17. Kapitel

CHASHIMA

29 JAHRE NACH DER SCHLACHT VON YAVIN (15 JAHRE ZUVOR)

Piggy hockte auf einer Hügelkuppe und ließ den Blick über das Panorama von Waldgebieten und Feldern aus grünem, knöchelhohem Trockenmoos schweifen, während eine kühle Brise aus dem Norden seine Wange kitzelte und das Gestrüpp um ihn herum im Wind wogen ließ – und er hielt sich seinen rebellierenden Magen. Gedankenverloren warf er zum sechzehnten Mal, seit er diesen Observationsposten bezogen hatte, einen Blick auf die Anzeigen seines Blastergewehrs, eines klobigen Modells mit Zielfernrohr und integriertem Unterlauf-Granatwerfer.

Die natürliche Schönheit weiter unten war dem Untergang geweiht. Die Yuuzhan Vong kontrollierten diese Welt, und wenn sie beschlossen, seine Ressourcen auszubeuten, würden sie diesen hübschen Planeten vongformen, um ihn in ein Ebenbild ihrer vor langer Zeit vernichteten Heimatwelt zu verwandeln. Dann würde es hier von unheimlichen, bedrohlichen Pflanzen und Tieren und wer weiß was sonst noch wimmeln. Die Gemeinden hier würden zerstört und die Bürger eingepfercht werden, um sie zu verrohen und sie die Wege der Yuuzhan Vong zu lehren, bis ihre Vergangenheit bloß noch eine trübe, bedeutungslose Erinnerung war.

Vielleicht war er, Piggy, ebenfalls dem Untergang geweiht. Vielleicht waren die anderen Gespenster, die an dieser Operation teilnahmen und sich irgendwo zwischen seiner Position und dem Scharfschützennest befanden, das die Yuuzhan Vong ein Dutzend Kilometer weiter südlich errichtet hatten, dem Untergang geweiht. Vielleicht war alles, was er kannte, dem Untergang geweiht.

Hundert Meter weiter südlich machte Piggy eine Bewegung aus. Farben, wie sie sich auch ringsum in der Landschaft fanden, die jedoch definitiv kein Teil davon waren, huschten über das hügelige Gelände. Er kroch über einen schrägen, flachen Felsen auf der Spitze des Hügels weiter vor. Der Fels trug sein Gewicht, das hatte er zuvor überprüft. Sein Kopf ragte über die Kante hinaus, als er sein Makrofernglas an die Augen hielt.

Es handelte sich um ein hochtechnisches Makrofernglas, das das Blickfeld stabilisierte, geringfügiges Rucken der Hände ausglich und selbst durch das Atmen hervorgerufene Körperschwankungen kompensierte. Auch schwächste Regungen wie die der sich im Wind wiegenden Pflanzenstängel wurden herausgerechnet. Übrig blieb nur das, was sich tatsächlich aus eigenem Antrieb bewegte.

Innerhalb von Sekunden hatte er sie entdeckt: zwei Gestalten, deren Kleidung und Ausrüstung von Kopf bis Fuß mit einem Tarnmuster überzogen waren – Estoric Sandskimmer und Knirps Ekwesh. Der blonde Mensch führte einen grauen, konischen Zylinder mit sich, matt und nichtssagend. Er wiegte den Behälter beim Laufen in den Armen. Estoric wies seitlich einen dunklen Fleck auf, der nicht zum Tarnmuster des Anzugs gehörte – Blut. Knirps schien unverletzt zu sein. Beide hasteten schnell dahin, geradewegs auf Piggys Position zu.

Piggy brauchte einen Moment, um zu erkennen, was ihn an dem Bild störte: Weder Estoric noch Knirps hatten einen Rucksack oder ein Blastergewehr dabei. Allem Anschein nach waren sie gezwungen gewesen, ihre Ausrüstung zurückzulassen, um schneller voranzukommen.

Fehlende Ausrüstung, Blut an Estoric – die beiden waren auf Yuuzhan-Vong-Krieger gestoßen. Aber sie hatten den Zylinder. Zumindest bislang hatten sie ihre Mission erfüllt.

