KAPITEL 50 – NWAF

Das Motorengeräusch des näherkommenden Motorrades machte alle nervös, obwohl sie es erwarteten. Lucas hatte auf dem Dach des Towers Stellung bezogen, wodurch er eine Rundumsicht auf den ganzen Flugplatz hatte. Für seine M107 hatte er sich aus ein paar Kisten, die er im Tower gefunden hatte, einen Schützenstand gebaut. Ein Funkgerät lag auf einer der Kisten, neben dem Gewehr. Durch sein Zielfernrohr beobachtete er die flache Erhebung, aus deren Richtung das Geräusch kam.

Links von Lucas gab es eine Feuerwache, ähnlich der, auf der er in Elektro gesessen hatte. Dieses Mal hatte Alfie auf dem Dach des Turms Stellung bezogen, um Überraschungsangriffen von hinten vorzubeugen. Obwohl er die Nordseite überwachen sollte, konnte er nicht umhin, sich immer wieder in Richtung des Motorrades umzudrehen. Er wollte sehen, wenn es auf der Anhöhe erscheinen würde.

Auf der anderen Seite der Rollbahn hatte sich Janik im Schatten eines Baumes versteckt. Hinter ihm lag ein Gebäudekomplex am südwestlichen Ende des Flugplatzgeländes, den Janik bereits durchsucht hatte. Er hatte nur Infizierte gesehen, die zwischen den Gebäuden herumstrichen, aber nun lenkten ihn ihre Bewegungen immer wieder ab. Auch er hatte ein Funkgerät neben sich liegen, aber weil die Infizierten relativ nahe waren, hatte er die Lautstärke sehr niedrig eingestellt.

Vom Hangar aus beobachteten Robert, Joseph und Pablo das Motorrad durch einen Spalt zwischen den Flügeln des Tores. Hinter ihren stand der Helikopter, immer noch auf dem Transport Dolly. Hier waren auch ihre Vorräte aus dem UAZ der Russen verstaut, Nahrung, Wasser, Waffen und Munition.

Den UAZ selbst hatte Alfie am Nordende des Flugplatzes stehengelassen. Durch das Geräusch des laufenden Motors angezogen, blieben auch die meisten Infizierten dort und hielten sich auf diese Weise fern von den Überlebenden am südlichen Ende.

Die drei Männer sahen durch ihre Ferngläser auf die Erhebung südlich der Rollbahn und warteten darauf, dass das Motorrad erscheinen würde. Lucas sah es vom Dach des Towers als Erster auf der Anhöhe erscheinen. Der Fahrer war alleine und fuhr nun den Hügel hinunter.

„Ich sehe ihn“, sprach Lucas in sein Funkgerät.

Auch Robert konnte den Fahrer nun sehen. Er fuhr direkt auf das Ende der Rollbahn zu.

„Ich sehe ihn auch“, gab Robert durch.

Janik sah ihn auch und nickte nur, sprach aber nicht in sein Funkgerät.

Der Fahrer wurde nun langsamer, bevor er am Rand der Rollbahn anhielt. Er stieg ab und nahm eine Axt von seiner Schulter. Lucas beobachtete ihn.

„Waffe“, sagte er durch das Funkgerät.

„Es ist eine Axt und das ist nicht Sam“, sagte Robert während er Vuk durch sein Fernglas beobachtete. „Du bist ganz schön alt geworden, Sam“, sagte er in das Funkgerät.

Vuk nahm sein Funkgerät vom Gürtel: „Und auch viel hübscher, hoffe ich. Robert, wie geht es dir an diesem schönen Abend?“

„Ich bin sauer. Du bist nicht Sam, aber dafür hast du eine Waffe, also hat Shutov mich sogar doppelt verarscht.“

„Ja, ich dachte, es wäre am besten, wenn ich es bin, der dir die schlechte Nachricht bringt. Shutov akzeptiert deine Bedingungen nicht, er will Sam nicht so leicht aufgeben.“

Auf der Ladefläche des gelben Ural hörten Shutov und die anderen Männer zu. Er lächelte, als er Vuks Antwort hörte.

„Also haben sie dich geschickt.“

„Nun, eigentlich habe ich mich freiwillig gemeldet. Wir waren uns nicht sicher, wie du reagieren würdest, und ein alter Mann ist kein großer Verlust. Ich versichere dir, die Axt ist nur für die Infizierten gedacht – ich will euch nichts tun.“

Robert sah nach hinten zum Helikopter, bevor er sich wieder an Vuk wandte. „Also was schlägt Shutov vor?“, fragte Robert durch das Funkgerät.

Vuk sah sich um, aber er konnte sonst niemanden entdecken. Er fühlte sich sehr ungeschützt und wusste, dass ein Scharfschützengewehr auf ihn gerichtet war.

„Er stimmt deinem Vorschlag grundsätzlich zu - allerdings mit einer kleinen Änderung.“

„Und das wäre?”

„Er will eine Geisel. Einer deiner Männer soll mit meinem Motorrad nach Stary Sobor zurückkehren. Ich werde seinen Platz einnehmen und eure Geisel sein. Die beiden Geiseln sollen sicherstellen, dass alles nach Plan läuft. Wenn seine vier Männer sicher an Bord des Hubschraubers sind, geschieht der Geisel nichts, wenn du ihn betrügst, stirbt sie. Umgekehrt gilt das Gleiche für mich.“

„Woher habe ich bloß das Gefühl, dass es Shutov gar nicht kümmert, ob du lebst oder stirbst?“

„Es liegt in unser aller Interesse, dass wir zusammenarbeiten. Die Geiseln sollen nur sicherstellen, dass niemand den anderen betrügt, sobald der Hubschrauber repariert ist.“

„Mir gefällt das nicht“, sagte Robert.

„Mir auch nicht, Boss“, sagte Lucas durch sein Funkgerät. „Shutov plant irgendetwas.“

„Wenn diese Bedingungen für dich nicht akzeptabel sind, kann ich auch wieder fahren. Aber ich würde vorschlagen, wir unterhalten uns zuvor lieber von Angesicht zu Angesicht darüber.“ Vuk hielt das Funkgerät hoch und deutete darauf, während er den Kopf schüttelte.

„Was macht er?“

„Das Funkgerät, er will nicht über das Funkgerät reden.“

„Wieso?“, fragte Pablo.

„Na klar“, sagte Robert zu sich selbst, „er ist nicht alleine.“ Er drehte sich zu Pablo: „Shutov hört mit, das ist der Grund.“

„Es könnte eine Falle sein.“

„Möglich“, sagte er zu Pablo. Dann sprach er in das Funkgerät: „Vuk, zieh dein Hemd hoch und dreh dich herum.“ Vuk gehorchte und Robert beobachtete ihn durch das Fernglas.

„Gut, nun leg die Axt hin und nimm deinen Rucksack ab. Lass beides bei dem Motorrad liegen“, befahl Robert durch das Funkgerät. Vuk legte Axt und Rucksack auf den Boden.

„Lucas, wie sieht’s aus, siehst du irgendetwas?“, fragte Robert.

