27. Kapitel

SKIFTER-STATION, KURATOOINE, WILDER RAUM

Myri trat beiseite und schmiegte sich noch mehr an Turmans Seite, um die beiden grün uniformierten Inspektoren vorbeizulassen. Ihre Stiefel polterten die Einstiegsrampe des kastenförmigen Shuttles hinauf.

Der Droide, der mit Myri geredet hatte, setzte seine Ansprache fort. Im Gegensatz zu seinen dürren Gliedmaßen waren Kopf, Hände und Füße zu ballonförmigen Extremitäten angeschwollen, sodass der Droide aussah, als sei er eigentlich dazu konzipiert, kleine Kinder zu trösten, und die großen, kindlichen Optiksensoren, die ihm als Augen dienten, verstärkten diesen Eindruck noch. »Es ist von großer Bedeutung, dass Sie sich darüber im Klaren sind, dass Kuratooine kein Mitglied der Galaktischen Allianz ist, auch wenn es hier einige Militärbasen der Allianz gibt. Außerhalb dieser Stützpunkte und der Botschaft gelten die hiesigen Gesetze. Tatsächlich geht sogar das Gerücht, dass einem die Aussage ›Das können Sie mit mir nicht machen, ich bin Bürger der Allianz‹ bei einigen unserer Richter automatisch drei Monate Haft mehr einbringt.«

Myri seufzte wie gereizt. Sie wirbelte auf der Stelle herum und schlang die Arme um Turmans Hals, sprach jedoch weiterhin mit dem Droiden. »Dies ist unsere Hochzeitsreise, Dummerchen. Hat schon jemals jemand in seinen Flitterwochen ein Verbrechen begangen?«

»Das kommt regelmäßig vor, Madame. Auch wenn es sich für gewöhnlich um höchst leichtfertige, törichte Vergehen handelt. Und diese Flitterwöchler erfahren ein besonderes Maß öffentlichen Mitgefühls, wenn sie verhaftet, vor Gericht gestellt, verurteilt und eingesperrt werden.«

Myri legte den Kopf zurück und küsste Turman. Er trug jetzt ein besonders zum Küssen einladendes Gesicht. Seine Züge waren menschlich und holodramamäßig attraktiv, sein Haar dicht und dunkel. Sie versuchte, nicht an die Tatsache zu denken, dass sie nicht sein richtiges Antlitz küsste, sondern eine organische Maske. Der Gedanke daran, wie diese unter ihren Lippen zuckte oder ein Auge öffnete, erfüllte sie irgendwie mit einem Frösteln. Sie drehte sich wieder um. Turman legte auf Ehemannart seine Arme um ihre Taille. Myri begrüßte die Berührung. Wie in den meisten Hallen, die allein durch eine Atmosphärenbarriere oder projizierte Energie vom Vakuum des Weltalls getrennt waren, war es auch in dieser Bucht frostig. Sie wandte sich dem Droiden zu. »Werden sie lange brauchen?«

»Solange es eben dauert, Madame. Dürfte ich Ihnen in der Zwischenzeit einen Datenchip mit Informationen über die hiesige Geschichte, die örtlichen Bestimmungen und unsere Touristenattraktionen anbieten?«

»Bubbo nimmt ihn gern.« Mit einem Kopfnicken wies sie auf dem gamorreanischen Gepäckträger, der ungeduldig auf der anderen Seite der Einstiegsrampe wartete. Bubbo warf ihr einen grimmigen Blick zu.

Sie befanden sich in der Ankunfts- und Zollabfertigungsbucht der riesigen Skifter-Station, einer klassischen Raumstation – ringförmig und mit Speichen versehenen –, die hoch über dem Planeten Kuratooine im Orbit kreiste. Ein ganzes Viertel des äußeren Rings wurde vom Zoll und anderen zivilen Regierungsbehörden des Planeten in Beschlag genommen. Wie auf anderen Ringstationen auch, gab es hier keine künstliche Schwerkraft – die Rotation sorgte dafür, dass am äußeren Rand des Rings Gravitationskräfte wirkten. Der Boden dieser Bucht, die in unzählige Lande- und Inspektionsplätze unterteilt war, war leicht gewölbt. Er krümmte sich in beide Richtungen nach oben wie ein umgedrehter Horizont.

Schließlich verließen die Zollinspektoren das Shuttle und hielten Myri und Turman eine Datentafel hin, deren Oberfläche ganz von einem Bildschirm ausgefüllt wurde. Der größere der beiden Inspektoren, eine Mon-Calamari-Frau, deren nachtschwarze Haut von alten Narben gezeichnet war, bedachte sie mit etwas, das zweifellos als freundlicher Blick durchgehen konnte. »Alles sauber. Vielen Dank, dass Sie keinen Schmuggel treiben. Ihre Handfläche, bitte.«

Turman legte seine Hand auf die Datentafel und wartete, während im Innern des Geräts ein Licht aufblitzte. Myri versuchte, nicht besorgt zu wirken … und das Gerät wurde dunkel. Es gab kein plötzliches Aufblinken von rotem Text, der da sagte: Er trägt falsche Haut mit einem falschen Handabdruck, sofort verhaften!

