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In einem verwitterten Farmhaus aus dem 1880er-Jahren im ländlichen Michigan springt ein kleiner Junge in Socken auf einem durchgesessenen Sofa auf und ab. Auf seinem Gesicht liegt ein breites, zahnloses Lachen (seine oberen vorderen Zähne waren kaputt und mussten gezogen werden). Der Junge ist so groß wie ein Dreijähriger, und er sieht aus und benimmt sich wie ein Dreijähriger, und jeder Außenstehende hält ihn auch für drei Jahre. Aber er ist wahrscheinlich fünf Jahre oder älter. Die Frage, wie alt er ist, interessiert ihn allerdings nicht im Geringsten.
Die winterlichen Felder, die durch die schmutzigen Sturmfenster zu sehen sind, wirken beinahe farblos: das leuchtende Grün des Sommers und das schimmernde Gold von Heu, Mais und Soja sind zu einem matten Graubraun verblichen, und der Altschnee in den Gräben neben der Straße vermischt sich mit Kies, Streusalz und verdrecktem Wasser. Ein Wintertag im Norden in seiner trostlosesten Form - die Eisdecke auf Teichen und Flüssen ist angetaut und trübe, von jeder Dachrinne und aus jedem Regenrohr tropft es. Der Wind treibt feinen Nieselregen vor sich her und entlockt den kahlen Ästen ein morsches Knacken.
Aber im Innern des alten Farmhauses mit dem abblätternden Anstrich gibt es viel, was den hüpfenden Jungen in Aufregung versetzt: Mommy hat gesagt, dass im Fernsehen jetzt bald die Zeichentrickserie SpongeBob kommt, die er sich zusammen mit seiner fünfjährigen Schwester Violet (die als Baby aus China adoptiert wurde, aber das weiß der Junge nicht) ansehen wird; Mommy wird ihnen Saft, Käse und Kräcker hinstellen; er und Violet werden auf den hölzernen Kinderstühlen an dem hölzernen Kindertisch sitzen und sich die Folge ansehen. Seine Mutter erinnert ihn daran, dass die Kräcker rund sind, dass der Saft gelb ist, dass seine Papierserviette viereckig ist. Seine beiden großen Brüder, Dawson, zwölf, und Tim, fünfzehn (die die leiblichen Kinder der Eltern sind, aber das weiß der Junge auch nicht), haben versprochen, ihn später zu ihrem Freund mitzunehmen und Basketball mit ihm zu spielen. Einer der großen Brüder wird ihn vielleicht Huckepack nehmen, wenn sie über das Feld laufen, da der kleine Junge mit seinen Schneestiefeln oft im Matsch stecken bleibt. Seine Brüder werden ihn den Basketball in der Einfahrt herumrollen und herumspringen lassen, und sie werden ihn so hoch in die Luft heben, dass es ihm vorkommen wird, als würde er unter dem wolkenbedeckten grauen Himmel schweben, der riesige schwarze Metallring wird vor ihm auftauchen, und er wird seine ganze Kraft aufbieten und sich strecken und den schweren Ball hochwuchten und über den Rand durch das Netz fallen lassen, und die großen Jungen werden Bravo rufen und ihm auf die Schulter klopfen.
Ababu, der infolge einer Laktoseintoleranz beinahe verhungert wäre, gefällt es, wenn man ihm auf die Schulter klopft. Es gefällt ihm fast so sehr, wie den großen Ball zu packen und in Tims Armen dem Ring entgegenzuschweben.
Und dann, das Beste von allem, das Tollste von allem, wird sich das täglich wiederkehrende Wunder ereignen, das den Jungen dazu bringt, wie wild zu schreien und herumzuturnen und noch breiter zu lachen, bis von seinen Augen nur noch schmale Schlitze übrig sind: Daddy kommt von der Arbeit nach Hause! Daddy kommt jeden Tag von der Arbeit nach Hause (Dave Armistead, bärtig und mit einem einzelnen silbernen Ring im Ohr, Button-down-Hemd und Khakihose, unterrichtet an der Highschool von Williamston Geschichte und Sozialkunde). In dem Moment, in dem Ababu seinen Wagen in der Einfahrt hört, das Knirschen eis- und salzverkrusteter Lederstiefel auf der hinteren Veranda, schießt er aus dem Wohnzimmer in die Küche, selbst wenn SpongeBob noch läuft, und führt Freudentänze auf, er fasst sich in den Schritt und tanzt und springt vor Freude, weil Daddy - ja, Daddy! - wieder nach Hause gekommen ist.
