PROLOG
Sie schlug dem Baby mit einer gusseisernen Bratpfanne den Schädel ein. Der Kopf zerplatzte wie eine bleiche, reife Frucht.
Sie hatten natürlich ihr Schluchzen gehört – aber wenigstens waren sie draußen geblieben, während sie es getan hatte.
Die Holztür quietschte. Einer der Männer sah herein. »Hast du’s schon gemacht?«
»Ja!«, schrie sie.
Es gab keinen Trost und keinen Zuspruch. Die Augen des Mannes waren leer und hart. »Das musste sein, weißt du doch, oder?«
Sie saß da, mit dem Kopf zwischen den Knien. »Ja«, krächzte sie, »ich weiß ...«
Nur eine Stunde vorher ...
Sie legte das gewickelte Bündel auf den schweren Tisch. Natürlich würden sie die Leiche des Babys sehen wollen – sie würden darauf bestehen. Sie werden bald zurück sein, wusste sie und schielte voller Furcht zur Küchenuhr. Ein Topf Hühnerbrühe köchelte auf dem Ofen.
Sie werden’s nie erfahren, sie werden’s nie erfahren.
Doch jetzt verengten sich die Augen des Mannes fragend. »Hast du ...«, begann er. Er kratzte seinen steifen Backenbart. »Ich mein’ ... war’s wach, als du ...?«
»Nein«, krächzte sie. Sie deutete auf den Kochtopf.
»Ah.«
Andere Männer schauten ins Zimmer, mit Trauermienen, die Augen hart und voller Entschlossenheit, aber auch nicht ohne Mitleid mit ihr. Doch dann glitten ihre Augen an ihr vorbei, zum Tisch ...
Zu dem leblosen Bündel auf dem Tisch.
»Wir wissen ja, dass es nich’ leicht war, aber’s musste sein«, sagte er. »Du hast das Richtige getan – haben wir alle. Aber jetzt ... Wir müssen’s begraben. Einer von uns wird’s machen.«
»Nein!« Ihre Stimme brach. Sie stand zitternd auf und nahm das tote Baby, vorsichtig, damit nichts auf den Boden kleckerte.
»Ich begrab’ es«, sagte sie.
Mit dem Bündel im Arm ging sie zur Tür. Schweigend machten die Männer ihr Platz.
Geraldine, oh Geraldine, dachte sie. Es ist vorbei. Eine kleine Holzkiste musste als Sarg reichen. Überall hörte sie Nachtgeräusche; Mondlicht ergoss sich durch die düsteren Bäume.
Ja. Gott sei Dank ist es vorbei.
Sie grub so tief, wie es ihre erschöpften Muskeln erlaubten, dann legte sie das tote Kind hinein.
Wetterleuchten blitzte lautlos, einige Meilen entfernt. Sie seufzte, wischte sich Schweiß und Tränen aus dem Gesicht.
Ja, es war vorbei. Dies war das Ende.
Doch alles, woran sie denken konnte, alles, woran sie sich erinnern konnte, war der Anfang. Vor neun Monaten ...
... als das Ding gekommen war.