{494}Gerichtshof in Berlin

Frag nicht, wie viele Meilen du fort, nein frage, wie viele noch fehlen
Ovid, REMEDIA AMORIS

An einem warmen Junitag des Jahres 1914 steht Franz Kafka in der Tür der elterlichen Galanteriewarenhandlung. Es ist Feierabend, Geschäftsschluss, die wenigen Angestellten treten nacheinander aus der kühlen, dunklen Wölbung des Ladens in den hellen Sommerabend, grüßen, mit dem Hut in der Hand, den Sohn des Prinzipals und machen sich auf den Heimweg. Nachdem der Letzte seinem Blick entschwunden ist, verschließt Kafka die Ladentür, denkt einen Augenblick nach und setzt sich dann vor dem Eingang auf die Straße.

Nicht lange, so kommt ein ihm bekanntes Ehepaar vorüber. Der Mann berührt ihn an der Schulter und fragt, was das zu bedeuten habe. Kafka antwortet, er sei unfähig, mit den Angestellten und Kunden auszukommen, und darum werde er dieses Geschäft am nächsten Tag nicht mehr öffnen. Der Bekannte wundert sich. Auch andere geben ihr Geschäft auf, wendet er ein, das sei nichts Besonderes. »Aber warum sitzen Sie auf der Erde?« »Wohin soll ich gehn?«, erwidert Kafka …

Die Szene ist nicht real, aber authentisch; nachzulesen ist sie in seinem Tagebuch [468]  , abgespielt hat sie sich in Kafkas Kopf, wenige Tage nach seiner Verlobung in Berlin, an einem warmen Juniabend des Jahres 1914, während er, den Schlüssel in der Hand, die Angestellten des elterlichen Geschäfts verabschiedete. Für ein paar Wochen trug er hier die Verantwortung, denn die Eltern waren zur Erholung nach Franzensbad gereist, wie beinahe in jedem Sommer. Allerdings, das Geschäft endgültig zu schließen … es wäre wohl vergebliche Mühe gewesen, ihnen diesen Traum zu erklären. Darum setzte sich Kafka nicht auf die Straße, sondern ging in die stille Wohnung schräg über den Altstädter Ring und notierte, was sich beinahe zugetragen hätte.

Die kurze, in Ich-Form verfasste Szene ist charakteristisch für Kafkas Stimmung nach der desillusionierenden Verlobungsfeier, nach dem Herumirren in Möbel- und Wäschegeschäften, nach all den wesenlosen Berliner Stimmen, die allmählich ununterscheidbar wurden. Ihm war, als treibe er in Brackwasser. Hatte er dies alles wirklich gewollt? Felice war fremd geblieben, noch immer senkte sie den Blick, wenn er sich ihr näherte, während er selbst in keinem Moment die argwöhnische Aufmerksamkeit der Familie vergaß. »Alles Recht, das mir die Sitte aus der Tatsache des Verlobtseins gibt ist für mich widerlich und völlig unbrauchbar«, hatte er schon Wochen zuvor erkannt. »Verlobtsein ist ja jetzt nichts, als ohne Ehe eine Komödie der Ehe zum Spass der andern aufzuführen. Das kann ich nicht, dagegen kann ich darunter irrsinnig leiden.« [469]  Genau so war es gekommen. Nur die innere Wucht dieses Erlebnisses hatte er nicht erwartet.

Oberflächlicher und kürzer werden seine Briefe, geradezu trübe ihre Sprache. Er kramt die alten Klagen hervor: Nervosität, Kopfschmerzen, Übermüdung, schlechter Allgemeinzustand. Es klingt, als sage er eine Lektion auf. Ein Treffen mit Grete Bloch sagt er ab, denn er könne sich kaum zeigen, wie die lakonische Begründung lautet. Sie hat, das ist offensichtlich, die Erwartungen nicht erfüllt, die Kafka in ihr leibhaftiges Auftreten setzte; sie gehörte, trotz aller Zerrissenheit, auf Felices Seite der Welt. Der Wärmestrom musste versiegen, im selben Augenblick, da ›das Gegebene‹ sein Recht verlangte. Kafka wird es sich einprägen, und zwei seiner Romane werden davon erzählen: Wenn es darauf ankommt, laufen die Frauen über zum Gegebenen, zu dem, was ist, wie es ist.


