KAPITEL 42 – VERRAT

Der Doc wusste, dass ihm nun wieder eine schlaflose Nacht bevorstand. Er hatte seine Wache beendet, als Pablo ihn abgelöst hatte, und nun versuchte er einzuschlafen, aber es gelang ihm nicht. Während seiner ganzen Schicht, als er die Straße beobachtet hatte, die nach Novy Sobor zu den Banditen führte, hatte er über das nachgedacht, was er gehört hatte. Nun, da seine Schicht vorüber war, wollte er es abstellen, aber er konnte nicht. Die Geräusche der Männer, die um ihn herum fest schliefen, halfen ihm auch nicht dabei. Schließlich gab er es auf und ging hinaus, um frische Luft zu schnappen und hoffentlich den Kopf frei zu bekommen.

Janik war kurz nach Sonnenuntergang nach Guglovo zurückgekommen, gerade als sie damit fertig waren, das Dorf zu säubern. Der Doc hatte vorgeschlagen, einen der Infizierten am Leben zu lassen, damit er ihn untersuchen konnte, aber die anderen erhoben Einspruch. „Alles was wir wissen müssen, ist wie man sie umlegt“, war Yuris Antwort.

Als alle sich für die Nacht eingerichtet hatten, wechselte der Doc den Verband an Roberts Arm. Die Wunde war sauber und es gab keinerlei Zeichen einer Infektion. Es schien ihm, als ob Robert sie Sache überstanden hatte. Robert dankte ihm nicht einmal, sie studierten einfach weiter ihre Karten und sprachen über Janiks Beobachtungen.

Der Doc ließ sich Zeit, damit er hören konnte, was Janik erzählte. Janik berichtete, wie gut die Banditen anscheinend zurechtkamen, und dem Doc schien, dass sie geschickter seien, als seine eigenen Gruppe. Janik erzählte, welche Waffen sie hatten, wie sie die Kontrolle über Novy Sobor übernommen hatten und über ihre Ausrüstung, wie Zelte und Schlafsäcke. Der Doc selber musste sich auf dem blanken Boden eines Hauses zwischen zwei Männer quetschen, mit nichts weiter als einer alten Decke, um sich warm zu halten. Robert hatte darauf bestanden, dass sie keine Feuer anzünden sollten, weil Rauch und Licht vielleicht Aufmerksamkeit auf sich ziehen würden.

Der Doc sah die Straße Richtung Novy Sobor hinunter und dachte an das Gespräch zwischen Robert und Janik. Roberts Plan war es, den Banditen aus dem Weg zu gehen. Er wollte nach Norden und die Banditen nach Westen abziehen lassen. Niemand wusste, was auf dem Flugplatz war, aber Robert hatte entschieden, es den Banditen zu überlassen. Die anderen Männer sprachen darüber, dass sich am Flugplatz die letzten Menschen versteckten und dass dort Flugzeuge landeten, um sie auszufliegen. Der Doc wusste nicht, ob das stimmte. Aber die Banditen taten alles, um schnellstmöglich dorthin zu gelangen, also musste es etwas geben, das der Mühe wert war.

Als Janik alles erzählt hatte, bot er an, zurück zu fahren und die Banditen während der ganzen Nacht zu beobachten. Robert war beeindruckt, aber er bestand darauf, dass Janik jemanden mitnehmen sollte. Janik entgegnete, dass es nur ein Fahrrad gäbe und er alleine besser vorwärts käme. Er erklärte, dass er sich nicht in Gefahr bringen würde und nichts anderes vorhatte, als von einem Hügel aus zu beobachten. Er würde sich zwar nicht ausruhen können, aber dafür würden sie wissen, was die Banditen vorhatten. Schließlich stimmte Robert widerstrebend zu und Janik fuhr mit etwas Nahrung und Wasser in die Nacht hinaus.

Nur dass der Doc Janik nicht traute. Er war scheinbar versessen darauf, hinaus zu fahren und die Banditen zu ‚beobachten‘. Spielte er beide Seiten gegeneinander aus? Hatte er vor, sich den Banditen anzuschließen, damit sie ihn zum Flugplatz mitnahmen? Was wusste Janik, von dem er niemandem erzählt hatte? Der Doc hatte diese Fragen nie laut ausgesprochen, aber sie nagten an ihm. Die Überlebenden hatten Wachtposten zu beiden Seiten des Dorfes aufgestellt, daher würde es schwierig sein, sie während der Nacht anzugreifen. Und was hätten die Banditen auch von solch einem Angriff? Wir haben kaum was zu essen, ein wildes Sammelsurium an Waffen und einen schrottreifen alten Ural. Selbst wenn die Banditen wüssten, dass wir hier sind, würden sie uns vermutlich ignorieren und lieber ein lohnenderes Ziel wählen, wie den Flugplatz.