Von dem Augenblick an, in dem Dave die kühlen holzgetäfelten Räume betritt - und zum Ziel eines kreischenden menschlichen Geschosses wird -, bis zu dem Moment, in dem sich Ababus Arme zur Schlafenszeit von seinem Hals lösen, hängt Ababu an ihm, vergräbt sein Gesicht an Daves Hals, küsst ihn, streichelt seinen Bart. Wenn er nicht an ihm hängt, presst er sich an ihn, eine seiner kleinen Hände auf Daves Ärmel oder seiner Schulter oder an seinem Hosenbein, oder er läuft neben ihm her, hält die Arme hoch und fragt: »Du tragen? Du tragen?«
Ababu liebt seine Mutter und seine neuen Geschwister, er kommt gut mit seinen Betreuern in der Kindertagesstätte und den Vorschullehrern zurecht, er mag SpongeBob und Käse und Kräcker und das Zimmer, das er sich mit Violet teilt (auf den beiden Matratzen liegen jede Menge Wolldecken und alte Stofftiere mit wackligen Hälsen, während sich barfüßige Barbiepuppen in Abendkleidern auf Zehenspitzen um den Schrank herumdrängen). Aber Dave Armistead ist der Mittelpunkt seines Lebens. Wenn Dave nach Hause kommt, sollten Zimbeln erklingen, Fanfaren, Mendelsohns »Hochzeitsmarsch« oder Beethovens »Ode an die Freude«. Es gibt auf der ganzen Welt keinen glücklicheren Jungen als Ababu Armistead, wenn Daddy von der Arbeit nach Hause kommt.
Dave erwidert seine Liebe, jetzt, und bedauert nichts, aber in den ersten Monaten sagte er manchmal niedergeschlagen zu seiner Frau: »Das kommt mir weniger wie eine Adoption vor, sondern eher so, als hätte ich mir einen Stalker ins Haus geholt.«
 
Am 1. Januar 2003 zog der HIV-negative Ababu aus Haregewoins Heim in das von Americans for African Adoptions geleitete Kinderheim um. »Ich habe ihn auf den Boden gesetzt, um zu sehen, ob er sich für seine neue Umgebung interessiert«, vermerkte Cheryl Carter-Schotts, die Leiterin von AFAA, in seiner Akte. »Ich habe ihm ein Spielzeug in die Hand gedrückt, und er schien erstaunt darüber zu sein, er drehte es hin und her. Dann wollte ich seine Kraft messen und habe versucht, es ihm wieder wegzunehmen, und er hielt es fest umklammert. Ich bin zuversichtlich, dass er bald über den Berg ist.«
Einige Wochen später schrieb sie in seine Akte: »Ababu macht sich sehr gut. Er rennt herum, spielt im Hof, reitet auf dem Schaukelpferd und klettert aus seinem Bett, er ist ein reizender kleiner Junge.«
Susan Bennett-Armistead (eine große, kräftige Frau mit kurzen, vorzeitig ergrauten Haaren) betreut das Forschungsprogramm über kindliche Entwicklung an der Michigan State University und hat ihre Doktorarbeit über die Lese- und Schreibfähigkeiten jüngerer Kinder beinahe abgeschlossen; sie nimmt kein Blatt vor den Mund, ist belesen und hat einiges veröffentlicht. Dave Armistead schreibt neben seiner Arbeit als Highschool-Lehrer an seiner Doktorarbeit in Pädagogik. Sie sind beide zweiundvierzig Jahre alt, im gleichen Viertel aufgewachsen, waren bereits in der Highschool zusammen und haben 1985 geheiratet. Vor ein paar Jahren versuchten sie vergeblich, ein drittes Kind zu bekommen. 1999 stellten sie den Antrag auf die Adoption eines kleinen Mädchens aus China. Ihr altes Farmhaus verfügte nicht über die großzügigen Flure und Küchen, die Badezimmer mit Oberlicht und die umlaufenden Veranden der hübschen Häuschen in der Nähe der Stadt, in denen viele ihrer Schüler und Studenten wohnten; aber hier gab es Plastikcontainer mit jedem erdenklichen Puzzle und Lernspielzeug, und in den alten Regalen fand sich jeder Kinderbuchklassiker. Es war ein behagliches Zuhause für Kinder - Tim und Dawson waren intelligente und wohlbehütete Jungen -, und die Sozialarbeiterin stimmte einer Adoption zu.
Um das notwendige Geld dafür zusammenzubekommen, fuhr Dave nebenher Pizza aus. Eines Abends ging eine große Bestellung von der Highschool ein, an der er unterrichtete. Im Turnsaal hatten sich zwanzig oder dreißig seiner Schüler versammelt. Sie brachen in Jubelrufe aus, als Mr. Armistead mit den Pizzen kam, und überreichten ihm 700 Dollar Trinkgeld - Geld, das sie gesammelt hatten, um ihm bei der Adoption zu helfen.
