{417}Triest, Venedig, Verona, Riva

Wenn aber Nichts ist, ist doch Schlechtes so wenig, als Gutes.
Friedrich Theodor Vischer, AUCH EINER

Es beginnt mit feinen Rissen an den Rändern der Zimmerdecke. Dann fallen kleine Mörtelstücke herab. Von der Mitte her breiten sich Farben aus, flackernd, die Decke wird scheinbar durchsichtig, dahinter zeigen sich die Umrisse einer bewegten Gestalt. Endlich reißt der Plafond auf, öffnet sich wie ein Himmel:

»Noch aus grosser Höhe, ich hatte sie schlecht eingeschätzt senkte sich im Halbdunkel langsam ein Engel in bläulich violetten Tüchern, umwickelt mit goldenen Schnüren, auf grossen weissen seidig glänzenden Flügeln herab, das Schwert im erhobenen Arm wagrecht ausgestreckt. ›Also ein Engel!‹ dachte ich ›den ganzen Tag fliegt er auf mich zu und ich in meinem Unglauben wusste es nicht. Jetzt wird er zu mir sprechen.‹ Ich senkte den Blick. Aber als ich ihn wieder hob, war zwar noch der Engel da, hieng ziemlich tief unter der Decke, die sich wieder geschlossen hatte, war aber kein lebendiger Engel, sondern nur eine bemalte Holzfigur von einem Schiffsschnabel, wie sie in Matrosenkneipen an der Decke hängen. Nichts weiter. Der Knauf des Schwertes war dazu eingerichtet Kerzen zu halten und den fliessenden Talg aufzunehmen.«

Diesen Tagtraum notierte Kafka am 25.Juni 1914. W. G. Sebald, der Kafkas kurze, einsame Italienreise zum Gegenstand einer Erzählung machte, verlegt die Engelsvision zurück auf den 14.September 1913, auf jenen Abend, an dem Kafka, nach zwölfstündiger Bahnfahrt, in der österreichischen Hafenstadt Triest eintraf. Sicher, so könnte es gewesen sein. Auf dem Corso vertrat sich Kafka die steif gewordenen Beine (und begegnete dabei, so könnte man weiterspinnen, dem Freundespaar Svevo und Joyce; nicht auszudenken, welche Wendung die Weltliteratur an diesem Abend hätte nehmen können), er lief an {418}ein paar »Matrosenkneipen« vorbei, danach lag er im Hotelzimmer, das von einer einzigen Glühbirne dürftig beleuchtet war, starrte gegen die Decke und träumte davon, die besinnungslosen Tage in Wien »ungeschehen« zu machen, »undzwar von der Wurzel aus«. [385]  

Es könnte aber auch am nächsten Abend gewesen sein, in Venedig, in dem österreichisch geführten Hotel Sandwirth, an der breiten Promenade der Riva degli Schiavoni, wo Kafka sich von einer leichten Übelkeit erholte, die er sich bei der stürmischen Schiffspassage zugezogen hatte, und wo er hinaus auf die Lagune schaute, noch immer im strömenden Regen, der ihn von Wien her verfolgte.

Wir wissen es nicht. Wir wissen nicht, ob Kafka von Triest – jener Stadt, in die er einst, in den Tagen bei der Assicurazioni Generali, versetzt zu werden hoffte – mehr gesehen hat als den Bahnhof und die Anlegestelle der Fähren, wir wissen nicht, was er vier oder fünf Tage lang in Venedig tat und warum er länger blieb als geplant, und schließlich wissen wir auch nicht, wie er danach ein, zwei Tage in Verona zubrachte, außer, dass er dort ein Volksfest beobachtete, im Kino weinend ein Melodram verfolgte und missmutig in der von allen Reiseführern anempfohlenen Kirche Santa Anastasia saß. Auch Sebalds witzige Kompilation DR. K.S BADEREISE NACH RIVA [386]  leidet sichtlich an einem Mangel an Empirie – wobei indessen keineswegs ausgemacht ist, ob die Kenntnis von Kafkas touristischem Tagesprogramm uns weiterhelfen und das sonderbar Unwirkliche dieser Reise aufheben würde.