Lucas suchte den Flugplatz langsam mit seinem Fernglas ab. abgesehen von den Infizierten, die am Nordende um den UAZ versammelt waren, schien alles ruhig. Er nahm das Funkgerät.

„Sieht ruhig aus, Boss.“

„Ich sage doch, dass ich alleine bin“, sagte Vuk.

„Tut mir leid, Vuk, wenn dein Wort hier nicht viel zählt“, antwortete Robert und trat aus dem Hangar. „Kannst du mich sehen? Sieh dich um, aber sag nur ja oder nein, gib keine weiteren Informationen über meinen Standort, oder Lucas wird dich erschießen.“

Vuk suchte langsam das Gelände ab und sah Robert vor dem Hangar stehen: „Ja.“

„Gut, schalt das Funkgerät ab und lege es auf deinen Rucksack. Dann komm langsam mit erhobenen Händen zu mir. Vergiss nicht, Lucas hat dich im Visier.“

„Verstanden“, sagte Vuk, schaltete sein Funkgerät ab und legte es auf den Rucksack. Dann ging er mit hoch erhobenen Händen auf Robert zu.

 

Der gelbe Ural stoppte und Alejandro schlug heftig an die Rückseite des Führerhauses.

„Wir sind da“, rief er. Die Männer sprangen hinaus und überprüften ihre Waffen. Sie befanden sich auf einer kleinen Straße an einem Waldrand.

„Alle wissen, was sie zu tun haben?“, fragte Shutov.

Die Männer nickten.

Alejandro gab dem Butcher die Schlüssel des Ural und sah sich nach einem Stein um.

„Uhrenvergleich – Butcher, Alejandro, jetzt hängt alles von euch ab. Wir brauchen 15 Minuten, um Stellung zu beziehen, danach wisst ihr, was ihr zu tun habt.“

Der Butcher nickte. Er kletterte auf den Fahrersitz und Alejandro stieg hinten ein. Er schlug auf das Führerhaus als Zeichen, dass er bereit war und so fuhr der Butcher die Straße hinunter.

Harrison sah noch einmal auf die Uhr, bevor er sich nach rechts in den Wald absetzte. Sam gab Shutov eine Rolle Klebeband und eine AK-74. Shutov nahm beides und ging zu Pavel hinüber, dem er die AK-74 gab.

„Halt das und mach keine Dummheiten, sie ist nicht geladen.“

Pavel nahm das Gewehr und Shutov benutzte das Klebeband, um es in Pavels Händen zu fixieren. Auf diese Weise konnte Pavel das Gewehr nicht mehr ablegen.

„Was hast du vor?”

„Alles zu seiner Zeit“, sagte Shutov und stieß ihn vorwärts, „jetzt geht’s erstmal in den Wald.“

 

„Das ist nahe genug“, rief Robert und Vuk blieb einige Meter vor ihm stehen. „Du siehst uns drei, ja? Du siehst die Waffen, die auf dich gerichtet sind?“, Vuk nickte. „Wir wollen dich nicht töten, also gib uns keinen Grund, einverstanden?“

„Das ist nur fair“, antwortete Vuk.

„Also, was ist so wichtig, dass du es nicht über das Funkgerät sagen konntest?“

„Shutov hat zugehört. Er will euch heute Abend angreifen.“

„Was!”, rief Pablo aus.

„Er kommt zum Flugplatz. Sie haben den gelben Ural schon gefunden und er ist bereits auf dem Weg.“

„Und warum erzählst du uns das?“, bohrte Robert nach.

„Ich hab das Kämpfen genauso satt wie ihr. Als ich gehört habe, was Shutov plant, habe ich mich gemeldet um euch die Nachricht zu bringen, und um euch zumindest eine Warnung geben zu können.“

„Warum sollten wir dir glauben?“, fragte Joseph.

Vuk seufzte: „Ich bin ein alter Mann, der letzte Nacht einen Freund begraben musste. Für Lügen und Intrigen habe ich einfach keine Zeit mehr.“

„Yuri?“, fragte Robert.

„Ja, Yuri. Ich will nicht noch mehr Freunde verlieren, und wir waren ja alle mal Freunde. Es gibt keinen Grund, dass wir uns bekämpfen.“

„Da stimme ich zu.“

„Aber Shutov tut das nicht, er sieht die Welt in schwarz und weiß. Für ihn gibt es nur die eine oder die andere Seite. Er will den Helikopter und er wird euch alle umbringen, um ihn zu bekommen.“

„Aber ich habe ihm doch die Hälfte der Plätze angeboten.“

„Als du gesagt hast, er könne nicht bei der ersten Gruppe sein, hast du ihm einen Schlag ins Gesicht versetzt. Shutov würde niemals selber zurück bleiben, also will er nun den Helikopter ganz haben. Du hast in seinen Augen Schwäche gezeigt, Robert. Du hast ihm zu viel Information gegeben. Er weiß, dass ihr nur zu sechst seid, er weiß, wo ihr euch aufhaltet und jetzt ist er auf dem Weg, um euch alle zu töten und sich den Helikopter zu nehmen. Beendet die Gewalt, Robert, lasst ihm den Helikopter und verschwindet einfach von hier.“

Robert sah auf den Hangar, dann wieder auf Vuk. Er musste nachdenken.

„Sie machen einen Umweg um im Schutz der Dunkelheit von Norden anzugreifen. Ihr habt Zeit, mit allen Männern unbeschadet zu entkommen. Kämpft nicht gegen ihn, das führt nur zu noch mehr Blutvergießen.“

„Ich kann ihn doch nicht einfach gewinnen lassen.“

„Aber hier geht es doch nicht um‘s Gewinnen oder Verlieren. Hier stehen Menschenleben auf dem Spiel.“

„Aber das gilt doch auch für Shutov“, klagte Robert an.

„Stimmt, aber ihm ist es egal. Ich hoffe dir nicht.“

Robert dachte über Vuks Worte nach.

„Er kommt von Norden, sagst du?“

„Ja, wenn es dunkel wird. Ihr habt immer noch Zeit.“

„Gut“, er drehte sich um zu Joseph, „geh und sag Lucas, er soll im Norden nach den Banditen Ausschau halten, das gilt auch für Alfie in der Feuerwache. Sag Lucas auch, er soll das Funkgerät nicht benützen, es sei denn im Notfall. Dann lauf rüber zu Janik und sag ihm auch Bescheid.“

Joseph begann, zum Tower zu laufen.

„Also wollt ihr nicht gehen?“

„Ich kann nicht. Ich kann nicht zulassen, dass er die Oberhand gewinnt, weil ich untätig bin.“

„Dann führst du uns alle ins Verderben.“

„Das macht Shutov, weil er jede Zusammenarbeit verweigert.“

„Und es wird nicht vorbei sein, bevor nicht einer von euch tot ist“, murmelte Vuk.

