KAPITEL 23
Einzelheiten, Beweise sammeln. Beobachten. Das ist die Basis für alles andere. Man muß sich hinsetzen und lange und sorgfältig genug beobachten, um alles Nötige herauszubekommen. Während Roscoe Kaffee für Charlie Hubble kochte und Finlay in seinem Rosenholzbüro saß, würde ich den Betrieb am Lagerhaus beobachten. Lange und sorgfältig genug, bis ich einen Eindruck bekam, wie sie es genau machten. Das konnte mich volle vierundzwanzig Stunden kosten. Möglicherweise war Roscoe schon zurück, bevor ich fertig war.
Ich stieg in den Bentley und fuhr die vierzehn Meilen zum Zubringer hinauf. Verlangsamte, als ich an den Lagerhäusern vorbeikam. Ich mußte einen Aussichtspunkt auskundschaften. Die Auffahrt nach Norden tauchte unter der Abfahrt nach Süden hindurch. Das ergab eine niedrige Überführung. Nicht sehr hohe, breite Betonpfähle hoben die Straße in die Höhe. Ich hatte den Eindruck, daß es das beste war, mich hinter einem von diesen Pfeilern zu verkriechen. Ich würde durch dessen Schattenseite versteckt sein und hätte durch die leicht erhöhte Lage einen guten Überblick auf das gesamte Lagerhausgelände. Das war die richtige Stelle.
Ich beschleunigte, fuhr den Bentley die Auffahrt hinauf und steuerte nordwärts nach Atlanta. Ich hatte eine vage Vorstellung von der Stadtanlage. Ich suchte nach dem Gewerbegebiet und fand es ziemlich problemlos. Sah die Art Straße, die ich mir vorgestellt hatte. Autohändler, Großhändler für Billardtische, Büromöbel aus zweiter Hand. Ich parkte vor einer in einem Ladenlokal untergebrachten Kirche. Auf der anderen Straßenseite befanden sich zwei Survival-Shops. Ich entschied mich für den linken und ging hinein. An der Tür erklang eine Glocke. Der Mann an der Verkaufstheke blickte auf. Der übliche Typ. Weiß, mit schwarzem Bart, Tamanzug und Stiefeln. Er hatte einen riesigen goldenen Ohrring in einem Ohr. Sah aus wie eine Art Pirat. Vielleicht war er ein Veteran. Vieleicht wollte er auch nur einer sein. Er nickte mir zu.
Er hatte, was ich brauchte. Ich nahm eine olivfarbene Tarnhose und ein ebensolches Hemd. Fand eine Tarnjacke, die groß genug für mich war. Sah mir genau die Taschen an. Ich mußte die Desert Eagle unterbringen. Dann fand ich eine Wasserflasche und ein anständiges Fernglas. Schleppte das ganze Zeug rüber zur Kasse und stapelte es dort auf. Zog mein Bündel Hunderter heraus. Der Mann mit dem Bart sah mich an.
»Ich könnte einen Totschläger gebrauchen«, sagte ich.
Er sah erst mich an und dann mein Bündel Hunderter. Dann bückte er sich und holte eine Schachtel hervor. Sie sah schwer aus. Ich entschied mich für einen dicken, etwa zwanzig Zentimeter langen Knüppel. Es war ein Rohr aus Leder. An einem Ende mit Klebeband umwickelt, damit man es besser greifen konnte. Im Innern war eine Klempnerfeder. Das Ding, das sie in die Rohre stecken, bevor die gebogen werden. Die Feder war mit Blei ummantelt. Eine wirksame Waffe. Ich nickte. Bezahlte alles und ging hinaus. Als ich die Tür aufstieß, ertönte wieder die Glocke.
Ich fuhr den Bentley etwa hundert Meter weiter und parkte vor dem ersten Autohändler, der in seinem Schaufenster für Glastönungen warb. Drückte auf die Hupe und stieg aus, um mit dem Mann zu reden, der aus der Tür kam.
»Können Sie die Scheiben dieses Wagens für mich tönen?« fragte ich ihn.
»Von diesem Wagen?« fragte er. »Sicher kann ich das. Ich kann alles mögliche tönen.«
»Wie lange brauchen Sie?«
Der Mann ging zum Wagen und ließ seinen Finger über die seidig lackierte Karosserie gleiten.
»Bei einem Wagen wie diesem werden Sie erstklassige Arbeit wollen«, sagte er. »Dafür brauche ich ein paar Tage, vielleicht drei.«
»Wieviel wollen Sie dafür?«
Er befühlte weiterhin den Lack und sog Luft durch seine Zähne wie alle Autohändler, wenn sie nach dem Preis gefragt werden.
