{456}Kafka und Musil

Weil ich mir dies alles vornehme, bin ich nun neugierig, was ich in Wirklichkeit machen werde …
Robert Musil, Tagebuch, 1910

Ein schmaler Band war erschienen, verfasst von Siegfried Jacobsohn, dem integren und darum in Theaterkreisen gefürchteten Herausgeber der Schaubühne. Der Titel verblüffend: DER FALL JACOBSOHN. Ein Fall, der schon neun Jahre zurücklag, ein Skandal, der Jacobsohn, damals mit 22 Jahren Feuilletonchef der Berliner Welt am Montag, Stellung und Ansehen gekostet hatte. Man bezichtigte ihn des Plagiats. Freunde wandten sich ab, es erschienen Angriffe mit antisemitischen Untertönen, Jacobsohn geriet in Isolation. Er reiste für einige Monate nach Italien, dann nach Paris. Dort hätte er bleiben können, als Korrespondent, fernab des Tumults. Doch er lehnte ab. Er wusste, was er wollte, er kehrte zurück nach Berlin, gründete mit geliehenem Geld eine eigene Theaterzeitschrift, das Projekt seines Lebens.

Kafka, kaum zurück von der eigenen Italienfahrt, hatte das Buch begierig und staunend gelesen. »Diese Kraft zu leben, sich zu entscheiden, den Fuss mit Lust auf den richtigen Ort zu setzen. Er sitzt in sich wie ein meisterhafter Ruderer in seinem Boot und in jedem Boot sitzen würde. Ich wollte ihm schreiben.« [431]  Doch das erborgte Hochgefühl verflog, er dachte über den eigenen Fall nach. Jacobsohn war im Triumph zurückgekehrt, er selbst nach Hause förmlich geschlichen. Wie würde wohl sein Rechenschaftsbericht aussehen? DER FALL K. – eine traurige Lektüre.

Er beriet sich mit Brod, zum hundertsten Mal gingen sie die Möglichkeiten durch, dem verhassten Büro zu entkommen. Ja, die Zeiten, da die Freunde sich hierhin und dorthin träumen durften, ohne dass ihr soziales Federgewicht sie am Boden hielt, waren lange vorüber. Brod war verheiratet, würde bald vielleicht auch Vater sein, und überdies {457}wuchs seine lokale Autorität als Verfechter des Zionismus. Hier waren neue Verpflichtungen und Bindungen gewachsen, die ihn einen Auszug aus der Heimatstadt gar nicht mehr ernsthaft erwägen ließen. Schreiben konnte man überall, berühmt werden ebenfalls. Und wenn schon keine Hoffnung bestand, einst ein großes Erbe an der Riviera zu verzehren, warum dann nicht von Prag aus die Fäden ziehen? Es waren jetzt mehr denn je die Theaterwerke und vor allem sein TYCHO BRAHE, von denen er sich den Ausweg aus dem Stumpfsinn (und insgeheim auch: der Peinlichkeit) des Postbeamtendaseins erhoffte.

Ganz anders Kafka: Kündigen und Prag verlassen – stets spricht er darüber, als sei dies ein und dasselbe, als ginge es darum, der Stadt zu kündigen. Er alterte nicht in Prag, schien ihm, nichts bewegte sich hier. Karlsbrücke, Hradschin, Kettensteg, Kronprinz-Rudolfs-Quai, Karlsbrücke … Es gab Rundgänge, die er förmlich abgenutzt hatte. Die Familie hing am Altstädter Ring, und Kafka mit ihr, wie ein Kind am Rock der Mutter. Überall Gewesenes, Erinnertes, zudringlich Vertrautes. »Für einen nur irgendwie beunruhigten Menschen«, schrieb er einige Jahre später, »ist der Heimatort, selbst wenn er sich darüber gern täuscht, etwas sehr Unheimatliches, ein Ort der Erinnerungen, der Wehmut, der Kleinlichkeit, der Scham, der Verführung, des Missbrauchs der Kräfte.« [432]  