Die schwer durchschaubare Rolle, die Grete Bloch in Kafkas Leben spielte, hat immer wieder zu Spekulationen verführt, die über Jahrzehnte weder untermauert noch widerlegt werden konnten. Das vermochte sie keineswegs aus der Welt zu schaffen, sondern verlieh ihnen die Aura des kulturellen Gerüchts: je ›pikanter‹, desto hartnäckiger. Die abenteuerlichste dieser Dichterlegenden besagt, dass aus der Beziehung zwischen Kafka und Grete Bloch ein Kind hervorging, von dem allerdings Kafka nie erfahren haben soll. Max Brod war es, der diese Geschichte in die Welt setzte und mit seiner Autorität als Vertrauter des angeblichen Vaters beglaubigte. Freilich, Beweise vermochte er nicht vorzubringen. Was war geschehen?

Es war im April 1940, da Grete Bloch, seit längerem im Exil in Italien, an einen Freund, den Musiker Wolfgang A. Schocken, eine Art Bekenntnisbrief schrieb. Darin kam sie auf einen mehrere Jahre zurückliegenden Aufenthalt in Prag zu sprechen, eine Erinnerung, die sie zu einem späten Geständnis veranlasste:

»Ich besuchte damals das Grab des Mannes, der mir so unendlich viel bedeutete, 1924 starb, seine Meisterschaft wird heute noch gepriesen. Er war der Vater meines Jungen, der nahezu 7 Jahre alt in München 1921 starb. Fern von mir und ihm, von dem ich mich schon im Krieg trennen mußte und dann nicht wieder sah – bis auf wenige Stunden – weil er einer tödlichen Krankheit, in seiner Heimat, fern von mir, erlag. Niemals sprach ich darüber.«

Grete Bloch hatte sich über Kafka schon des Öfteren mündlich geäußert, eine »fabelhafte Persönlichkeit« sei das gewesen, doch niemals zuvor hatte sie eine derartige Nähe angedeutet. Dennoch schienen Schocken die Charakteristika, die sie anführte, eindeutig auf Kafka zu verweisen. Diese Vermutung, die sich, wie der Tenor seines Berichts zeigt, allmählich zu einer Autosuggestion auswuchs, behielt Schocken acht Jahre lang für sich. Dann teilte er den Inhalt des Briefes Max Brod mit, gegen das Versprechen, ihn nicht an die Öffentlichkeit zu tragen. [470]  

Brod hat diese Zusage nicht nur gebrochen, er hat Schockens Vermutung zu seiner eigenen gemacht und als unzweifelhaftes Faktum verkündet. Zu denken gab ihm weder die Tatsache, dass Grete Bloch den Namen Kafkas nicht nennt (was sie doch gerade gegenüber Schocken hätte tun können), noch ihr Hinweis, der Geliebte sei »in seiner Heimat« gestorben (was auf Kafka nicht zutrifft). Ja, genau besehen war hier nicht einmal von einem Schriftsteller die Rede, sondern von einem Meister irgendeines Fachs. Nun muss freilich für Brod die Versuchung besonders stark gewesen sein, nachträglich Licht in eine Affäre zu bringen, die Kafka vor ihm weitgehend verborgen hatte – nicht Brod, sondern Ernst Weiß war ja in den entscheidenden Monaten Kafkas Vertrauter gewesen, Weiß war es, der über das Dreieck Franz–Felice–Grete stets auf dem Laufenden war und auch mehrfach versuchte, auf Kafkas Heiratspläne Einfluss zu nehmen. Brod wusste wenig darüber, und da im Jahr 1948 weder Kafkas Briefe an Grete Bloch noch die an Felice Bauer zugänglich waren, hatte Brod auch keinerlei Möglichkeit, seine Version der Geschichte zu überprüfen. Dass er auch dann noch daran festhielt, nachdem er diese Briefe gelesen hatte, {497}ist freilich kaum mehr nachzuvollziehen – es ist das vielleicht eklatanteste Beispiel für Brods notorisch gedankenlosen Umgang mit Erinnerungen und Quellen. [471]  