Violet war ein zierliches Kind, ein zartes Wesen in einem überwiegend männlichen Haushalt. Den für ein Waisenkind typischen Rückstand in der Entwicklung holte Violet körperlich und geistig rasch auf, und unter der liebevollen Fürsorge einer Expertin, die zufällig ihre Mutter war, war sie ihren Altersgenossen sogar schon bald voraus.
Die Bennett-Armisteads fanden, dass bei ihnen noch Platz für ein weiteres Kind war. Erneut sammelten sie Geld; dieses Mal bewarben sie sich bei der Agentur Americans for African Adoptions in Indianapolis, die ein Waisenhaus in Addis Abeba unterhielt. Dann warteten sie.
Sie warteten beinahe ein Jahr lang. Sie wollten ein Kind unter zwei Jahren, was zu diesem Zeitpunkt kein außergewöhnliches Ansinnen zu sein schien.
»Zwölf Millionen Waisen?«, sagte Dave eines Abends ärgerlich in der Küche. »Und da können sie kein Kind unter zwei Jahren für uns finden?« (Wenn Dave, ein umgänglicher und freundlicher Mann, wütend ist, klingt er wie ein freundlicher Mann, der versucht, die Stimme zu erheben.)
Im Juni 2004 erfuhren sie per E-Mail von Cheryl Carter-Schotts, dass ein zweieinhalbjähriger Junge zur Adoption freigegeben war. Sie erklärte ihnen unumwunden, Ababu sei einem anderen Paar angeboten worden, aber dieses Paar hätte ihn nach Durchsicht seiner Unterlagen und des medizinischen Berichts abgelehnt: Sie hatten Bedenken wegen der langfristigen Folgen der Unterernährung.
»Was haben die gedacht, woher er kommt? Aus Connecticut?«, fragte Dave.
Aber Unterernährung konnte durchaus langfristige, verheerende Folgen haben. Kinder können infolge von Unterernährung in ihren ersten Lebensmonaten oder -jahren irreparable Schäden davontragen, ihre geistige und körperliche Entwicklung kann beeinträchtigt sein. Die Weltbank berichtete kürzlich, dass durch Unterernährung die Entwicklung von weltweit mehr als 100 Millionen armen Kindern gehemmt ist. Susan Bennett-Armistead wusste besser als die meisten anderen künftigen Eltern über die Probleme Bescheid, die Unterernährung nach sich ziehen konnte.
Aber sie hatte es schrecklich gefunden, als die künftigen Eltern im Verlauf des Adoptionsverfahrens gefragt wurden, welche medizinischen Probleme bei einem Kind für sie inakzeptabel waren und welche nicht. Jedes Mal, wenn sie auf dem Fragebogen Nein ankreuzte, dachte sie voll Zuneigung an einen ihrer eigenen Schüler. Als sie beim Down-Syndrom Nein ankreuzte, musste sie an das besonders liebe kleine Gesicht eines ihrer Schützlinge denken. Außerdem entbehrten diese Fragebogen jeglicher Differenzierung. Sie wusste, dass »Lippenspalte, Gaumenspalte« in Amerika verhältnismäßig leicht zu behebende, medizinische Probleme darstellten; sie wusste auch, dass Kinder, die mit solchen Fehlbildungen auf die Welt kommen, in vielen Kulturen ausgegrenzt werden, wodurch sie der Gefahr ausgesetzt sind, in ihrer Entwicklung zurückzubleiben und psychische Schäden davonzutragen, zu deren Behebung mehr nötig ist als eine Schönheitsoperation.
»Machen wir uns nicht verrückt«, sagte Dave. »Es gibt auch bei leiblichen Kindern jede Menge Unwägbarkeiten.«
Und Susan pflichtete ihm abschließend bei: »Wir sollten uns allerdings darauf einstellen, dass er irgendeine kognitive Beeinträchtigung hat.«
Das Paar sagte ja zu dem Vorschlag von AFAA, Ababu zu adoptieren, ohne jemals ein Bild von ihm gesehen zu haben.
 
Ababu war starr vor Angst, als er von einem Mitarbeiter von AFAA am 14. März 2005 auf dem Washingtoner Flughafen aus dem Flugzeug getragen wurde. Die Familie Bennett-Armistead hatte sich ins Auto gesetzt und fröhlich singend in neun Stunden die 900 Kilometer nach Washington zurückgelegt, um ihn abzuholen, sie konnten es alle kaum erwarten, das neue Familienmitglied zu begrüßen.
»Mit diesen riesigen runden Augen sieht er aus wie eine kleine Eule«, sagte Dave.