Und war es denn mit den Menschen viel anders? Er kannte viele Gesichter, lüftete den Hut hierhin und dorthin. Die Kellner im Kaffeehaus wussten, dass er keinen Kaffee trank und dass er ein Freund des berühmten Werfel war. Die kleine, inzestuöse Gemeinschaft der Zionisten schätzte und respektierte ihn, auch wenn er schweigsam blieb. Die wenigen vertrauten Freunde aber dehnten ihre Kreise aus, überholten ihn, fanden ihren Ort, einer nach dem andern. Felix Weltsch war der Letzte, seit kurzem war auch er entschlossen zu heiraten, allem vorhersehbaren Unglück zum Trotz, und Kafka war beinahe froh darum, bedeutete dies doch das Ende einer »Art junggesellenhafter Bruderschaft«, die »geradezu gespensterhaft war in manchen Augenblicken«. [433]  Was aber an deren Stelle treten sollte, das wusste er nicht.

Nein, es war nicht gleichgültig, wo man schrieb. Auch Ernst Weiß kannte Prag, doch hier zu leben und zu arbeiten wäre ihm nicht im Traum eingefallen. Kein bedeutender Verlag, keine wichtige Zeitschrift, keine führende Bühne weit und breit; ebenso gut hätte er in {458}den Böhmerwald übersiedeln können. Er verstand nicht, worauf Kafka noch wartete; eine Frau, auf die zu warten sich lohnte, war doch diese Berliner Angestellte gewiss nicht; ja, Weiß begann sie allmählich dafür zu hassen, dass sie den Freund daran hinderte, zu tun, was seine Bestimmung war.

Tatsächlich aber war Kafka mit seinen Überlegungen schon weiter gediehen, als Brod und Weiß wohl ahnten. Er liebte es nicht, halbe Entschlüsse vorzeitig mitzuteilen, und da er sich nur schwer und langsam entschloss, bot es ein seltenes und gerade darum ausgekostetes Vergnügen, andere vor vollendete Tatsachen zu stellen – auch wenn Brod sich über diese »Geheimniskrämerei« immer wieder ärgerte. Gerade diesmal aber schien es Kafka das einzig Richtige, methodisch vorzugehen und die Entscheidung nicht durch oberflächliche Einreden anderer beeinflussen zu lassen. Kündigen, den Staatsdienst verlassen, das war leicht gesagt. Doch hier ging es darum, mit einer einzigen Unterschrift Literatur, Liebe und physische Existenz durcheinander zu wirbeln.

Die Frage des Einkommens schien ihm das geringste Hindernis, ja, hier durfte er sich dem ängstlich buchführenden Brod sogar überlegen fühlen. Hatten sie nicht gemeinsame Bekannte, die sich mit zwei, drei vom Munde abgesparten Monatsgehältern auf den Weg nach Palästina machten? Es war demgegenüber wahrhaftig keine Heldentat, am Prager Fahrkartenschalter ›einmal Berlin einfach‹ zu verlangen. Kafkas Sparkassenbuch verzeichnete fast 5000 Kronen, es hatte das Startkapital der Ehe sein sollen, allein aber war es durchaus möglich, mit einem solchen Betrag zwei Jahre zu überleben, wenn man, wie er von sich glaubte, keine anderen Bedürfnisse hatte als ein sauberes, ruhiges Zimmer und die tägliche Portion frisches Gemüse. Ernst Weiß hatte den Neubeginn gewagt ohne solche Sicherheiten.

Auch die Frage des Wohin bedurfte keiner tiefschürfenden Analyse. Kafka war österreichischer Jurist mit Spezialkenntnissen in Technik, Versicherungswesen und Verwaltung. Chancen, aus diesem Wissen den Lebensunterhalt zu bestreiten, boten sich außer in Prag im Grunde nur in Wien: in einer ihm von jeher unheimlichen, von Todesphantasien imprägnierten Stadt, deren Bild jetzt überdies bis zum Ekel verzerrt war durch die lebhaften Erinnerungen an einen von Schmerz, Depression und Schlaflosigkeit gefolterten Kopf. Wien war Vergangenheit, war eine Art vergrößertes, ungemütliches Prag, Berlin {459}aber war fremd, erregend, zukünftig: Das hatte ja selbst Brod schon ganz zu Beginn seiner literarischen Laufbahn erkannt, obwohl er damals, 1906, der impressionistischen Literatur Wiens viel näher gestanden hatte. Dort unten aber, in jenem »absterbenden Riesendorf«, schienen die Karten jetzt endgültig verteilt; die Literaten stritten um das Erbe, verzehrten sich in Revierkämpfen, wer nicht für Karl Kraus war, war gegen ihn, und auf Parteilose hörte niemand.