»Ein paar Hunderter«, sagte er. »Bei erstklassiger Arbeit, und bei einem Wagen wie diesem werden Sie nichts anderes wollen.«
»Ich gebe Ihnen zweihundertfünfzig«, sagte ich. »Das ist für mehr als erstklassige Arbeit, und Sie leihen mir für die zwei oder drei Tage einen Wagen, okay?«
Der Typ sog noch etwas Luft ein und schlug dann leicht auf die Motorhaube des Bentleys.
»Gemacht, mein Freund.«
Ich nahm die Schlüssel des Bentleys von Charlies Bund und tauschte sie gegen die eines acht Jahre alten Cadillacs ein, der die Farbe einer Avocado hatte. Er schien ganz gut zu fahren und war so unauffällig, wie man sich nur wünschen konnte. Der Bentley war ein schöner Wagen, aber nicht ganz das, was ich brauchte, wenn die Überwachung Mobilität erforderte. Auffallender als er konnte kaum ein Wagen sein.
Ich fuhr am Südrand der Stadt vorbei und hielt an einer Tankstelle. Füllte den großen Tank des alten Cadillacs und kaufte ein paar Schokoriegel, Nüsse und Wasser. Dann wechselte ich auf der Toilette die Kleider. Ich zog die Sachen aus den Restbeständen der Armee an und warf meine alten Klamotten in den Mülleimer. Ging zurück zum Wagen. Steckte die Desert Eagle in die tiefe Innentasche meiner neuen Jacke. Durchgeladen und gesichert. Schüttete die restlichen Patronen in die obere Außentasche. Morrisons Springmesser war in der linken Seitentasche und der Totschläger in der rechten.
Ich verteilte die Nüsse und die Schokoriegel auf die restlichen Taschen. Schüttete eine Flasche Sprudel in die Wasserflasche und ging an die Arbeit. Ich brauchte eine weitere Stunde, um zurück nach Margrave zu kommen. Ich fuhr den alten Cadillac um den Zubringer herum. Wieder die Auffahrt hinauf in Richtung Norden. Setzte etwa hundert Meter auf dem Seitenstreifen zurück und hielt direkt im Niemandsland zwischen der Abfahrt und der Auffahrt. Wo niemand den Highway verlassen oder hinauffahren würde. Außer den Leuten, die an Margrave vorbeirasten, würde niemand den Wagen sehen. Und die würden sich nicht darum kümmern.
Ich ließ die Motorhaube aufspringen und stützte sie ab. Verschloß den Wagen und ließ ihn so stehen. Dadurch wurde er unsichtbar. War nur ein weiteres liegengebliebenes Auto auf dem Seitenstreifen. Der Anblick ist so normal, daß man ihn schon nicht mehr wahrnimmt. Dann kletterte ich über die niedrige Betonwand am Rand des Seitenstreifens. Stolperte die hohe Böschung hinunter. Lief nach Süden über die Auffahrt. Rannte weiter zur Deckung der niedrigen Überführung. Ich lief unter dem gesamten Highway hindurch auf die andere Seite und versteckte mich hinter einem breiten Pfeiler. Über meinem Kopf fuhren die Lkws, die vom Highway herunterkamen, rumpelnd zur alten Landstraße. Dann wechselten sie knirschend den Gang und bogen direkt zu den Lagerhäusern ab.
Ich lehnte mich zurück und machte es mir hinter dem Pfeiler bequem. Dies war ein ziemlich guter Aussichtspunkt. Vielleicht zweihundert Meter entfernt, vielleicht zehn Meter erhöht. Das gesamte Gelände erstreckte sich wie eine Karte vor mir. Das neugekaufte Fernglas war scharf und stark. Es gab eigentlich vier verschiedene Lagerhäuser. Alle identisch, alle dicht nebeneinander in einer Reihe gebaut, die von mir aus in einer Diagonale verlief. Das gesamte Gelände war von einem hohen Zaun umgeben. Mit viel Stacheldraht darauf. Jedes der vier Lagerhäuser hatte noch einen eigenen Zaun. Und jeder innere Zaun hatte ein eigenes Tor. Im Außenzaun war das Haupttor, das direkt auf die Straße führte. Der ganze Platz wimmelte vor Betriebsamkeit.
Das erste Lagerhaus war völlig harmlos. Das große Rolltor war offen. Ich konnte sehen, wie hiesige Lkws rein- und rausrumpelten. Offensichtlich wurden die Wagen be- und entladen. Die Ladung bestand aus soliden Jutesäcken, die mit irgendwas gefüllt waren. Vielleicht mit hiesigen Erzeugnissen, vielleicht mit Samen oder Dünger. Was auch immer Farmer so brauchen. Ich hatte keine Ahnung. Aber es war nichts Geheimnisvolles. Nichts im verborgenen. Alle Transporter kamen aus der Gegend. Sie alle hatten Nummernschilder aus Georgia. Keine Fahrzeuge aus anderen Staaten. Keiner der Wagen war groß genug, um die Nord-Süd-Strecke durch die Nation zu fahren. Das erste Lagerhaus war sauber, soviel war sicher.