Der Doc vermutete, dass es Janiks Plan war, sich in der Nacht den Banditen anzuschließen und am Morgen mit ihnen weiter zu fahren. Und das schien ihm kein schlechter Plan. Es würde am Morgen Stunden dauern, bis Fragen gestellt würden. Sie würden langsam bis Novy vordringen, nur um festzustellen, dass die Banditen fort waren und von Janik keine Spur. Und da Robert darauf bestand, den Banditen auszuweichen, würde Janiks Verrat nie entdeckt werden. Man würde andere Erklärungen für sein Verschwinden suchen – ein Infizierter hat ihn erwischt, er ist gestürzt und hat sich das Genick gebrochen, nur nicht die Erklärung, die für den Doc offensichtlich schien.

Er sah sich um, plötzlich war es ganz still geworden. Es war dunkel und er merkte, dass er, in seine Gedanken versunken, bereits ein ganzes Stück auf der Straße nach Novy Sobor gegangen war. Er drehte sich um und sah nach Guglovo zurück, aber das Dorf war verschwunden, als ob es sich in Luft aufgelöst hätte, so dunkel war es. Alles, was er sah, war die Straße, die vor ihm lag. Die Straße bedeutete die Rettung, sie war sein Weg hier heraus.

Er mochte seinen Marsch nach Novy Sobor unbewusst angetreten haben, aber er würde ihn beenden im vollen Bewusstsein darüber, was er tat. Zur Hölle mit den Überlebenden und ihren Plänen, davonzulaufen und sich zu verstecken. Er würde leben. Er würde sich der stärkeren Gruppe anschließen und hier heraus kommen. Er ging weiter die dunkle Straße entlang, mit nichts weiter als den Kleidern, die er am Leib und dem Hass, den er im Herzen trug.

 

Janik war überrascht, wie sorglos die Banditen vorgingen, während er sie in dieser Nacht beobachtete. Wieder entzündeten sie Feuer, um eine Sicherheitszone auszuleuchten, dieses Mal entlang der Scheune. Zwei Männer, die alle zwei Stunden abgelöst wurden, bewachten ständig diese Zone. Janik hatte mit seiner Müdigkeit zu kämpfen und als die Dunkelheit weniger undurchdringlich wurde und das Morgengrauen sich ankündigte, musste er sich ein paar Mal mit der Hand ins Gesicht schlagen, um nicht einzuschlafen.

Er beobachtete die Straße und sah eine Gestalt, die ohne erkennbare Waffen in Richtung Novy Sobor marschierte. Die Gestalt war noch zu weit entfernt, als dass die Banditen sie sehen konnten, aber von Janiks Beobachtungspunkt konnte man sie gut erkennen. Er blickte durch sein Fernglas und war verblüfft, als er den Doc erkannte. Ohne Rucksack und ohne Waffe ging er dort die Straße entlang, als stünde er unter Schock. Mist, da ist was Schlimmes passiert, dachte er bei sich. Schnell packte er seine Sachen zusammen und fuhr den Hügel hinunter zum Doc.

 

Der Doc hörte das Fahrrad und wandte sich zu Janik, der auf ihn zukam. Er blieb stehen und winkte, er wirkte ein wenig kleinlaut.

„Was ist passiert?“, fragte Janik und sprang vom Rad.

„Bring mich zu den Banditen. Wo sind sie?“

„Ich hab sie die ganze Nacht beobachtet. Sie sind immer noch da. Wurden die Anderen angegriffen?“

„Nicht dass ich wüsste.“

„Aber was machst du dann hier?“, fragte Janik verwirrt.

„Was machst du hier?“, fragte der Doc zurück.

„Überwachung. Hat Robert dich geschickt um nach mir zu sehen?“, fragte Janik.

„Oh Janik, komm schon. Mach mir doch nichts vor.“

„Ich verstehe nicht, was du meinst. Aber wir müssen in Deckung gehen.“

„Na sicher, wir wollen ja nicht, dass deine Freunde uns sehen.“

„Hast du jetzt komplett den Verstand verloren?“

„Ich weiß, dass du mit denen zusammenarbeitest. Ich weiß, dass du heute mit ihnen zum Flugplatz fährst. Sieh mal, ich verurteile dich ja nicht, du handelst klug. Ich will einfach nur mitkommen.“

„Doc, ich habe keine Ahnung, was du zu wissen glaubst. Aber ich arbeite nicht mit den Banditen zusammen. Ich bin hier, um sie zu beobachten und zu sehen, ob wir etwas Neues erfahren können.“