In einer dialogischen Tagebuchaufzeichnung, in der die Selbstprüfung die Form des inneren Verhörs annahm, zog Kafka sehr nüchtern die Konsequenzen:

»Ich muss also ausserhalb Österreichs und zwar, da ich kein Sprachentalent habe und körperliche sowie kaufmännische Arbeit nur schlecht leisten könnte, wenigstens zunächst nach Deutschland und dort nach Berlin, wo die meisten Möglichkeiten sind, sich zu erhalten. Dort kann ich auch im Journalismus meine schriftstellerischen Fähigkeiten am besten und unmittelbarsten ausnützen und einen mir halbwegs entsprechenden Gelderwerb finden. Ob ich etwa gar noch darüber hinaus fähig zu inspirierter Arbeit sein werde, darüber kann ich mich jetzt auch nicht mit der geringsten Sicherheit aussprechen. Das aber glaube ich bestimmt zu wissen, dass ich aus dieser selbstständigen und freien Lage, in der ich in Berlin sein werde, (sei sie im übrigen auch noch so elend) das einzige Glücksgefühl ziehen werde, dessen ich jetzt noch fähig bin.« [434]  

Nach Berlin also. Doch wer kannte ihn dort? Ein paar Autoren, die selbst hungerten. Die Zeitungs- und Verlagsleute hingegen, die Szene der ›Multiplikatoren‹, war hier verwöhnt und nur schwer zu beeindrucken, schon gar nicht durch Gerüchte aus der österreichischen Provinz, wo doch, wie sie sehr wohl wussten, beinahe alles gedruckt wurde, was reimen konnte. In Berlin musste man die richtige Parole kennen, man musste sich zeigen, ins Gespräch kommen, und am allerbesten war eine Veröffentlichung, die den eigenen Namen sichtbar heraushob aus dem Gewimmel ›vielversprechender‹ Talente.

Der Ratschlag, den Brod, Pick und Weiß dem ewig zaudernden Kafka erteilten, ist nicht schwer zu erraten: Wenn schon dein großer Roman nicht fertig wird, dann hol endlich DIE VERWANDLUNG aus der Schublade. Ein Dreivierteljahr schon war es her, dass Kafka seinem Verleger versprochen hatte, eine brauchbare Satzvorlage, das heißt ein Typoskript der Erzählung anzufertigen, und Kurt Wolff hatte verbindlich zugesagt, DAS URTEIL, den HEIZER und DIE VERWANDLUNG in einem Band zu vereinigen, der ganz für sich stehen sollte, unabhängig {460}von den Talentproben des ›Jüngsten Tages‹. DIE SÖHNE hatte sich Kafka als Titel gewünscht. Doch weder hatte er sich um den Fortgang dieses Projekts ernsthaft bemüht, noch hatte Wolff je wieder von sich hören lassen. Eine missliche Situation: Der Verleger schien desinteressiert, der Autor aber fühlte sich durch den eigenen Vorschlag gebunden. Nun aber, zurück aus Italien und zu einem Befreiungsschlag entschlossen, hatte es Kafka eilig.

Er liebte DIE VERWANDLUNG nicht, und je länger er sich mit Maschinenabschrift und Korrekturen beschäftigte, desto deutlicher standen ihm die Spuren vor Augen, welche die nervenzerrüttenden Umstände des Schreibprozesses hinterlassen hatten. Jede Unterbrechung schien ihm eingraviert in den Textkörper, Verletzungen, die jedem in die Augen sprangen. Beinahe mit Selbstneid dachte er an DAS URTEIL, das in einem Schwung entstanden war; Kafka schloss daraus, dass er dieses Juwel nicht besser hätte machen können. DIE VERWANDLUNG hingegen blieb hinter diesem Inbegriff der Perfektion zurück. »Grosser Widerwillen«, notierte er schließlich. »Unlesbares Ende. Unvollkommen fast bis in den Grund.« [435]  Ein Fehlurteil, das indessen ohne Folgen blieb. Kafka wollte nach Berlin. Und darum gab er DIE VERWANDLUNG nun endlich aus der Hand.