„Dann hoffe ich für uns alle, dass es Shutov sein wird.“

 

Janik beobachtete die Rollbahn, als er einen Ast hinter sich knacken hörte. Sofort war er auf der Hut. Da er wusste, dass die Infizierten nahe waren, drehte er sich langsam um und war überrascht, Harrison dort schleichen zu sehen. Harrison war so auf die Infizierten zwischen den Gebäuden konzentriert, dass er ihn nicht entdeckt hatte. Janik zog sich lautlos in die Deckung eines Baumes zurück.

Janik sah, wie Harrison am Waldrand entlang schlich, der parallel zu einer kleinen Straße verlief. Als er ihn beobachtete, wurde ihm klar, dass er eine Entscheidung treffen musste – sollte er Harrison folgen oder bleiben, wo er war?

Harrison überquerte die Straße in Richtung der Anhöhe, um die Hangars zu umgehen. Janik sah herum und lauschte, aber es war sonst niemand in der Nähe. Er erwog, sein Funkgerät zu benützen aber er vermutete, dass es nicht sicher war. Was hat er vor? überlegte Janik während Harrison weiter die Anhöhe hinauf schlich, so dass er ihn bald nicht mehr sehen würde. Janik beschloss, dass es besser sei, ihn nicht aus den Augen zu verlieren und begann, ihm vorsichtig zu folgen, wobei er denselben Weg am Waldrand entlang nahm. 

 

Lucas sah, wie Joseph vom Hangar zu im gerannt kam. Er sah durch das Zielfernrohr, aber Joseph wurde nicht verfolgt und auch aus dem Hangar war sonst niemand gekommen. Zufrieden darüber, dass alles in Ordnung schien, fuhr er fort die Gegend nach den Banditen abzusuchen.

Als er nach Südwesten blickte, traute er zuerst seinen Augen nicht. Aus dem Wald kam der gelbe Ural, genau auf ihn zu. Er griff sich das Funkgerät: „Kontakt Südwest, es ist unser Ural.“

„Wer steuert ihn?“, fragte Robert über sein Funkgerät.

Lucas spähte durch sein Zielfernrohr, aber er sah niemanden am Steuer sitzen: „Ich sehe niemanden im Führerhaus.“

„Wiederhol‘ das“, sagte Robert.

„Niemand steuert ihn, aber er kommt genau auf mich zu.“

„Schalt ihn aus.“

„Mach ich“, sagte Lucas und legte das Funkgerät aus der Hand.

 

Im Führerhaus des Ural drückte ein großer Stein das Gaspedal durch, während das Steuerrad durch ein Seil fixiert war. Auf der Ladefläche, durch die Plane verdeckt, saßen Alejandro und der Butcher und bereiteten sich auf den Aufprall vor.

 

Lucas nahm die Motorhaube unterhalb der Windschutzscheibe ins Visier. Als er sich sicher war, drückte er ab. Der Einschuss hinterließ ein großes Loch in der Front des Ural, das Metall wurde wie Papier aufgerissen. Rauch stieg auf und der Motor war plötzlich still. Unglücklicherweise für Lucas hatte der Ural so viel Schwung aufgebaut, dass er immer noch auf ihn zu rollte.

Lucas erkannte, dass er den Tower rammen würde und bereitete sich auf den Aufprall vor. Der außer Kontrolle geratene Ural traf die Seitenwand des Towers, der Aufprall war über den ganzen Flugplatz zu hören. Obwohl Lucas auf den Aufprall vorbereitet war, riss er ihn von den Füssen.

 

Gleich nachdem der LKW die Wand des Towers getroffen hatte, sprangen der Butcher und Alejandro heraus. Sie versuchten, ihre Benommenheit abzuschütteln und drückten sich dicht an die Mauer, um von Lucas nicht gesehen zu werden. Der Butcher hatte immer noch Grace, seine geliebte AKM bei sich, während Alejandro nun Yuris M249 SAW dabei hatte.

 

Lucas sah hinunter, aber seine Sicht wurde durch den Qualm des zerstörten Kühlers und die Staubwolke des Aufpralls beeinträchtigt.

 

Der Butcher deutete Alejandro, dass er selbst die Leiter hinaufklettern würde, während Alejandro rechts um den Tower herumgehen solle. Alejandro nickte und verschwand um die Ecke des Gebäudes, während der Butcher hochzusteigen begann.

 

Alfie beobachtete den Tower vom Turm der Feuerwache, aber da der Ural an der von ihm abgewandten Seite aufgeprallt war, hatte er die Männer nicht heraus springen sehen. Er suchte den Flugplatz ab, aber er sah nur Joseph, der auf der Rollbahn stehen geblieben war, gebannt vom Aufprall des Wagens.

Alfie wandte sich wieder Lucas zu, der über das Geländer nach unten sah und etwas in sein Funkgerät rief. Aber da er selbst kein Funkgerät hatte, könnte er nicht hören, was gesprochen wurde. Er wollte sich gerade wieder nach Norden wenden, als er Alejandro um die Ecke des Towers schleichen sah.

Alejandro bewegte sich auf den Haupteingang des Towers zu und hielt dabei seine M249 im Anschlag. Das ist Yuris SAW, dachte Alfie, als er das Gewehr betrachtete, Alejandro hat also Yuri umgebracht. Alfie sah sich nach Hilfe um, aber Lucas war zu sehr auf den Ural konzentriert, während Joseph aus seiner Position Alejandro nicht sehen konnte. Alfie saß in der Klemme, er konnte nicht rufen, ohne seine Position zu verraten, aber er konnte auch Alejandro nicht in den Tower gehen lassen.

Er nahm Alejandro mit seiner Lee-Enfield auf’s Korn. Alejandro konzentrierte sich nur auf den Eingang und hatte Alfie nicht bemerkt. Das war seine Chance, jetzt konnte er es tun, konnte er den Mörder von Yuri töten. Alfie schüttelte den Kopf. Er konnte es eben nicht. Ihn einfach umzubringen, das war nicht richtig. Er zielte neben Alejandro und schoss. Nicht weit von Alejandros Kopf entfernt, gab es ein Einschussloch in der Wand und ein paar Ziegelsplitter flogen herum.

Der Schuss zog die Aufmerksamkeit aller auf sich. Joseph ging im Bogen von der Rollbahn in Richtung Feuerwache, während er seine Winchester 1866 Schrotflinte dorthin gerichtet hielt, wohin Alfie geschossen hatte. Auf dem Dach nahm Lucas eine M1911 Pistole heraus und ließ das Scharfschützengewehr liegen. Er kroch hinüber zur anderen Seite, wo er Alejandro sehen konnte.

Alfie rief vom Dach des Turms der Feuerwache.

„Lass die Waffe fallen, eine zweite Chance bekommst du nicht.“

Alejandro sah hinauf und bemerkte Alfie, der von hoch oben mit einem Gewehr auf ihn zielte. Alejandro erkannte, dass er in der Falle saß und versuchte, sich herauszureden.

„Alfie, ich bin’s doch, Al. Komm schon, du bist ein guter Mensch, darum hast du mich auch nicht erschossen. Das wird auch bei Shutov etwas zählen.“

„Ich will dich nicht erschießen, aber ich werde  es tun. Also runter mit der Waffe.“

„Ich werde sie senken, aber du musst versprechen, dass mir nichts geschieht“, verlangte Alejandro.