Was sind die Fakten? Tatsächlich war Grete Bloch Mutter eines Kindes: Ein Foto blieb erhalten, auf dem sie mit dem Jungen zu sehen ist. Legt man ihre Angaben zugrunde, so wurde dieses Kind in den Jahren 1914 oder 1915 geboren. Der einzige Hinweis auf eine derartige Zäsur findet sich in Kafkas Briefen jedoch erst im folgenden Jahr: »Wie trägt es Frl. Bloch und was bedeutet es für sie?«, fragt er Felice Bauer, und am folgenden Tag fährt er fort: »Fräulein Gretes Leid geht mir sehr zu Herzen; jetzt verlässt Du sie gewiss nicht, wie Du es früher manchmal […] scheinbar unbegreiflich getan hast.« [472]  Deutlicher konnte Kafka jenes »Leid« nicht beim Namen nennen, denn wegen der Kriegszensur benutzte er offene Postkarten. Der dringliche Ton lässt jedoch kaum Zweifel daran, dass es sich um ein existenziell bedeutsames Ereignis gehandelt haben muss: eine Geburt, eine Fehlgeburt, die Feststellung einer unehelichen Schwangerschaft, möglicherweise aber auch das Verlassenwerden durch den Vater des bereits lebenden Sohnes. Wir wissen es nicht. Weder Kafkas Tagebücher noch seine Briefe geben den schwächsten Hinweis darauf, dass er – nach der ersten Begegnung – mit Grete Bloch jemals wieder allein zusammengetroffen wäre. Hätte er aber tatsächlich damit rechnen müssen, selbst der Urheber des Unglücks zu sein, so wäre es nicht sonderlich klug gewesen, derart scheinheilige Fragen zu stellen – zu schweigen davon, dass sie zu Kafkas sonstiger Skrupelhaftigkeit in unüberbrückbarem Widerspruch stünden.

Wer aber war der Vater des Kindes? Auch dazu gibt es kaum mehr als verwischte Spuren. Zu der Zeit, da sie Kafka kennen lernte, war Grete Bloch in eine schwierige Liaison mit einem »Mann aus München« verwickelt, eine Beziehung, an der noch eine weitere Frau beteiligt war. Offenbar versuchte Bloch, sich zu lösen, denn sie bat Kafka darum, einen Brief an ihren Liebhaber zur Post zu geben – wohl um zu vermeiden, dass ein Wiener Poststempel darauf erschien. Kafka wiederum wusste, was er tat, denn er äußerte »Bedenken« gegenüber dieser List und empfahl stattdessen eine Aussprache. [473]  Dass auch hier wiederum die Stadt München im Spiel ist, zu der Grete Bloch sonst keinerlei erkennbare Verbindung hatte, ist auffällig, als vereinzeltes Indiz aber wohl doch zu schwach.

Grete Bloch war komplizierter als Felice Bauer, empfindlicher, leidenschaftlicher und sicherlich auch sexuell aktiver. Das Erotische war für sie eine bewusste Option, auch gegenüber Kafka, den sie anziehend fand und dessen Briefe sie nach eindeutigen Signalen abtastete – teils misstrauisch, denn hier drohte doppelter Verrat an der Berliner Freundin, teils begehrlich, denn auch sie hungerte nach Zuwendung. Vermutlich hielt sie ihn anfangs für einen liebenswert ungeschickten, dann aber doch wieder raffinierten, weil die eigenen Schwächen ausstellenden Charmeur – ein Urteil, das sie revidieren musste, nachdem Kafka mehrere ihrer Briefe nicht beantwortet hatte. Sie warb jetzt um ihn, und wie genau sie die erotische Temperatur zu messen suchte, belegt indirekt das Plädoyer Kafkas von Anfang Februar 1914, mit dem er seine reservierte Haltung endgültig aufgibt: Er gesteht, »dass ich […] gleichzeitig gedrängt und gehalten, irgendwie Ihnen näher zu kommen versuchte und dass ich das Misslingen dessen trotz aller schönen Selbsterkenntnis Ihnen anrechnete. Und doch liegt es nur daran, dass Sie mit mir über F. hin bekannt wurden ...« [474]  Die Unterstreichungen stammen nicht von Kafka, sie stammen von der Empfängerin, und die doppelte Hervorhebung des Wörtchens »nur« spricht Bände. Ganz ausdrücklich – so schien es ihr – betrachtete er hier die eigene Braut als Hindernis.

An intimen Signalen mangelte es auch in den folgenden Wochen nicht. »Ihre kleine Karte«, schrieb Kafka, »hat mich mehr gefreut, als alles was ich von Berlin bekommen habe. Sie sind – jetzt sage ich eine ungeheuere Dummheit oder vielmehr: dumm ist nicht was ich sage, sondern dass ich es sage – Sie sind also das beste liebste und bravste Geschöpf.« Hier zuckte Grete Bloch nun doch zurück; das war schon beinahe der Ernstfall, der Verrat. Nur Kafkas inoffizielle Verlobung wartete sie noch ab, dann verlangte sie ihre Briefe zurück – die konventionelle Antwort nach den Regeln des Eheprogramms. Doch Kafka dachte gar nicht daran: »Meine Verlobung oder meine Heirat ändert nicht das geringste an unserem Verhältnis, in welchem wenigstens für mich schöne und ganz unentbehrliche Möglichkeiten liegen.« [475]  

