Mir wird schwarz vor Augen.
Mein Kopf schmerzte. Mein Rücken tat weh. Ich lag auf einer Matte am Boden. Eine Hütte. John war neben mir. „Gib mir bitte Wasser“, sagte ich. Ich schleppte mich hinaus in einen neuen Morgen.
Schwarz lag die Asche des Feuers zwischen den Steinen, auf denen sich das vergossene Blut schwarzrot gefärbt hat. Die Kopfschmerzen waren weg, aber ich spürte meine Beine kaum, lief wie auf Watte. Ich sah entsetzlich aus, wie das Schlachtfeld der vergangenen Nacht. Was hatten sie mit mir gemacht? Keine Reinigung der Welt würde meine Bluse wieder sauberkriegen. Ich schlurfte in die Lehmhütte zurück. John schlief, ich rüttelte ihn.
„Hilf mir bitte, mich zu waschen. Und dann laß uns gehen, bitte.“
John schüttete eimerweise Wasser über mich. Der Mutterfluß hätte an diesem Morgen nicht genug Wasser geführt, um all den Speichel, den Schnaps, das Blut von mir runterzuwaschen. John gab mir ein langes afrikanisches Kleid, das ich überzog.
Wir verabschiedeten uns vom babalawo. Seine tiefbraunen Augen sahen mich durchdringend an. Mit tiefer Stimme sagte er: „Du wirst etwas Besonderes. Aber du mußt deine Balance finden.“ Er sprach reines, glasklares Englisch. Er hatte mich ganz schön an der Nase herumgeführt.
„Der babalawo ist ein weiser Mann“, hatte John gesagt. Er spuckte vielleicht ein bißchen viel durch die Gegend, dieser Weise. Und auch sonst waren seine Methoden recht eigenwillig. Aber angeblich haben kluge Leute nun mal gewisse Eigenarten.