Piggy stellte das Makrofernglas beiseite und brachte sein Blastergewehr in Anschlag. Er richtete es auf seine Freunde, spähte durch das Zielfernrohr und schwenkte von der Stelle aus, wo sich Estoric und Knirps befanden, nach Süden.

Tatsächlich, nur etwa fünfzig Meter hinter ihnen kamen drei Yuuzhan-Vong-Krieger in vollem Lauf in Sicht, die von der organischen Vonduun-Krabbenrüstung, die sie trugen, nicht im Mindesten verlangsamt wurden. Die Rüstung, die wie das Innere einiger Muscheln glänzte, bedeckte ihre Oberkörper. Weitere Teile dienten als Helm sowie Bein- und Armschienen. Bei diesen Rüstungsteilen handelte es sich um Lebewesen – keine zwei waren gleich, und sie waren so strapazierfähig, dass eine Brustplatte sogar einen schlecht geführten Lichtschwerthieb oder den schrägen Schuss eines Blastergewehrs abzuhalten vermochte.

Einen Moment lang erstarrte Piggy. Er war ein guter Schütze, aber nicht gut genug, um auf diese Entfernung sich schnell bewegende Ziele außer Gefecht zu setzen. Wenn er jedoch wartete, bis die Krieger seine Freunde eingeholt hätten, würden sie Estoric und Knirps zu nah sein, als dass Piggy gefahrlos auf die Yuuzhan Vong feuern konnte. Außerdem konnte er keine Kom-Verbindung zu Bhindi im Kanonenboot herstellen – nicht, wenn das, was der Geheimdienst der Galaktischen Allianz über das Gestalternest auf dieser Welt annahm, stimmte. Für diese Situation gab es keine gute Lösung, keine mathematisch perfekte Reaktion.

Die drei Krieger hielten Amphistäbe in den Händen – tödliche, schlangenartige Lebensformen, die im einen Moment steife Waffen zum Ausüben stumpfer Gewalt und im nächsten geschmeidige, peitschengleiche Tentakel mit giftigen Häuptern sein konnten. Jetzt jedoch wechselten sie die Amphistäbe in die Nebenhand. Jeder der Krieger griff in einen Beutel, holte etwas daraus hervor und schleuderte es.

Piggy zuckte zusammen. Das mussten Prallkäfer sein. Diese fliegenden, die Schwerkraft verzerrenden Insekten konnten im Moment des Aufpralls wesentlich schwerer werden, als sie eigentlich waren, indem sie tödliche Mengen kinetischer Energie gegen das Hindernis freisetzten, auf das sie trafen, ganz gleich, worum es sich dabei auch handeln mochte. Auf diese Entfernung konnte Piggy die Prallkäfer selbst nicht erkennen. Er sah, dass Knirps mit großen Schritten weiterlief. Das bedeutete, dass Knirps’ Störgerät funktionieren musste. Die Störvorrichtung, eine neue Spielerei der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Geheimdienstes, verwirrte Prallkäfer, die sich in einem bestimmten Umkreis befanden, und minderte ihre Zielgenauigkeit.

Estoric jedoch beugte sich nach vorn, als sei er in Hüfthöhe von einem Katapultgeschoss getroffen worden. Er geriet ins Straucheln und stürzte schwer zu Boden – der graue Zylinder rollte von ihm weg.

Eiseskälte durchfuhr Piggys Eingeweide. Er hörte sich selbst »Nein, nein, nein!« murmeln, als könnten die Worte die drohende Tragödie dazu verleiten, sich andere Opfer zu suchen. Er stellte den Schalter an seinem Blaster auf Granaten ein, nahm Estoric ins Visier und maß die Distanz zu dem Mann – es waren 153 Meter. Piggy wusste, dass Knirps Estoric nicht im Stich lassen würde, was bedeutete, dass der Kampf genau dort stattfinden würde.

Die drei Krieger verlangsamten ihren Vorstoß. Der größte von ihnen trug die am reichsten verzierte, schillerndste Rüstung, und sein Helm sorgte dafür, dass er so groß wie Knirps wirkte. Der zweitgrößte entsprach etwa einem durchschnittlichen Menschenmann, die Körpergröße des Kleinsten war ein wenig geringer. Darüber hinaus besaß Letzterer auch die am wenigsten beeindruckende Rüstung – vermutlich war er ein Heranwachsender.