Auch gegenüber Felice machte Kafka keinerlei Hehl aus seiner Sympathie für die einstige Botin: Neue Fußangeln, neue Keime zu Missverständnissen legte er wahrhaftig genug, und stets mit der unschuldigsten Miene. Doch er hatte Glück, denn die Braut, sonst zumeist hellhörig, war diesmal nicht ganz bei der Sache und nahm wohl {499}auch Kafka als erotisches Subjekt nicht ernst genug. Ja, es gelang ihm sogar, Felice dazu zu überreden, Grete Bloch zu einem mehrmonatigen gemeinsamen Leben in der neuen Prager Wohnung einzuladen – Flitterwochen zu dritt, ein extravagantes Projekt, das in Kafkas Familie und wohl selbst bei den Freunden größte Verblüffung ausgelöst hätte. War Kafka tatsächlich so naiv, die Spannungen zu übersehen, die sich aus einer solchen Konstellation unweigerlich ergeben mussten?

Grete Bloch vermochte daran nicht mehr zu glauben, und mit wachsendem Unwillen beobachtete sie Kafkas unaufhörliches Taktieren. Dass sie anlässlich des gefürchteten ›Empfangstags‹ in Berlin einen Schock der Desillusionierung erlitt, wie Canetti vermutet, ist gewiss – doch keineswegs, weil sie erst jetzt den Verlust eines potenziellen Gefährten erfasste, sondern weil sie Kafka nicht wiedererkannte: Sieben Monate lag ihre erste und einzige Begegnung zurück, und nun traf sie auf einen zerfahrenen, unbeholfenen, schweigsamen Mann, der der eigenen Verlobung wie einer Trauerfeier beiwohnte und hilfesuchend um sich blickte.

Kafka begriff durchaus, dass hier Fliehkräfte am Werk waren, die von ihm selbst ausgingen. Was vermochten dagegen Briefe? »Was Sie für mich im Ganzen bedeuten, das können Sie nicht wissen«, versicherte er Grete Bloch gleich nach der Rückkehr. [476]  Doch nach diesem Anblick wollte sie solche Worte nun nicht mehr hören. Der Mann wusste schlechterdings nicht, was er wollte. Keine Spur mehr von Charme, Humor und erotischem Spiel. Eine schwankende Gestalt, die man in die Ehe förmlich stoßen musste. Aber war denn das ihre Aufgabe? Sie hatte eigene Sorgen, ihr Ernstfall fand in München statt, nicht in Berlin. Sie hatte getan, was sie konnte. Kafka aber, knapp vorm ersehnten Ziel, fand noch immer Grund zur Klage, und mehr denn je. Sie antwortete unwirsch. Die kurze Zeit bis zur Hochzeit werde er sich doch wohl noch zusammennehmen können.

Ein einziger Brief Grete Blochs an Kafka blieb erhalten, ein Entwurf offenbar, doch gerade diese Sätze markieren den Augenblick der Entscheidung, das Ende aller Zweideutigkeiten, das Ende des Spiels.

»Doktor mir versagen fast die Worte. Wenn Sie sich nicht in sich selbst täuschen – kann ich das heute nach all diesen Gegenbeweisen noch hoffen? – steht es schlimm. Ich sehe auf einmal so klar und bin ganz verzweifelt. Daß ich mit Gewalt in einer Verlobung ein Glück für Sie beide sehen wollte und {500}Sie so bestimmt habe, schafft – das ist sicher – eine grenzenlose Verantwortung, der ich mich kaum mehr gewachsen fühle.
Fast möchte ich Sie bitten nicht hierher zu kommen, wenn Sie nicht klar, in sich gefestigt und absolut freudig sein können. F. sprach ich nur flüchtig. Nach all diesen Briefen wage ich ihr kaum in die Augen zu sehen. – Grollen dürfen Sie mir nur, ob meiner lächerlichen unverantwortlichen Weichlichkeit bei der Beantwortung früherer Briefe.« [477]  

Kafka reagierte gekränkt, beinahe boshaft: Habe ich Sie endlich doch überzeugt? Grete Bloch aber antwortete nicht mehr. Stattdessen nahm sie einen der letzten Briefe Kafkas zur Hand und ging damit zu ihrer Freundin.