Dasselbe galt für das zweite und dritte. Deren Tore standen offen, die Türen waren hochgezogen. Geschäftige Betriebsamkeit auf dem Vorhof. Nichts Geheimnisvolles. Alles frei einsehbar. Andere Lkws, aber aus der Gegend. Ich konnte nicht sehen, was sie luden. Großhandelsware für die kleinen Läden auf dem Land vielleicht. Möglicherweise Industriegüter, die irgendwohin gefahren wurden. Im dritten Schuppen eine Art Ölfässer. Aber nichts Aufregendes.
Das vierte Lagerhaus war es, wonach ich gesucht hatte. Das am Ende der Reihe. Kein Zweifel. Ein klug gewählter Standort. Äußerst sinnvoll. Es wurde von dem Chaos auf den ersten drei Vorhöfen abgeschirmt. Und weil es das letzte in der Reihe war, würde keiner der hiesigen Farmer oder Händler je einen Blick darauf werfen können. Ein wirklich clever gewählter Standort. Definitiv war es das, was ich suchte. Dahinter, etwa fünfundsiebzig Meter entfernt in einem Feld, stand der zerborstene Baum. Der, den Roscoe auf dem Foto mit Stoller, Hubble und dem gelben Lieferwagen entdeckt hatte. Ein Fotoapparat auf dem Vorhof würde den Baum direkt in der hinteren Ecke der Anlage aufnehmen. Das konnte ich sehen. Dies war der richtige Ort, soviel war sicher.
Das große Rolltor an der Vorderseite war geschlossen. Die Zufahrt war geschlossen. Zwei Wächter lungerten auf dem Vorhof herum. Sogar aus zweihundert Meter Entfernung konnte ich durch das Fernglas ihre wachsamen Blicke und die mißtrauische Spannung in ihrem Gang erkennen. Sie fungierten als Sicherheitskräfte. Ich beobachtete sie eine Weile. Sie liefen herum, aber nichts passierte. Also wandte ich mich ab, um die Straße zu beobachten. Wartete auf einen Lkw auf dem Weg zum vierten Lagerhaus.
Ich mußte ziemlich lange warten. Ich war nervös wegen der Zeit, die verstrich, also sang ich leise vor mich hin. Ich ging jede Version von ›Rambling on My Mind‹ durch, die ich kannte. Jeder hat seine eigene Version. Der Song wurde immer zu den traditionellen, mündlich überlieferten gezählt. Niemand weiß, wer ihn geschaffen hat. Niemand weiß, woher er kommt. Wahrscheinlich aus der Deltagegend im Süden. Es ist ein Song für Leute, die es nirgendwo hält. Auch wenn es gute Gründe gäbe zu bleiben. Für Leute wie mich. Ich war jetzt praktisch seit einer Woche in Margrave. Länger war ich freiwillig nirgendwo geblieben. Ich sollte für immer bleiben. Bei Roscoe, weil sie gut für mich war. Ich fing langsam an, mir eine Zukunft mit ihr vorzustellen. Es fühlte sich gut an.
Aber es würde Probleme geben. Wenn es Kliners schmutziges Geld nicht mehr gab, würde die gesamte Stadt auseinanderfallen. Es würde keine Stadt mehr geben, in der man bleiben konnte. Und ich mußte weiter. Wie in dem Song, den ich im stillen vor mich hinsang. Ich mußte umherziehen. Ein traditioneller Song. Ein Song, der wie für mich gemacht war. Insgeheim war ich überzeugt, daß Blind Blake ihn geschaffen hatte. Er war herumgezogen. Er war genau an diesem Ort vorbeigezogen, als die Betonpfeiler noch alte, schattenspendende Bäume gewesen waren. Vor sechzig Jahren war er die Straße entlanggegangen, die ich jetzt beobachtete, und hatte vielleicht den Song gesungen, den ich jetzt sang.
Joe und ich hatten früher oft diesen alten Song gesungen. Wir nahmen ihn als einen ironischen Kommentar auf das Leben einer Familie in der Army. Wir stiegen irgendwo aus einem Flugzeug und fuhren zu einem stickigen, leeren Haus auf dem Stützpunkt. Zwanzig Minuten, nachdem wir eingezogen waren, stimmten wir diesen Song an. Als wären wir jetzt lange genug da und bereit weiterzuziehen. Also lehnte ich mich jetzt an den Betonpfeiler und sang den Song für ihn und für mich.