Knirps blieb neben Estoric stehen. Er wandte sich dem Krieger zu, eine lange, mörderische Vibroklinge in der rechten Hand. Seine linke Faust war um etwas geschlossen, das Piggy nicht erkennen konnte. Estoric, der offenkundig Schmerzen litt, langte nach seiner Blasterpistole, bemüht, sie aus dem Halfter zu ziehen.

Dann waren die Krieger praktisch bei ihnen. Der Größte blieb zurück. Er stand auf einer kleinen Anhöhe und schickte den kleinsten Krieger vor.

Piggy biss die Zähne zusammen. Der Anführer der Yuuzhan Vong tat fast so, als sei das Ganze nichts weiter als eine Übung. Aber zumindest stand der große Krieger jetzt still. Piggy nahm ihn ins Visier, ohne sich die Mühe zu machen, die Zahlen auf seiner Zielfernrohranzeige zu lesen. Im Geiste berechnete er die Distanz des Kriegers zu Estoric: 10,3 Meter. Der Höhenunterschied zwischen Estoric und dem Krieger betrug zudem knapp zwei Meter. Der Wind kam mit acht Knoten von Nordnordwest. Kein Hitzeflimmern, das es zu berücksichtigen galt. Piggy hob den Lauf in den richtigen Winkel für den Granatschuss und drückte den Abzug. Mit Wucht prallte der Knauf der Waffe gegen seine Schulter. Er würde noch eine zweite Granate abfeuern, bevor die erste einschlug. Piggy legte auf den zweitgrößten Krieger an. Der stürmte auf Knirps zu und schwang seinen Amphistab. Der Kleinste stürzte sich auf Estoric.

Knirps’ Arm fuhr in die Höhe – sein linker Arm –, und seine Hand öffnete sich. Eine Wolke glitzernden Staubs schoss daraus hervor, die den kleinsten Krieger umfing und seinen Kopf umschloss.

»Nein, nein, nein …« Piggy wusste, dass das ein taktischer Fehler war. Knirps versuchte, Estoric zu beschützen.

Der Amphistab des zweiten Kriegers traf knackend Knirps’ Bauchgegend und schleuderte ihn auf den von Grün bedeckten Boden.

Der größte Krieger wurde unversehens von einer Wolke schwarz-roten Rauchs umhüllt. Piggy zwang sich, nicht in die Explosion zu blicken. Der zweite Krieger indes tat es. Der kleinste Krieger wich taumelnd vor Estoric zurück und schlug wie wild um sich, um den Staub aus seinem Gesicht zu bekommen.

Der Knall der Granatexplosion erreichte Piggys Ohr, ein fernes Kra-bumm. Piggys Fadenkreuz ruhte auf dem Rücken des zweiten Kriegers. Er hob den Lauf geringfügig an, um den Rand des Helms im Nacken des Kriegers ins Visier zu nehmen.

Der Krieger drehte sich um, um zu sehen, woher die Granate gekommen war. Durch die Bewegung landete sein Nacken direkt im Zielbereich des Fernrohrs. Piggy drückte den Abzug. Im Zielfernrohr loderte flüchtig der Lichtschein des abgefeuerten Blasterschusses auf, und dann wurde die blasse Haut des Yuuzhan Vong schwarz. Der Krieger wankte zurück und stürzte nieder.

Piggy orientierte sich neu und verschaffte sich rasch einen Überblick über die Gesamtsituation. Der größte Krieger lag mit versengtem Oberkörper auf dem Rücken. Sein ganzer Kopf war weg. Der zweite Krieger lag da und rührte sich nicht. Piggy war sicher, dass er tot war. Der kleinste Krieger stand über Estoric gebeugt da. Das Schwanzende seines Amphistabs hatte sich dreißig Zentimeter tief in Estorics Brust gebohrt, genau dort, wo das Herz saß. Estorics Körper zuckte krampfhaft, versteifte sich. Der Kopf des Kriegers drehte sich, als würde er nach einem Geräusch lauschen. Knirps’ Staub musste ihn geblendet haben, und dennoch hatte er Estoric gefunden und getötet.