Was Felice und Grete einander schrieben, blieb Franz verborgen. Was Franz und Grete einander schrieben, blieb Felice verborgen. Was Franz und Felice einander schrieben, blieb Grete verborgen. – Franz teilte darum Grete mit, und Grete teilte wiederum Franz mit, was Felice geschrieben hatte. – Nun fehlte nur noch eine Seite, um die geometrische Figur zu schließen. Anfang Juli 1914 wurde sie geschlossen: Grete Bloch teilte Felice Bauer mit, was Franz Kafka geschrieben hatte.

Betrachtet man diesen ebenso komischen wie qualvollen Reigen aus der Entfernung – und das heißt: mit dem Wissen um sein Ende –, so ist nur schwer vorstellbar, dass Kafka es nicht kommen sah. Er selbst hatte ja Indiskretionen nicht nur begangen, er hatte an mündlichen und schriftlichen Eigenmächtigkeiten auch reichlich partizipiert, ja, er selbst hatte Grete Bloch dazu ermuntert, ihm Briefe Felices ›auszuleihen‹. Lügen sollte sie um seinetwillen nicht, das nicht, aber mitlesen wollte er, wenn schon Felice selbst die Antwort verweigerte. Gewiss, es war eine Zeit der Krise gewesen, eine jener entsetzlichen Schweigepausen, und anders hatte er sich eben nicht zu helfen gewusst. In einer Krise war nun aber auch die ›Botin‹, die alles andere als zögerliche Grete Bloch, die sich von Kafka überfordert fühlte und die in Berlin – nahe den Eltern, dem Bruder, den Freunden – plötzlich frische Kräfte fühlte, um unverantwortliche Träume abzubrechen und für Klarheit zu sorgen. Sie hatte erfolgreich vermittelt, Kafka aber wollte nicht wirklich heiraten. Und davon musste Felice erfahren, rechtzeitig.

Welcher von Kafkas zweiflerischen Briefen Felice zunächst vor Augen {501}kam, wissen wir nicht, ja, es lässt sich nicht einmal mit Sicherheit sagen, ob es einer jener Briefe war, die wir kennen, und ob Kafka hier tatsächlich, wie er später bekannte, die Braut »fast entwürdigt« hatte. [478]  Was sie zu sehen bekam, war jedenfalls schlimm genug. Felice war außer sich vor Zorn, und zum ersten Mal empfand sie etwas wie Hass gegen Kafka, Hass angesichts all der Schwierigkeiten, die sich immer wieder auftürmten und die sie allein seinem schwankenden Wesen zurechnete. Sie fand, das Maß war voll. Jetzt wollte sie eine Erklärung.

Auch zwischen den beiden Frauen kann es nicht ohne Spannungen abgegangen sein. Wieder war Grete Bloch die Botin, aber diesmal überbrachte sie Nachrichten, die unvermeidlich die Frage aufwarfen, welchen Anteil sie selbst daran hatte. Ohne Felices Wissen hatte sie mit Kafka eine intensive, parallele Korrespondenz geführt, die so offenherzig war, dass sie ihn zu Indiskretionen ermutigte. Das war, um es vorsichtig auszudrücken, nicht loyal, und mit ein wenig bösem Willen konnte man die späte Warnung auch als spätes Geständnis deuten. Doch Grete Bloch war nicht weniger ›tüchtig‹ als Felice, und wie allen Tüchtigen widerstrebte es ihr, in die Defensive zu geraten. So kam es, dass sie sehr bald schon – vielleicht im Juli, vielleicht erst im August 1914 – zur einzig ihr verbliebenen, allerdings durchschlagenden Waffe griff: Sie bot Felice kurzerhand an, ihr den gesamten Briefwechsel mit Kafka zu übergeben. Fast den gesamten.

Es ist ein Glücksfall – und eigentlich ein Wunder angesichts der Katastrophengeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, die Kafkas biographische Zeugnisse unter sich begrub –, dass seine Briefe an Grete Bloch nahezu vollzählig erhalten blieben und dass sie in genau der Form überdauerten, die das Debakel vom Sommer 1914 ihnen aufprägte. Denn es blieben zwei Konvolute auf zwei Kontinenten: zum einen die Briefe Kafkas, die Grete Bloch an ihre Freundin Felice weitergab, die in deren Besitz verblieben und später nach Amerika gerettet wurden; zum anderen diejenigen Briefe, die Grete Bloch nicht weiterreichte, die sie aber Jahrzehnte später im italienischen Exil einem Freund anvertraute, noch eben rechtzeitig. Diese Aufspaltung der Korrespondenz wurde nach mehr als achtzig Jahren mit den sterilen Instrumenten der Editionsphilologie rückgängig gemacht, gleichzeitig aber auch fixiert: Denn seit Kafkas Briefe kritisch ediert und die Schriftträger genauestens vermessen sind, steht es jedem frei, den Finger {502}entlangzuführen an jener Grenzlinie zwischen Eigeninteresse und Indiskretion, die beide Frauen einst für geboten hielten.