Da Pick auf die gemeinsame Italienfahrt wohlweislich verzichtet hat, ist Kafka nun ganz allein unterwegs; doch er schreibt nicht, teilt so gut wie nichts mit, führt kein Tagebuch, beantwortet die Briefe seiner Familie nicht. Dabei verhält er sich, auf den ersten Blick, durchaus nicht viel anders als die bildungsbürgerlichen Reisenden seiner Zeit. Er schwärmt von Venedig – »Wie es schön ist«, schreibt er an Brod, »und wie man es bei uns unterschätzt!« –, und er vergleicht, was er sieht, mit Goethes ITALIENISCHER REISE, Satz für Satz, sodass er sogar dessen Bild übernimmt, um das erste Erleben zu schildern: »Endlich in Venedig«, teilt er Felice mit. »Jetzt muß ich aber mich auch hineinwerfen … « Während bei Goethe zu lesen ist: »Nach Tische eilte ich, mir erst einen Eindruck des Ganzen zu versichern, und warf mich ohne Begleiter, nur die Himmelsgegenden merkend, ins Labyrinth der Stadt ...« [387]  Nicht anders wird es Kafka gemacht haben. Dass er »vier {419}elende Tage« damit verbracht haben soll, »in seinem Hotelzimmer über sein Schicksal nachzubrüten«, wie Ernst Pawel behauptet, ist wenig wahrscheinlich. [388]  

Doch nichts drang in ihn ein. Oder besser: Was in ihn eindrang, waren Sinnbilder des eigenen Lebens. Die zahllosen Hochzeitsreisenden, die sich auf dem Markusplatz vor den Fotografen drängten. Die Hand, welche die Männer um die Hüfte der frisch Angetrauten legten. Gesten, die sich einbrannten. Er wollte den Blick abwenden und starrte doch hin, Ekel ergriff ihn und zugleich die intensive Vorstellung, wie es sein würde, die eigene Hand in gedankenlosem Glück dort ruhen zu lassen.

Ein Brief Felices traf ein, ausgerechnet jetzt, entgegen seiner Bitte um Ruhe, ein Brief, der sich über alle Signale der Distanzierung hinwegsetzte. Wann er denn endlich an ihren Vater schreibe, wollte sie wissen. Klarheit und Offenheit wünschte sie. Ob es nicht einfach so sei, dass er »zuviel von sich aufgeben müßte«. Da traf sie etwas Richtiges, es ließ sich nicht leugnen, wenngleich er sich gegen den leisen Anklang händlerischen Kalküls verwahrte. Nein, abzuwägen war hier nichts.

»Ich könnte Deinem Vater schreiben, gänzlich einverständlich mit Dir und ganz aus meinem Herzen, aber bei der geringsten Annäherung der geringsten Realität, wäre ich unbedingt wieder ausser Rand und Band und würde ohne Rücksicht, unter dem unwiderstehlichsten Zwang das Alleinsein zu erreichen suchen. Das könnte nur in ein noch tieferes Unglück führen, als zu dem, bei dem wir heute halten, Felice. Ich bin hier allein, rede fast mit keinem Menschen ausser den Angestellten in den Hotels, bin traurig, dass es fast überläuft und bin doch, das glaube ich zu fühlen, in dem mir entsprechenden, von einer überirdischen Gerechtigkeit mir zugemessenen, von mir nicht zu überschreitenden und bis zu meinem Ende weiter zu tragenden Zustand.« [389]  

Mit anderen Worten: Es ist nichts zu ändern. Unschwer lässt sich ausmalen, dass Felice nicht nur in Trauer, sondern auch im Zorn vor diesen Zeilen saß. War es nicht das Einfachste, Natürlichste, das sie verlangte? Eine freundliche Antwort auf den freundlichen Brief des Vaters, der – was nach dieser Art der Brautwerbung doch keineswegs selbstverständlich war – die Türen weit geöffnet hatte. Kafka aber bemühte aufs Neue irgendwelche höchsten Mächte, um die Verantwortung abzuwerfen und das Einfache nicht tun zu müssen.

Am Ende aber überwog der Schrecken. Denn Kafka schloss seinen {420}Brief mit einem Satz, der, wie sie sich sagen musste, seit langem schon sich ankündigte und dessen ungewohnte Bestimmtheit und Eindeutigkeit auf nichts, auf gar nichts mehr hoffen ließ: »Wir müssen Abschied nehmen«, schrieb er. Dann nur noch die Unterschrift: »Franz«. Sie betrachtete das Blatt. Es war Briefpapier des Hotels Sandwirth. In der oberen linken Ecke eine Ansicht der Riva degli Schiavoni, davor Dampfboote, nett anzusehen. War das schon alles? Nein, eine Ansichtskarte aus Verona traf noch ein. Dann Woche um Woche nichts mehr. Jetzt machte Kafka Ernst.