Knirps, der noch auf den Beinen stand, krachte gegen den letzten Yuuzhan-Vong-Krieger. Gemeinsam stürzten sie zu Boden. Knirps’ rechte Hand schoss in die Höhe und sauste dann hernieder, um wieder und wieder mit der Vibroklinge zuzustechen. Das Blut des fremdartigen Kriegers färbte die Klinge schwarz – und plötzlich regte sich dort unten niemand mehr.

Obgleich er keine Luft mehr in der Lunge zu haben schien, rannte Piggy mit dem Blastergewehr in der Hand den Hang des Hügels hinunter und dann die leichte Anhöhe hinauf, dorthin, wo der Kampf stattgefunden hatte. Innerhalb weniger Sekunden erreichte er die fünf Kämpfer. Vier lagen reglos am Boden. Knirps lebte noch – seine Brust hob und senkte sich unregelmäßig, die Züge waren schmerzverzerrt, die Bewegungen schwach.

Knirps schaute auf, als Piggy über ihm auftauchte. Sein Kiefer arbeitete. »Am … phi …«

Erst in diesem Moment hörte Piggy das Rauschen, kaum lauter als der Wind, bloß ein paar Schritte rechts von ihm. Er wirbelte herum und legte an. Einer der Amphistäbe glitt durch das Moos schlangengleich auf ihn zu. Piggy feuerte.

Die wuchtige Gewehrsalve traf den Amphistab, wirbelte ihn in die Höhe und schleuderte ihn mehrere Meter weit fort. Doch selbst das brachte das Biest nicht um. Der Amphistab landete auf dem Boden und schlängelte davon, obwohl der Mittelteil vollkommen verkohlt war.

Piggy schaute sich um. Der Stab des kleinsten Kriegers zog sich ebenfalls zurück, und der Stab des größten war nirgends zu sehen. Er kniete neben Knirps nieder und schlang sich das Gewehr am Riemen um die Schultern. »Halte durch. Ich schaffe dich hier raus.«

»Amphi … stab … erwischt. Ich wurde … gebissen, Piggy.« Knirps’ Lippen – dort, wo das Fell sie nicht bedeckte – und der Gaumen seines Mundes waren bereits ganz bleich. Er keuchte, als würde er von innen heraus überhitzen.

Piggy schüttelte den Kopf, weigerte sich zu akzeptieren, was er mit eigenen Augen sah. »Dein Stoffwechsel funktioniert nicht wie unserer. Kämpf dagegen an, Knirps!« Er zog ihn in eine sitzende Position hoch und wuchtete ihn sich halb über eine Schulter. Dann schickte er sich an aufzustehen.

Knirps tippte Piggy gegen die Seite – die Berührung war so schwach, dass der Gamorreaner sie kaum spürte. »Lass mich runter.«

Piggy zögerte. Er spürte, wie sein Gesicht zuckte, als sich alles in ihm gegen die Tatsache sträubte, der er sich stellen musste. Behutsam ließ er Knirps wieder ins Moos sinken.

Sein alter Freund blickte zu ihm auf. Unter die Schmerzen, die er zweifellos litt, mischte sich Mitgefühl. »Noch mehr … Krieger. Ein, zwei Kilometer … weiter hinten. Die Granate … wird sie herlocken. Du kannst mit den … Komschnarren verschwinden – oder zusammen mit mir sterben.«

»Ich bleibe hier. Ich kann dich nicht so zurücklassen.«

»Nein, das kannst du nicht. Nichts könnte schlimmer sein … als wenn sie ein … Gegengift hätten.«

Piggy sah seinem Freund ins Gesicht, sah die Gedanken, die Knirps durch den Kopf gingen und sich in seinen Augen widerspiegelten. Ein Gegenmittel gegen das Gift des Amphistabs – selbst wenn es nur vorübergehend wirkte – bedeutete Minuten, vielleicht Stunden der Qual – der Qual, des Verhörs, des Grauens. Für Knirps gab es bloß noch einen Ausweg. Piggy spürte, wie ihm Tränen in die Augen stiegen, aber er zog die Blasterpistole. »Vergib mir.«

»Ich … vergebe dir.«

Piggy drückte seinem Freund die Mündung unters Kinn und betätigte den Abzug. Knirps’ Körper ruckte, und der Gestank von versengtem Haar vermischte sich mit den Gerüchen von Rauch und brennender Yuuzhan-Vong-Haut.