Die Inspektorin fuhr fort: »Sobald wir den Zahlungseingang für Ihre Visa verzeichnen, steht es Ihnen frei, den Planeten zu besuchen. Willkommen auf Kuratooine.« Mit angedeuteten Verbeugungen drehten sie und der Menschenmann neben ihr sich um und begaben sich zum Raumschiff nebenan, einem merkwürdig aussehenden Y-Flügler, der schon etliche Jahre auf dem Buckel hatte. Der kinderfreundliche Droide folgte ihnen.

Myri stieß langsam ihren Atem aus. »Ich hasse diesen Teil.«

»Aber du bist ziemlich gut darin.« Turman gab sie frei.

»Das Einzige, was mir hier gefällt, ist das Glücksspiel. Ich kann die Karten von hier riechen.«

Voort gesellte sich zu ihnen. »Ich nicht. Und übrigens: Bubbo?«

Myri grinste. »Du siehst genauso aus wie ein Bubbo.«

»Der Name auf meiner Identikarte ist ein anderer.«

»Es könnte ja ein Spitzname sein.«

Voort ging rüber, um einen Blick aus dem nächstgelegenen Sichtfenster zu werfen. Das große Fenster mit den abgerundeten Ecken zeigte Kuratooine, ein riesiges Rund aus blauem Wasser und moosgrünen Kontinenten, weiß an den Polarkappen und sandig-braun am Äquator.

Myri trat neben ihn. »Wirklich sehr hübsch. Zu hübsch, als dass man einer Schlange wie dem General erlauben dürfte, sich hier niederzulassen.«

»Wir wissen nicht mit Sicherheit, dass dies sein Ziel ist.« Turman raunte ihr die Worte ins Ohr wie ein leidenschaftlicher Ehemann, der seiner Liebsten süße Anzüglichkeiten zuflüstert. »Kuratooine ist bloß unsere erste Wahl.«

Myris Datapad piepte. Sie zog es aus der Tasche und sah sich die Nachrichten auf dem Bildschirm an. »Scuts Mobillabor wurde vom Zoll freigegeben. Er trifft momentan alle nötigen Vorkehrungen, um es auf den Planeten schaffen zu lassen. Sharr meldet, dass von Vandor-3 keinerlei Berichte vorliegen, dass der General auf eine lange Reise gehen oder untertauchen würde oder irgendetwas in dieser Art. Offensichtlich ist er überaus zuversichtlich, dass sich alles zu seinen Gunsten entwickelt. Und unsere Zahlung wurde bestätigt. Jetzt können wir selbst nach unten.«

Die Gespenster trafen zu zweit und zu dritt in ihrem neuen, provisorischen Hauptquartier ein, einer Ansammlung alter Büro-Fertigbauten auf einer Klippe, die einen alten Steinbruch überschaute. Das bloß zwanzig Klicks vom Nordostrand von Kura-Stadt befindliche Gelände war abgelegen genug, um die Aktivitäten der Gespenster geheim zu halten. Ein dichter Baumgürtel, der die Gebäudeansammlung auf drei Seiten umgab, steigerte die Privatsphäre noch, die das Gelände bot. Darüber hinaus befand sich das Anwesen nah genug bei der Stadt und dem dahinter liegenden Armeestützpunkt, um seinen Zweck zu erfüllen.

Myri, Turman und Voort trafen als Erste ein. Myri flog das Shuttle der Erschütterer, das jetzt in stilvollem Silber mit goldenen Elementen lackiert war. Sie führten sofort eine rasche Überprüfung des Geländes durch, um sich zu vergewissern, dass alles mit den Unterlagen übereinstimmte, die ihnen die auf Kuratooine ansässige Firma geschickt hatte, die das Gelände managte.

Scut und Trey kamen mit einem Luftgleiter-Taxi, das auch die Kiste – groß wie ein Wookiee-Sarg – beförderte, in der sich Scuts organische Gewebeproben und seine Laborausrüstung befanden.

Sharr und Huhunna trafen in einem gemieteten Luftgleiter ein, einem langen schwarzen Gefährt mit geschlossenem Dach, das aussah, als diene es normalerweise dazu, unauffällig Berühmtheiten zu befördern. Der Kofferraum unter der Heckklappe war voll mit Nahrungsmitteln und anderen Vorräten, die sie auf einem Markt in Kura-Stadt gekauft hatten. Trey machte sich unverzüglich daran, die Schubdüsen und Repulsoren des Speeders auseinanderzunehmen und aufzurüsten.

Thaymes und Drikall kamen auf gemieteten Düsenschlitten. Bei ihrer Ankunft begaben sie sich nicht sofort zu der Gebäudeansammlung. Stattdessen brausten sie runter in den Steinbruch und jagten einander durch das unebene Gelände, während Voort ihnen von der Klippe aus zusah und über mögliche Zusatzausgaben durch geschrottete Swoops und gebrochene Knochen nachgrübelte. Beide Männer und ihre Fahrzeuge erreichten die Gebäude allerdings in einem Stück.