Der Zustand der rekonstruierten Briefe lässt klar erkennen, dass Grete Bloch die gesammelten Beweisstücke nur unter Vorbehalt übergab: Äußerungen Kafkas, die ausschließlich ihr Privatleben betrafen, sollten nicht vor Felices Augen gelangen. Derartige Briefe behielt sie zurück, oder sie schnitt die einschlägigen Passagen kurzerhand heraus. Felice scheint dieses bizarre Verfahren, mit der Schere in der Hand die Intimsphäre eines Menschen zu schützen und gleichzeitig die eines anderen bloßzustellen, notgedrungen akzeptiert zu haben – sicherlich im vollen Bewusstsein, dass sie damit Grete Bloch freie Hand gab, die eigene Rolle zu überschminken.

Und so geschah es. Sämtliche Briefe oder Briefpassagen, aus denen man hätte schließen können, dass Kafka in irgendeiner Weise ermutigt oder verlockt worden war, wurden zensiert: Äußerungen über ihr Kleid, das er »mit den zärtlichsten Augen« zu betrachten verspricht (wozu auch schreibt sie ihm von Kleidern?), über ihre Fotos, die er lange und genau betrachtet (aha, sie hat ihm Fotos geschickt), und über Grete als »das liebste und bravste Geschöpf« (Komplimente hatte sie sich gern gefallen lassen). Dass er ihr »näher zu kommen versuchte«, durfte sie ebenfalls nicht zeigen, denn diesen Satz hatte sie verdächtigerweise schon selbst unterstrichen. Ebenso wenig alles, was die eigenen Schwächen offen legte: Depressionen, Konflikte mit den Eltern, Desinteresse an der Arbeit und vor allem natürlich den »Mann in München«.

Hingegen erfuhr nun Felice aus erster Hand, dass ihr Bräutigam die Familie Bauer »am liebsten vergessen würde«, dass er ihre Liebe zum Bruder für ein »Unglück« hielt, dass Kafka mehrmals erfolglos versuchte, sich mit Grete Bloch zu verabreden, und dass er sich weigerte, ihre Briefe zurückzugeben. Felice Bauer musste lesen, dass nicht sie, sondern Ernst Weiß die Freiheit und Vitalität Berlins repräsentierte, die Kafka brauchte, ausgerechnet jener Mann also, der ihm die Heirat neuerdings auszureden suchte und der offenbar – die Briefe bewiesen es – viel gründlicher eingeweiht war, als sie geahnt hatte. Schließlich wurde ihr auch das Beweisstück Nummer eins nicht erspart, ein fatales Geständnis Kafkas, nur fünf Tage nach der großen Verlobungsfeier: »Manchmal – Sie sind die einzige, die es vorläufig erfährt – weiss ich wirklich nicht, wie ich es verantworten kann, so wie ich bin, zu {503}heiraten. Eine auf die Festigkeit der Frau begründete Ehe? Das wird ein schiefes Gebäude, nicht?« [479]  Nun, das genügte.

Am 12.Juli, sechs Wochen nach der Verlobung, ließ sich Kafka endlich wieder in Berlin blicken. Es war die Zeit der Sommerferien, und da er so kurz vor der Heirat kein Geld für ein Sanatorium hatte, wollte er diesmal eine billige Pension in Reichweite der Ostsee, aber doch fernab des Strandrummels beziehen, in Gleschendorf, unweit von Lübeck. So konnte er zweimal bei den Bauers Station machen, um die letzten Einzelheiten zu Felices Übersiedelung zu besprechen. Er hatte jetzt häufiger mit ihr telefoniert, und darum ahnte er wohl, dass auch weniger Angenehmes bevorstand: bohrende Fragen, Vorwürfe, eine Aussprache. Doch als die verabredete Stunde da war, fand er sich vor den Schranken eines Gerichts.


Ein Raum im Hotel Askanischer Hof. Ein Neben- oder Hinterzimmer, dessen einziges Fenster auf den Hof blickt. Ein Nachmittag im Hochsommer; die Mauern reflektieren Licht und Hitze. In dem engen Geviert stört unablässiger Lärm, trotz des Sonntags, und schlechte Gerüche dringen herein.