Desenzano. Er lag in der Sonne, im Gras, am südlichen, flachen Saum des Gardasees. Links überblickte er einige Kilometer des westlichen Ufers, das nach Salo und weiter an die ›Gardasee-Riviera‹ führt, rechts die lange, schmale Zunge der Halbinsel von Sirmione. »Die Einsamkeit«, hatte Goethe geschrieben, »nach der ich oft so sehnsuchtsvoll geseufzt, kann ich nun recht genießen; […] In Venedig kennt mich vielleicht nur ein Mensch, und der wird mir nicht gleich begegnen.« [390]  Kafka zog ein Blatt heraus. »Mein einziges Glücksgefühl«, notierte er, »besteht darin, dass niemand weiss wo ich bin.« Es hatte keinen rechten Sinn, solche Sätze wegzuschicken. Er steckte den Zettel ein. Das Fährschiff näherte sich. Kafka trug sein Gepäck zur Anlegestelle, kaufte ein Ticket nach Riva. Der Dampfer legte ab. Nächster Halt war der kleine Kurort Sirmione. Dann kam Manerba. Dann San Felice.

Kafka war auf dem Weg ins Sanatorium Dr.von Hartungen, seit langem ein Geheimtipp unter europäischen Hypochondern, Hysterikern, Neurasthenikern und workaholics. Heinrich Mann, der hier Stammkunde war, hatte den Begründer des Sanatoriums, Dr.med. Christoph Hartung von Hartungen, bereits zehn Jahre zuvor in seinem Roman GÖTTINNEN porträtiert. Beinahe gleichzeitig skizzierte Thomas Mann den Sanatoriumsalltag in der Erzählung TRISTAN. Auch Hermann Sudermann und Christian Morgenstern ließen sich von Hartungen behandeln, Kontakte gab es zu Max Oppenheimer, Rudolf Steiner, Cesare Lombroso, Sigmund Freud, Wilhelm Stekel und Magnus Hirschfeld. Kein Zweifel, dass dem sanatoriumserfahrenen Kafka die Anlage längst ein Begriff war und dass er sie vier Jahre zuvor, gemeinsam mit Brod, schon ausgiebig besichtigt hatte.

Doch die Entscheidung, nun selbst hier einzuziehen, machte ihn keineswegs froh. Den knapp bemessenen Jahresurlaub mit ›Anwendungen‹ {421}und in Gesellschaft von Leidenden aller Art verbringen zu müssen, war schlimm genug; um sich dafür zu entschädigen, hatte Kafka zunächst einen Kurort an der italienischen Riviera ausgewählt, Pegli, nur wenige Kilometer von Genua entfernt. Hier gab es »am schönsten Punkt des Golfes«, wie der BÄDER-ALMANACH urteilte, das bekannte Kurhaus des Dr.Ernst, »mit sonnigen Terrassen und herrlichem Fernblick auf Meer und Gebirge«. Und als Fluchtpunkt und Kontrastmittel die anregende, mit der Straßenbahn erreichbare Hafenstadt Genua: »das wäre gleichzeitig Reise und Sanatorium gewesen«, schrieb Kafka an die Geliebte. Endlich hätte er mitreden können, wenn Brod und Weltsch, wie so häufig, von der Riviera schwärmten, die für Kafka schon »der grosse Süden« war. Doch erneut hatte er Pech: Zwei Jahre zuvor war es Brods Choleraangst gewesen, die Genua in weite Ferne rückte, und jetzt erfuhr er, dass die Kursaison hier erst im Oktober begann. Die Nachricht enttäuschte ihn so, dass er von einem »grossen Unglück« sprach. [391]  

Das Sanatorium Hartungen lag am Nordufer des Gardasees, auf österreichischem Gebiet also, am Rande von Riva, auf einem etwa 20 000 Quadratmeter großen, parkähnlich angelegten Seegrundstück. Wer hier eintrat, hatte sich zunächst einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Wurde keine ansteckende Krankheit festgestellt – insbesondere Tuberkulose, die seit Jahren im Haus nicht mehr geduldet wurde –, erhielt der Novize einen individuellen Behandlungs- und Diätplan, dessen Einhaltung der Kurarzt dann bei den zweimal wöchentlich stattfindenden Pflichtvisiten freundlich, aber bestimmt überwachte. Verordnet wurde das gesamte Arsenal der Naturheilkunde, vor allem aber »Luft-, Sonnen-, Sand-, See-, Halb-, Voll- und Sitzbäder«, wie der Klinik-Prospekt von 1913 verhieß, und gegen besondere Gebühr außerdem elektrische Bäder, Kohlensäure-, Sauerstoff-, Fichtennadel-, Schwefel- und Schlammbäder. Wer nicht badete, ging (ebenfalls nach genauem Plan) spazieren, machte Heilgymnastik unter Aufsicht, beteiligte sich an ›schwedischen Freiluftspielen‹, ließ sich massieren oder abreiben.

