Blasiertheit im Angesicht deiner welterschütternden Leistung aufrechterhalten zu können.“
„Natürlich.“
„Also, zeig es mir.“
Dice stellte den Roboter mitten auf den Boden des Labors. Es war im Grunde nur ein besserer Staubsaug-Roboter – kaum mehr als ein Antrieb in einem Gehäuse aus Aluminium und Plastik – aber das war alles, was sie als Machbarkeitsnachweis brauchten. Er hatte einen kleinen roten Joystick auf seiner Oberseite, mit der ihn die Person, die ihn bediente, manuell steuern konnte. Und wenn alles gut ging, konnte sie es mit ihren Gedanken.
Bei dieser Vorstellung gestattete sich Dice einen Moment diebischer Freude.
Er ging zu der Brewster-Einheit, nahm das Elektrodennetz von seiner Halterung und setzte es sich auf den Kopf, wobei er darauf achtete, dass die Transceiver so fest wie möglich auf seiner Kopfhaut saßen. Ein funkelnder Strang aus leichten, fiberoptischen Kabeln lief von dem Netz zum Brain Pattern Monitor und von dort weiter zum Roboter.
Der Teil des Geräts, auf den es ankam – der kinetische Konverter –, war ein Softwaremodul, das im BPM saß und Befehle in die Firmware an Bord von Roboticus einspeiste.
Dice schaltete den EEG-Apparat ein. „Also gut, Roboticus, dann wollen wir mal sehen, was sich machen lässt.“
Er dachte an den kleinen Roboter. Er stellte ihn sich vor, wie er vorwärts fuhr. Oder genauer gesagt, dachte er daran, den Joystick nach vorn zu drücken. Nach kurzem Zögern fuhr der Roboter los.
„Okay“, murmelte Dice. „Dann fahren wir jetzt nach rechts.“
Der Joystick neigte sich nach rechts, und der Roboter rollte in diese Richtung.
„Links.“
Er fuhr links.
„Und jetzt einen Wheelie.“
Der kleine Roboter drehte sich langsam um dreihundertsechzig Grad.
„Mein Gott, es funktioniert“, hauchte Chuck Brenton tonlos vom Eingang des Labors.
Streng genommen hatte der letzte Befehl nicht funktioniert, aber Dice war trotzdem zufrieden. Er blickte auf. Dr. Brenton und sein leitender Assistent standen da und starrten auf den nun reglosen Roboter.
„Ah, hallo. Tut mir leid, Doc“, sagte Dice. „Ich wollte mich nur vergewissern, dass alles funktioniert, bevor Sie es ausprobieren. Ich hasse es, wenn mich die Dinger bei einer Vorführung im Stich lassen.“ Er schaltete den Brewster in den Stand-by-Modus und öffnete das Elektrodennetz auf seinem Kopf.
„Steht Ihnen gut“, sagte Eugene.
Nach zwei Wochen, die sie in engster Nähe verbracht hatten, ging Dice seine näselnde Stimme nur noch minimal auf die Nerven. Und was seine sarkastische Attitüde betraf … nun, Dice musste zugeben, sie war ihm irgendwie ans Herz gewachsen.
„Ich überlege gerade, ob das nicht ein toller Nebenverdienst wäre“, erwiderte Dice. „Während die guten Doktoren Millionen mit ihrer ach so hilfreichen und gesellschaftlich wertvollen Technologie scheffeln, könnten wir beide diese Glitzerhaube hier als die Mode der Zukunft vermarkten.“
Dice half Dr. Brenton, das Netz aufzusetzen und die Transceiver an die richtigen Stellen zu bringen. Als der BPM an war, wandte sich Brenton dem Roboter zu. Er rieb sich die Hände an der Jeans ab. „Okay. Was muss ich tun?“
„Sehen Sie den kleinen roten Joystick auf dem Gehäuse?“
„Mhm.“
„Sie stellen sich einfach vor, dass Sie ihn bedienen.“
„Wie von Hand.“
„Genau. Der kinetische Konverter wird einen Moment brauchen, um Ihren Ausgangswert zu bestimmen, dann sollte er auf Ihre Anweisungen reagieren.“
Dice beobachtete den Neurologen aufmerksam. Er befürchtete halb, der Mann könnte anfangen zu hyperventilieren und ohnmächtig werden. Er tat es jedoch nicht. Er sah den Roboter mit einem Ausdruck äußerster Konzentration an.
Roboticus reagierte – zögerlich zuerst, dann immer sicherer. Nach rund drei Minuten ließ der Wissenschaftler den kleinen Roboter geradeaus mit Höchstgeschwindigkeit laufen und langsam um Hindernisse kurven. An diesem Punkt wurde Chuck von einem Lachanfall geschüttelt, der dazu führte, dass der Roboter zitternd mitten im Labor stehen blieb.
„Darf ich es versuchen?“, fragte Eugene.
Am Ende probierten sie es alle aus, und dann setzten sie sich hin und entwarfen einen Plan für das weitere Vorgehen. Matt würde eine Zusammenfassung für potenzielle Investoren verfassen. Dice würde damit beginnen, Codes für eine Computerschnittstelle zu entwickeln, die ihnen Zugang zu den Bedienelementen kommerzieller Software ermöglichte und Chuck und Eugene würden ihre Experimente mit Roboticus und einer Reihe ihrer Testpersonen weiter ausbauen – Experimente, die sie natürlich aufzeichnen würden.
„Allerdings wird das niemand glauben, wenn er es in einem Video sieht“, bemerkte Eugene.
Matt schüttelte den Kopf, während seine Finger bereits über die Tastatur flogen. „Niemand wird eine Finanzierung auf der Basis eines Videos zusagen müssen. Wir lassen es die Investoren live ausprobieren.“
Chuck runzelte die Stirn. „Wir sollen sie hierher bringen? Das wird nicht gehen, Matt. Es ist nicht koscher, Ressourcen von Johns Hopkins zu benutzen, um ein privates Unternehmen zu gründen.“
„Wir werden keine Ressourcen von Johns Hopkins benutzen. Das Erste, was ich tun werde, ist dieses Gerät leasen.“ Matt nickte in Richtung des Brain Pattern Monitors, er raste in Gedanken bereits weit voraus, stellte Zusammenhänge her, kalkulierte das Potenzial. „Das Nächste, was Sie tun, ist, sich zu überlegen, wie man das alles verkleinern kann, damit es in unser eigenes Labor passt.“
„Unser eigenes Labor“, wiederholte Chuck, als hätte Matt gerade „unsere eigene Raumstation“ gesagt.
„Natürlich unser eigenes Labor. Sie dachten doch nicht etwa, dass wir weiter vom Johns Hopkins aus arbeiten, oder?“ Matt schüttelte den Kopf und vertiefte sich wieder in seine Zusammenfassung.
Die müssen noch viel lernen, dachte er.