„Red nicht rum sondern lass verdammt nochmal die Waffe fallen“, rief Alfie zurück.

„Du wirst doch keinen unbewaffneten Mann töten.“

 

Lucas war so konzentriert auf dieses Gespräch, dass er nicht bemerkte, dass hinter ihm der Butcher die Leiter hochkam. Der Butcher stieg langsam nach oben und sah Lucas, der ihm den Rücken zudrehte. Der Butcher lächelte, während er weiter hinauf stieg und seine Pistole aus dem Halfter zog. Er ging langsam näher und hielt die Pistole genau auf Lucas‘ Kopf gerichtet.

Lucas spürte, dass jemand hinter ihm war und drehte den Kopf. „Lass die Pistole fallen“, flüsterte eine Stimme ganz nahe bei ihm. Lucas erstarrte, als er seine Pistole hinlegte.

„Siehst du, ich senke mein Gewehr“, war Alejandros Stimme von unten zu hören.

„Gut, jetzt dreh dich langsam um“, sagte der Butcher zu Lucas.

Lucas wandte sich um und sah das lächelnde Gesicht des Butchers dicht vor sich, der ihm die Pistole an die Stirn hielt.

„Schau mir in die Augen, Lucas“, befahl der Butcher.

Lucas wandte seine Augen von der Pistole zum Gesicht des Butchers. Dessen Augen waren blutunterlaufen und schwarz, sein Blick kalt, ohne Leben. Der Butcher leckte sich die Lippen und lächelte, dann kam plötzlich Leben in seine Augen, als er den Abzug drückte und Lucas in den Kopf schoss.

Alfie sah beim Knall des Schusses unwillkürlich zum Dach und vergaß für einen Augenblick Alejandro, der auf so eine Ablenkung gewartet hatte und seine Gelegenheit nutzte. Er zielte mit seiner M249 auf Alfie und drückte den Abzug. Ein Kugelhagel ergoss sich in Alfies Richtung. Der bemerkte seinen Fehler und wandte sich wieder nach unten, gerade als die Kugeln seinen Körper trafen. Er wurde durch die Einschläge herumgeworfen, fiel auf der anderen Seite von dem kleinen Dach und schlug hart auf dem Boden auf.

 

Alejandro war so konzentriert auf Alfie gewesen, dass er Joseph nicht bemerkt hatte, während er auf Alfie geschossen hatte. Nun hielt Joseph seine Schrotflinte auf ihn gerichtet. Alejandro erkannte, dass derselbe Trick nicht zweimal funktionieren würde, ließ ohne zu zögern seine M249 SAW fallen und trat einen Schritt zurück. Er nahm die Hände hoch.

Joseph kam näher und zielte dabei auf ihn: „Wieso? Wieso hast du das getan?“ Alejandro starrte ihn nur an, ihm fiel nichts ein, was er sagen konnte, um am Leben zu bleiben.

Auf dem Dach konnte der Butcher Alejandro nicht sehen, aber er sah Joseph, und richtete seine Pistole auf ihn. Er hatte seinen Kopf im Visier, aber seine kranke Neugier verhinderte, dass er den Abzug drückte. Wird er es tun? Das fragte sich der Butcher.

„Kannst du denn nur alles kaputt machen?“, fragte Joseph, aber Alejandro blieb stumm. „Alfie war ein guter Mensch. Er hätte niemals auf einen Unbewaffneten geschossen.“ Alejandro nickte betreten. „Pech für dich, dass ich nicht Alfie bin.“

„Neiiin“, stieß Alejandro hervor, als Joseph abdrückte. Auf Alejandros Brust erschienen hunderte kleiner Löcher, als ihn die Schrotladung traf. Jedes fühlte sich an, als würde jemand Tabasco hineingießen und er schrie vor Schmerz auf, bevor er tot nach hinten umfiel.

„Fühlt sich gut an, nicht?”, rief der Butcher vom Dach. Joseph starrte nach oben, genau als der Butcher ihm in den Kopf schoss. Blut strömte aus dem Einschussloch. Joseph hustete im Todeskampf, bevor er nach vorne zu Boden sackte. Sein Hinterkopf war unversehrt, es gab keine Austrittswunde, aber der Beton färbte sich rot vom ausströmenden Blut.

Der Butcher wandte sich um und nahm Lucas‘ Funkgerät. „Hier spricht der Butcher. Lucas, Alfie und Joseph sind ausgeschaltet. Ich habe das Scharfschützengewehr, ihr könnt also rauskommen“, meldete er über das Funkgerät.

„Gute Arbeit, Butcher“, antwortete Shutov. „Hörst du das, Robert. Du hast schon drei Männer verloren und dein Feuerschutz ist weg. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit.“

„Zur Hölle mit dir, Shutov“, Roberts Stimme aus dem Funkgerät überschlug sich fast vor Zorn.

„Sehr eloquent“, spottete Shutov.

 

Robert legte das Funkgerät hin und richtete sein Gewehr wieder auf Vuk. Pablo hatte seine MP5 ebenfalls auf Vuk gerichtet.

„Du hast mich belogen, Vuk, du hast gesagt, wir hätten noch Zeit.“

„Das haben sie mir gesagt.“

„Drei meiner Männer sind wegen deiner Lügen gestorben“, knurrte Robert.

„Es war keine Lüge. Ich hab dir gesagt, was ich wusste.“

„Warum sind sie dann jetzt schon hier?”

„Das weiß ich nicht. Shutov hat mir seinen Plan geschildert, bevor ich losgefahren bin. Wenn er sich im Nachhinein anders entschieden hat, hat er mich jedenfalls nicht eingeweiht.“

„Das kommt dir ja sehr gelegen.“

„Nein, tut es nicht. Ich hätte es vorgezogen, wen er bei seinem Plan geblieben wäre, dann würden die Männer jetzt noch leben.“

„Was machen wir nun?“, fragte Pablo.

„Wir beobachten die Umgebung, besonders den Tower. Wir wissen, dass zumindest der Butcher sich dort aufhält.“

 

Shutov, Sam und Pavel hatten sich auf der anderen Seite der Rollbahn zwischen den Bäumen versteckt. Shutov und Sam beobachteten den Flugplatz durch ihre Ferngläser, Pavel hielt den Kopf unten. Die AK-74 war immer noch fest mit seinen Händen verbunden.

„Siehst du irgendetwas?“, fragte Shutov.