Überwiegend waren es wohlhabendere, ›nervöse‹ Patienten mit unspezifischen Symptomen sowie Rekonvaleszenten, die sich hier versammelten und die es vor allem nach einem möglichst reizarmen Schonraum verlangte. Für Apostel jeglicher Couleur war die Anstalt weniger attraktiv, denn Sektierertum war verpönt, probiert wurde beinahe {422}alles, auch die von der Schulmedizin favorisierten Medikamente waren nicht gänzlich tabu. Wie im Sanatorium Jungborn im Harz, wo Kafka im Jahr zuvor gewesen war, hatte man ›Lichtlufthütten‹ errichtet, ohne indessen auch das Jungbornsche ›Nacktgehen‹ zu importieren: Badebekleidung war das erlaubte Minimum. Nicht gern gesehen waren außerdem Spiele und Ausflüge in großen Gruppen, die erfahrungsgemäß nicht nur Lärm, sondern auch sozialen Stress erzeugten.

Um einer therapeutisch schädlichen Vereinzelung der Gäste dennoch entgegenzuwirken, hatte man das gemeinsame Essen an langen Tafeln übernommen. Auch hier herrschte ein nachhaltiges Reglement. Die Sitzordnung wurde strikt durch die Reihenfolge der Anreise bestimmt, und natürlich waren sämtliche Reizstoffe tabu: Gewürze, Tee, Kaffee, Alkohol, Nikotin. Zwei Gäste, die bei Tisch nach Bier, Wein und Steaks gerufen hatten, waren noch am selben Tag aus dem Sanatorium komplimentiert worden – eine immer wieder gern gehörte Hausanekdote. Stattdessen gab es vor allem vegetarische Kost, viel Milch, Kefir, Fruchtsäfte. Systematisches Abnehmen war damit allerdings nicht beabsichtigt; ganz im Gegenteil wurde chronischen Nervenbündeln eine Gewichtszunahme empfohlen, wofür es spezielle, extra zu honorierende ›Mastkuren‹ gab.

Kein Zweifel, dass der Erfolg der Arztfamilie von Hartungen, die das Sanatorium mittlerweile in zweiter Generation leitete und jährlich zwischen 200 und 300 Patienten aufnahm, vor allem auf ihrem konsequent naturheilerischen Optimismus beruhte. Nicht die Krankheit sollte geheilt werden, sondern der Kranke, lautete auch hier die Devise. Das bedeutete, dass dem Ambiente eine entscheidende Funktion zukam: Alle Räume waren rein und lichtdurchflutet, jeder Sonderwunsch wurde verständnisvoll aufgenommen, und die ärztliche Betreuung war wesentlich individueller als im gewöhnlichen Kurbetrieb – ja, es gab sogar Stammgäste, die das ganze Jahr über mit den Hartungens in brieflicher Verbindung blieben und sich von ihnen beraten (oder vielleicht auch nur ›aufbauen‹) ließen. Diese psychotherapeutische Komponente der Kur nahm im Lauf der Jahre immer breiteren Raum ein, und zur Zeit von Kafkas Aufenthalt wurde sogar mit psychoanalytischen Praktiken experimentiert, freilich ohne zu wirklicher Professionalität zu gelangen. [392]  

Das verwundert nicht, war doch jener forcierte Optimismus nur aufrechtzuerhalten, wenn alle ›negativen‹ Einflüsse so weit wie irgend {423}möglich verdrängt wurden – ein Verfahren, das mit der Psychoanalyse schlechterdings unvereinbar ist. Zwar war man noch weit entfernt von der furchtbaren Dialektik von positive thinking und Menschenverachtung, wie sie die Esoterik am Ende des Jahrhunderts charakterisieren sollte. Doch auch die charmanten Hartungens blieben unerbittlich, wenn es darum ging, ihre Patienten bei Laune zu halten und ihnen den Anblick von Mühsal, Verfall und unaufhebbarem Leid zu ersparen. Wer nicht zumindest die Chance auf definitive Heilung erkennen ließ, wurde abgewiesen, und das bezog sich keineswegs nur auf Infektionskrankheiten, sondern auch auf psychische Leiden. Selbst die aufwendige Bewirtschaftung der Gebäude blieb den Patienten optisch und akustisch weitgehend verborgen. Dieser sozialtechnischen Utopie eines ›Schonraums‹, in dem die Entropie des menschlichen Leids wenigstens lokal außer Kraft gesetzt ist, waren freilich enge Grenzen gezogen. Es ist ein eigentümliches Zusammentreffen, dass es ausgerechnet während Kafkas Aufenthalt – und ganz in seiner Nähe – zu einem Zwischenfall kam, der die aufgeräumte Stimmung nachhaltig dämpfte.