Jesmin und Wran trafen als Letzte ein, in einem großen, kastenförmigen grauen Liefergleiter, den sie erworben hatten. Im geräumigen Frachtraum des Speeders befand sich die »heiße Ware« – die schmutzig weiße Duraplast-Transportkiste, die ganz von Corellia hierhergeschafft werden musste, was nur durch das Zahlen von Schmiergeld bei jeder Transfer- und Inspektionsstation möglich gewesen war. In der Kiste waren einige von Scuts Gewebeproben, die den lokalen Gesundheitsbehörden nicht gefallen oder ihnen sogar Angst einjagen würden, sowie eine Vielzahl von Waffen – einschließlich Wrans Scharfschützengewehr –, die jeden Friedenshüter dazu veranlasst hätten, einen Haftbefehl auszustellen.

Scut mit seinem neuen Gesicht – einem länglichen, kantigen Menschenantlitz mit Bürstenschnitt und einem rätselhaften kleinen Lächeln – richtete sein Labor in einem der abseits gelegenen Fertiggebäude ein. Thaymes, der für das Team die Computer- und Kom-Aufgaben übernahm, beschaffte einen kompakten Holoprojektor von einem hiesigen Hersteller und baute ihn an einer Wand des Hauptraums des größten Gebäudes auf: dem Operationszentrum. Außerdem installierte Thaymes in einer Ecke derselben Kammer ein aufwendiges Computer- und Kommunikationssystem.

Trey, der für Herstellung und Wartung der Ausrüstung zuständig war, bezog mit seiner Werkstatt den Fertigbau neben Scuts Labor. Wenn er nicht gerade damit beschäftigt war, an den Fahrzeugen herumzubasteln, richtete er in einer Ecke desselben Gebäudes einen Trainingsbereich ein. Huhunna spannte eine Hängematte hoch in den Bäumen in der Nähe der Gebäude und half Jesmin dann dabei, an strategisch wichtigen Punkten rings um das Gelände Sensoren im Blattwerk zu verstecken. Drikall zog in eins der kleineren Fertiggebäude, in dem er nicht bloß sein eigenes Quartier einrichtete, sondern ebenso eine kleine Medistation. Die anderen hingegen nahmen sich Zimmer im selben Gebäude, in dem sich auch das Einsatzzentrum befand.

Als die Nacht hereinbrach, hatten sie schließlich fertig ausgepackt und ihre Ausrüstung einsatzbereit gemacht. Sie versammelten sich im Einsatzzentrum.

Myri schaute sich gereizt um. »Ich weiß, was wir vergessen haben: Kochgeschirr für die Küche.«

Jesmin sackte in einem der Stühle zusammen, die die vormaligen Betreiber der Anlage zurückgelassen hatten. »Morgen. Heute Nacht können wir mit Feldproviant überleben.«

Voort ging an der Außenwand entlang und zog Jalousien zu. »Seltsamerweise fühle ich mich hier ganz wie zu Hause.«

Jesmin schüttelte den Kopf. »Noch haben wir keinen Sprengstoff unter sämtlichen Fußböden platziert, um den Laden in die Luft zu jagen, wenn wir verschwinden. Erst wenn das erledigt ist, wird das hier unser Zuhause.«

Voort schloss die Jalousien des letzten Sichtfensters. »Du bist wirklich die Tochter deines Vaters.« Er wandte sich an Thaymes. »In Ordnung. Verschaff mir einen Überblick über den Planeten.«

Thaymes saß an seiner Computeranlage und drückte einige Tasten. Der Holoprojektor erwachte brummend zum Leben. In der Mitte des Raums tauchte in der Luft ein schimmerndes Bild auf, ein Globus, der Kuratooines Kontinente zeigte. Winzige Punkte kreisten über der Kugel im Orbit, die die Skifter-Station und andere künstliche Trabanten darstellten. Am weitesten entfernt schwebten zwei Sphären, die kleiner waren als Kuratooine, im Orbit – die Monde des Planeten, die manchmal in einer Wand des Einsatzzentrums verschwanden und dann einen Moment später aus einer anderen wieder auftauchten.