„Nur den Butcher auf dem Tower. Aber da sind so viele Gebäude, in denen sie sich verstecken könnten. Es wird Ewigkeiten dauern, die alle zu durchsuchen.“

„Siehst du den Hubschrauber?“

Sam suchte den Flugplatz ab: „Nein.“

„Ganz genau. Das bedeutet, dass er in einem von den Hangars ist, und dort werden wir auch die anderen drei finden.“

„Aber in welchem, es sind so viele.“

Shutov klopfte Pavel auf den Rücken: „Hier kommst du ins Spiel, Pavel. Du wirst da hinüber laufen und es für uns rausfinden.“

Pavel erschrak: „Einfach da rauslaufen mit einem Gewehr in der Hand? Das ist Selbstmord.“

Shutov hielt ihm die CZ550 an den Kopf: „Falsch, das ist deine Chance zu Überleben. Wenn du da nicht raus gehst, bist du auf jeden Fall tot.“

Pavel nickte. „Guter Junge, allerdings ist da noch eine Sache“, sagte Shutov und verklebte Pavels Mund mit einem Stück Klebeband. „Wir wollen ja nicht, dass du unsere Position verrätst, oder?“

Sam lachte, als er Pavel eine schwarze Sturmhaube über den Kopf zog. Pavel stöhnte und versuchte, etwas zu sagen, aber das Klebeband hinderte ihn daran.

„Also los, geh und such uns ein paar Überlebende“, sagte Shutov und schob ihn in Richtung der Hangars. Zuerst stand Pavel nur ratlos da, vollkommen ungeschützt, und schaute sich um. Erst als Sam mit seiner PDW ein paarmal vor Pavels Füße schoss, setzte er sich in Bewegung und rannte über die Rollbahn auf die Hangars zu.

Shutov nahm sein Funkgerät und gab durch: „Männer, alles über die Rollbahn zu den Hangars, wir räuchern die Ratten aus.“

 

Harrison sah von seinem Beobachtungspunkt auf der Anhöhe zu, er war Pavel und den Hangars am nächsten. Er lachte, als Pavel im Zickzack über die Rollbahn lief. Sieht witzig aus, dachte er sich, als er Pavel beobachtete.

Ein Stück hinter ihm war Janik nicht belustigt, sondern verwirrt. Warum sollte Shutov im Zickzack laufen, wenn er wusste, dass Lucas tot war? Und warum sollte er über freies Feld vorrücken? Er sah zwischen Pavel und Harrison hin und her und versuchte zu verstehen, was da vor sich ging.

 

Pablo spähte durch den Spalt zwischen den Hangartoren und sah Pavel herankommen. „Ich sehe ihn“, sagte er zu Robert. Robert ging zur Tür, wobei er seine Waffe auf Vuk gerichtet behielt, und spähte ebenfalls hinaus. „Der sieht nicht wie Shutov aus“, antwortete er.

„Wer dann?“

„Ich kenne ihn nicht.“ Er rief nach Vuk: „Vuk, komm her. Sag mir, wer das ist.“

Vuk ging vorsichtig an die Tür und sah hinaus. Er erkannte Pavel an seiner Uniform, trotz der Maske, die sein Gesicht verdeckte.

„Ich glaube, das ist Pavel“, antwortete Vuk.

„Wer?“, fragte Robert.

„Einer von den russischen Soldaten.“

Pablo war misstrauisch und legte auf Pavel an, der im Zickzack hin und her lief. „Mir gefällt das nicht, Robert“, rief er.

„Ist der Kerl eine Bedrohung“, fragte Robert Vuk.

„Letzte Nacht war er noch ihr Gefangener, vielleicht konnte er fliehen.“

„Aber so über diese Rollbahn zu laufen, ist doch total irre“, warf Pablo ein.

„Sehe ich auch so. Irgendetwas stimmt hier nicht.“

Sie beobachteten, als Pavel immer näher kam.

„Was jetzt?“

„Noch nicht schießen. Er soll zuerst seine Waffe weg werfen, dann werden wir rausfinden, was hier vorgeht.“

Pablo rief aus dem Hangar: „Hey du, mit der Skimaske, lass die Waffe fallen.“

Pavel wandte sich der Stimme zu und schüttelte den Kopf. Er änderte die Richtung und lief nun auf den Hangar zu.

„Waffe weg, hab ich gesagt“, rief Pablo noch lauter.

Pavel hielt seine Hände höher, damit sie das Klebeband sehen sollten. Auf Pablo und Robert wirkte das wie eine aggressive Geste.

„Warum wirft er die Waffe nicht weg“, fragte Robert und zielte mit seiner M4A1 nun auch auf Pavel. Pablo machte einen Schritt aus dem Tor und richtete seine MP5 auf Pavel.

„Letzte Warnung – wirf die verdammte Waffe weg.“

 

Von der Anhöhe aus sah Harrison Pablo herauskommen. „Jetzt hab ich dich, Mistkerl“, freute er sich, als er durch das Visier einer AKS-74 Kobra sah. Er begann, auf Pablo zu schießen. Die Schüsse verfehlten nur knapp ihr Ziel.

 

„Der Mistkerl schießt auf mich“, schrie Pablo weil er annahm, die Kugeln stammten von Pavel. Pablo umfasste seine MP5 fester und schoss. Die Kugeln trafen Pavel in einer diagonalen Linie von der linken Hüfte zur rechten Schulter. „Er ist getroffen“, rief Robert, als Pavel zu Boden taumelte.

„Warum hat er nicht einfach die Waffe weggeworfen?“, fragte Pablo und beobachtete den toten Körper, um sicher zu gehen, dass er sich auch wirklich nicht mehr bewegte. Aber plötzlich schlugen weitere Geschosse am Tor des Hangars neben Pablo ein, der verwirrt zurückwich.

„Was zur Hölle? Wo sind die denn hergekommen?“

„Mach das verdammte Tor zu“, rief Robert.

 

Sam und Shutov sahen von der anderen Seite zu, als Harrison auf den Hangar schoss. „Der Plan hat wunderbar funktioniert, Sir. Sie sind im letzten Hangar.“

„Ich liebe es, wenn ich Recht behalte“, antwortete Shutov, und beide begannen in Richtung des Hangars vorzurücken, in dem sich die verbliebenen Überlebenden befanden.

 

Janik beobachtete, wie Harrison auf das Tor des Hangars feuerte, als es sich schloss. Der Lärm der Schüsse übertönte Janiks Geräusche, als er sich an Harrison anschlich. Die Armbrust hatte er genau auf Harrisons Kopf gerichtet.

„Hör auf zu schießen“, befahl Janik, als er genau hinter Harrison stand.

Harrison hörte auf zu feuern und drehte sich langsam um.

„Shorty, wir haben unsere Unterhaltung vom letzten Mal noch gar nicht beendet.“

„Leg die AK hin und tritt zurück.“

„Du wirst mich nicht erschießen“, spottete Harrison, „dafür hast du nicht die Eier.“

Janik und Harrison starrten sich an. Harrison wandte als erster die Augen ab. Er entschied sich, sein Glück herauszufordern und hob seine AKS. Janik bemerkte bereits den Ansatz der Bewegung und rückte intuitiv den Abzug. Der Bolzen traf genau zwischen Harrisons Augenbrauen. Harrison brach zusammen, er war sofort tot.