Ich brauchte fünfunddreißig Minuten, um jede Version dieses alten Songs durchzugehen, immer einmal für mich und einmal für Joe. Während dieser Zeit sah ich vielleicht ein halbes Dutzend Lkws auf die Zufahrtsstraße zu den Lagerhäusern einbiegen. Alles Wagen aus der Gegend. Alles kleine, staubige Transporter aus Georgia. Keiner mit dem typischen Langstreckendreck überzogen. Keiner steuerte das letzte Gebäude an. Ich sang fünfunddreißig Minuten vor mich hin und bekam keine einzige neue Information.
Aber ich bekam etwas Applaus. Als ich den letzten Song beendet hatte, hörte ich, wie hinter mir aus der Dunkelheit heraus leise geklatscht wurde. Ich schnellte um den breiten Betonpfeiler herum und starrte angestrengt ins Dunkel. Das Klatschen hörte auf, und ich nahm ein schlurfendes Geräusch wahr. Erkannte undeutlich den Umriß eines Mannes, der auf mich zukam. Der Umriß konkretisierte sich. Zu einer Art Landstreicher. Mit langem, grauem, verfilztem Haar und mehreren Schichten schwerer Kleidung. Mit hellen Augen, die in einem zerfurchten, schmutzigen Gesicht glühten. Der Mann blieb außerhalb meiner Reichweite stehen.
»Wer zum Teufel sind Sie?« fragte ich ihn.
Er stieß seinen Vorhang von Haaren beiseite und grinste mich an.
»Wer zum Teufel sind Sie?« fragte er zurück. »Daß Sie sich auf meinem Platz breitmachen und derartig jaulen?«
»Dies ist Ihr Platz? Sie leben hier?«
Er hockte sich hin und sah mich achselzuckend an.
»Zeitweise«, sagte er. »Ich bin seit einem Monat hier. Was dagegen?«
Ich schüttelte den Kopf. Ich hatte nichts dagegen. Der Mann mußte ja schließlich irgendwo leben.
»Tut mir leid, daß ich Sie gestört habe. Heute abend bin ich schon wieder weg.«
Sein Geruch zog zu mir herüber. Nicht sehr angenehm. Dieser Typ roch, als hätte er sein ganzes Leben auf der Straße verbracht.
»Bleiben Sie, so lange Sie wollen«, sagte er. »Wir haben gerade beschlossen weiterzuziehen. Wir räumen das Gelände.«
»Wir?« fragte ich. »Ist noch jemand hier?«
Der Typ sah mich merkwürdig an. Wandte sich um und wies in die Luft neben sich. Da war niemand. Meine Augen hatten sich an die Dunkelheit gewöhnt. Ich konnte die gesamte Strecke bis zum Betonträger unter der erhöhten Straße überblicken. Da war nichts.
»Meine Familie«, sagte er. »Erfreut, Sie kennenzulernen. Aber wir müssen gehen. Zeit, weiterzuziehen.«
Er langte hinter sich und zog einen Segeltuchsack aus der Dunkelheit. Von der Army. Ein verblichener Aufdruck war darauf. Pfc nochwas, dann eine Seriennummer und die Bezeichnung einer Einheit. Er zog ihn hinter sich her und schlurfte davon.
»Warten Sie«, sagte ich. »Waren Sie auch letzte Woche hier? Donnerstag?«
Der Mann blieb stehen und wandte sich halb um.
»Ich bin hier seit einem Monat. Letzten Donnerstag habe ich nichts gesehen.«
Ich sah ihn und seinen Segeltuchsack an. Ein Soldat. Soldaten melden sich niemals freiwillig. Das ist ihre Grundregel. Also löste ich mich vom Betonpfeiler und zog einen Schokoriegel aus meiner Tasche. Wickelte ihn in eine Hundertdollarnote. Warf das Ganze zu ihm hinüber. Er fing es auf und steckte es sich in den Mantel. Nickte schweigend zu mir herüber.
»Also was haben Sie letzten Donnerstag nicht gesehen?« fragte ich ihn.
Er zuckte die Schultern.
»Ich habe überhaupt nichts gesehen. Das ist die volle Wahrheit. Aber meine Frau hat etwas gesehen. Sogar eine ganze Menge.«
»Okay«, sagte ich langsam. »Würden Sie sie fragen, was sie gesehen hat?«
Er nickte. Drehte sich um und flüsterte mit der Luft neben sich. Drehte sich wieder zu mir um.
»Sie hat Außerirdische gesehen. Ein feindliches Raumschiff, getarnt als glänzend schwarzer Lieferwagen. Zwei Außerirdische, die sich als normale Menschen verkleidet hatten. Sie sah Lichter am Himmel. Rauch. Ein Raumschiff kam herunter, wurde zu einem großen Wagen, ein Commander der Sternenflotte in der Uniform eines Cops stieg aus, ein kleiner, fetter Typ. Dann kam ein weißer Wagen vom Highway, aber in Wirklichkeit war das ein Starfighter im Landeanflug, mit zwei Männern darin, richtigen Menschen, Pilot und Copilot. Sie alle veranstalteten einen Tanz, da unten am Tor, weil sie aus einer anderen Galaxie kamen. Sie sagt, es war aufregend. Sie liebt dieses Zeug. Sieht es überall, wo sie hinkommt.«
Er nickte mir zu. Glaubte, was er sagte.