Kafka war »gierig nach Alleinsein« [393]  , nach Konzentration auf sich selbst. Er badete täglich im See, ruderte, machte Ausflüge. Ohne Begleitung, unter dem Arm Goethes ITALIENISCHE REISE, fuhr er mit dem Dampfer zum wenige Kilometer entfernten, doch bereits auf italienischem Gebiet liegenden Malcesine, das zum touristischen Pflichtprogramm gehörte: Schauplatz eines berühmten, von Goethe genüsslich ausgemalten Abenteuers. Goethe hatte das kleine, schon damals verfallene Seeschloss gezeichnet und war deshalb inmitten einer stetig zunehmenden Menge von Gaffern der Spionage beschuldigt und um ein Haar verhaftet worden. Kafka suchte den genauen Punkt und pflanzte sich dort ebenfalls auf. Hätte er jetzt eine Kamera gezückt, wäre es ihm ergangen wie Goethe: Noch immer verlief hier die Grenze, und die paranoide Wachsamkeit, der noch die letzte Ruine als militärisch bedeutsame Befestigung galt, war hüben wie drüben nicht geringer geworden. Photographieren verboten. Stattdessen diskutierte er jedoch mit dem Schlosskastellan, dessen Angaben mit denen Goethes nicht übereinstimmen wollten. Dass ein Urlauber es so genau wissen musste, kam hier nicht allzu oft vor.

Abends dann im ›Konversationszimmer‹ das übliche Geplauder, die harmlosen Spiele, mit denen sich die Gäste die Zeit vertrieben. Wie {424}schon im ›Jungborn‹ entzog sich Kafka nicht gänzlich – auf das einsame Krankenzimmer hatte er noch viel weniger Lust –, und er beteiligte sich bisweilen in kleinerem Kreis. Einmal legte eine junge, elegante, gelangweilte Russin allen Anwesenden die Karten. Auch Kafka, dem noch der fragwürdigste Wink jetzt willkommen war, zeigte sich interessiert. Doch das Ergebnis war niederschmetternd: Ehrgeiz, Sorgen, Reichtum ja, Liebe nein.

Beim Essen ließ er sich ungern beobachten; verlockend die Möglichkeit, sich von der gemeinsamen Tafel freizukaufen und unbehelligt im eigenen Zimmer zu speisen. Doch das war (mit Absicht) recht teuer; ohnehin hätte Kafka für den Preis, der hier wöchentlich abgerechnet wurde, gleich nebenan das ›Lido-Palace‹ beziehen können, samt Vollpension. Gespart hatte er wahrhaftig nicht seit der Abreise aus Wien. Nun also saß er dreimal täglich an einem für achtzehn Menschen gedeckten Tisch, lächelte, sprach wenig und beobachtete abwechselnd seine beiden recht gegensätzlichen, vom Zufall diktierten Nachbarn: einen 66-jährigen pensionierten österreichischen Generalmajor, »der auch nichts spricht, wenn er sich aber einmal zum Reden entschließt, sehr klug spricht, zumindest allen andern überlegen«, und eine vielleicht 18-jährige, »italienisch aussehende Schweizerin mit dumpfer Stimme, die über ihre Nachbarschaft unglücklich ist«. So berichtete Kafka an Brod am 28.September. Doch diese eigentümliche Konstellation, die wohl keinem recht behagte, sollte nur für wenige Tage Bestand haben. Denn als sich am 3.Oktober, einem Freitag, gegen halb acht Uhr morgens die Gesellschaft zum Frühstück versammelte, blieb einer der Plätze neben Kafka leer. Der General hatte sich dreißig Minuten zuvor in seinem Zimmer erschossen. »Neurasthenie«, lautete die Begründung im ärztlichen Bericht. [394]  