„Ich hatte sie nicht, wolltest du wohl sagen“, antwortete Janik auf Harrisons Spott, während er zusah, wie sich das Hangar Tor schloss. Er schaute sich um und ließ sich sofort auf den Boden fallen. Auf der Rollbahn, in etwa 100 Meter Entfernung, sah er Shutov und Sam zum Hangar vorrücken. Zum Glück achteten sie nicht auf ihn, sondern konzentrierten sich auf den Hangar, dem sie sich näherten. Shutov sprach in sein Funkgerät.

 

Im Hangar lauschten die drei Männer Shutovs höhnischer Stimme aus dem Funkgerät: „Robert, Robert, jetzt hast du zwar einen von meinen Männern erwischt, aber von uns sind noch genug übrig, und dafür wissen wir jetzt, wo ihr steckt.“

Pablo drehte sich verunsichert zu Robert. Robert sah ihn an, mit den wütenden Augen eines in die Enge getriebenen Tieres.

„Wenn ihr jetzt aufgebt, verspreche ich euch einen schnellen und schmerzlosen Tod.“ Robert schüttelte den Kopf. „Aber wenn ihr mich dazu zwingt, zu euch reinzukommen, werde ich euch persönlich an die Infizierten verfüttern. Der Doc hat mir erzählt, dass du ohnehin schon mal gebissen wurdest, Robert.“

Vuk und Pablo sahen auf Roberts Arm, Pablo starrte ihn anklagend an. „Das ist Blödsinn, ein Infizierter hat mich gekratzt, aber ich bin schon lange über die Inkubationszeit. Ihr müsst euch darüber keine Sorgen machen.“

„Du bist einer von denen?“, fragte Pablo und richtete seine MP5 auf Robert.

„Nein Pablo, sieh mich an. Sehe ich etwa wie einer von denen aus?“ Pablo schüttelte den Kopf. „Sei vernünftig, er will uns doch nur gegeneinander ausspielen.“

Pablo überlegte. Währenddessen nahm Robert das Funkgerät: „Vergiss nicht, ich habe Vuk hier, deinen Mann. Wenn du versuchst, hier rein zu kommen, erschieße ich ihn als Ersten.“

„Mach ruhig“, höhnte Shutov, „er hat seinen Zweck erfüllt.“

„Dreckskerl“, stieß Vuk aus.

Robert sah sich suchend um, dann fiel ihm die Waffenkiste aus dem UAZ ein.

„Mag sein, dass Vuk dir egal ist. Aber ich habe hier drin auch deinen kostbaren Helikopter.“

 

Verdammt, er hat recht, dachte Shutov. „Wenn du ihn zerstörst, zerstörst du auch deine einzige Chance, von hier weg zu kommen“, sagte er.

„Wenn es nach dir geht, bin ich doch ohnehin schon tot. Was schert mich dann der Helikopter?“

Shutov ärgerte sich darüber, zu vorschnell gesprochen zu haben. „Vielleicht können wir verhandeln“, sagte er in das Funkgerät, als der Butcher neben ihn trat. Er trug die M107 über der Schulter, hatte aber immer noch seine AKM in der Hand.

„Über Verhandlungen mit dir bin ich hinweg, Shutov. Du spielst nicht nach den Regeln, um darum tue ich das auch nicht mehr. Wenn du hier einen Fuß herein setzt, zerstöre ich den Helikopter und damit alle deine Träume, jemals von hier weg zu kommen.“

 

Robert legte das Funkgerät hin, während Shutovs Stimme beharrlich immer wieder seinen Namen rief. „Worüber denkst du nach?“, fragte Pablo.

„Hol die Sprengladungen der Russen. Ich verschaffe uns etwas Zeit.“

Robert hielt seine Waffe auf Vuk gerichtet, während Pablo zu dem Waffenstapel am Ende des Hangars ging.

„Ich möchte eine Waffe“, sagte Vuk ruhig.

„Du nimmst mich auf den Arm“, antwortete Robert.

„Du hast es doch selbst gehört, für ihn bin ich ein Nichts. Aber wenn ich eine Waffe habe, kann ich wenigstens für euch etwas tun.“

„Alles nicht mein Problem.“

„Vertrau mir bitte. Ich weiß nicht, warum sie den Plan geändert haben, ich habe euch jedenfalls nicht betrogen. Aber ich will leben. Und wenn du das auch willst, dann gib mir eine Waffe. Dann musst du deine nicht weiter auf mich richten, sondern kannst damit auf die wirklich üblen Kerle zielen.“

Robert sah fragend zu Pablo, der aber nur mit den Achseln zuckte. „Du bist der Boss, das bedeutet, dass du die schweren Entscheidungen treffen musst“, erklärte Pablo.

„Du kannst dich auf mein Wort verlassen, Robert, als Mann von Ehre. Wenn du mir eine Waffe gibst, werde ich euch helfen, ich werde euch nicht hintergehen.“

Robert betrachtete Vuk eingehend, der aufrecht dort stand und ihm in die Augen blickte.

„Ich glaube dir“, er wandte sich um zu Pablo, „gib ihm eine Waffe. Ein Sturmgewehr wäre gut.“

„Bist du sicher, Boss?“, fragte Pablo.

Robert sah zu Vuk, der seine geballte Faust wie zum Schwur auf sein Herz gelegt hatte. „Ja“, antwortete er.

 

Janik sah zu, wie Shutov, Sam und der Butcher 50 Meter vom Hangar miteinander sprachen. Sie hatten hinter einem ausgebrannten Panzer Deckung gesucht. Janik hielt sich unten und hoffte, dass das hohe Gras und die Bäume ihn vor den Augen der drei verbleibenden Banditen schützen würden. Zwischen ihm und den Banditen lag immer noch Vuks Motorrad. Es lag auf der Seite und auf ihm sah er den Rucksack und die Axt. Falls alles schief geht, komme ich wenigstens schnell von hier weg, Janik konnte den Gedanken nicht unterdrücken, der ihm durch den Kopf schoss.

 

„Wo ist Alejandro?”, fragte Shutov.

„Den hat’s erwischt“, antwortete der Butcher.

„Warum hast du das nicht durchgegeben?“

„Ich dachte mir, du willst nicht, dass sie das erfahren. Was ist mit Harrison?“

„Der war da oben und hat auf den Hangar geschossen“, antwortete Sam. Alle sahen zur Anhöhe hinüber, wo Janik im Gras lag. Keiner der drei entdeckte ihn.

„Ist er weg?“, wollte Shutov wissen.

„Entweder sie haben ihn erwischt, oder er ist weggelaufen“, antwortete Sam.

„Dann sind wir jetzt zu Dritt.“

„Und da drin sind vier?“, fragte der Butcher.

„Also sieben insgesamt. Jetzt passen alle in den Helikopter, also ist das alles hier eigentlich unnötig geworden“, meinte Sam.

„Wir bringen sie alle um“, knurrte der Butcher.

„Das ist verrückt…“

„Nein, er hat recht“, unterbrach Shutov, „für die ist es jetzt zu spät. Aber wie kommen wir hinein?“

Der Butcher nahm seine M107 du zielte auf das Tor.