»Ich habe das Ganze verpaßt.« Wies auf die Luft neben sich. »Das Baby mußte gebadet werden. Aber meine Frau hat's gesehen. Sie liebt dieses Zeug.«
»Hat sie irgendwas gehört?« fragte ich ihn.
Er fragte sie. Bekam ihre Antwort und schüttelte den Kopf, als wäre ich verrückt.
»Wesen aus dem All machen keine Geräusche«, sagte er. »Aber der Copilot vom Starfighter wurde mit einem Phaser angeschossen, kroch später hierher. Verblutete genau da, wo Sie jetzt stehen. Wir versuchten, ihm zu helfen, aber gegen Phaser kann man nichts machen, oder? Die Ärzte holten ihn Sonntag ab.«
Ich nickte. Er schlurfte davon und zog seinen Sack hinter sich her. Ich sah ihm eine Zeitlang nach und glitt dann wieder um den Pfeiler herum. Beobachtete die Straße. Ging die Geschichte seiner Frau durch. Ein Augenzeugenbericht. Den Obersten Gerichtshof hätte der Typ nicht überzeugt, aber mich schon, soviel war sicher. Es war ja auch nicht der Bruder eines Richters am Obersten Gerichtshof, der mit einem Starfighter gelandet war und einen Tanz am Lagerhaustor aufgeführt hatte.
Es dauerte eine weitere Stunde, bis etwas passierte. Ich hatte einen Schokoriegel gegessen und fast einen halben Liter Wasser getrunken. Ich hatte mich gerade zum Warten hingesetzt. Da kam ein ziemlich großer Lkw von Süden herein. Er verlangsamte auf der Zufahrt zum Lagerhaus. Ich sah die Aufschrift eines New Yorker Transportunternehmens durch das Fernglas. Schmutzigweiße Rechtecke. Der Lkw fuhr über die Zufahrt und wartete am vierten Tor. Die Männer auf dem Gelände öffneten die Zufahrt und winkten den Lkw hindurch. Er blieb wieder stehen, und die beiden Männer schlossen das Gitter hinter ihm. Dann setzte der Fahrer zum Rolltor zurück und hielt. Stieg aus dem Truck. Einer der Wächter stieg hinein, und der andere ging durch eine Seitentür in den Schuppen und kurbelte das Tor hoch. Der Lkw fuhr rückwärts in die Dunkelheit, und die Rolltür kam wieder herunter. Der Fahrer wurde auf dem Vorhof zurückgelassen und reckte sich in der Sonne. Das war alles. Hatte ungefähr dreißig Sekunden gedauert, vom Anfang bis zum Ende.
Ich beobachtete das Gelände und wartete. Der Lkw war achtzehn Minuten im Lagerhaus. Dann wand sich das Rolltor wieder nach oben, und der Wächter fuhr den Truck heraus. Sobald er draußen war, kam das Tor wieder herunter, und der Wächter sprang aus der Fahrerkabine. Der Mann aus New York hievte sich auf den Sitz, während der Wächter nach vorn lief, um die Einfahrt zu öffnen. Der Truck fuhr hindurch und rumpelte zurück auf die Landstraße. Er steuerte nach Norden und fuhr in einer Entfernung von zwanzig Metern an der Stelle vorbei, wo ich an dem Betonpfeiler der Überführung lehnte. Er bog in die Auffahrt ein und fuhr dröhnend hinauf, um sich in den Verkehrsfluß nach Norden einzufädeln.
Nur kurz danach fuhr ein weiterer Lkw rumpelnd die Abfahrt hinunter, verließ den Verkehrsstrom, der von Norden kam. Es war ein ähnlicher Truck. Dieselbe Marke, dieselbe Größe, derselbe Schmutz vom Highway. Er fuhr holpernd auf die Zufahrtsstraße zu den Lagerhäusern. Ich sah durch das Fernglas. Nummernschilder aus Illinois. Der Vorgang wiederholte sich. Der Lkw blieb an der Zufahrt stehen. Setzte zum Rolltor zurück. Der Fahrer wurde durch den Wächter abgelöst. Das Rolltor wurde gerade lange genug hochgezogen, um den Truck ins dunkle Innere zu lassen. Schnell und effizient. Wieder ungefähr dreißig Sekunden vom Anfang bis zum Ende. Und nichts zu sehen. Die Fernfahrer durften nicht ins Lagerhaus. Sie mußten draußen warten.
Der Lkw aus Illinois war schneller wieder draußen. Sechzehn Minuten. Der Fahrer nahm seinen Platz am Steuer ein und fuhr hinaus, zurück zum Highway. Ich sah, wie er in einer Entfernung von zwanzig Metern vorbeifuhr.