»Ich glaube, ich muss hier ganz wahrhaftig sein und Dir etwas sagen, wovon im Grunde niemand bisher durch mich erfahren hat. Ich habe mich im Sanatorium in ein Mädchen verliebt, ein Kind, etwa 18 Jahre alt, eine Schweizerin, die aber in Italien bei Genua lebt, im Blut mir also möglichst fremd, ganz unfertig, aber merkwürdig, trotz Krankhaftigkeit sehr wertvoll und geradezu tief. Es hätte ein viel geringfügigeres Mädchen sein können um sich meiner in meinem damaligen leeren trostlosen Zustand zu bemächtigen, meinen Zettel aus Desenzano hast Du ja, er ist etwa 10 Tage vorher geschrieben. Es war mir wie ihr klar, dass wir gar nicht zu einander gehörten und dass mit dem Ablauf der 10 Tage die uns zur Verfügung standen, alles zuende sein müsste und dass {425}nicht einmal Briefe, keine Zeile geschrieben werden durfte. Immerhin bedeuteten wir einander viel, ich musste grosse Veranstaltungen treffen, dass sie beim Abschied nicht vor der ganzen Gesellschaft zu schluchzen anfieng und mir war nicht viel besser. Mit meiner Abreise war alles zuende.« [395]  

Zehn Tage: eine bei Kafka seltene Präzision. Hatte er den Kalender zu Rate gezogen, als er, Monate später, dieses Geständnis wagte? Wohl kaum. Bis zum 13.Oktober dauerte sein Aufenthalt im Sanatorium Hartungen. Genau zehn Tage zuvor aber hatte sich sein Tischnachbar unversehens und gewaltsam davongemacht. Und an diesem Tag offenbar hatte sich Kafka, nun nicht mehr lächelnd, der kleinen Schweizerin zugewandt.

Nicht schwer, das Szenario sich auszumalen. Die Kriminalpolizei im Haus, Kurgäste werden als mögliche Zeugen befragt, Arbeiter tragen einen Sarg durchs Treppenhaus, beruhigend redet Dr.von Hartungen auf die empfindlichsten seiner Kunden ein. Niemandem steht mehr der Sinn nach dem Spieltisch, für Stunden werden die Menschen zutraulicher, jeder will sprechen über das, was er wahrgenommen, vermutet, vorhergesehen oder nicht für möglich gehalten hat, und die Nähe des Todes verleiht den Gesprächen eine Dimension, die sie heraushebt aus dem Strom nichtigen Geredes. Das Mädchen aus der Schweiz, das beim Essen bisweilen ein Buch auf dem Schoß hielt, um der Langeweile zu entgehen, bemerkt, dass ihr undurchsichtiger Tischgenosse interessante Dinge sagt. Er findet Worte, jetzt, da alle anderen um Sätze ringen. Das beruhigt sie. Sie weiß, dass er das Zimmer unmittelbar unter ihr bewohnt, sie beugt sich hinunter, grüßt ihn. Und Kafka wiederum tut die Vertraulichkeit wohl, die jetzt unversehens sich einstellt. Eine Romanze beginnt.

Kafka hat ein Geheimnis gemacht aus jener kurzen, ebenso innigen wie aussichtslosen Beziehung, die ihn – paradoxerweise, wenn man an das auslösende Ereignis denkt – nach Wochen der Versteinerung zurückholte unter die Lebenden. »G. W.« nennt er sie im Tagebuch, oder einfach »W.«. Vermutlich erfuhr nicht einmal Ottla davon, auch Brod und Weltsch nicht; das Mädchen hatte um Stillschweigen gebeten, und obwohl er auch noch im Jahr darauf nicht gänzlich ›losließ‹ und gar einem Bekannten Grüße an das Mädchen mitgeben wollte, scheint er sich an das Rede- und Briefverbot gehalten zu haben. Selbst gegenüber den eigenen Notizblättern fühlte sich Kafka gehemmt: »alles wehrt sich gegen das Aufgeschriebenwerden«, notierte er. [396]  

Das verwundert nicht, denn aufgeschrieben hatte er wahrhaftig genug. Wo Nähe aufkeimte, war sie wie unter einem Zwang zerredet worden – so schien es ihm jetzt. Anstatt Klarheit zu schaffen, hatte er einen unlöslichen Knoten geknüpft, und die Gewohnheit, seine Gefühle gegenüber Felice wie gänzlich fremde Erscheinungen zu beobachten, hatte sie fremd gemacht. »Wenn mich nur das Eine losliesse«, schrieb er aus Riva, ohne noch zu ahnen, wie nahe an seinem Tisch das erreichbare Glück war, »wenn ich nur nicht immerfort daran denken müsste wenn es nur nicht manchmal, meistens früh wenn ich aufkomme, wie zu etwas Lebendigem zusammengeballt über mich herfiele.« [397]  

