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1990 (22 Jahre vor dem vorhergesagten Weltuntergang)

Der Schmerz ist ein mächtiger Impuls. Er treibt den jungen Mann aus tiefer Schwärze in eine Art bewusstes Delirium. Das Vibrieren seines Schädels lässt seine Augen hinter den geschlossenen Lidern hämmern, und die Hitze auf der glatten Steinoberfläche bringt sein Blut zum Kochen.

Er öffnet die Augen, aber weil das grelle Licht ihn blendet, schließt er sie sofort wieder. Er fällt zurück in diesen Glutofen, der wie ein Fegefeuer wirkt … und wartet auf den Tod.

Er bemerkt die Gegenwart eines anderen Menschen. Jemand nähert sich ihm mit raschen Schritten. Eine zweite Person folgt der ersten, doch sie ist vorsichtiger.

Retter oder Feind?

Ein Schatten streift über ihn hinweg. »Was machst du denn hier, Kumpel?«

Er sucht nach seiner Stimme, doch er findet nur Schmerz. Seine Seele verlässt seinen Körper und zeigt ihm aus der Vogelperspektive das Bild seines Todes.

Der Teenager ist dunkelhaarig und gut gebaut, seine Haut ist tief gebräunt. Sein Vater ist etwa Mitte fünfzig und eine kleinere, wettergegerbte Version seines Sohns; er hat sich sorgfältig gegen die Elemente gewappnet.

Der Teenager schüttelt den Körper – und zwingt seine Seele zurück in dieses Gefäß des Schmerzes. Er findet seine Stimme und stöhnt.

»Michael, fass ihn nicht an.«

»Immer mit der Ruhe, Julius. Ich versuche nur herauszufinden, wer er ist.«

»Du willst wissen, wer er ist? Sieh dir doch seinen Overall an. Er ist ein Kampfpilot. Sein Jet muss irgendwo abgestürzt sein, und er hat sich mit dem Schleudersitz gerettet. Wenn er zum Militär gehört, könnte er radioaktiv verstrahlt sein.«

»Projekt HOPE. Hört sich das für dich nach Militär an?«

»Nur Handlungen zählen, nicht Worte oder Titel. Der militärisch-industrielle Komplex liebt es, seine Missionen mit Bezeichnungen im Stil Orwells zu tarnen.«

»Was könnte er hier draußen denn wollen?«

»Vielleicht hat er unsere Freunde gejagt.«

»Ja, vielleicht. Julius, sieh dir diesen Schnitt an seinem Kopf an. Er ist ernsthaft verletzt. Wir müssen ihn zu einem Arzt schaffen.«

»Das ist nicht unser Problem. Seine Kollegen von der Air Force werden schon früh genug vorbeikommen und ihn auflesen.«

»Und wenn sie nicht kommen?«

»Die Spinnendarstellung liegt westlich dieser Hügelgruppe. Wir führen unsere Magnetfeldmessungen durch und kommen in einer Stunde wieder zurück. Wenn er dann immer noch hier ist …«

»Bei dieser Hitze? In einer Stunde ist er definitiv tot.«

»Michael, hör mir zu. Wenn er Jagd auf unsere Freunde gemacht hat, dann gehört er entweder zu Majestic-12 oder er ist etwas noch Schlimmeres, und das bedeutet, wenn wir hierbleiben, dann könnten wir in einer Stunde tot sein. Lass ihm etwas Wasser da und komm mit mir.«

»Die Autoschlüssel.«

»Hast du mir nicht zugehört?«

»Die Autoschlüssel, Julius. Das ist mein Ernst.«

»Michael, du kannst den trotzigen kleinen Jungen spielen, solange du willst, doch du wirst nicht mit dem Jeep über die Pampa fahren. Das verbiete ich dir absolut. «

»Dann werde ich ihn tragen.«

»Du willst ihn tragen? Du hast dich den ganzen Morgen darüber beklagt, wie schwer unsere Ausrüstung ist, und jetzt willst du einen hundertzehn Kilo schweren Linebacker schleppen? Lass es sein, Michael. Setz ihn ab. Michael, um Himmels willen, der Jeep ist drei Kilometer weit weg!«

»Uff. Hab ihn. Los geht’s.«

»Das reicht jetzt. Setz ihn wieder ab.«

»Ich sagte, ich hab ihn. Mann, ist der groß. Nimm meine Tasche.«

»Michael, Schluss jetzt. Setz ihn ab, dann kannst du von mir aus den Jeep holen.«

»Du bist der Boss.«

»Vorsichtig. Pass auf mit seinem Kopf. Du solltest ihn bei einer Kopfverletzung nicht so durchschütteln. Pass auf, er erbricht sich! Mein Gott, er kotzt die ganze Spirale voll. Verdammt, warum hörst du mir eigentlich nie zu? Wenn Maria Reiche das sieht, dann ist das Plateau in Zukunft für uns gesperrt.«

»Scheiß auf Maria Reiche. Diese kleine deutsche Diktatorin hasst uns sowieso. Wer hat ihr denn diese Stelle besorgt?«

»Die peruanische Regierung. Gott sei Dank. Denn sonst wären diese Linien ein Teil des panamerikanischen Highways.«

»Das sind sie bereits. Aber ginge es nach … Heilige Scheiße, wir haben Gesellschaft.«