„Eine Aufgabe, für die dich praktischerweise sofort freiwillig gemeldet hast.“

„Genau. Ich habe auf meinen Schlaf verzichtet, für den Fall, dass sie in der Nacht etwas vorgehabt hätten. Wie steht‘s mir dir, worauf hast du in der letzten Zeit verzichtet?“

„Sei bloß nicht so selbstgefällig. Du warst schon immer ein kleiner Wurm, also erzähl mir jetzt nicht, du seist so eine Art Held. Ich weiß, dass du ein Feigling bist und nichts tun würdest, das nicht in erster Linie dir selbst nützt.“

Janik wurde wütend: „Was hast du gesagt?“

„Du würdest uns alle verkaufen, wenn du dadurch deinen Arsch retten könntest. Du bist doch nur bei uns geblieben, weil dich das am Leben erhalten hat. Und jetzt, wo du ein besseres Angebot hast, rennst du weg und lässt uns im Stich.“

Voller Wut nahm Janik seine Armbrust und zielte auf den Doc. „Bitte gib mir einen Grund, du Mistkerl“, stieß er zwischen de Zähnen hervor.

„Dazu hast du doch gar nicht den Mumm. Lucas hat uns erzählt, dass du gestern nicht wolltest, dass er Shutov erledigt. Sehr passend, du wolltest wohl deine Fahrkarte hier raus nicht verlieren. Du warst immer ein Feigling und wirst immer einer bleiben.“

Sie starrten sich in die Augen – keiner von beiden senkte den Blick. Der Doc erkannte die fehlende Entschlossenheit in Janiks Augen und nützte das aus. „Wie ich mir gedacht habe. Wie es scheint hab ich dich allerdings überschätzt, Janik. Du hast ja nicht einmal den Mut, dich auf die Seite der Gewinner zu schlagen, wenn du die Gelegenheit dazu bekommst.“ Damit drehte er sich um und ging die Straße hinunter nach Novy Sobor.

„Zur Hölle mit dir. Ich muss den Abzug gar nicht drücken – die Arschlöcher da unten werden das für mich erledigen“, sagte Janik als er die Armbrust sinken ließ.

„Ich bin Arzt, ich habe besondere Fähigkeiten, die ich mitbringe. Was hast du zu bieten, außer ein bisschen Übung im Armbrustschiessen?“

Janik hob erneut die Armbrust und zielte auf den Doc. Der jedoch ging einfach weiter und kümmerte sich nicht mehr um Janik, er sah sich noch nicht einmal um. Janik sah ihm noch einen Moment nach und beschloss dann, ihn nicht zu töten. Stattdessen stieg er auf sein Rad und fuhr so schnell er konnte nach Guglovo zurück.

 

Alejandro brauchte einen Moment, bis er registrierte, dass da ein Mann die Straße entlang kam. Er stieß einen Pfiff aus und rief: „Ich habe einen Kontakt 200 Meter die Straße runter und es ist kein Infizierter.“ Alle kamen aus der Scheune gerannt, die meisten waren noch gar nicht richtig wach. Shutov drängte sich nach vorne und sah durch das Visier seiner CZ550.

„Sieh mal einer an, es ist der Doc“, sagte Shutov.

„Ist er alleine“, fragte Vuk.

„Sieht ganz so aus. Er hat weder einen Rucksack noch eine Waffe und er geht mit erhobenen Händen“, antwortete Shutov.

Vuk sah sich nach anderen Überlebenden um: „Mir gefällt das nicht. Ein einzelner, unbewaffneter Mann marschiert so einfach in unser Lager. Das muss eine Falle sein.“

„Das sehe ich auch so“, Shutov ließ das Gewehr sinken. „Verteilt euch, ich will Augen in jeder Richtung. Achtet darauf, ob sich irgendjemand nähert, besonders in unserem Rücken. Vuk, Butcher, ihr bleibt bei mir. Behaltet ihn im Visier. Wenn er auch nur niest, erschießt ihn.“

„Wir wollten uns doch um jeden Preis gegenseitig schützen, also warum erschießen wir ihn nicht gleich?“, verlangte der Butcher.

„Ganz ruhig, Butcher. Es ist alles in Ordnung. Ich will wissen, was er hier will und das verschafft ihm noch zehn Minuten. Trotzdem läuft seine Zeit ab, du kannst ihn danach gerne erschießen, wenn auch nur komisch schaut.“

Vuk sah besorgt zum Doc: „Wie kommt er ohne Waffe so weit ins Inland. Er muss mit jemandem zusammenarbeiten.“

„Alejandro, hast du ihn zusammen mit den Überlebenden in Elektro gesehen?“, rief Shutov.

„Nein, da war er nicht dabei.“

„Hmmmmm“, murmelte Shutov, „Doc, Doc, Doc. Wo hast du dich die ganze Zeit versteckt, und warum tauchst du jetzt plötzlich auf?“

 

Der Doc ging verunsichert auf Shutov, Vuk und den Butcher zu. Er hätte gerne den langen Schweißtropfen abgewischt, der seine Wange hinunter lief, aber er wagte nicht, seine Hände zu bewegen.