Piggy richtete sich zitternd auf und schob die Pistole ins Halfter zurück. Er warf seinem Freund einen letzten Blick zu.

Hohass »Knirps« Ekwesh, vergiftet und im Tode verbrannt. Sein Leichnam würde nicht auf seinen Heimatplaneten überstellt werden, damit ihm die angemessenen Bestattungsrituale zuteilwurden. Das hier war – falsch.

Piggy hob den grauen Zylinder auf. Der Inhalt brummte wütend. Komschnarren. Dem Geheimdienst der Galaktischen Allianz waren Gerüchte über eine neue Insektenspezies zu Ohren gekommen, die die Gestalter der Yuuzhan Vong erschaffen hatten. Es hieß, diese Insekten würden Kom-Verkehr wahrnehmen. Dass sie davon aufgestachelt werden würden und den Signalen bis zu ihrem Ursprung folgten. War die Quelle nicht die ganze Zeit über aktiv, flogen sie darauf zu, solange das Signal da war, schwärmten aus, wenn es aufhörte, und setzten ihre Suche fort, sobald es wieder aktiviert wurde. Mit genug Zeit konnten sie so selbst eine Kom-Einheit aufspüren, die in unregelmäßigen Abständen Datenpakete per Blitzübertragung übermittelte. Chashima war der Planet, auf dem sie entwickelt wurden.

Sofern Knirps und Estoric ihre Arbeit richtig gemacht hatten, war die gewaltige Ladung Sprengstoff, die Knirps mitgeschleppt hatte, jetzt im, unter dem und rings um das Nest der Gestalter herum platziert, in dem die Komschnarren herangezüchtet wurden. Die Insekten-Prototypen, ihre Schöpfer, alles, was mit diesem Projekt zusammenhing, mit Ausnahme der lebenden Exemplare in diesem Zylinder, würde …

In der Ferne ertönte ein Grollen, gefolgt von einer Reihe weiterer Detonationen, und im Süden stieg eine Säule schwarzen Rauchs zum Himmel empor.

Piggy drehte sich mit dem Behälter voller Insekten um und lief los.

»Ich weiß, dass du das nicht hören willst.« Sowohl Face’ Stimme als auch sein Verhalten kündeten von seinem Mitgefühl, dem Gefühl des Verlusts, den er selbst verspüren musste. »Aber ungeachtet unserer Verluste hast du dort draußen etwas Bedeutendes geleistet.«

Piggy donnerte seine große Hand auf den Schreibtisch seines Vorgesetzten. In der winzigen Bürokabine an Bord der Fregatte, die als vorübergehendes Hauptquartier der Gespenster fungierte, war das Geräusch besonders laut. »Dieser Auftrag war vollkommen bedeutungslos. Zwei gute Männer sind umsonst gestorben.«

»Ja, der Krieg ist fast vorbei. Die Yuuzhan Vong hängen in den Seilen. Aber sie sind so ungeheuer einfallsreich.«

»Diese Insekten hätten das Blatt in diesem Krieg ohnehin nicht mehr wenden können.«

»Vielleicht nicht. Aber hätten wir nichts unternommen, hätten sie die Chance gehabt, unzählige Widerstandsgruppen und einzelne Zellen aufzuspüren und zu lokalisieren, unzählige Kommando- und Geheimdiensteinheiten. Wie viele Männer und Frauen wären dann gestorben? Tausend? Bloß zweihundert? Piggy, sag mir, dass sich Knirps oder Estoric vor mich hingestellt und gesagt hätten: Ich will nicht für nur hundert Männer sterben, ich will diese Mission nicht übernehmen

Piggy sackte im Stuhl zurück. »Face, das ist mir egal. Ich bin raus.«

»Gestern warst du noch dabei. Also, ruh dich etwas aus, nimm dir frei und verabschiede dich von deinen Freunden. Und in ein paar Tagen kommst du dann zurück und bist bereit für das nächste Gefecht.«

Piggy schüttelte den Kopf. »Ich will nicht mehr kämpfen.«

»Piggy …«

»Und nenn mich nicht Piggy. Ich heiße Voort. Piggy ist zusammen mit Knirps gestorben.«