»Maria Reiche?«

»Nein. E. T. Sieh nicht hoch. Er schwebt weit über uns. Mitten in der Sonne, wo wir ihn nicht erkennen können. Ich kann nur seinen Schatten sehen. Dreißig Meter im Westen. Auf elf Uhr.«

»Ich sehe ihn.«

»Glaubst du, das ist der gleiche Schnellläufer, den wir Sonntagnacht beobachtet haben?«

»Könnte sein.«

»Vielleicht sieht er sich den Piloten an.«

»Würde ich auch vermuten.«

»Julius, was sollen wir tun?«

»Wir lassen ihn hier und kommen in ein paar Stunden zurück, genau wie ich gesagt habe.«

»Kommt nicht infrage.«

»Mein Sohn, wenn sie ihn wollen, werden sie ihn holen. Wir können nichts dagegen tun.«

»Hat die Kabbala dich das gelehrt? Deinen Bruder den Langschädeln zu überlassen, wenn sie ihn haben wollen?«

»Er ist nicht mein Bruder.«

»Dad, der Sohar sagt, alle unsere Seelen stammen aus demselben Gefäß.«

»Versuch nicht, mich zu manipulieren, indem du die Kabbala zitierst. Und hör auf, mich jedes Mal Dad zu nennen, wenn du etwas willst.«

»Okay, Julius. Sagen wir einfach, Mom wäre hier und würde diese kleine Vater-und-Sohn-Szene miterleben. Was würde uns deine Seelengefährtin raten? Glaubst du wirklich, dass sie ihn hier zum Sterben zurücklassen würde?«

»Gut. Das reicht jetzt. Hilf mir, ihn auf die Beine zu stellen. Du legst dir einen seiner Arme um die Schulter, ich nehme den anderen. Pass auf seinen Kopf auf!«

»Ich hab ihn. Was ist mit der Ausrüstung?«

»Die hole ich später. Fertig? Wir müssen ihn über jede einzelne Linie heben. Nimm sein Knie.«

»Mein Gott, ist der schwer.«

»Er ist völlig schlaff. Gieß ihm eine Flasche Wasser über den Kopf, das wird ihn abkühlen. Vielleicht kommt er so weit zu sich, dass er wenigstens einen Teil seines eigenen Gewichts tragen kann.«

»Dad, was sollen wir tun, wenn E. T. landet?«

»Tu nichts Aggressives. Sieh sie nicht einmal an. Geh einfach weiter.«

ZEUGENAUSSAGE 9. Mai 2001: Nationaler Presseclub – Washington, D. C.

»Mein Name ist Michael Smith. Ich war von 1967 bis 1973 als Sergeant in der Air Force. Ich war bei der Luftraumüberwachung.

Als ich Anfang 1970 nach Klamath Falls, Oregon, versetzt wurde und mich bei meiner Abteilung meldete, beobachteten meine Kameraden ein UFO auf dem Radar, das in ungefähr 24 000 Metern Höhe schwebte. Es verharrte dort etwa 10 Minuten, bevor es sich langsam in Richtung Erde bewegte und schließlich unter dem Radar verschwand. Etwa 5 bis 10 Minuten war es nicht mehr zu entdecken, bis es plötzlich wieder auf einer Höhe von 24 000 Metern auftauchte. Dort verharrte es erneut etwa 10 Minuten lang, und dann wiederholte sich der ganze Zyklus zwei weitere Male. Als ich mich nach dem üblichen Vorgehen in einem solchen Fall erkundigte – nach dem, was normalerweise getan wurde, wenn es zu einer UFO-Sichtung kam –, teilte man mir mit, dass NORAD darüber informiert würde. Es werde aber nichts aufgezeichnet – man schreibt nichts auf –, und jeder würde die Sache für sich behalten. Es ginge nur darum, in praktischer Hinsicht Bescheid zu wissen.

Noch im gleichen Jahr rief mich NORAD eines Nachts an und teilte mir mit, dass sich ein UFO der Küste von Kalifornien nähere. Ich fragte, was ich in dieser Sache tun solle. Sie antworteten: ›Nichts. Schreiben Sie nichts auf. Das ist nur zu Ihrer Information.‹ Und dann Ende 1972, als ich bei der 753rd Radar Squadron in Sault Ste. Marie, Michigan, stationiert war, erhielt ich mehrere panische Anrufe von Polizeibeamten, die drei UFOs von der Mackinaw Bridge die I-75 hinauf verfolgten. Ich überprüfte das Ganze sofort mit dem Radar und konnte bestätigen, dass diese Objekte tatsächlich existierten. Also rief ich NORAD an, und dort zeigte man sich besorgt, weil zwei B-52 im Anflug auf die Air Force Base Kincheloe waren. Diese Flugzeuge wurden umgeleitet, denn die Verantwortlichen wollten nicht, dass sie den Objekten zu nahe kamen. In jener Nacht nahm ich zahlreiche Anrufe der Polizei, des Sheriffs und vieler anderer entgegen, und meine Standardantwort war, dass nichts auf dem Radar wäre.

Ich bin bereit, diese Aussage unter Eid bei einer Anhörung vor dem Kongress zu wiederholen.«

 

Michael Smith, Radarüberwachung der U.S. Air Force

 

Genehmigte Verwendung: Disclosure Project

2012 - Die Prophezeiung - Alten, S: 2012 - Die Prophezeiung - Phobos
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