„Ich bin unbewaffnet, Ich bin nicht gefährlich“, rief er.

„Wir machen uns keine Sorgen deinetwegen, aber wegen deiner Freunde, sie sich da draußen verstecken.“

Der Doc ging weiter auf sie zu. „Ich bin alleine“, rief er zurück.

„Das sagst du“, rief der Butcher.

 Der Doc ging mit erhobenen Händen weiter. Als er noch etwas 80 Meter entfernt war, riefen sie ihn erneut.

„Das ist nahe genug“, rief Vuk, „bleib da stehen und heb langsam dein Hemd hoch.“

„Was?“

„Mach was er sagt“, schrie Shutov.

Der Doc hob sein Hemd und zeigte seinen weißen, rundlichen Bauch. „Dreh dich herum“, rief Vuk und der Doc gehorchte.

„Keine versteckte Waffen, keine Bombe“, sagte Vuk leise zu Shutov.

„Gut, du kannst weiter gehen. Leg die Hände auf den Kopf, die Finger verschränkt und lass sie da, oder wir schießen“, befahl Vuk.

Der Doc nickte und folgte der Anweisung, als er weiter auf sie zuging. Vuk nahm eine Holzkiste und drehte sie um, als Sitzgelegenheit.

„Setz dich da hin uns lass die Hände auf dem Kopf“, befahl Vuk.

Der Doc setzte sich auf die Kiste und der Butcher stellte sich hinter ihn.

„So Doc, und jetzt werden wir uns ein wenig unterhalten“, sagte Shutov drohend, „und wenn ich das Gefühl habe, dass du lügst, oder wenn mir deine Antworten nicht gefallen, dann wirst du derjenige sein, der medizinische Versorgung braucht.“

 

Janik kam nach Guglovo und fand das Dorf still vor. Es gab keine Wachen und alle Türen der Häuser waren verschlossen. Er stieg ab und begann, nach den anderen zu suchen. Plötzlich erschienen alle aus ihrer Deckung und richteten ihre Waffen auf ihn.

„Hey Leute, ich bin ein Freund, erinnert ihr euch?“

„Der Doc ist weg“, erklärte Yuri.

„Ich weiß. Ich hab ihn heute Morgen zu den Banditen gehen sehen.“

„Was? Wieso?”, fragte Lucas.

„Er sagte, er will sich ihnen anschließen.“

„Mistkerl!“, rief Robert aus. „Der Bastard hat uns verkauft.“

„Das heißt, dass wir hier nicht mehr sicher sind“, sagte Yuri, „sie könnten bereits hierher unterwegs sein.“

„Packt alles in den Ural. Wir fahren in fünf Minuten. Lucas, such dir eine Position, von wo aus du die Hauptstraße überblicken kannst. Wenn den Bus kommen siehst, setzt du ihn außer Gefecht. Versuch aber, Verluste zu vermeiden. Halt sie auf aber bring sie nicht um.“ Lucas nickte und rannte los, während Robert seine Karte herauszog.

„Janik, zeig mir, von wo aus du sie beobachtet hast.“ Janik deutete auf eine Baumreihe östlich von Novy Sobor. „Ich will, dass du dahin zurück fährst. Aber fahr nicht auf der Straße, nimm den Weg durch diese Felder. Wenn du dort bist beobachte die Banditen und warte, bis wir da sind.“

„Ihr wollt zu ihnen?“, fragte Janik überrascht.

„Das ist das Einzige, mit dem sie nicht rechnen. Wir können nicht hier auf sie warten um zu kämpfen. Sie sind mehr und besser bewaffnet. Wenn wir fliehen und sie kommen uns nach, müssen wir uns früher oder später stellen. Da sie vermutlich mehr Benzin haben, holen sie uns irgendwann ein und wir sind dann immer noch unterlegen. Aber wenn wir langsam auf der Hauptstraße vorrücken, während Lucas uns Deckung gibt, ist das etwas, mit dem sie nicht rechnen. Shutov ist nicht dumm, er wird kaum mit allen Männern im Bus die Straße herauf kommen. Falls er es trotzdem tut, wird Lucas ihn sehen und den Bus ausschalten, so dass wir entkommen können. Aber vermutlich nehmen sie eine andere Route oder sie entscheiden sich sogar, weiter zum Flugplatz zu fahren. Es gibt nur einen Ort, an dem sie bald nicht mehr sein werden, und das ist Novy. Deshalb will ich, dass wir dann dort sind. Sollten sie aber, wider Erwarten, noch dort sein, bevor wir ankommen, dann kannst du uns vorher warnen. Aber jetzt los – wir haben nicht viel Zeit.“

Janik wollte widersprechen, aber er sah ein, dass es zwecklos war, sprang wieder einmal auf sein Rad und fuhr davon. Yuri schüttelte den Kopf.