Anders das Schweizer Mädchen: Sie bedrohte ihn weder mit sozialen noch mit sexuellen Verpflichtungen, und damit war auch der Zwang zur Selbstbeobachtung, zum beständigen Abwägen von Wollen, Dürfen und Können für kurze Frist suspendiert. Der Krampf löste sich, und Kafka vermochte sich einem Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Intimität zu überlassen, das unter dem Schutt von Reflexion und Gewissensqual seit Monaten begraben war. Der flash war so nachhaltig, dass er auf gefühlsselige Worte und Bilder zurückgriff, die in seinem Tagebuch fremd wie Zitate wirken: »Die Süssigkeit der Trauer und der Liebe. Von ihr angelächelt werden im Boot. Das war das Allerschönste. Immer nur das Verlangen zu sterben und das Sich-nochhalten, das allein ist Liebe.« Gegen Ende seines Lebens sah er diese Episode nüchterner: »friedliche Betäubung«. [398]  

Das ist gewiss ungerecht und steht erkennbar im Schatten der Resignation. Wahr ist freilich, dass er den inneren Tumult nur unter den Bedingungen eines geschützten Raums einzudämmen vermochte, Bedingungen, die außerhalb des Sanatoriums nicht lange Bestand gehabt hätten. Kafka war ein Kurschatten, durchaus auch in der fragwürdigsten Bedeutung des Wortes. Er spielte, ließ sich gehen. Er beobachtete das lebhafte, selbstvergessen erzählende Mädchen, das Märchen und schöne Kleider liebte, abends vor dem Schlafengehen ein Lied sang und ihm ab und zu Klopfzeichen durch die Zimmerdecke gab. Ein Spiegel, der nur Schönes zeigte. Und sie war Christin: Mochte sie auch krank sein, so zeigte sie doch nicht den leisesten Anflug ›westjüdischer‹ Nervosität, Überanpassung und verquälter Gemeinschaftssehnsucht. Zum ersten Mal in seinem Leben – im Alter von dreißig Jahren – glaubte Kafka eine Frau zu verstehen, die all das nicht kannte. {427}Und eines Abends, als er sich über die Fensterbrüstung seines Zimmers beugte und nach oben blickte, segnete sie ihn.

Erst in Prag, beim gewohnten, jetzt aber aufgefrischten Anblick urbaner Weiblichkeit, scheint sich Kafka des fragil Künstlichen jenes Ferienidylls bewusst geworden zu sein. »Was meine ich übrigens dazu«, notierte er, »dass ich heute abend eine ganze Wegstrecke lang darüber nachdachte was ich durch die Bekanntschaft mit der W. an Freuden mit der Russin eingebüsst habe, die mich vielleicht, was durchaus nicht ausgeschlossen ist, nachts in ihr Zimmer eingelassen hätte, das schief gegenüber dem meinigen lag.« [399]  Kaum hat das Räderwerk der Selbstbeobachtung wieder die gewohnte, schwindelerregende Drehzahl erreicht, muss Kafka sich eingestehen, dass er Liebe nur hat empfinden können unter der Bedingung einer ausgeblendeten, abgespaltenen Sexualität. Mit der Hand des Bräutigams um die Hüfte der Braut hatte dies alles nichts zu tun. Und hätte ihn denn Liebe erwartet in den Armen der eleganten, abergläubischen Russin? Ebenso wenig, wie die unschuldsvolle G. W. ihm irgendwelche »Freuden« bescherte. Darum aber musste nach zehn Tagen »alles zuende« sein: Das war der Preis, der für die Verteidigung des Paradieses gegen die zersetzende Macht des Sexus zu zahlen war. Und viel länger – das muss Kafka klar gewesen sein – wäre diese Stellung nicht zu halten gewesen.

Zwei Prinzipien, zwei Namen: die Russin, die Schweizerin. Hier hatte sich der Knoten einmal gelöst, und klar geschieden stand vor Augen, was sich sonst in quälender, trüber, angsterregender Zweideutigkeit vermischte. Nur sprechen konnte man darüber nicht. Gewiss, das Schweizer Mädchen erfuhr von Felice, auch hier wollte er wahrhaftig bleiben. Doch ein Blick in Kafkas Tagebuch hätte ihr ein anderes, undurchdringliches Gesicht gezeigt, hier wäre sie auf Sätze gestoßen, furchtbare, erst wenige Wochen alte Sätze, in deren Radikalität und neurotischer Verzweiflung sie den freundlichen, zärtlichen, wunderlichen Mann aus Prag nicht wiedererkannt hätte und vor denen sie hätte zurückweichen müssen: »Der Coitus als Bestrafung des Glückes des Beisammenseins. Möglichst asketisch leben, asketischer als ein Junggeselle, das ist die einzige Möglichkeit für mich, die Ehe zu ertragen. Aber sie?« [400]  