„Ich habe gesehen, wie dieses Ding durch Ziegelwände geschossen hat. Das wird durch dieses Metalltor gehen wie durch Butter.“

„Und meinen Helikopter treffen, du Idiot“, Shutov drückte den Lauf herunter, damit das Gewehr nicht mehr auf den Hangar zeigte.

„Nenn mich nicht einen Idioten. Ich habe heute zwei Männer getötet, wie viele hast du erwischt?“

„Der Tag ist noch nicht zu Ende, Butcher“, antwortete Shutov, „und vielleicht…“ Der Klang von Schüssen aus dem Inneren des Hangars schnitt Shutov das Wort ab. Die drei Männer duckten sich instinktiv, aber die Kugeln hatten nicht ihnen gegolten.

Sie spähten über den Panzer zum Tor des Hangars, als das Schießen verstummte. Plötzlich drang Vuks Stimme aus dem Funkgerät: „Shutov, hier spricht Vuk. Ich hab sie erledigt.“

 

Janik hörte ihn in seinem Funkgerät. Bastard, dachte er.

 

„Wen?”, fragte Shutov.

„Robert und Pablo, beide tot.“

„Und Janik, der kleine?“

„Weiß nicht, wo der ist, hier drin war er nicht. Ich mache jetzt das Tor auf, nicht feuern.“

Das Hangar Tor öffnete sich ein Stück, weit genug, dass ein Mann hindurch gehen konnte. Vuk kam heraus und winkte, dass sie zu ihm kommen sollten. Sam und Shutov standen auf, doch als auch der Butcher aufstehen wollte, hielt ihn Shutov unten.

„Du bleibst hier, halt Ausschau nach dem Winzling.“

Der Butcher sagte nichts, aber er starrte ihnen nach, als Sam und Shutov zum Hangar gingen. Sie hatten ihre Waffen erhoben und richteten sie auf den Eingang.

 

Vuk sah sah sie herankommen, aber er konnte den Butcher nicht sehen, der hinter dem Panzer kauerte. Vuk sah sich suchend den anderen Banditen um, und als Shutov und Sam in Sprechweite waren, fragte er: „Wo sind die anderen?“

„Alle tot, es ist heute nicht besonders gut gelaufen. Außer für dich natürlich – für dich scheint es sehr gut gelaufen zu sein. Nimm mir nicht übel, was ich zuvor gesagt habe.“

„Du hast gesagt, was nötig war, um ihnen ihr Druckmittel zu nehmen“, antwortete Vuk.

„Gut, dass du so ein kluger Mann bist, Vuk. Zeig mir jetzt Roberts Leiche. Ich hab so ein übermächtiges Verlangen, auf ihn zu pissen.“

Vuk zeigte zum Heck des Helikopters, wo zwei leblose Körper mit dem Gesicht nach unten lagen. Ihre Waffen lagen ein Stück entfernt und unter ihnen war Blut auf dem glatten Betonboden des Hangars.

„Aber schieß nicht“, sagte Vuk, „sie haben Sprengladungen am Hubschrauber angebracht. Robert wollte ihn lieber in die Luft jagen, als ihn dir zu überlassen.“ Vuk zeigte auf einen Fernzünder in Roberts lebloser Hand. „Siehst du den Schalter in seiner Hand, der zündet die Sprengung. Ich weiß allerdings nicht, ob er sie noch scharf gemacht hat, bevor ich ihn erschossen habe.“

„Mutig, mutig“, sagte Shutov, als er auf die Leichen zuging. Sein Gewehr hing gesenkt an seiner Seite und auch Sam hatte seine PDW ins Halfter gesteckt.

„Danke“, sagte Robert als er und Pablo aufsprangen und ihre versteckten Pistolen auf Shutov und Sam richteten.

Shutov fuhr herum und sah, dass auch Vuk sein Gewehr auf sie gerichtet hielt. Ihm wurde klar, dass er in diesem Moment nichts machen konnte, und so legte er sein Gewehr auf den Boden. Sam tat es ihm gleich.

„Gut, vielleicht können wir uns jetzt auf zivilisierte Weise unterhalten“, sagte Robert.

„Es gab also nie eine Sprengladung?“, fragte Shutov.

„Da liegst du falsch. Der Helikopter ist zur Sprengung vorbereitet. Wenn du irgendwas Dummes versuchst, werden wir alle sterben“, antwortete Vuk.

„Du Bastard, Vuk“, rief Shutov wütend, „du verdammter Bastard. Du hast deine eigenen Brüder betrogen. Ich hab von Anfang an recht gehabt, dir nicht zu trauen.“ Sein Gesicht war Rot vor Zorn und Tröpfchen flogen von seinen Lippen, als er die Worte ausstieß.

 

Von draußen konnte der Butcher entfernt wahrnehmen, dass jemand schrie. Er spähte durch das Tor und sah, dass Vuk die Waffe auf einen Angreifer richtete, der jedoch vom Tor verdeckt war. Er begann, näher heran zu schleichen. „Nach allem, was wir zusammen durchgemacht haben, Vuk“, schrie Shutovs Stimme aus dem Hangar.

„Du bist doch derjenige, der mich betrogen hat, der uns alle betrogen hat. Du hast immer nur an dich selbst gedacht und jetzt siehst du, wohin dich das gebracht hat. Wir hätten zusammenarbeiten können, aber nein, du musstest der große Boss sein. An all dem bist du ganz alleine schuld“, schrie Vuk zurück. Er war so in Rage, dass er nicht bemerkte, wie der Butcher sich von hinten anschlich.

 

Janik beobachtete, wie der Butcher zum Hangar schlich, aber er war zu weit entfernt um das Geschrei von Shutov und Vuk zu hören. Da er deshalb nichts von der List wusste, blieb er in seinem Versteck und verfolgte die Vorgänge.

 

Zu spät nahm Vuk die Bewegung draußen vor dem Tor wahr. Als er schließlich den Kopf drehte, sah er den Butcher, der mit seiner AKM auf ihn zielte.

„Du erinnerst dich doch an Grace, nicht Vuk?“, fragte der Butcher.

Vuk nickte: „Hab die Schlampe nie leiden können.“

„Sieh mich an, Vuk“, befahl der Butcher.

„Zur Hölle mit dir, Psycho“, sagte Vuk uns schloss die Augen.

Robert und Pablo sahen nicht, mit wem Vuk sprach.

„Vuk, was ist los?“, fragte Robert.

Der Lärm der AKM hallte in dem großen Hangar wider, als die Kugeln Vuk trafen und er tot zu Boden fiel. Robert und Pablo gingen hinter dem Helikopter in Deckung und Shutov nutzte diesen Moment, um Sams PDW aufzuheben. Er griff nach Sam und zerrte ihn als menschlichen Schutzschild vor sich, während er ihm die Waffe an den Kopf hielt.

„Was zur Hölle?“, rief Sam aus.

„Halts Maul“, rief Shutov. „Butcher, bist du das?“

„Ja“, antwortete der Butcher siegesgewiss.