„Hör zu, Yuri. Ich weiß, das ist kein besonders brillanter Plan, also bitte, wenn du einen besseren Vorschlag hast, sag ihn mir. Aber wir haben nicht viel Zeit und noch weniger Optionen“, bat Robert.

„Du hast recht, es ist kein besonders guter Plan, aber wir werden dafür sorgen, dass er funktioniert“, sagte Yuri.

„Guter Mann, fahren wir los.“

Yuri ging zum Ural und kletterte auf den Fahrersitz. Robert sah die Straße nach Novi Sobor hinunter.

„Zur Hölle mit dir, Doc. Zur Hölle dafür, was du getan hast“, murmelte er.

 

Als Janik seinen Beobachtungspunkt am Hügel erreicht hatte, war in Novy Sobor bereits alles still. Er sah zu der Scheune hinüber, in der die Banditen übernachtet hatten – aber sie schien verwaist. Nichts bewegte sich, der Bus war verschwunden. Mit seinem Fernglas suchte er den Ort und die Umgebung ab, aber es war alles verlassen.

Er beobachtete für eine Weile und als sich nichts bewegte, begann die Müdigkeit ihn zu übermannen. Er hatte sie die ganze Nacht beobachtet und nun, am Tag, fing er an sich zu langweilen, weil es nichts zu sehen gab. Er wollte unbedingt schlafen, nur eine oder zwei Stunden. Dann kam ihm wieder zu Bewusstsein, dass sich die anderen auf ihn verließen. Wenn er einschlafen würde, konnte das ihren Tod bedeuten. Er schüttete sich Wasser über das Gesicht, um munterer zu werden, und fuhr dann fort, nach Anzeichen der Banditen Ausschau zu halten.

Zum Glück musste er nicht lange warten, bis er hörte, wie sich der Ural näherte. Er wollte gerade seine Sachen packen, als er das Klicken einer Pistole hinter seinem Kopf hörte.

„Bum, du bist tot“, sagte Lucas.

„Verdammt Lucas, ich hab mir fast in die Hose gemacht“, keuchte Janik.

Lucas steckte die Pistole weg und suchte die Stadt durch das Zielfernrohr seiner M107 ab. „Du solltest besser auf deinen Hintern achtgeben“, sagte er, „wie sieht’s in Novy aus?“

„Alles leer. Ihr Lager war dort, in der Scheune auf der anderen Seite, aber es ist weg, genauso wie ihr Bus.“

„Wie lange bist du schon hier?“, fragte Lucas.

„Etwa 40 Minuten – ich hab länger gebraucht abseits der Straße.“

„Da haben sie genug Zeit gehabt, das Lager abzubrechen und loszufahren. Das hier oben ist ein guter Platz. Sag Robert, dass ich hier bleibe und Deckung gebe, wenn sie reingehen. Gebt mir ein Zeichen, wenn alles sauber ist.“

„Klar doch“, sagte Janik, stieg auf sein Rad und rollte den Hügel hinab um den Ural zu treffen.

Der Ural hatte etwa 300 Meter vor dem Ortsrand angehalten. Die Männer waren ausgestiegen und beobachteten die Umgebung, während Janik Robert Bericht erstattete.

„Es könnte eine Falle sein“, gab Yuri zu bedenken, „vielleicht verstecken sie sich in den Häusern und warten auf uns.“

„Nein, Novy ist leer, wie erwartet. Entweder suchen sie nach uns in Guglovo oder sie sind zum Flugplatz weitergefahren.“

„Mir gefällt das nicht. Wir können dabei nichts gewinnen, aber alles verlieren“, sagte Yuri.

„Es gibt nichts, worüber du dir Sorgen machen müsstest, da ist kein Hinterhalt in Novy.“

„Wie kannst du da so sicher sein?“

„Weil sie nicht erwarten, dass wir direkt zu ihnen kommen. Deshalb haben sie auch keinen Hinterhalt gelegt. Das größere Problem sind die Straßen, die aus Novy hinaus führen. Wenn sie uns einen Hinterhalt legen, dann machen sie es dort“, erklärte Robert.

„Also kehren wir um?“, fragte Alfie.

„Wir können nicht zurück. Sie könnten jetzt schon in Guglovo sein“, gab Yuri zurück.