»Wir haben es hier mit einem ausgesprochen hübschen Ort zu tun, an dem unsere Zielperson möglicherweise ihr Lager aufgeschlagen hat. Ein Lager, in dem der Kerl Zuflucht suchen wird, nachdem er seine wahre Identität aufgegeben hat. Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht liegen wir vollkommen falsch, und sein Ziel ist ein anderes. Genau das müssen wir herausfinden.« Voort wies auf einen dunkleren Flecken auf der Planetenoberfläche, ein Stück nördlich des Äquators, in der Nähe des Zentrums von einem der Kontinente der nördlichen Hemisphäre. Der Fleck lag zwischen Bergen unmittelbar im Westen und einem riesigen See direkt im Osten. »Kura-Stadt, einst nur Kura genannt, ist eine Bergbau-Kolonie. Früher wurden in den benachbarten Bergen Edelmetalle und Juwelen gefördert, darunter auch in den Schwarzgipfelbergen, gleich an Westrand der Stadt, auch wenn die alten Adern schon seit fünfzig Jahren nicht mehr viel hergeben. Als es mit dem Planeten im Yuuzhan-Vong-Krieg allmählich den Bach runterging, kamen die meisten Angehörigen der Kura-Familie ums Leben, und die einzige Überlebende hielt sich genau hier auf Kuratooine auf. Im Gegensatz zu vielen anderen Planetenoberhäuptern ließ sie unverzüglich verlauten, dass Flüchtlinge jedweder Herkunft willkommen seien, um sich hier niederzulassen. Kuratooine lag außerhalb der Kontrolle der Neuen Republik, des Imperiums und jeder anderen Planeten-Allianz, weshalb Dame Kura mit gewissen zweifelhaften Restriktionen davonkam, die die neuen Siedler quasi zur Zwangsarbeit verpflichteten … Allerdings war sie nicht dumm und gab jedem Siedler nach drei Jahren in ihren Diensten die Möglichkeit, sich für einen fairen Preis die Freiheit zu erkaufen. Die Immigranten arbeiteten dann drei Jahre lang hart, sparten jeden Credit, den sie erübrigen konnten, machten sich mit dem Gelände vertraut, erfüllten ihre Verträge … und dann gewährte Dame Kura ihnen großzügig Darlehen, um die Geldmittel, mit denen sie sich freigekauft hatten, zurückzubekommen und sich davon Land zu kaufen.«

Sharr wirkte beeindruckt. »Verstehe. Also hatte sie am Ende eine hart arbeitende Bevölkerung mit langfristigen finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Planetenführung, für die sie sogar Dankbarkeit empfinden.«

»Korrekt.« Voort griff in die Tasche mit Feldproviant und anderen Vorräten, die Huhunna auf dem Boden neben ihm abgestellt hatte. Er holte ein kleines Päckchen hervor – ein sich selbst erhitzendes Dessert – und warf es Sharr zu. »Infolgedessen haben wir heute eine zu neuem Leben erweckte Bergbauindustrie, florierenden Handel, leichte, aber anhaltende Zuwanderung und ein stetig wachsendes Tourismusgeschäft, einschließlich der Skifter-Station und jeder Menge anderer Glücksspielstätten unten auf dem Planeten.«

»Das erklärt aber nicht die Militärbasen.« Myri zog einen der neu erworbenen Polstersessel zu einer Stelle an der Wand und setzte sich.

»Thaymes, gib uns einen näheren Blick auf Kura-Stadt und die Umgebung.« Voort wartete, bis sich die schwebende Kugel in eine flache Karte verwandelte, die lediglich die Stadt plus ein paar Kilometer an Bergen und Seen zeigte. Jetzt war der Unterschied zwischen Kura-Stadt und der Militärbasis gleich südlich davon offensichtlich – verglichen mit der sich organisch ausbreitenden Zivilstadt waren die Straßen und Gebäude des Stützpunkts in ordentlichen Rastern angeordnet.

Sharr runzelte die Stirn. »Wir sind jetzt im Feldeinsatz. Sollte es da nicht lieber Drei heißen und nicht Thaymes?«

Thaymes schaute verwirrt drein. »Bin ich denn noch Drei? Oder ist Myri Drei? Tut mir leid, ich meinte Die-andere-Drei.«

Voort knurrte. »In Ordnung. Offenbar funktioniert es nicht so richtig mit den neuen Nummern, nachdem wir uns gerade an die alten gewöhnt hatten. Und so was zu sagen wie Team Eins, Gespenst Vier ist auch ineffizient. Deshalb werden wir es so machen, wie es schon Jesmins Vater gemacht hat.« Er deutete mit einem Finger auf sich selbst. »Ich bin Anführer oder Matheboy.« Er wies auf Sharr. »Du bist Denkerboy. Und, Myri, du bist Zockergirl.«

Es dauerte ein paar Minuten. Turman gab sich mit Bühnenboy zufrieden, und Thaymes wurde zu Kom-Boy. Jesmin und Huhunna wollten beide Baumgirl sein, doch am Ende gab Jesmin nach und fand sich mit Rangergirl ab. Trey argumentierte, dass Muskelboy zu eng gefasst sei und ihn nicht unbedingt im besten Licht erscheinen lasse, aber Myris Vorschlag, ihn dann doch Beautyboy zu nennen, brachte ihn dazu, lieber den Mund zu halten. Voort verpasste Scut den eher neutralen Namen Laborboy, und aus Drikall wurde Saniboy. Mangels eines besseren Vorschlags gab Wran sich schließlich mit Ballerboy zufrieden.

