TEIL 1
DIE URSACHE
»Zufällig hatte ich das Privileg,
darüber Bescheid zu
wissen, dass es Besucher auf diesem Planeten gab
und
dass das UFO-Phänomen real ist. Seit etwa
sechzig
Jahren haben alle unsere Regierungen diese Tatsache
geheim
gehalten, doch nach und nach drang etwas davon
nach
außen, und einige von uns hatten das Privileg, über
einzelne
Aspekte dieser Angelegenheit informiert zu
werden.«
DR. EDGAR MITCHELL, Astronaut, Apollo 14
»Die Welt ist einfach für Menschen gemacht, die nicht mit Selbsterkenntnis belastet sind.«
Die Figur der Annie Savoy im Film Annies Männer
ZEUGENAUSSAGE 9. Mai 2001: Nationaler Presseclub – Washington, D. C.
Dr. Steven M. Greer, Gastgeber: Das Disclosure
Project
(Auszüge aus den einleitenden Bemerkungen)
Wir sind heute hier zusammengekommen, um die Wahrheit über ein Thema zu enthüllen, das über mindestens fünfzig Jahre hinweg lächerlich gemacht, infrage gestellt und geleugnet wurde. Die Männer und Frauen auf dieser Bühne und die mehr als dreihundertfünfzig zusätzlichen Zeugen aus Militär und Geheimdiensten können und werden hinsichtlich des Themas sogenannter UFOs und außerirdischer Intelligenzen beweisen, dass wir nicht allein sind. Ich persönlich habe hierüber James Woolsey, den ersten CIA-Direktor Präsident Clintons und einen der derzeitigen Direktoren der Central Intelligence, gebrieft. Darüber hinaus habe ich persönlich folgende Personen gebrieft: den Leiter der Defense Intelligence Agency, den Leiter des Nachrichtendienstes der Stabschefs, Mitglieder des Senate Intelligence Committee, viele Kongressmitglieder, Mitglieder europäischer Regierungen, des japanischen Kabinetts sowie weitere Personen. Dabei musste ich erfahren, dass keiner der Angesprochenen sich über die Wahrheit dieser Aussagen überrascht zeigte, aber alle gleichermaßen entsetzt darüber waren, dass sie zu den Projekten, die sich mit diesem Thema befassen, keinerlei Zugang hatten.
Unsere Zeugen arbeiteten für die CIA, NSA, NRO, die Air Force, die Navy, die Marines und die Army, also in allen Bereichen der Geheimdienste und des Militärs; hinzu kommen Zeugen aus großen Firmen, die Regierungsaufträge erhalten haben, sowie Menschen, die mit der Organisation von schwarzen Kassen und Geheimprojekten befasst waren. Diese Zeugen können belegen, dass jene offiziell nie anerkannten Projekte pro Jahr mindestens 40 bis 80 Milliarden Dollar verschlingen und dass dadurch der Zugang zu Technologien gewonnen wurde, die die Welt für immer verändern könnten.
Weiterhin werden wir belegen, dass bei den Objekten außerirdischen Ursprungs durch Radarmessungen Geschwindigkeiten von Tausenden Kilometern pro Stunde nachgewiesen wurden; dass diese Objekte bei einem solchen Tempo in der Lage waren, abrupt zu stoppen und eine Richtungsänderung vorzunehmen; dass sie Antigravitations-Antriebssysteme benutzen, deren Funktionsweise bereits durch Geheimprojekte in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und anderswo analysiert wurde; dass diese Objekte auf fester Erde gelandet sind; dass sie dabei gelegentlich schwer beschädigt wurden, worauf sie – besonders von Teams in den Vereinigten Staaten – geborgen werden konnten; dass darüber hinaus außerirdische Lebensformen geborgen wurden und dass die sichergestellten Raumschiffe seit mindestens fünfzig Jahren gründlich untersucht werden.
Wir können durch diese Zeugenaussagen und die Dokumente, die wir vorlegen werden, beweisen, dass diese Fakten gegenüber Kongressmitgliedern und mindestens zwei amerikanischen Regierungen geheim gehalten wurden; dass die Verfassung der Vereinigten Staaten durch die wachsende Macht dieser Geheimprojekte untergraben wurde; und dass dies eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellt. Es gibt – und diesen Punkt möchte ich besonders betonen – keinerlei Hinweis darauf, dass diese aus der Fremde kommenden Lebensformen uns feindlich gesinnt wären, doch vieles deutet darauf hin, dass sie unsere eigene Feindseligkeit mit Sorge betrachten. Zeitweilig haben diese Lebensformen die Startmöglichkeiten unserer Interkontinentalraketen massiv eingeschränkt oder außer Kraft gesetzt. Zeugen, die heute anwesend sind, werden Ihnen diese Ereignisse beschreiben. Die Vorgänge sind eindeutig: Die fremden Lebensformen wollen nicht, dass wir eine Militarisierung des Weltalls betreiben. Trotzdem beschreiten wir weiter diesen gefährlichen Weg.
Natürlich erwarte ich, dass die Menschen skeptisch sein werden, aber nicht in irrationalem Ausmaß skeptisch, denn die Männer und Frauen, die hier an die Öffentlichkeit treten, haben einen ausgezeichneten Ruf. Sie bleiben nicht anonym, sondern nennen uns ihre Funktion und ihren Namen. Und sie waren direkte Zeugen einiger der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit. Einige dieser Personen haben mir mitgeteilt, dass sie für die Einsatzbereitschaft der Atomwaffen der Vereinigten Staaten verantwortlich waren; in allen Fragen von Bedeutung für die nationale Sicherheit hat man ihren Worten vertraut. Jetzt müssen wir ihren Worten vertrauen. Wie Monsignore Balducci kürzlich zu mir sagte, als ich im Vatikan mit ihm sprach: »Es ist irrational, die Aussage dieser Zeugen nicht zu akzeptieren.«
Dies ist das Ende der Kindheit des Menschen. Es ist an der Zeit, dass wir im Kreis der kosmischen Zivilisationen erwachsen werden. Um dahin zu gelangen, müssen wir eine friedliche Zivilisation werden, und wenn wir immer weiter in den Weltraum vordringen, müssen wir darauf achten, dass wir dies in einem Geist der Zusammenarbeit mit anderen tun und nicht in der Absicht, jene hohe Grenze zu militarisieren.