„Das stimmt, wir müssen weiter vorwärts. Es wird kein Problem geben, Lucas gibt uns Deckung. Janik hat nichts gesehen, seit er dort angekommen ist. Wenn es einen Hinterhalt gäbe, dann hätte er irgendetwas bemerkt.“

„Es gibt Stellen, die konnte ich von da oben nicht sehen. Und ohne Röntgenblick weiß ich auch nicht, was in den Häusern vor sich geht.“

„Ich müsst mir jetzt vertrauen. Uns wird nichts geschehen“, sagte Robert.

„Du setzt unser Leben einem großen Risiko aus“, entgegnete Yuri.

„Ich weiß, dass du das denkst, aber es gibt kein Risiko. Die Banditen sind weg. Alles zurück in den Ural, wir fahren rein.“

Die Männer stiegen auf den Lastwagen und Janik reichte ihnen sein Fahrrad hoch. Sie verstauten es auf der Ladefläche und halfen Janik hinauf. Robert und Yuri stiegen vorne ein und Yuri startete den Motor.

„Ich hoffe wirklich, dass du recht hast“, sagte Yuri.

„Das habe ich, du wirst sehen.“

 

Und Robert behielt recht. Die Banditen waren nicht mehr in Novy Sobor. Alejandro lag am Ortsrand in einer Baumgruppe versteckt und beobachtete den Ort, aber technisch gesehen befand er sich nicht mehr in Novy Sobor. Im Gebüsch hinter ihm war ein Geländemotorrad versteckt. Durch sein Fernglas beobachtete er den Doc, der gefesselt und geknebelt immer noch auf der Kiste saß.

 

Als Yuri und Robert um eine Kurve bogen sahen sie ihn.

„Es ist der Doc“, rief Yuri aus.

„Mach den Motor aus, wir gehen zu Fuß rein“, sagte Robert als er aus der Kabine kletterte. Er schlug auf die Türe und die Männer stiegen ebenfalls aus. Robert zeigte auf den Doc und bedeutete ihnen auszuschwärmen.

Die Männer verteilten sich, sie hatten die Gewehre im Anschlag und hielten nach möglichen Bedrohungen Ausschau. Langsam arbeiteten sie sich zum Doc vor. Robert und Yuri gingen voran, Yuri trug die M4A1 aus dem Helikopter und Robert die schallgedämpfte Version.

 

Oben auf dem Hügel beobachtete Lucas durch sein M107 Zielfernrohr, wie die Männer sich verteilten. Oh Mist, da stimmt was nicht, dachte Lucas, und er begann, die Hügel in der Umgebung nach einer möglichen Bedrohung abzusuchen.

 

Der Doc sah sie kommen und wand sich in dem Versuch, sich zu befreien. Robert winkte ihm zu und deutete ihm, er solle sich beruhigen, während er näher heran ging.

 

Alejandro beobachtete durch sein Fernglas, wie sie sich dem Doc näherten. Neben ihm am Boden lag seine AK-74.

 

Zufrieden darüber, dass die Umgebung gesichert und ausreichend Gewehre auf den Doc gerichtet waren, nahm Robert ihm den Knebel ab.

„Du verdammte Ratte“, sagte Robert.

„Du hast jedes Recht, wütend zu sein“, antwortete der Doc.

„Wütend? Ich bin nicht wütend, ich bin außer mir vor Zorn. Du tust mir sowas an, nachdem ich dich unzählige Male gerettet habe. Ohne mich wärst du schon lange tot.“

„Ich wollte doch nur mit ihnen reden und herausfinden, was sie wissen“, bettelte der Doc.

„Bockmist“, unterbrach Janik, „mir hast du gesagt du willst dich ihnen anschließen.“

„Ich hab’s ja versucht, aber sie wollten mich nicht. Sie sagten, sie wollen nicht noch ein Maul durchfüttern.“

„Wie war das noch mit deinen besonderen Fähigkeiten?“, spottete Janik.

„Shutov hat gesagt, so lange ich kein Mittel gegen die Infektion habe, braucht er auch niemanden, der sich um seine Wehwehchen kümmert. Der Kerl war schon immer ein Idiot“, antwortete der Doc.

„Und warum haben sie dich dann nicht auf der Stelle erschossen?“, fragte Yuri.

„Er hat gesagt, ich bin die Kugel nicht wert. Hat gesagt, er lässt mich hier als Futter für die Infizierten.“

„Für mich klingt das wie eine Falle“, sagte Robert.

„Ich glaube ihm auch nicht“, stimmte Janik zu.

„Dann glaubt mir eben nicht – mir ist das inzwischen egal. Wenn ihr mich umbringen wollt, dann macht es jetzt gleich, aber mit einer Kugel – ich will nicht bei lebendigem Leib aufgefressen werden.“

„Aber das ist es, was du verdienst“, sagte Robert. Seine Worte troffen vor Verachtung.