»Also …« Voort wischte sich imaginären Schweiß von der Stirn. »Wo war ich stehen geblieben?«

Sharr, der sein Belohnungsdessert halb verzehrt hatte, schaute auf. »Du wolltest gerade erklären, wie die Militärbasen mit unserem Beuteboy zusammenhängen.«

»Genau.« Voort wies auf den Armeestützpunkt auf der Karte. »Das geht wiederum auf die alte Dame Kura zurück. Sie bot den bewaffneten Streitkräften der Allianz langfristige Pachtverträge für große Landzuweisungen: ein Jahrhundert für die günstige Summe von einem Credit. Außerdem sollten sie oder ihre Erben sämtliche unbeweglichen Objekte behalten dürfen, wenn das Militär schließlich abzöge. Die Streitkräfte gingen natürlich bereitwillig darauf ein, nicht zuletzt wegen der günstigen Lage von Kuratooine, das sich nicht allzu weit von der Grenze zu den Imperialen Restwelten entfernt befindet, und weil das Risiko bestand, dass Dame Kura den Restwelten dasselbe Angebot unterbreiten würde, wenn die Allianz ablehnte. Sicherlich erinnert ihr euch, dass die Restwelten am Ende des Yuuzhan-Vong-Krieges recht gut abgeschnitten haben. Deshalb haben wir die Rimsaw-Station im Orbit, die sich die Flotte der Allianz und das Sternenjäger-Oberkommando teilen.«

Myri grinste. »Dann ist die Station also ein Ort der Beschaulichkeit und Kooperation, ein Musterbeispiel dafür, wie die Beziehungen zwischen den Streitkräften sein sollten.«

Voort warf ihr einen missbilligenden Blick zu. »Du bist zu jung, um eine solche Zynikerin zu sein, Zockergirl. Das ist mein Job. Und dann gibt es da noch die neue Militärbasis neben Kura-Stadt. Hoch damit, Kom-Boy!«

Thaymes sah ihn ausdruckslos an. »Sprengstoff ist eigentlich nicht so mein Fachgebiet …«

»Vergrößere das Bild

»Oh, tut mir leid.« Thaymes machte sich an seinen Kontrollen zu schaffen, und die Holokarte veränderte sich von Neuem. Die untere Mitte dehnte sich aus, um schließlich das gesamte Bild zu beherrschen. Jetzt war die Basis detaillierter zu erkennen. Die Exerzierplätze und Laufstege waren deutlich sichtbar, die Kasernen ließen sich von Büro- und Fuhrpark-Gebäuden unterscheiden. Bei den eckigen Bauten entlang des Grenzbereichs handelte es sich um Verteidigungs- und Wachtürme.

Voorts Geste umfasste die gesamte Karte. »Das ist die Chakham-Militärbasis. Dort ist ein Infanteriebataillon stationiert, das Neunundachtzigste – fünf Kompanien Schnapphunde, ein Umstand, der uns überhaupt erst auf diesen Planeten aufmerksam werden ließ. Die Basis wurde errichtet, nachdem General Thaal das Kommando über die Armee übernommen hatte, ein weiterer Hinweis für uns. Der Stützpunkt ist nach einem gewissen General Chakham benannt, einem von Thaals Förderern, nachdem er vom Imperium abtrünnig wurde, aber ich sollte außerdem erwähnen, dass General Chakhams Tochter Norena zu den ursprünglichen Schnapphunden gehörte und inzwischen selbst zur Generalin befördert wurde. Die Chakham-Basis ist ein Testgelände für neue Waffensysteme, die auf ihre mögliche Massentauglichkeit hin analysiert werden. Außerdem verfügen die dortigen Schnapphunde über Sternenjäger, genauer: über eine kleine Einheit E-Flügler, die theoretisch zu Trainingszwecken dienen – ein Umstand, der dem Sternenjäger-Oberkommando gehörig missfällt.« Voort setzte sich in Bewegung und trat von dem Hologramm fort. »Also begannen wir damit, uns die Chakham-Basis mal genauer anzusehen. Und was haben wir dabei festgestellt? Dass der Stützpunkt von General Thaal eine Menge persönliche Aufmerksamkeit erfährt. Mehrere der ursprünglichen Schnapphunde waren vor einigen Jahren hier, bei der Grundsteinlegung und bei der Einweihungsfeier. Und wenn wir davon ausgehen, dass er bei seinen illegalen Machenschaften stets nach demselben Muster verfährt … Nun, gleich neben der Basis, zwischen dem Stützpunkt und der Stadt, liegt ein Berg, der der Schwarzgipfel genannt wird und unter dem sich ein ausgedehntes Netzwerk ausgedienter Mienen befindet. Alte Karten zeigen, dass einige dieser Tunnel bis zur neuen Basis im Süden und im Norden bis in die Stadt reichen.«

Wran schaute nachdenklich drein. »Ein ausgedehntes Minennetz bietet jede Menge Platz, um für den Schwarzmarkt bestimmtes Diebesgut zu lagern.«