Die Kinder fanden dagegen, dass er mit seinem riesigen Kopf und dem spindeldürren Körper aussah wie E.T. Er lief auch wie E.T., als er auf unterentwickelten Beinchen über den Teppichboden des Flughafens schwankte und torkelte.
Auf der langen Fahrt nach Hause mussten sie mit ansehen, wie der winzige stumme Ababu, angeschnallt auf seinem Kindersitz, die ganze Zeit aus dem Fenster starrte und weinte. Er gab keinen Laut von sich, aber aus seinen traurigen Augen quollen unablässig Tränen. Wenn jemand ihm ein Spielzeug oder etwas zu essen hinhielt, zuckte er erschrocken zusammen, seine Mundwinkel zogen sich nach unten, und sein stilles Weinen wurde heftiger. Sie fuhren mit ihm durch all die merkwürdigen Städte und Landschaften und wussten, dass er sich in dieser Welt völlig verloren vorkommen musste. Der anfangs lustige Ausflug bekam etwas Melancholisches.
Mehr als ein Familienmitglied begann sich auf den endlosen Highways von Pennsylvania und Ohio zu fragen: »Was haben wir bloß getan?«
Es waren eigentlich zwei Fragen: »Was haben wir ihm angetan?« und »Was haben wir uns angetan?«
 
»Er benimmt sich wie ein eineinhalbjähriges Kind«, sagte Dave ein paar Tage später zu Susan. »Gut, dann ist er also zweieinhalb und benimmt sich wie eineinhalb, aber das ist doch nicht schlimm, oder? Daran kann man was ändern. Das werden wir schnell aufgeholt haben.«
Sie machte ein nachdenkliches Gesicht und sagte nichts.
Dave hatte sich von der Schule sechs Wochen Elternurlaub geben lassen, als Ababu zu ihnen kam; er würde in den letzten sechs Wochen vor Ferienbeginn den Unterricht wieder aufnehmen und dann den Rest des Sommers bei den Kindern zu Hause verbringen. Doch an diesem ersten Montagmorgen änderte sich sein Leben, aus dem beliebten Geschichtslehrer wurde ein Vollzeitvater. Er hatte vorgehabt, sich in seiner freien Zeit (wie schwierig konnte es schon sein, auf einen kleinen Jungen aufzupassen, verglichen mit den vielen Stunden, die er mit dreißig Halbwüchsigen in einem Klassenzimmer verbrachte?) intensiv seiner wissenschaftlichen Arbeit zu widmen, neue Stundenpläne aufzustellen und viel zu lesen. Aber der verstörte, kahlköpfige, hysterische Junge belegte ihn völlig mit Beschlag.
Nach der ersten Woche in Amerika erkannte Ababu in seiner neuen Umgebung - dieser außerplanetarischen Landschaft mit Feldern, gepflasterten Straßen, großen, hell erleuchteten Geschäften und seltsam aussehenden und komisch sprechenden weißen Leuten - nur Dave. Mit Dave verband er essen, trinken, Wärme, trockene Kleidung, drinnen und draußen. Auf Daves Arm trank er seinen Becher Milch (die Laktoseintoleranz war verschwunden), er wurde von einem Zimmer ins andere getragen und auf ein Handtuch gelegt, wenn es Zeit zum Windelwechseln war, er wurde in warmem Wasser gebadet und durfte mit Spielsachen herumplanschen, so lange er wollte. Sein alles auf den Kopf stellender Sturz durch Zeit und Raum, über den Atlantischen Ozean und Zeitzonen und Kontinente und verschiedene Völker hinweg, wurde von Dave Armistead aufgefangen, und Ababu hatte nicht die Absicht, ihn wieder loszulassen.
Eines der ersten Wörter, die er von sich gab, war ein Name für Dave: Abada, ein selbst erfundenes Wort, eine Mischung aus dem amharischen abat und dem amerikanischen daddy.(Er hatte nie einen Vater gehabt und in Addis Abeba überhaupt nur wenige erwachsene Männer gekannt.)
Jeden Morgen streckte er die Arme nach Dave aus und ließ ihn nur widerstrebend und kläglich wimmernd zwölf Stunden später wieder los, wenn Dave ihn ins Bett brachte. Und dann wollte Ababu, dass Dave bei ihm sitzen blieb, bis er eingeschlafen war.