Dr. Steven M. Greer,
ehemaliger Leiter der Abteilung für Notfallmedizin
am Caldwell Memorial Hospital in North Carolina,
Gründer und Direktor von CSETI und dem Disclosure Project
Genehmigte Verwendung: Disclosure Project
AUS DEM TAGEBUCH VON JULIUS GABRIEL
Datum: 14. Juni 1990
Ort: Nazca-Plateau, Peru
Audio-Eintrag: JG-766
Ich stehe hier vor der gewaltigen Leinwand mit demselben Gefühl der Einsamkeit, das ihr Schöpfer vor Jahrtausenden empfunden haben muss. Vor mir liegen die Antworten auf Rätsel, die am Ende entscheiden könnten, ob unsere Spezies weiterleben oder zugrunde gehen wird. Die Zukunft des Menschengeschlechts – könnte es etwas Wichtigeres geben? Und doch stehe ich hier ganz alleine. Meine Mission hat mich in dieses Fegefeuer aus Fels und Sand verbannt, in dem ich ein Zwiegespräch mit der Vergangenheit suche, um die Gefahr zu begreifen, die vor uns liegt.
Die Jahre sind nicht spurlos an mir vorbeigegangen. Welch elende Kreatur ich geworden bin! Einst ein bekannter Archäologe, muss ich nun das Gespött meiner Kollegen über mich ergehen lassen. Dass ich einmal ein Ehemann, ein Liebhaber gewesen bin, ist nur noch eine weit entfernte Erinnerung. Bin ich ein Vater? Kaum. Eher ein gequälter Mentor, ein armseliges Lasttier, das sich von seinem Sohn umherführen lassen muss. Bei jedem Schritt über die mit Steinen übersäte Öde schmerzen meine Knochen, während Gedanken, die für immer in meinem Geist eingekerkert sind, das ekelhafte Mantra des Verhängnisses hervorbringen, wieder und wieder. Welch höhere Macht hat gerade meine Familie auserwählt, um sie zu foltern? Weshalb sind wir mit Augen gesegnet, die die Vorzeichen des Todes sehen, während andere durch die Welt stolpern, als seien sie blind?
Bin ich wahnsinnig? Dieser Gedanke geht mir nie aus dem Sinn. Jedes Mal, wenn die Morgendämmerung anbricht, muss ich mich zwingen, erneut die Kernpunkte meiner Aufzeichnungen zu studieren – und sei es auch nur, um mich daran zu erinnern, dass ich zunächst einmal Wissenschaftler bin, nein, nicht einfach Wissenschaftler, sondern Archäologe, jemand, der auf der Suche nach der Vergangenheit des Menschen ist. Und nach der Wahrheit.
Aber was nützt die Wahrheit, wenn man sie nicht akzeptieren kann? In den Augen meiner Kollegen bin ich zweifellos kaum mehr als ein Dorftrottel, der die Passagiere der Titanic kreischend vor Eisbergen warnen will, während das unsinkbare Schiff aus dem Hafen ausläuft.
Ist es mein Schicksal, die Menschheit zu retten, oder ist es mir einfach nur vorbestimmt, als Narr zu sterben? Ist es denn möglich, dass ich mein ganzes Leben damit verbracht habe, die Zeichen falsch zu deuten?
Das scharrende Geräusch von Schritten auf Kieselerde und Fels lässt den besagten Narren innehalten.
Es ist mein Sohn, dem meine geliebte Frau vor fünfzehn Jahren den Namen eines Erzengels gegeben hat. Michael nickt mir zu und wärmt damit vorübergehend die verdorrte Grube meines Herzens. Michael ist der Grund, weshalb ich beharrlich weitermache, der Grund, warum ich meinem elenden Dasein nicht einfach ein Ende setze. Der Wahnsinn meiner Suche hat ihn seiner Kindheit beraubt, doch viel schlimmer war die Freveltat, die ich vor Jahren beging. Es ist seine Zukunft, der ich mich verpflichtet fühle, sein Schicksal, das ich ändern will.

Gott, lass dieses schwache Herz so lange schlagen, bis mir das gelungen ist.
Michael rennt los, um sich das nächste Bruchstück des Rätsels anzusehen, das uns auf dieses trostlose Plateau geführt hat; es ist jenes Puzzleteil, das ich inzwischen für die älteste und wichtigste Inschrift dieser geheimnisvollen 3000 Jahre alten Linien und zoomorphen Umrisse halte: eine Reihe perfekter konzentrischer Kreise, die allgemein als »Spirale« bezeichnet werden. Die Spirale ist der Ausgangspunkt der Zeichnung des Künstlers, und doch wird dieses Muster von einer geraden Linie zerstört – eine kühne Ausschabung in der Pampa, die sich etwa siebenunddreißig Kilometer weit über Felsen und Hügel in Richtung Pazifik zieht.
Michael ruft etwas und winkt mir zu. Aus der Ferne wirkt es, als liege etwas mitten im Zentrum der Spirale. »Michael …«
»Julius, schnell!« »Ich komme ja schon. Was ist los, Junge? Was hast du gefunden?«
»Es ist ein Mensch.«
ENDE AUDIO-EINTRAG