„Robert, dein Zögern wird noch dein Untergang sein. Jetzt lasst die Waffen und den Auslöser fallen, sonst erschieße ich Sam und niemand fliegt hier raus.“

„Das tust du nicht.“

„Doch Robert, anders als du bin ich dazu bereit.“

Robert beobachtete Shutov durch die Scheiben des Helikopters. Er hielt Sam dicht vor sich und war fast ganz von ihm verdeckt. Es war unmöglich, auf ihn zu schießen ohne Sam zu treffen.

Hinter Shutov trat der Butcher durch das Tor und versuchte, die Situation zu erfassen. Er starrte auf Shutov, der die Waffe an Sams Kopf hielt.

„Wir wissen beide, Robert, dass du dich nicht selbst umbringen wirst, nicht so lange du noch eine andere Chance siehst. Wenn du jetzt die Waffe und den Auslöser fallen lässt, dann gebe ich dir diese Chance.“

Robert wandte sich hilfesuchend an Pablo.

„Wenn du das tust, sind wir beide tot“, flüsterte Pablo.

„Ich weiß“, flüsterte Robert zurück.

Er spähte durch das Glas auf Shutov und den Butcher und suchte nach einem Ausweg. Der Butcher schwenkte sein Gewehr aus Roberts Richtung auf Shutov und leckte sich die Lippen, die sich zu einem feucht glänzenden Lächeln verzogen.

„Neiiin“, schrie Robert, worauf Shutov herum fuhr und nur noch sah, wie der Butcher begann, auf ihn zu feuern.

Die Kugeln schlugen in Shutovs Seite und trafen seine Nieren und sein Rückgrat. Als er sich weiter drehte und Sam mit sich nahm, schlugen weitere in Sams Brust ein. Eine von ihnen ging durch Sam durch und grub sich in Shutovs Magen.

„Wer ist nun der Idiot?“, rief der Butcher. „Ich habe meine Quote gerade auf vier erhöht.“

 

Janik, der näher geschlichen war, konnte in dem fernen Geschrei Roberts Stimme ausmachen. Sie sind am Leben, dachte er voll Freude. Er sah, wie der Butcher am Tor stand und ins Innere des Hangars feuerte. Ohne an seine eigene Sicherheit zu denken, rannte Janik nun zum Hangar, Harrisons AKS-74 Kobra in der Hand. Er kam an dem Motorrad vorbei und hatte eine Idee. Er hob es auf.

 

„Was zur Hölle, Butcher! Er war unsere Fahrkarte hier raus“, schrie Robert bestürzt.

„Wer sagt denn, dass ich hier raus will?“, brüllte der Butcher, während er auf sie schoss. „Das alles hier macht mir viel zu viel Spaß, um darauf zu verzichten.“

Robert ließ den Auslöser fallen und feuerte beidhändig mit seiner M4A1 blindlings über den Helikopter auf den Butcher. Pablo schoss nun auch auf ihn, was ihn zwang, draußen hinter dem Tor des Hangars Deckung zu suchen.

 

Janik sah den Butcher herauskommen und in den Hangar feuern. Er hielt direkt auf ihn zu. Mit einer Hand versuchte er, das Motorrad zu steuern, während er mit der anderen die AKS-74 Kobra abfeuerte. Die Kugeln flogen kreuz und quer und Janik brüllte, als er auf den Butcher zufuhr.

Der Butcher drehte sich nach dem Heulen des Motors und dem Knallen der Schüsse um und glaubte fast, einen Dämon vor sich zu haben. Zum ersten Mal hatte er Angst. Er feuerte auf das Motorrad, aber aufgrund seines eigenen Schreckens und Janiks schlingerndem Kurs, gingen seine Kugeln ins Leere.

Janik sprang vom Motorrad und fuhr fort, auf den Butcher zu schießen, aber nun bot er dem Butcher ein leichteres Ziel. Er schoss wieder auf Janik, der auf in zu rannte, aber da das Magazin fast leer war, trafen nur noch zwei Schüsse, bevor sein Gewehr nur noch ein trockenes Klicken von sich gab.

Janik stürzte sich auf den Butcher. Er zog in einem letzten Aufbäumen einen Bolzen heraus und rammte ihn dem Butcher ins Auge. Der Butcher schleuderte Janik von sich weg und drehte sich unkontrolliert, während er mit beiden Händen nach dem Bolzen griff.

Er taumelte in den Hangar, genau auf Robert zu, der die Waffe auf ihn anlegte. Robert zögerte nicht. Er erschoss den Butcher und erlöste ihn von seinen Qualen.

Der Motor des Motorrads heulte noch als Pablo und Robert ihre Waffen auf das Tor gerichtet hielten. Dann sahen sie Janik herein kriechen und stürzten zu ihm.

 

Shutov öffnete die Augen und sah Robert und Pablo an ihm vorbeilaufen. Er suchte seine Umgebung ab und sah bemerkte den Auslöser, der nicht weit von ihm lag. Unter Qualen drehte er sich auf den Bauch und begann, darauf zu zu kriechen.

 

„Janik! Janik! Bist du in Ordnung?”

Robert drehte ihn sanft um und sah seine Verletzungen, es war erkennbar, dass er nicht überleben würde.

„Hab ich ihn erwischt?“, fragte Janik.

„Ja Mann, du hast uns beide gerettet“, antwortete Pablo.

„Du bist ein Held, Janik“, sagte Robert.

Janik lächelte. „Ein Held, wer hätte das erwartet?“, flüsterte er und starb mit einem Lächeln auf den Lippen.

 

Shutov kroch immer noch auf den Auslöser zu. Er konnte seine Beine nicht mehr bewegen, aber sein übermächtiger und blinder Hass trieb ihn voran. Näher und näher an den Auslöser.

 

Robert drückte Janik die Augen zu.

„Danke“, sagte er und wandte sich dann zu Pablo: „Sieh nach, ob der Butcher auch wirklich tot ist.“

Pablo ging zum Butcher hinüber, wobei er die Waffe auf ihn gerichtet hielt.

 

Fast, fast. Shutov trieb sich voran und versuchte, seine Schmerzen auszublenden.

 

Pablo trat dem Butcher mit dem Fuß in die Seite, es gab keine Reaktion. „Er ist tot“, rief er Robert zu.

 

Shutov streckte den Arm aus und erreichte den Auslöser. Robert stand von Janik auf und drehte sich um. In diesem Moment sah er Shutov, der den Auslöser zwischen seinen blutüberströmten Händen hielt.

„Shutov, tu das nicht.“

„Der Tod ist vielleicht das größte Geschenk für den Menschen“, sagte Shutov und drückte den Auslöser.

 

Die Explosion zerstörte im Bruchteil einer Sekunde alles, was sich in dem Hangar befand. Die Wände gaben nach und das Dach stürzte über allem zusammen. An ein paar Stellen konnte man unter den Trümmern noch die blutigen Überreste der toten Männer sehen, und an einer Stelle trat Blut hervor und füllte in einem makabren Rinnsal langsam die Fugen des Betonbodens.

 

Survivors and Bandits - Ein DayZ Roman
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