Kafka gegenüber sitzen drei Frauen: Felice Bauer, ihre Schwester Erna, daneben Grete Bloch. Dass auch Erna dabei ist, verwundert und ärgert ihn: Wohl ist sie die Einzige, die ihn noch freundlich anblickt, doch er weiß wenig von ihr, und persönliche Worte sind noch niemals zwischen ihnen gefallen. Auch Grete Bloch würde er am liebsten hinausbitten. Was hatte sie hier zu suchen, jetzt, da er mit seiner Braut endlich wieder einmal hätte allein sein können, nach so langer Zeit? Er versteht es nicht.

Felice Bauer öffnet ihre Handtasche, zieht einen Brief heraus, eine Botschaft Kafkas an Grete Bloch. Die Adressatin erklärt dazu, dass sie nach diesem Brief verpflichtet gewesen sei, ihre Freundin zu warnen. Die Braut kündigt an, dass sie nun Klarheit haben will über Kafkas ständige Vorbehalte. Dasselbe hat sie auch schon ihrer Familie erklärt, es gab Streit, darum ist sie jetzt nervös, ungeduldig, müde. Sie lässt sich gehen, gähnt, wischt sich mit der Hand die Nase, fährt in die Haare. Reißt sich dann plötzlich zusammen, wird aggressiv, sagt Worte von schonungsloser Offenheit, spricht Intimes an, ohne Rücksicht auf die Zeuginnen.

Die Fragen, die in diesem Verhör an Kafka gestellt werden, sind {504}nicht überliefert. Die Verteilung der Rollen hingegen ist mit Händen zu greifen. Felice Bauer will nicht verzichten auf das, was jede Frau ihres sozialen Status erwarten darf. Sie will nicht mit einem Mann vor den Standesbeamten treten, dessen Blicke den Ausgang suchen. Sie will nicht Arbeit, Familie, Freundinnen, urbane Vergnügungen aufgeben, um in Prag mit einem missmutigen Beamten zu leben, den es genau dort hinzieht, wo sie herkommt. Und sie will sich nicht anpassen an einen Menschen, der immerzu von Verständnis und Liebe spricht und der dennoch unnachgiebig bleibt im Kleinsten, der den Braten nicht anrührt, der zu seinen Ehren aufgetragen wird, der über die »persönliche Note« die Hände ringt, die sie – wie es doch selbstverständlich ist – ihrer künftigen Wohnung geben möchte, und der sie schließlich gar beschwört, auf eine Hochzeitsfeier nach jüdischem Ritus zu verzichten, ohne Rücksicht auf ihre Familie.

Kafka aber kann die geforderte Erklärung nicht geben. Was in 350 Briefen nicht gelungen ist, lässt sich in ein paar Sätzen nicht nachholen, und vor Zeugen schon gar nicht. Gewiss, dieses und jenes mag bloßer Trotz gewesen sein, das kann er einräumen. Doch sie versteht seine Lage nicht, und sein Schreiben interessiert sie nicht, weniger denn je. Sie ist nichts als unglücklich und darum feindselig. Kafka beginnt, sie zu beobachten. Er denkt daran, dass dies wohl die letzte Begegnung ist. Das letzte Mal nach so vielen Worten und Gedanken und Träumen. Er hört nicht mehr recht hin. Felice wartet. Hat er nicht doch noch etwas vorzubringen? Offenbar nicht. Dann bleibt wohl nichts übrig, als das Urteil zu verkünden: Auflösung der Verlobung. Es wird keine Heirat geben. Es ist das einzig Vernünftige, das einzig Rechte. Zu sagen gibt es dazu nichts mehr. Verlegen werden die Stühle gerückt, man erhebt sich. Nur Felice bleibt sitzen.

Kafka fährt nach Charlottenburg. Er muss es ihren Eltern erklären. Der Vater, der von einer Auslandsreise eigens zurückgekehrt ist, um die allgemeine Auflösung noch abzuwenden, beurteilt alles mit ruhiger Überlegung. Die strenge Frau Bauer sitzt am Tisch und weint. Natürlich ist es dieses exaltierte Fräulein Bloch, die an allem Schuld hat. Sie war hier noch nie gern gesehen, diese angebliche Freundin, aber erst jetzt, da sie sogar die selbständige und kluge ›Fe‹ so völlig verrückt gemacht hat, erkennt man, wie berechtigt das Misstrauen war. Was soll nun geschehen? Kafka gehört schon fast zur Familie, Grete Bloch aber nicht. Und die Familie muss doch zusammenhalten.