Zweimal war Kafka in Riva: mit Brod im Sommer 1909, allein im Herbst 1913. Er wird das Städtchen niemals mehr wiedersehen, ebenso {428}wenig wie Triest, Venedig und Verona, ebenso wenig, wie er den »grossen Süden« je mit eigenen Augen erblicken wird. Zwei Jahre später schon liegt Riva an der Front, ist umgeben von eilig verstärkten Forts, waffenstarrend. Anstelle von Touristen und Kurgästen bestimmen Uniformen das Bild; der See ist leer, verschwunden die bunten lateinischen Segel, kein Dampfer fährt mehr hinüber nach Malcesine, die Sanatorien sind außer Betrieb, die schönen Gebäude vom Militär requiriert.

Es berührt eigentümlich, dass Kafka jetzt, da Riva sich tatsächlich von einem Idyll in eine Todeszone verwandelt, die Erinnerung erstarren lässt und in mythische Bilder fasst. War er denn damals, als er langsam in den kleinen Hafen einfuhr, die Hand auf der Reisetasche, den Blick auf den ernst arbeitenden Bootsleuten, überhaupt noch von dieser Welt? Er stellt sich die Szene im Gegenschuss vor, vom Kai aus gesehen, genau so, wie ein Bewohner Rivas sie erlebt haben muss: Nein, diese unbewegte Silhouette auf dem Boot … das war kein Mensch unter Menschen, der da landete. Kafka sieht die Szene unzählige Male vor sich, noch nach Jahren kehrt sie wieder und gewinnt allmählich eine mythische, ja archaische Dringlichkeit. Er versucht, den Vorgang in Sprache zu fassen. Er erfindet eine Figur und nennt sie »Jäger Gracchus«, ein unglückliches, heimatloses, ewig schweifendes Phantom, ein Mensch aus unauslotbarer Vergangenheit, der hängen blieb zwischen Leben und Tod, für immer auf den Kahn gebannt, der ihn einst übersetzen sollte in die Unterwelt, ein Kahn, der jetzt »ohne Steuer« ist und der »fährt mit dem Wind der in den untersten Regionen des Todes bläst«. Alle paar Jahre landet er am Nordufer des Sees, den Einheimischen ein fremd-vertrauter Anblick. Doch wer ist er? Der ewige Jude? Ein Gespenst? Kafka gelingt es nicht, den Jäger Gracchus zu erklären, der Text bricht ab, bleibt Fragment, Monate später versucht er es erneut, zuletzt im April 1917, er wechselt die Erzählperspektive, die Diktion, alles vergebens.

Was uns in Händen bleibt, ist ein Erzählbeginn von beinahe schmerzlicher Schönheit, eine totlebendige, geräuschlose Szenerie, ausdrücklich in Riva und dennoch im Nirgendwo, das Fragment eines Stummfilms, oder besser noch: eines Films, dessen Tonspur leer ist, dessen leises Knistern aber die Erwartung von Ungeheurem weckt: {429}

»Zwei Knaben sassen auf der Quaimauer und spielten Würfel. Ein Mann las eine Zeitung auf den Stufen eines Denkmals im Schatten des säbelschwingenden Helden. Ein Mädchen am Brunnen füllte Wasser in ihre Bütte. Ein Obstverkäufer lag neben seiner Ware und blickte auf den See hinaus. In der Tiefe einer Kneipe sah man durch die leeren Tür- und Fensterlöcher zwei Männer beim Wein. Der Wirt sass vorn auf einem Tisch und schlummerte. Eine Barke schwebte leise als werde sie über dem Wasser getragen in den kleinen Hafen. Ein Mann in blauem Kittel stieg an Land und zog die Seile durch die Ringe. Zwei andere Männer in dunklen Röcken mit Silberknöpfen trugen hinter dem Bootsmann eine Bahre auf der unter einem grossen blumengemusterten gefransten Seidentuch offenbar ein Mensch lag.« [401]  

Es ist der Jäger Gracchus, den sie an Land tragen. Gracchio ist italienisch und heißt Dohle. Dohle heißt auf Tschechisch kavka.

Kafka: Die Jahre der Entscheidungen
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