Die eBooks - flat und free
DIENSTAG, 11. DEZEMBER 2012

Gibt es was Neues zu berichten?
Wir sind recht weit. Eine Rohfassung läuft jetzt auf unserem
Server im TOR-Netz. Es geht nun um die Funktionen und das Aussehen.
Unser Angebot wird kommen - daran besteht nun kein Zwiefel
mehr.
Erste Eindrücke?
TOR zu installieren und zu bedienen, ist so einfach, wie einen
Twitter-Account einzurichten. Wer uns da nicht folgen kann oder
will, ist beim Digitalbuch falsch - Bücher lassen sich auch anders
lesen. TOR ist langsam, aber der Geschwindigkeitsverlust ist im
Rahmen. Er wird sicher schwanken, je nach Auslastung des
Netzes.
Ihr handelt euch einen deutlichen
Geschwindigkeitsverlust ein - da muss es ja erhebliche Vorteile
geben?
Die Idee ist ja nicht von mir, deshalb kann ich auch sagen,
dass wir eine echte Revolution erleben. Stell dir vor, die
Boerse.bz ist nicht mehr in Belize - ist überhaupt nicht mehr
greifbar. Alle Links sind und bleiben online. Der Download kommt
sofort - keine Werbung, keine Schikanen. Das Downloaden selbst ein
anonymer Vorgang - keine Abmahnanwälte und Datensammler.
Und du denkst, ihr werdet euch gegen die Boerse
und andere durchsetzen?
Wir machen ein Angebot. Und die Leute schauen sich das Angebot
an. Dann haben sie die Wahl. Bekannt genug sind wir mittlerweile.
Das wird alles sehr schnell gehen. Ich glaube nicht, dass es einen
Nutzer bei der Boerse/Dokumente gibt, der uns nicht kennt.
Euer Angebot ist auch die totale Kampfansage an
die Buchindustrie. Oder seh ich das falsch?
Das siehst du richtig. Wir bieten eine Flatrate - alle Bücher,
soviel wie jeder mag, immer verfügbar. Das ist für uns das
Vertriebsmodell der Zukunft. Neben uns setzt nur Amazon auf dieses
Modell - aber das sind zusammen sicherlich 80% der Reichweite von
eBooks.
Skoobe und solche Angebote zählst du
nicht?
Nein. Auch die Bibliotheken bieten Bücher nicht als
Einzeltitel an. Doch die Verlage bremsen sie aus. Insofern bleibt
das eine nette Idee. De facto tritt Amazon mit eigenen Titeln an
und wir als Community mit den Titeln der Verlage.
Ziemlich dreist!
Kann sein, aber unser Flatrate-Angebot geht gegen Amazon,
nicht gegen die Verlage. So absurd das klingt, aber wir zeigen
jemanden, der es nicht sehen will, was er sehen sollte. Amazon hat
tolle Karten und eine volle Kasse. Aber eine Flatrate als
gleichwertige Konkurrenz aufziehen, ist möglich.
Ist nicht schwer, bei einem Angebot, dass keinen
etwas kostet!
Auch Amazon bietet die Flatrate für sehr kleines Geld an - für
Prime Kunden fast als Zugabe. So läuft eine Flatrate nun mal. Das
ist eine Gemischtkalkulation.
Und du glaubst im Ernst, dass die Verlage euch
dankbar sind?
Was jetzt ist, interessiert mich nicht. Aber lass mal die
Verlage drei, oder sagen wir zwei Jahre lang weiter untätig sein,
dann räumt Amazon ab. Die Autoren setzen nicht auf ein Pferd, das
keine Rennen mehr gewinnt. Die Verlage werden im Schlaf
geschlachtet oder sie werden aufwachen.
... und eine eigene Flatrate aufziehen!
Sicher, warum nicht? Wenn der Leser der Gewinner ist, soll es
mir recht sein.