„Ich weiß ich hab es versaut. Ich erwarte auch nicht, dass ihr mir verzeiht - aber das könnt ihr nicht machen. Ihr könnt mich nicht hier zurücklassen, damit ich auf diese Art sterbe“, bettelte der Doc.

„Ich erschieße ihn“, sagte Yuri und hob das Gewehr.

„Nein, rief Robert, „wir sind besser als die, besser als er.“

„Also was dann?“, fragte Yuri.

„Wir binden ihn los, geben ihm Essen und Wasser und lassen ihn laufen“, sagte Robert.

„Geradewegs zurück zu den Banditen?“

„Die haben ihn doch hier zum Sterben zurück gelassen. Er ist jetzt auf sich alleine gestellt.“ Robert wandte sich an den Doc: „Wir werden ja sehen, wie weit du hier draußen kommst, ganz alleine.“

„Was ist mit einer Waffe? Ich brauche auch eine Waffe“, bettelte der Doc.

„Das meinst du doch wohl nicht im Ernst? Der hat vielleicht Nerven“, sagte Janik.

„Keine Waffe. Dieses Recht hast du in der Sekunde verspielt, in der du uns hintergangen hast“, antwortete Robert.

„Dann könnt ihr mich auch gleich erschießen.“

„Führe mich nicht in Versuchung“, sagte Yuri.

„Was ist mit einer Axt?“, fragte der Doc.

„Ich glaube nicht, dass du in der Position bist, mit uns zu verhandeln“, antwortete Robert.

„Vielleicht doch. Wie wär’s wenn wir tauschen würden? Eine Axt gegen die Information, in welche Richtung die Banditen gefahren sind?”

„Du hast gesehen, wo sie hingefahren sind?“

„Sie haben mich geknebelt, aber sie haben mir nicht die Augen verbunden. Also ja, ich habe gesehen, wo sie hingefahren sind“, antwortete der Doc.

Robert sah sich um, es gab keinen Anhaltspunkt dafür, welche der drei Straßen sie genommen haben mochten.

„Aber wie könnten wir dir trauen?“

„Das könnt ihr nicht. Wie hast du damals in der Lagerhalle gesagt… jemand muss den ersten Schritt machen. Ich traue euch und sage es euch einfach. Sie sind nach Norden“, sagte der Doc und zeigte mit dem Kopf in die Richtung, „sie haben diese Straße dort in Richtung Flugplatz genommen. Bevor ihr jetzt weiter fahrt, gebt mir zumindest eine Chance zu überleben – nur eine Axt, das ist alles, worum ich euch bitte. Ich weiß, dass ein paar davon im Ural liegen. Ihr traut mir nicht und das akzeptiere ich. Also legt einfach eine auf die Straße neben einen Rucksack und ich hole sie mir dann, wenn ihr weg seid.“

Robert entfernte sich mit Yuri und Janik ein Stück vom Doc. Er zog die Karte heraus und studierte sie.

„Er könnte die Wahrheit sagen. Die nördliche Route ist länger, aber sicherer. Weniger Ortschaften, die man passieren muss“, sagte Robert.

„Ich kaufe ihm das nicht ab. Er verheimlicht uns irgendetwas, das spüre ich.“

 

Alejandro wartete, während sie über der Karte miteinander sprachen – seine AK-74 hatte er jetzt in der Hand, bereit zum Feuern.

 

„Aber wenn er die Wahrheit sagt, wohin sollen wir dann fahren?”, fragte Janik.

„Ich würde sagen nach Westen, nach Stary Sobor“, sagte Robert. „Yuri?“

„Stary sieht nach einer größeren Ortschaft aus und wir brauchen Benzin und Vorräte. Wenn sie nach Norden gefahren sind, dann lassen sie Stary liegen und das macht es sicherer für uns“, Yuri betrachtete die Karte, „wir haben nicht viele Optionen.“

„Wir könnten genau in einen Hinterhalt fahren“, sagte Janik.

„Stimmt, es ist ein Risiko. Aber was ist hier kein Risiko? Welche Alternative haben wir? Uns geht das Benzin aus, bevor wir im Süden die nächste Ansiedlung erreichen können. Wenn wir nach Norden fahren, könnten wir ihnen genau in die Arme laufen. Wir wissen, dass sie Novy bereits geplündert haben, hier gibt es für uns also auch nichts zu holen“, sagte Robert.

„Mir gefällt das nicht.“

„Mir auch nicht, aber wir haben nicht wirklich eine Wahl. Wir werden eben vorsichtig vorgehen“, sagte Robert und faltete die Karte zusammen.

„Bindet ihn los.“

Yuri band den Doc los während Janik ihn mit seiner Armbrust in Schach hielt.