Unsere Theorie besagte, daß beide Trucks mit Teilen des Vorrats beladen worden waren und sich nun nach Norden vorwärtsarbeiteten. Zurück in die großen Städte im Norden donnerten, bereit, entladen zu werden. Bis jetzt sah unsere Theorie gut aus. Ich konnte keinen Fehler entdecken.
Innerhalb der nächsten Stunde geschah nichts. Das vierte Lagerhaus blieb verschlossen. Ich fing an, mich zu langweilen. Ich wünschte mir langsam, der Landstreicher wäre nicht verschwunden. Wir hätten ein bißchen plaudern können. Dann sah ich, daß der dritte Lkw an diesem Tag heranfuhr. Ich hob das Fernglas und sah Nummernschilder aus Kalifornien. Derselbe Lkw-Typ, in schmutzigem Rot, rumpelte den Highway hinunter und steuerte das rückwärtige Gelände an. Der Vorgang unterschied sich von dem bei den beiden ersten Wagen. Er fuhr durch die Einfahrt, aber es gab keinen Fahrerwechsel. Der Truck steuerte einfach rückwärts durch das Rolltor. Offensichtlich war der Mann autorisiert, das Innere des Lagerhauses zu sehen. Dann mußte ich warten. Zweiundzwanzig Minuten. Schließlich wand sich das Rolltor wieder nach oben, und der Lkw kam heraus. Fuhr zur Einfahrt und steuerte den Highway an.
Ich faßte schnell einen Entschluß. Zeit, aufzubrechen. Ich wollte in einen dieser Wagen hineinsehen. Also sprang ich auf und nahm Fernglas und Wasserflasche. Lief unter der Überführung hindurch zur nördlichen Seite. Kletterte die steile Böschung hinauf und sprang über die Betonmauer. Zurück zum alten Cadillac. Ich schlug die Motorhaube zu und stieg ein. Ließ den Motor an und fuhr den Seitenstreifen entlang. Wartete auf eine Lücke im Verkehrsfluß und trieb den Motor hoch. Schlug das Steuer ein und beschleunigte Richtung Norden.
Der rote Lkw mußte drei oder vier Minuten Vorsprung haben. Nicht viel mehr. Ich überholte ganze Wagenkolonnen und trieb den alten Wagen an. Dann schlug ich ein gleichmäßig hohes Tempo an. Ich war sicher, daß ich den Vorsprung einholen würde. Nach ein paar Meilen entdeckte ich den Lkw. Fuhr langsamer und ließ mich zurückfallen, etwa dreihundert Meter hinter ihn. Ließ immer ein halbes Dutzend Fahrzeuge zwischen ihm und mir. Ich lehnte mich zurück und wurde ruhiger. Laut Roscoes Menora-Theorie würden wir nach L. A. fahren.
Wir fuhren langsam nordwärts. Nicht viel schneller als fünfzig Meilen die Stunde. Der Tank des Cadillacs war fast voll. Würde mich dreihundert Meilen weit bringen, vielleicht dreihundertfünfzig. Bei diesem geringen Tempo vielleicht noch weiter. Zuviel Gas war tödlich. Wenn ich den gebrauchten, acht Jahre alten V-8 vorwärtstreiben würde, wäre das Benzin schneller weg, als Kaffee aus einer Kanne läuft. Aber ein gleichmäßiges Tempo würde den Benzinverbrauch auf ein vernünftiges Maß reduzieren. Würde mich möglicherweise bis zu vierhundert Meilen weit bringen. Vielleicht sogar bis nach Memphis.
Wir fuhren und fuhren. Der schmutzigrote Lkw ragte groß und deutlich dreihundert Meter vor mir auf. Er steuerte links um den südlichen Rand von Atlanta. Um später nach Westen quer durch das Land zu fahren. Die Vertriebstheorie sah ziemlich gut aus. Ich fuhr langsamer und ließ mich am Verteiler des Highways zurückfallen. Wollte nicht, daß der Fahrer Verdacht schöpfte, verfolgt zu werden. Aber ich konnte an der Art, wie er seine Spurwechsel vollzog, erkennen, daß er nicht der Typ war, der häufig in den Rückspiegel sah. Ich schloß weiter auf.
Der rote Track fuhr und fuhr. Ich blieb acht Wagen hinter ihm. Die Zeit verging. Es wurde später Nachmittag. Es wurde früher Abend. Zum Abendessen gab es Schokoriegel und Wasser während der Fahrt. Ich konnte das Radio nicht in Gang bringen. Es war irgendeine neumodische japanische Marke. Der Typ im Autoshop mußte es ausgewechselt haben. Vielleicht war es kaputt. Ich fragte mich, wie er die Scheiben des Bentley hinbekommen würde. Fragte mich, was Charlie sagen würde, wenn sie ihr Auto mit schwarzen Scheiben zurückbekäme. Wahrscheinlich würde das ihre kleinste Sorge sein. Wir fuhren weiter.