»Er ist eher wie ein Säugling«, sagte Dave abends zu Susan. »Wenn ich versuche, ihn abzusetzen, dreht er völlig durch.«
»Ich bin fix und fertig«, sagte Dave nach der zweiten Woche zu Hause. »Ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Er wiegt dreißig Pfund. Er hängt von früh bis spät an mir dran.«
»Er ist kräftig und drahtig, er ist bestimmt nicht schwach«, sagte Dave an einem anderen Abend. »Heute Nachmittag hat er im Esszimmer einen Wutanfall bekommen, und als ich versucht habe, ihn hochzuheben, hat er sich an dem schweren Holzstuhl festgehalten und ihn quer durchs Zimmer gezerrt.«
Der Verdacht, dass der bedürftige, winzige Junge, der wieder Windeln tragen musste, nicht zweieinhalb, sondern fünf Jahre alt war oder sogar fünfeinhalb wie die wohlerzogene und altkluge Violet, jagte ihnen einen Schrecken ein.
»Ababu isoliert Wörter in einem Satz nach ihrer Bedeutung«, sagte Susan eines Tages. Er sagte jetzt Dinge wie »Komm her«, und »Auf« und »Schau mal«.
»Das ist gut, oder?«, fragte Dave.
»Ja, das ist gut, aber... so etwas macht ein zweijähriges Kind nicht. So etwas macht ein älteres Kind, das eine zweite Sprache lernt. Er verwechselt ›AbabuwillstdueinGlasMilch?‹ nicht mit irgendwelchen unzusammenhängenden Silben oder einem einzelnen Wort. Er dreht es schnell herum, um zu sagen ›Will Milch‹. Er begreift, wozu Wörter da sind, dass Dinge Namen haben, dass eine Reihe von Lauten, die aus dem Mund von jemandem kommen, eine bestimmte Bedeutung haben.«
»Was heißt das?«, fragte Dave.
»Das heißt, dass das nicht die erste Sprache ist, die er lernt. Es heißt, dass er genug von einer ersten Sprache mitbekommen hat, um die Grundregeln von Sprache zu begreifen. Es heißt, dass er kein Zweijähriger ist, der zum ersten Mal versucht, sprechen zu lernen.«
 
In diesem ersten Monat fuhr die Familie an einem Abend zum Konzert eines Kinderorchesters nach Ann Arbor.
»Sieh dir Ababu an«, flüsterte Susan Dave zu. Ababu saß zwischen ihnen.
»Er genießt die Musik!«, sagte Dave. Ababu wiegte sich im Takt der Musik hin und her und klatschte.
»Schau mal, wie er klatscht!«
»Was meinst du?«
»Er synkopiert«, sagte Susan. Beim Synkopieren findet eine rhythmische Verschiebung des Akzents statt, das heißt, Ababu klatschte beim unbetonten Takt.
»Das ist nett«, sagte Dave.
»Ein Zweijähriger kann das nicht. Man muss fünf sein, um das zu können.«
Sie beobachteten ihn. »Ich glaube nicht, dass wir hier einen Zweieinhalbjährigen vor uns haben«, sagte Susan.
Obwohl der Frühling in Michigan für gewöhnlich das Ende der Stubenhockerei bedeutet, fing sie für Dave gerade erst an. Er kam sich in seinem eigenen Haus wie ein Gefangener vor, ein Gefangener des fordernden, jähzornigen, wie eine Klette an ihm hängenden Jungen.
Er versuchte Susans Rat »Abwarten und Tee trinken« zu befolgen, aber in den endlosen Stunden, die er jeden Tag damit zubrachte, mit Ababu auf dem Arm oder auf dem Rücken die immer gleichen Wege in dem engen Haus zurückzulegen, fragte er sich unwillkürlich: »Wie schlimm ist seine kognitive Beeinträchtigung? Besteht daneben eine geistige Behinderung? Ist er autistisch? Haben wir ein Kind mit einer Störung aus dem autistischen Formenkreis adoptiert?«
Eines Tages ließ Dave ihn ein paar Stunden lang in der Obhut von Violets früherer Tagesmutter, aber Ababu fing an zu toben; er geriet vor Angst und Kummer völlig außer sich; er ließ sich nicht in den Arm nehmen oder trösten; er bekam Durchfall, aber er wehrte jeden ab, der ihm die Windel hätte wechseln können. Er schrie drei Stunden lang, bis er heiser war, wälzte sich zwischendurch auf dem Boden, und verpestete das kleine farbenfrohe Zimmer mit den aufgemalten Kinderreimen an den gelben Wänden mit dem Gestank seiner vollen Windel, bis Dave wiederkam. Ababu rannte durchs Zimmer und warf sich in Daves Arme, und Dave spürte sogar durch seine Daunenjacke hindurch, wie heftig Ababus Herz schlug. Es dauerte einige Stunden, bis Ababu sich wieder beruhigt hatte und wieder normal atmete. Es war ein Rückschritt in ihrer Beziehung, danach konnte Ababu nicht am Esszimmertisch sitzen bleiben, wenn Dave in die Küche ging, um eine Schüssel Nudeln in die Mikrowelle zu schieben; Ababu musste mitgehen. Tagelang sah er Dave mit vorwurfsvollen Augen an.