Voort griff in die Tasche, um ein weiteres Dessert hervorzuholen, und warf es Wran zu. »Ganz genau. Je intensiver wir uns Kuratooine ansehen, desto verdächtiger wird hier alles. Und dann ist da noch Usan Joyls Profil für Thaals neue Identität. Auf dieser Welt tummeln sich viele Siedler von zerstörten oder krisengeplagten Planeten. Kuratooine ist eine Urlaubswelt, was bedeutet, dass die hiesige Regierung daran gewöhnt ist, die Vorschriften zu beugen und in die andere Richtung zu schauen, wenn genug Credits den Besitzer wechseln. Die Leute hier sind es gewöhnt, fremde Gesichter zu sehen. Kom-Boy hat außerdem bestätigt, dass die Akten der Planetenregierung zwar auf einer größeren Anzahl von Archivmaschinen gespeichert sind als üblich, sich theoretisch aber dennoch manipulieren lassen.«

Sharr runzelte die Stirn. »Was ist mit HyperTech? Gibt es irgendwelche Verbindungen zu HyperTech Industries auf Kuat?«

Voort zuckte mit den Schultern. »Wir können unmöglich feststellen, ob die Militärbasen hier über HyperTech-Equipment verfügen oder nicht. Die Chancen dafür stehen aber vermutlich recht gut.«

Sharr blickte finster drein. »Ich wünschte …« Er schnappte sich einen Klappstuhl und zog ihn aus seiner Verpackung. Er klappte ihn auseinander und setzte sich verkehrt herum darauf, um sich über die Rückenlehne nach vorn zu beugen. »Ich wünschte, wir wüssten, ob die Sache mit HyperTech irgendwie mit diesem ganzen Schlamassel zusammenhängt.«

»Das wissen wir.« Voort nickte Thaymes zu. »Kom-Boy ist dahintergekommen, unmittelbar bevor wir Vandor-3 verließen. Während der Evakuierung war die Situation bekanntlich ein wenig verworren, deshalb hat er mir erst anschließend davon berichtet, sobald wir auf Corellia waren. Kom-Boy, zeig mir die Grafik, um die ich dich gebeten habe.«

Das Bild der Chakham-Basis verschwand, um durch eine dreidimensionale Darstellung des HyperTech-Firmenlogos ersetzt zu werden, ein schwarzes Feld mit dem Firmennamen, der aus horizontal gestreckten Sternen zu bestehen schien – eine künstlerische Interpretation dessen, was Brückenbesatzungen beim Sprung in den Hyperraum sahen. »Es hätte keinen Sinn ergeben, wenn jede HyperTech-Hyperkom-Einheit auf einem entführten Frachtschiff gelandet wäre.« Voort fuhr fort. »Dieser ›Zufall‹ wäre dann schon wesentlich früher aufgefallen. Das bedeutet, dass andere Einheiten – und zwar jede Menge davon – hergestellt, verkauft und dann sicher an die Käufer geliefert wurden, einschließlich unserer bewaffneten Streitkräfte. Und wann hat das alles angefangen?«

»Wir wissen, dass HyperTech den Militärvertrag bereits hatte, als die Lecersen-Verschwörung aufgedeckt wurde.« Sharrs Stirnrunzeln vertiefte sich. »Bevor es auch nur den geringsten Hinweis darauf gab, dass man der Verschwörung jemals auf die Schliche kommen würde. Falls HyperTech also in die Verschwörung verstrickt ist, wurde das Ganze eingefädelt, um die Ziele der Verschwörung zu erreichen, nicht Thaals persönliche Ziele.«

»Korrekt.« Voort wirkte jetzt ganz wie der Professor, der er war. Er eilte hin und her und suchte mit einem Gespenst nach dem anderen Blickkontakt, als würde er ihnen eine Lektion in Mathematik erteilen. »Wir müssen annehmen, dass sie das Unternehmen mit einem einzigen Ziel gegründet haben, das aller Vernunft nach nichts mit dem Kapern von Frachtschiffen zu tun hatte, und dass Thaal das Unternehmen irgendwie für seine eigenen Zwecke untergraben hat – denn Frachtschiffe zu entführen kommt ihm bei seinen Schwarzmarktaktivitäten mit Sicherheit zugute. Aber welchen Zweck hatte die Firma ursprünglich? Vergesst nicht, dass es etwas sein musste, das den Verschwörern dabei geholfen hätte, die Allianz als untergebenen Mitgliedsstaat ins Imperium einzugliedern. Denkt außerdem daran, dass sie andere Militärdienstleister, die Hyperkom-Einheiten einer bestimmten Größe liefern konnten, unterboten haben. Möglicherweise betreiben sie das Unternehmen sogar mit Verlusten.«

»Oh. Oh!« Myri kippelte aufgeregt mit ihrem Stuhl. »Ich weiß es. Die Hyperkom-Einheiten wurden sabotiert.«

Voort griff in die Tasche und hielt ein weiteres Dessert hoch, ohne es jedoch abzugeben. »In welcher Hinsicht sabotiert?«