Wir fuhren fast vierhundert Meilen weit. Acht Standen. Wir fuhren aus Georgia hinaus, direkt durch Alabama in die nordöstliche Ecke von Mississippi. Es wurde stockdunkel. Die Herbstsonne war vor unseren Augen versunken. Die Leute hatten ihre Lichter eingeschaltet. Wir fuhren stundenlang durch die Dunkelheit. Ich fühlte mich, als hätte ich den Mann schon mein ganzes Leben lang verfolgt. Dann, gegen Mitternacht, wurde der rote Lkw langsamer. Eine halbe Meile vor mir sah ich, wie er mitten im Nirgendwo auf einen Rastplatz abbog. In der Nähe eines Ortes namens Myrtle. Vielleicht gerade mal sechzig Meilen vor der Grenze von Tennessee. Vielleicht knapp siebzig Meilen von Memphis entfernt. Ich folgte dem Truck auf den Parkplatz. Stoppte in einiger Entfernung.
Ich sah, wie der Fahrer ausstieg. Ein großer, gedrungener Typ. Muskulöser Nacken und breite, kräftige Schultern. Dunkel, Anfang, Mitte dreißig. Lange Arme wie ein Affe. Ich wußte, wer das war. Der Sohn von Kliner. Der eiskalte Psychopath. Ich beobachtete ihn. Er streckte sich und gähnte in der Dunkelheit neben seinem Truck. Ich starrte ihn an und stellte mir vor, wie er Donnerstag nacht am Lagerhaustor getanzt hatte.
Der Kliner-Sohn schloß den Lkw ab und schlenderte auf die Gebäude zu. Ich wartete einen Moment und folgte ihm dann. Ich überlegte, daß er wahrscheinlich direkt zu den Toiletten gegangen war, also lungerte ich in dem hellen Neonlicht am Zeitungsstand herum und beobachtete die Tür. Ich sah, wie er herauskam, und beobachtete, wie er ins Restaurant schlenderte. Er setzte sich an einen Tisch und streckte sich erneut. Nahm die Speisekarte mit der zugänglichen Miene eines Mannes, der sich Zeit nimmt. Er wollte hier ein spätes Abendessen. Ich schätzte, er würde fünfundzwanzig Minuten brauchen. Vielleicht eine halbe Stunde.
Ich ging zurück zum Parkplatz. Ich wollte den roten Lkw aufbrechen und einen Blick hineinwerfen. Aber ich sah, daß ich keine Chance hatte, das auf dem Parkplatz zu machen. Nicht die geringste Chance. Überall liefen Leute herum, und ein paar Streifenwagen fuhren umher. Der ganze Platz war hell erleuchtet. Wenn ich in diesen Lkw einbrechen wollte, mußte ich warten.
Ich ging zurück zu den Gebäuden. Zwängte mich in eine Telefonzelle und wählte die Nummer vom Polizeirevier in Margrave. Finlay nahm selbst ab. Ich hörte seine dunkle Harvard-Stimme. Er hatte am Telefon darauf gewartet, daß ich mich meldete.
»Wo sind Sie?«
»Nicht weit von Memphis entfernt. Ich habe beobachtet, wie ein Lkw beladen wurde, und hänge mich an ihn, bis ich einen Blick hineinwerfen kann. Der Fahrer ist der Sohn von Kliner.«
»Okay«, sagte er. »Ich habe Neuigkeiten von Picard. Roscoe ist sicher untergebracht. Wenn sie schlau ist, geht sie schnell ins Bett. Er sagt, sie grüßt Sie mit all ihrer Liebe.«
»Bestellen Sie ihr dasselbe, wenn Sie können, und passen Sie auf sich auf, Harvard-Mann.«
»Ebenso«, sagte er. Legte auf.
Ich ging zurück zum Cadillac. Stieg ein und wartete. Es dauerte noch eine halbe Stunde, bevor der Kliner-Sohn herauskam. Ich sah, wie er zum roten Lkw zurücklief. Er wischte sich seinen Mund mit dem Handrücken ab. Sah aus, als hätte er ein gutes Abendessen gehabt. Lange genug hatte er ja gebraucht. Er ging außer Sichtweite. Eine Minute später rumpelte der Truck vorbei und bog auf die Ausfahrt. Aber Kid fuhr nicht zum Highway zurück. Er bog nach links in eine Einfahrt ein. Er fuhr zum Motel hinüber. Er würde über Nacht bleiben.