»Wie zurückgeblieben ist er wirklich?«, fragte Dave Susan und hatte dabei selbst einen vorwurfsvollen Blick.
»Das ist schwer zu sagen, weil wir nicht wissen, wie alt er ist. Auf der Geburtsurkunde, die wir bekommen haben, steht 30. Mai 2002, aber das ist schlicht nicht möglich. Und für die meisten kognitiven Tests ist es notwendig, dass ich mit dem Kind spreche, aber er kann nicht sprechen. Hat er wenigstens Amharisch gesprochen?«
»Weißt du, er steht den ganzen Tag da und steckt die Hände in die Windel, in die volle Windel«, berichtete Dave eines Abends. »Der Gestank wirft dich um, und er schmiert sich von oben bis unten damit voll, seine Hände, seine Kleidung. Heute musste ich ihn dreimal baden.«
An einem anderen Abend sagte er: »Irgendetwas stimmt ganz und gar nicht mit ihm.«
»Das lässt sich noch nicht sagen«, erwiderte Susan.
Aber Dave wurde langsam depressiv. Durch welchen Ausrutscher eines Stifts auf irgendeinem Formular, durch welche merkwürdige Laune des Schicksals war dieser Waisenjunge aus Addis Abeba in Dave Armisteads Küche gelandet? Ich unterrichte gern, dachte er, wenn er im Haus oder im Garten herumging und Ababu im Klammergriff an seinem Hals hing. Ich liebe Geschichte, ich liebe es, an der Highschool Geschichte zu unterrichten. Und das habe ich alles hierfür eingetauscht?
Dave ließ sich nachts ins Bett fallen und vergrub das Gesicht im Kissen. Die Familie nahm sich selbst in eine Art Isolationshaft. Sie hielten Freunde und Verwandte auf Distanz. Ababu war zu unberechenbar und zu verstört, so dass sie das Risiko nicht eingehen wollten, ihn weiteren Reizen auszusetzen. Susan versuchte abends eine fröhliche Unterhaltung in Gang zu bringen, als sei alles ganz normal, aber es war nichts mehr normal. Sie kämpften ums Überleben.
Daves große Familie machte es offenbar nichts aus, sich fernzuhalten. Die Adoption eines Kindes aus Afrika war ihnen von vornherein als unvernünftige Idee erschienen. Einige von Daves Verwandten beklagten sich, sie könnten Ababu nicht einmal richtig aussprechen.
Eines Abends hörte Susan, wie Dave am Telefon aufgebracht zu seiner Mutter sagte: »Kannst du Banane sagen? Das ist nicht viel anders. Wo liegt das Problem?«
In der Literatur zum Thema Adoption findet man häufig die Metapher, dass sich ein Familiengefüge mit einem Mobile vergleichen lässt. Wenn man einem solchen empfindlichen schwebenden Kunstwerk ein zusätzliches Element hinzugefügt, muss man alle anderen Teile neu ausrichten. Schon ein neugeborenes Kind (sei es ein eigenes oder ein adoptiertes) verschiebt das Gleichgewicht in einer Familie. Ein älteres Kind aus einem fremden Land, das vielleicht Verlust und Trauma erlebt hat, wirkt noch stärker auf die metaphorischen Fäden und Drähte ein. Es kann lange dauern, bis das Familienmobile seine frühere Leichtigkeit und sein Gleichgewicht wiederfindet.
Solange alles noch verwirrend und chaotisch ist, kann der Eindruck entstehen, die Adoption sei ein Fehler gewesen, die Familie würde sich nicht davon erholen. Susan und Dave fragten sich im Stillen: Was haben wir uns bloß dabei gedacht?, aber keiner von beiden ging so weit, laut zum anderen zu sagen: »Es war ein Fehler.« Susan verbot sich eine negative professionelle Einschätzung von Ababu; im Moment musste sie Mutter und Ehefrau sein, keine Expertin für kindliche Entwicklung. Und Dave war froh, dass Susan die folgenreichen Worte nicht aussprach, die düstere Prophezeiung, dass sie für den Rest ihres Lebens eine schwere Aufgabe zu meistern hatten.
Aus medizinischer Sicht besteht ein Interesse daran, das tatsächliche Alter des Kindes zu bestimmen, natürlich können wir mithilfe von Untersuchungen der Zähne und des Knochenbaus eine halbwegs genaue Aussage treffen; aber mich interessiert mehr, was das für ein Kind ist, das ich vor mir habe, dachte sie. Ich bin nicht bereit, eine Prognose abzugeben. Manche kognitiven Beeinträchtigungen können zu einer dauerhaften Behinderung führen; aber ich bin noch nicht bereit, eine solche Aussage über Ababu zu treffen.