Kafka verspricht, am nächsten Tag wiederzukommen. Er verlässt das Haus, geht die Mommsenstraße entlang, wendet sich noch einmal um. An den offenen Fenstern stehen, zu seiner Überraschung, Felices Eltern und eine Tante, sie winken Kafka zum Abschied zu, als stünden sie auf dem Bahnsteig. Kafka hebt die Hand, geht weiter. Dass er nach wenigen Metern an der Wohnung Musils vorübergeht, weiß er wahrscheinlich nicht. Dort winkt niemand.

Am nächsten Morgen, nach qualvoller Nacht, nimmt Kafka einen Briefbogen des Askanischen Hofs zur Hand.

»Nun weiss ich nicht mehr, wie ich Euch ansprechen soll und darf.
Ich werde nicht kommen, es wäre eine unnütze Quälerei für uns alle. Ich weiss, was Ihr mir sagen würdet. Ihr wisst, wie ich es hinnehmen würde. Ich komme also nicht.
Ich fahre wahrscheinlich heute nachmittag nach Lübeck. Ich nehme als verhältnismässig kleinen Trost, aber immerhin als Trost den Gedanken mit, dass wir einander gut bleiben können und gut bleiben, wenn auch die Verbindung, die wir alle wünschten, sich jetzt ebenso allen als unmöglich erwiesen hat. Felice hat Euch gewiss ebenso wie mich überzeugt. Ich sehe auch immer klarer.
Lebt wohl, besonders nach Euerem gestrigen Verhalten gehört Euch meine Verehrung bedingungslos, behaltet mich nicht in schlechtem Angedenken.
In Dankbarkeit
Franz K.« [480]  

Kafka verschließt den Umschlag. Es ist das zweite Mal, dass er aus diesem Hotel nach einem Fahrradkurier rufen muss. Das zweite und sicherlich letzte Mal. Er bezahlt den Boten. Dann packt er ein Täschchen und fährt zum Stralauer Ufer. Dort gibt es ein öffentliches Schwimmbad.


Berlin im Hochsommer; Montag, der 13.Juli 1914. Auch heute wird es heiß werden in der Stadt. Ein wenig beschaulicher scheint alles, ein wenig verlangsamt das Menschengedränge. Wer nicht arbeiten muss, fährt zum Wannsee, wer es sich leisten kann, ans Meer. Felice Bauer kann es sich nicht leisten, denn schon am folgenden Tag wird sie eine Dienstreise antreten, die noch vorzubereiten ist. Sie hat Kafka davon verständigt, ein Telegramm erwartet ihn im Hotel. Doch Kafka antwortet nicht mehr. Am Abend, beim Kofferpacken, erträgt sie die Vorwürfe der Eltern. Die Auslagen, die teuren Einkäufe – alles umsonst. Sie ist froh wegzukommen, und ihr graut vor der Rückkehr.

Aus den Zeitungen erfahren die Berliner, dass auch die Obrigkeit jetzt Ferien macht. Das beruhigt. Es ist wohl doch nicht so dramatisch, die Sache mit den Österreichern und dem Mord an ihrem Franz Ferdinand. Die werden schon allein fertig werden mit den Serben. Auch Kaiser Wilhelm ist jetzt lieber an der frischen Luft, und trotz einiger Bedenken, ob er nicht Wesentliches verpassen könnte, ist er, wie in jedem Sommer, auf der ›S. M. S. Hohenzollern‹ in See gestochen, um die Küsten Norwegens zu bereisen, begleitet von einer Schar gutgelaunter Herren. Dringend angeraten hat ihm dies Reichskanzler Bethmann Hollweg, der seinerseits, wie die Blätter melden, auf seinem Gut in der Mark Brandenburg Erholung sucht (dass er mehrmals heimlich nach Berlin fährt, um einen Weltkrieg vorzubereiten, melden sie nicht). Auch Vizekanzler Delbrück ist in Urlaub, ebenso Kriegsminister Falkenhayn, Generalstabschef Moltke und dessen Stellvertreter Waldersee. Ja, sogar Großadmiral Tirpitz, der prominenteste ›Falke‹, hat seine Weltkarten mit in die Ferien genommen. Sie sind ausgeflogen, die Zentrale steht leer. Doch sie werden alle rechtzeitig zurück sein.

Kafka: Die Jahre der Entscheidungen
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