Er steuerte direkt zu der Reihe der Motelzimmer. Parkte den roten Lkw vor der vorletzten Tür. Direkt im Schein einer großen Laterne. Er stieg aus und schloß ab. Nahm einen Schlüssel aus seiner Tasche und öffnete das Zimmer. Ging hinein und schloß die Tür. Ich sah, wie das Licht anging und die Jalousie heruntergezogen wurde. Er hatte den Schlüssel in seiner Tasche gehabt. Er war nicht zur Rezeption gegangen. Er mußte das Zimmer gleich nach dem Abendessen bestellt haben. Er hatte dafür bezahlt und den Schlüssel bekommen. Deshalb war er so verdammt lange da drin gewesen.
Jetzt hatte ich ein Problem. Ich mußte in den Wagen hineinsehen. Ich mußte den Beweis haben. Ich mußte wissen, ob ich recht hatte. Und ich mußte es bald wissen. Bis Sonntag waren es nur noch achtundvierzig Stunden. Ich hatte bis dahin noch viel zu tun. Sehr viel. Ich würde in den Truck einbrechen müssen, direkt hier im Schein der Laterne. Während der psychopathische Sohn von Kliner sich drei Meter entfernt in seinem Motelzimmer befand. Nicht gerade die sicherste Sache der Welt. Ich würde damit warten müssen. Bis Kid fest eingeschlafen war, und das Kratzen und Schaben nicht hörte, wenn ich zu Werke ging.
Ich wartete eine halbe Stunde. Länger hielt ich es nicht aus. Ich startete den alten Cadillac und fuhr ihn durch die Stille. Die Kipphebel klackerten, und die Kolben schlugen. Der Motor machte einen höllischen Krach in der Stille. Ich parkte den Wagen direkt vor dem roten Truck. Mit der Motorhaube zur Tür von Kids Motelzimmer. Ich kletterte über den Beifahrersitz hinaus. Stand ruhig da und lauschte. Nichts.
Ich nahm Morrisons Springmesser aus meiner Jackentasche und stieg auf den vorderen Kotflügel des Cadillacs. Dann über die Motorhaube und die Windschutzscheibe. Auf das Wagendach. Blieb dort oben ruhig stehen. Lauschte angestrengt. Nichts. Ich lehnte mich zum Truck hinüber und zog mich auf dessen Dach.
Ein Lkw wie dieser hat ein durchsichtiges Dach. Eine Art Fiberglasplatte. Entweder das ganze Dach besteht daraus oder ein in das Blech eingesetztes Dachfenster. Damit soll etwas Licht in die Ladezone gelassen werden. Hilft beim Be- und Entladen. Vielleicht verringert es das Gewicht des Wagens. Vielleicht ist es auch billiger. Die Hersteller tun ja alles, um einen Dollar zu sparen. Über das Dach kommt man am besten in einen Truck wie diesen.
Mein Oberkörper lag flach auf dem Fiberglas, und meine Füße stützten sich gegen die Ablaufrinne des Cadillacs ab. Ich streckte mich, so weit ich konnte, und ließ das Schnappmesser aufspringen. Stieß es in der Mitte des Dachs durch die Kunststoffplatte. Sägte mit der Klinge eine Klappe von etwa fünfundzwanzig Zentimeter Länge und vierzig Zentimeter Breite. Ich konnte sie nach unten drücken und hineinsehen. Als würde man durch einen schmalen Schlitz blicken.
Das Licht im Motelzimmer ging an. Durch die Jalousie hindurch wurde ein gelbes Lichtquadrat auf den Cadillac geworfen. Und die Seite des roten Lkws. Auf meine Beine. Ich stöhnte leise auf und stieß mich ab. Zog mich auf das Dach des Lkws. Hielt den Atem an.
Die Tür zum Motelzimmer öffnete sich. Der Kliner-Sohn kam heraus. Starrte auf den Cadillac. Bückte sich und sah hinein. Umrundete ihn und überprüfte den Truck. Die Türen zur Fahrerkabine. Rüttelte an den Türgriffen. Das Fahrzeug ruckelte und schaukelte unter mir. Er ging zum hinteren Teil und überprüfte die Türen. Rüttelte an den Griffen. Ich hörte, wie die Türen gegen die Verschlüsse stießen.
Er umrandete den ganzen Lkw. Ich lag da und hörte auf das Geräusch seiner Schritte unter mir. Er überprüfte noch einmal den Cadillac. Dann ging er wieder hinein. Die Tür zum Zimmer schlug zu. Das Licht ging aus. Das gelbe Lichtquadrat verschwand.
Ich wartete fünf Minuten. Lag auf dem Dach und wartete. Dann stützte ich mich auf meine Ellbogen. Langte nach dem Schlitz, den ich gerade in das Fiberglas geschnitten hatte. Drückte die Klappe nach unten und hakte meine Finger ein. Zog mich hinüber und starrte hinein.
Der Truck war leer. Vollkommen leer. Es war nicht das geringste zu sehen.