Zu Dave sagte sie: »Ich bin noch nicht so weit, dass ich mir Sorgen mache. Ich kann ihm all die Hilfe geben, die er braucht, und dazu muss ich ihn in keine Schublade stecken.«
In den letzten sechs Wochen von Daves Schuljahr kümmerte Susan sich um Ababu, aber Dave wusste, was ihn jeden Tag zu Hause erwartete und was ihn in den kommenden langen Sommerwochen erwartete und was ihn in den kommenden Jahren erwartete, und er war sich nicht sicher, ob er dafür die nötige Kraft aufbringen würde.
Susan wies ihn auf die Fortschritte hin, die sie sah, die Veränderungen an Ababu. Tim und Dawson hatten zum Beispiel zuerst Angst gehabt, mit Ababu zu spielen; er wirkte so unsicher und zerbrechlich, und sein schwankender Gang machte sie unsicher. Aber dann schenkten ihnen die Nachbarn ihr altes Trampolin, und Ababu - der sich zunächst davor fürchtete hinaufzuklettern - begriff schnell, wie viel Spaß es machte, und verbrachte jeden Tag etliche Stunden damit, darauf herumzuspringen. Seine Beine wurden kräftiger; sein Gang normalisierte sich; und er fing an, sich mit seinen Brüdern zu balgen. Bald war es seine Lieblingsbeschäftigung (abgesehen davon, auf Daves Arm zu sitzen), sich mit Tim und Dawson auf dem Boden oder auf den Betten oder auf dem Trampolin zu wälzen und mit ihnen zu ringen.
Er lernte, Spielsachen mit Violet zu teilen, statt sich einfach ihre Sachen zu nehmen. Er lernte, sich zum Essen hinzusetzen und sitzen zu bleiben, statt sich etwas vom Tisch zu schnappen und damit wegzulaufen. Sein Wortschatz wurde größer.
Eines Tages sagte er zu Dave: »Ich böse«, und schaute finster drein, um zu unterstreichen, was er meinte. Dave war erstaunt und gerührt: Ababu hatte gerade seine Gefühle mit Worten ausgedrückt, statt loszubrüllen und um sich zu schlagen. Dave wurde bewusst, dass er seit einer Woche keinen Wutanfall von Ababu mehr erlebt hatte. Er erkannte plötzlich, dass in diesem Körper vor ihm eine kleine Persönlichkeit steckte, ein Verstand, der langsam aufwachte.
Jeden Tag, Schritt für Schritt, entwickelte Ababu sich ein bisschen weiter. Er wuchs in die Familie hinein. Er erfasste ihre Regeln - was lustig war, was erlaubt war und was verboten war. Er gewöhnte sich daran, dass es Zeiten für Frühstück, Tagesstätte, Mittagessen und Schlafengehen gab. Im Auto kletterte man auf seinen Kindersitz und wartete, bis einen jemand anschnallte. Im Supermarkt blieb man im Einkaufswagen sitzen und behielt seine Hände bei sich. Auf dem Parkplatz ging man an der Hand von Mommy oder Daddy. Niemand mochte es, wenn man einen Wutanfall bekam, und er nützte einem sowieso nichts, also konnte man es genauso gut auch sein lassen. Man durfte nicht einfach in das Zimmer von Tim und Dawson gehen und an den Knöpfen ihrer Geräte herumdrehen, es sei denn, sie erlaubten es einem. Violet konnte es nicht leiden, wenn man ihren Barbiepuppen die Köpfe abriss. Daddy hatte es lieber, wenn man den Inhalt der Windel nicht mit den Händen erforschte.
Janice Bennett, die Mutter von Susan, hatte ihren Besuch hinausgezögert. Sie wollte den Familienmitgliedern ein paar Wochen Zeit lassen, eine Beziehung zueinander aufzubauen, aber sie befürchtete auch, dass sie den kleinen Fremdling nicht mögen würde, dass sie für ihn nicht die gleiche Zuneigung empfinden könnte wie für Tim, Dawson, Violet und ihre übrigen Enkelkinder. Sie hatte auf taktvolle Weise, wenn auch vergeblich, versucht, ihre äußerst gebildete und auf diesem Gebiet offensichtlich erfahrene Tochter zu warnen: »Du willst ein afrikanisches Kind in diese durch und durch weiße Umgebung verpflanzen? Meinst du, dass die Leute ihn akzeptieren werden?«
Susan lud ihre Mutter ein, ihren jüngsten Enkelsohn kennenzulernen. Janice ging zögerlich durch den Flur, den mitgebrachten neuen Spielanzug vor sich haltend, teils als Friedensangebot und teils zum Schutz gegen alles, was auf sie zukommen mochte. Vorsichtig öffnete sie die Tür zu Violets und Ababus Zimmer. Ababu sprang auf und rannte mit ausgebreiteten Armen auf sie zu, das gewohnte breite zahnlose Lachen im Gesicht. Er warf sich in ihre Arme. Ihr Herz flog ihm zu.