„Wir fahren nach Westen, Doc. Wir lassen dir einen Rucksack mit Essen und Wasser und eine Axt außerhalb der Ortschaft, auf der Straße, liegen. Ich rate dir, die Sachen zu holen und uns von da an aus dem Weg zu gehen. Denn wenn ich dich das nächste Mal sehe, erschieße ich dich höchstpersönlich. Ist das klar?“

„Glasklar“, antwortete der Doc.

„Janik, gib Lucas das Zeichen herunter zu kommen und dann mach den Rucksack und die Axt für den Mistkerl klar“, befahl Robert, „alle anderen zurück in den Ural, wir fahren nach Stary Sobor.“

 

Der Doc beobachtete von seinem Sitz aus, wie sie weg fuhren und rieb sich die Handgelenke. Er nahm an, er sollte so etwas wie Schuld oder Reue empfinden, aber er empfand nichts – nur Leere. War es das, wie die neue Welt sein würde? Wenigstens war er nun auf Seite der Stärkeren, wenigstens würde er nun überleben.

Er sah, wie der Ural ein Stück weit entfernt anhielt. Ein Rucksack und eine Axt wurden von der Ladefläche aus auf den Boden geworfen und Janik zeigte ihm den Mittelfinger, als der Ural weiter die Straße hinunter fuhr.

Sehr nett, dachte der Doc als er aufstand und die Straße entlang ging. Alejandro kam aus seiner Deckung hervor und trat auch auf die Straße. Er hielt seine AK-74 auf den Doc gerichtete.

„Na, wie war ich“, fragte ihn der Doc.

„Sie fahren in der falschen Richtung. Du solltest sie nach Norden locken.“

„Ich habe gemacht, was Shutov mir gesagt hat. Ich habe ihnen erzählt, dass ihr nach Norden gefahren seid.“

„Und warum fahren sie dann nach Westen?“, fragte Alejandro.

„Weil sie an euch nicht interessiert sind. Weil sie euch ausweichen wollen, indem sie einen anderen Weg nehmen.“

„Und jetzt fahren sie in die falsche Richtung. Shutov wird stinksauer sein.“

„Was wird er mit ihnen machen, wenn er auf sie stößt?”

„Ach komm, Doc. Du bist doch schon ein großer Junge, was denkst du wohl?”

„Alle von ihnen?“, fragte der Doc.

„Das Leben da draußen ist hart. Da darf man nicht zu viele Mäuler haben, die man füttern muss“, antwortete Alejandro.

Alejandro ging mit dem Doc die Straße entlang. Er ließ sich aber zurückfallen, so dass er schließlich hinter dem Doc stand. „Was ist in dem Rucksack?“, fragte er.

„Ein bisschen Essen und Wasser. Genug damit ich ein paar Tage damit auskomme, denke ich“, antwortete der Doc.

„Also bist du hingegangen und hast sie verkauft, und sie helfen dir immer noch? Du lieber Gott, das hast du aber wirklich versaut.“

Der Doc blieb stehen und drehte sich um: „Wie meinst du das?“

„Ich meine, wir würden sowas nie tun. Wir bringen einen Verräter um, sowie wir ihn sehen.“ Alejandro hob seine AK-74 und visierte den Doc an.

 „Was machst du denn? Shutov und ich hatten eine Vereinbarung.“

„Hast du denn wirklich gedacht, wir würden dir trauen, nach dem, was du deinen Freunden angetan hast?“ Alejandro schüttelte den Kopf als er sagte: „Doc, du weißt doch auch, dass das die einzige Art ist, wie diese Sache enden konnte.“

„Aber ich hab alles gemacht, was ich sollte. Ich habe ihnen gesagt, dass ihr nach Norden seid“, bettelte der Doc.

„Hier geht es nicht darum, wohin sie gefahren sind, hier geht es um dich. Sicher, wenn du bei ihnen geblieben wärst, wärst du auf lange Sicht vermutlich gestorben. Aber du hättest länger gelebt, als jetzt, wo du sie betrogen hast. Tut mir leid, Doc“, sagte Alejandro und drückte ab. Die AK-74 schoss und der Lärm zerriss die Stille dieses Tages. Die Brust des Docs war von Einschüssen übersät und er wurde zu Boden geschleudert, wo er hart auf dem Asphalt aufschlug.

Alejandro ging an ihm vorbei und sah auf den von Kugeln durchsiebten Körper hinunter. Die Augen des Docs starrten in den Himmel, leer aber immer noch anklagend.

„Tut mir leid Doc, ich befolge nur Befehle“, sagte Alejandro, hob den Rucksack auf und schüttete den Inhalt in seinen eigenen. Den leeren Rucksack warf er achtlos auf den leblosen Körper des Docs, dann verschwand er auf seinem Motorrad in ein flaches Tal Richtung Norden.

 

Survivors and Bandits - Ein DayZ Roman
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