Myri runzelte die Stirn. »Nicht, um zu einem bestimmten Zeitpunkt auszufallen. Nicht genug Einheiten stammen von HyperTech, deshalb würde ein solcher Ausfall die Kommunikation der Allianz insgesamt nicht beeinträchtigen …« Dann lächelte sie. »Sie nehmen Stichproben von sämtlichen Übertragungen. Sie komprimieren, verschlüsseln und übermitteln sie an einen zentralen Ort. Wenn man dann genug Analysten hinsetzt, um sich mit dem ganzen Kom-Verkehr zu befassen, erhält man einen stetig detaillierter werdenden Überblick über Verteidigungsanlagen der Allianz, Flottenbewegungen, Geheimoperationen …«

Voort warf ihr das Dessert zu. »Genau so ist es. Dementsprechend muss es sich um eine ausgesprochen subtile Sabotage handeln. Vermutlich keine mechanischen Defekte. Stattdessen reden wir hier aller Wahrscheinlichkeit nach über implementierte Kodierungen, die mit der speziellen Architektur von HyperTechs Computerhardware arbeiten. Bringt man dieselbe spezielle Kodierung in anderer Hardware unter, passiert nichts Schlimmes. Nichts, das man registrieren würde.«

Sharrs Augen weiteten sich. »Das hätte den Verschwörern auf gegnerischer Seite eine entscheidende militärische Schwäche verschafft, die sie hätten ausnutzen können. Und Thaal hat damit nach wie vor etwas überaus Wertvolles in Händen, das er verkaufen kann. Vielleicht nicht unbedingt an den imperialen Staatschef Reige, aber es gibt jede Menge Moffs, die dafür einen ordentlichen Batzen hinblättern würden. Das gilt ebenso für andere Feinde der Allianz – beispielsweise für Verbrecherkartelle.«

»Das würde ihm ein Vermögen einbringen.« Trey klang ehrfürchtig. »Vo…, äh, Matheboy, das hier ist wichtiger als bloß die Frage, ob General Thaal korrupt ist oder nicht. Wir müssen das sofort melden.«

Voort schüttelte den Kopf. »Wir werden das später melden. Wir werden denen HyperTech und General Thaal auf dem Silbertablett servieren.«

»Nicht, wenn wir alle dabei draufgehen.« Trey gab sich keine Mühe, die Bestürzung aus der Stimme herauszuhalten. »Nicht, wenn wir enden wie … wie Eins.«

»Selbst wenn es so kommen sollte.« Voort wandte sich an Myri. »Zockergirl, ich habe hier eine Datei mit sämtlichen relevanten Informationen und Spekulationen, die wir über HyperTech haben. Ich möchte, dass du sie deinem Vater über dieselben verschlungenen Wege zukommen lässt, über die du ihn nach Vandor-3 bestellt hast. Falls der Kontakt zu uns abbricht, muss er dafür sorgen, dass die Daten in die richtigen Hände gelangen.«

Myri nickte. »Dafür kriege ich aber ein Extradessert.«

»Abgemacht.«

»Vielen Dank, Dessertboy. Jetzt ist alles, was wir noch zu tun haben, nicht den Löffel abzugeben.«

Endlich setzte Voort sich hin und machte es sich unweit von Jesmin in einem der älteren Stühle gemütlich. »Wir sind hier, um herauszufinden, ob dies der Ort ist, an den Thaal sich zurückziehen will, wenn er aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwindet. Wir stehen unter Zeitdruck, auch wenn wir nicht recht wissen, wann unsere Frist abläuft. Aufgrund von Faktoren, über die wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht einmal spekulieren können, könnte Thaal jederzeit beschließen unterzutauchen, mit dem Wechsel seiner Identität zu beginnen und sich zu seinem neuen Zuhause zu begeben. Falls er das tut und wir ihn nicht finden, bevor er alle Brücken hinter sich abgebrochen hat, werden wir ziemliche Probleme haben zu beweisen, dass er General Stavin Thaal ist, sobald er seine neue Identität erst einmal angenommen hat. Wir können uns ja ohnehin schon keinen rechten Reim darauf machen, warum er das nicht längst getan hat.«

Wran suchte seinen Blick. »Wegen seiner Frau. Wegen ihrer laufenden Scheidung. Sie ist ein loses Ende.«

Voort schüttelte den Kopf. »Ich denke, dass dieses lose Ende für ihn bereits erledigt ist. Er hat ihr die Möglichkeit genommen, auf diese Vermögenswerte zurückzugreifen, sodass er sich nehmen kann, was immer er will, um einfach zu verschwinden. Das Scheidungsverfahren wird auch in seiner Abwesenheit über die Bühne gebracht. Keine losen Enden.« Er runzelte die Stirn und starrte ins Nichts. »Warum hat er die Verwandlung nicht längst eingeleitet? Es wird höllisch schwierig sein zu beweisen …« Seine Stimme schweifte ab. »Höllisch schwierig zu beweisen …«

Die anderen starrten ihn an.