Ein paar Tage später fuhr Janice mit, als Susan Ababu zum Arzt brachte. Ababu saß in seinem Kindersitz und rief: »Ghee!« Er rief seine Großmutter. Als sie sich umdrehte, trafen sich ihre Blicke.
»Weißt du, zwischen uns hat es gefunkt«, sagte sie an diesem Abend zu ihrem Schwiegersohn. »Zwischen uns hat es ganz einfach gefunkt.«
Wenn Janice Bennett jetzt zu Besuch kommt, betritt sie das Haus mit ausgebreiteten Armen und einem breiten Lächeln und ruft: »Wo steckt mein Junge?«
 
»Wenn Ababu sich wie ein Eineinhalbjähriger verhalten hat, als er zu uns kam, dann würde ich sagen, dass er jetzt sich etwa wie ein Dreijähriger verhält, was meinst du?«, sagte Dave eines Abends. »Nach gerade mal sechs Monaten. Ist das nicht ein erstaunlicher Fortschritt?«
Susan konnte ihm nur beipflichten.
»Man kann praktisch dabei zusehen, wie er sich verändert und entwickelt«, sagte Dave.
»Er hat jetzt einen aktiven Wortschatz von hundert Wörtern«, sagte Susan. »Und einen passiven von vielleicht tausend.«
Sie stellten fest, dass Ababu manchmal sehr still wurde und in die Ferne sah, als würde er sich an etwas erinnern.
Versuchte er, die beiden unvereinbaren Hälften seines Lebens zusammenzufügen, zu begreifen, wie er von dort (mutterlos, schmutzig, hungrig) nach hier (im Flanellschlafanzug und kuscheligen Socken von jemandem ins Bett gebracht werden und eine Gutenachtgeschichte vorgelesen bekommen) geraten war?
Inzwischen ist er ein bildhübsches Kind mit weichen Locken und dichten Wimpern, strahlenden, glücklichen Augen und einem umwerfenden Lächeln. In seiner Jeans-Latzhose, den gelben Gummistiefeln, dem roten Parka und der blauen Mütze mit den flauschigen Ohrenklappen ist er der niedlichste Junge in ganz Michigan.
»Vielleicht hat er gar keine ›besonderen Bedürfnisse‹«, sagte Dave eines Abends. »Sagen wir einfach mal, er hat ›einzigartige Bedürfnisse‹.«
Ababu ist einzigartig. Nicht viele Kinder schaffen die Verwandlung von einem halb verhungerten afrikanischen Waisenkind, das am Rande des Todes schwebt, zu dem wohlgenährten, wohlbehüteten Kind eines Lehrerehepaars, das ihn fragt: »Willst du deinen Apfelsaft in dem rosa Becher oder in dem grünen Becher, Ababu?« Wie hätte man eine Prognose abgeben können, wenn es nur wenige Kinder gibt, die diesen Weg bis hierher zurückgelegt haben?
Vor kurzem sagte Dave zu Susan: »Ich mache mir keine Sorgen mehr. Wenn es stimmt, dass ein gutes Zuhause zwanzig Punkte auf der IQ-Skala ausmacht und er wenigstens achtzig hat, dann ist es in Ordnung. Ich glaube, bei ihm dreht sich jedes Rädchen so, wie es soll.«
Welche körperlichen und kognitiven Herausforderungen auf Ababu Armistead warten mögen, eines ist klar: Was er im Übermaß besitzt, ist die Fähigkeit zu lieben. Liebe war das Einzige, was ihm seine erste Mutter und seine Urgroßmutter geben konnten; von Haregewoin hat er ebenfalls einiges über die Liebe gelernt, und er liebt Dave, Susan, Tim, Dawson und Violet von ganzem Herzen.
»Habt ihr vor, seinen Namen zu ändern?«, werden sie von vielen Leuten gefragt.
»Nein«, erwidert Susan dann. »Als er zu uns kam, war er kein Baby mehr wie Violet - er kannte seinen Namen. Seine leibliche Mutter hat ihm diesen Namen gegeben, und das respektieren wir. Sein Name ist das Einzige, was er mitgebracht hat. Außerdem ist er das: Er ist Ababu.«
'Alle meine Kinder'
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