»Matheboy?« Myri versuchte, die Besorgnis aus der Stimme herauszuhalten, doch Voort reagierte nicht. »Matheboy? Anführer? Voort?« Myri stand auf und ging zu Voort hinüber. »Bist du in Ordnung?«

Er schaute zu ihr auf, die Bewegung so plötzlich, die Miene so grimmig, dass sie mit einem Satz zurücksprang. Er stand wieder auf, und es schien, als sei er während seines kurzen mentalen Aussetzers um einige Zentimeter gewachsen. »Warum nicht jetzt? Natürlich. Weil es höllisch schwer wäre, das zu beweisen. Natürlich

Sharr drehte sich um und warf Drikall einen anklagenden Blick zu. »Du hast ihm doch keinen Pfeil verpasst, oder?«

Der Devaronianer schüttelte den Kopf. »Ich hatte gehofft, du sagst, dass er so was andauernd macht.«

»Nicht in all den Jahren, in denen ich schon mit ihm zusammenarbeite.«

Voort wirbelte auf der Stelle herum, und sein Blick fiel der Reihe nach auf jedes der Gespenster. Seine Bewegungen waren beinahe balletthaft. »Thaal hat uns eine Superwaffe in die Hand gegeben.«

»Gut …« Myri versuchte, nicht unsicher zu klingen.

Voort beendete seine Drehung und sah sie an. »Es spielt keine Rolle, ob Kuratooine sein eigentliches Ziel war. Wir müssen ihn hierherbringen, jetzt sofort. Und hier werden wir seine Superwaffe auf ihn richten und den Abzug drücken. Bum!« Er warf die Arme in die Höhe, um seinem Ausruf noch mehr Nachdruck zu verleihen. Myri trat von ihm zurück, doch Voort ignorierte sie. »Befehle. Scut.«

Turman half ihm mit einem bühnenreifen Flüstern aus: »Laborboy.«

»Laborboy. Ich brauche eine Neoglith-Maske, die Thaals Gesicht simuliert. Außerdem brauche ich etwas, von dem ich annehme, dass es wesentlich schwieriger zu bewerkstelligen sein wird. Ich brauche einen Neoglith-Ganzkörperanzug für Turman.«

Scut blickte verwundert, und sein neues, menschliches Gesicht verlor sein Lächeln. »Von welcher Spezies?«

»Von einer neuen Spezies? Orientier dich genetisch an einer auf Kuratooine heimischen Lebensform, falls möglich, andernfalls an etwas aus einem nahe gelegenen System. Ich will, dass die Ermittler ihn überprüfen, ihn durchleuchten, ihn scannen und dann sagen: Das ist was Neues

»Verstanden.« Scut klang nicht so, als würde er auch nur das Geringste verstehen.

»Und … Edelsteine. Denkst du, dein Vater wäre bereit, uns einen Gefallen zu tun, ohne Fragen zu stellen?«

Scut nickte. »Ich weiß, dass er das tun würde.«

»Ich sage dir später, worum genau es geht. Zeugen! Wir werden Zeugen brauchen. Und … ein Luftgefecht darf auch nicht fehlen. Wer von euch ist der beste Pilot?«

Die anderen Gespenster sahen einander an. Myri, Sharr und Jesmin hoben die Hände. Jesmin sah Myris Hand in der Luft, daraufhin ließ sie ihre wieder sinken.

Sharr schaute in Myris Richtung. »Ich denke, das ist mein Part. Ich bin schon geflogen, da war Zockergirl erst sieben.«

Das Lächeln, mit dem sie seins quittierte, war trügerisch süß. »Und ich fliege, seit ich sieben bin. Ich bin vielleicht nicht so gut wie mein Daddy oder meine Schwester Syal, aber dich stecke ich allemal in die Tasche.«

Sharr verdrehte die Augen. »Klären wir das im Simulator.«

»Nein.« Voort wies auf Myri. »Zockergirl fliegt mit mir. Denkerboy, ich will, dass du dich nach Coruscant begibst.«

»Aber ich bin gerade eben erst hier angekommen!«

»Ich empfehle leichtes Gepäck. Du bleibst nämlich nicht lange dort.« Voort schaute sich um. »Kom-Boy, finde raus, ob die Mine unter dem Schwarzgipfelberg seine Schwarzmarktbasis ist. Falls nicht, finde raus, wo sich diese Basis befindet – und wo der obere Ausgang ist. Saniboy, sie werden Schnapphunde schicken. Ich will etwas, das ihnen das Leben schwerer macht – so was wie Tränengas. Eine Art schwächender Staub wäre noch besser als Gas – es wäre ganz gut, wenn der Wind das Zeug nicht sofort über unsere Zeugen pusten würde. Muskelboy, mach ein bisschen Sprengstoff für uns einsatzbereit. Sprengstoff können wir immer gebrauchen, schließlich sind wir die Gespenster. Ach, und wir brauchen Sternenjäger – am besten X-Flügler. Außerdem müssen jetzt alle zusammenarbeiten, um in Erfahrung zu bringen, ob er vor Ort eine Geliebte hat.« Voort sah von einem zum anderen und holte tief Luft. »Und lächelt. Wir haben ihn. Wir haben General Thaal im Sack!«