Ein glückliches Zusammentreffen war es, dass gerade jetzt, im Winter 1913/14, der Kurt Wolff Verlag eines seiner drängendsten Probleme zu beheben vermochte: das Fehlen eines eigenen literarischen Periodikums. Welche Schubkraft eine geschickt gesteuerte ›Hauszeitschrift‹ dem belletristischen Verlagsprogramm vermittelt, hatte ja Samuel Fischer mit der Neuen Rundschau hinlänglich demonstriert, und Wolff wie auch Rowohlt waren sich völlig im Klaren darüber, dass sie diesen Vorsprung des etablierten Konkurrenten in irgendeiner Form würden aufholen müssen. Denn was von Seiten der Autoren sich als mehr oder minder seriöser Ort des kulturellen Diskurses darstellt, ist wirtschaftlich gesehen eine Werbefläche, eine (im Verkaufsjargon gesprochen) permanente ›Aktion‹, die mittels literarischer Kostproben Buchleser anlockt und bei der Stange hält. Nicht zu vergessen, dass eine eigene Zeitschrift die Möglichkeit eröffnet, subtil die Netze auszuwerfen und Autoren anderer Verlage auf unverfängliche Weise anzusprechen – ein Instrument, das Wolff sehr vermisste, denn freches Abwerben war seine Sache nicht. Doch alle Versuche, dem Verlag ein {461}eigenes Sprachrohr zu verschaffen, waren bislang gescheitert, und die von dem ewigen Projektemacher Franz Blei redigierte Zeitschrift Der lose Vogel, die Wolff mit gewissen Hoffnungen übernommen hatte, war ebenfalls nicht zu retten.

Indessen sollte sich die Verbindung mit Blei, der jetzt in Berlin residierte, auf andere Weise auszahlen. Denn er brachte Wolff mit einem literarisch und verlegerisch ebenso ehrgeizigen wie ahnungslosen, erst 22-jährigen Mäzen zusammen, der immens reich war und dennoch seine hochfliegenden Pläne nicht aus eigener Kraft zu fördern verstand: Erik-Ernst Schwabach, Gründer des ›Verlags der Weißen Bücher‹. Auch Schwabach, der leicht zu entflammen und ebenso leicht zu verunsichern war, träumte von einer eigenen Zeitschrift, ohne jedoch über die notwendigen Instrumente des Vertriebs zu verfügen. Sehr bald vermochte Wolff ihn von den Vorzügen einer Kooperation zu überzeugen, und so erschien das neue, gemeinsam gegründete literarische Organ, das natürlich Die weißen Blätter heißen und von Franz Blei redigiert werden musste, ab September 1913 nominell in Schwabachs Verlag, tatsächlich aber unter dem organisatorischen Dach des Kurt Wolff Verlags. Schwabach wiederum rückte mit einer atemberaubenden Kapitaleinlage von 300 000 Mark heraus, nach heutigen Maßstäben ein Millionenvermögen, das vom Wolffschen Lektorat gebührend gefeiert wurde. »Der Schwabach muss es tragen« wurde zum geflügelten Wort, das fortan Flügel verlieh bei der Planung des Programms.

Für Kafka eröffnete der Auftritt des Mäzens und die Gründung der Weißen Blätter eine unerwartete Gelegenheit. Nun gab es einen Ort, wo DIE VERWANDLUNG sofort erscheinen konnte, ohne dass er wortbrüchig werden musste; denn da bald schon offenbar wurde, dass Kurt Wolff die Zeitschrift als das lang ersehnte Vorabdruckorgan des eigenen Verlages betrachtete, war es ohne Bedeutung, ob man ein Manuskript an den Redakteur Franz Blei oder an den Lektor Franz Werfel sandte – am Ende landete es doch im selben Büro. Max Brod, wohlinformiert wie stets, wird dem Freund mehr als einmal versichert haben, dass es nun wirklich kein moralisches Hemmnis mehr gab (und damit auch keine Ausrede), den Schatz ans Licht zu befördern. So kam es, dass Ende Januar 1914 eine saubere Abschrift der VERWANDLUNG auf dem Schreibtisch Franz Bleis erschien: siebenundsiebzig maschinengeschriebene Seiten.

Kafka war nicht der einzige Protegé Bleis, den es in die deutsche Hauptstadt zog. Auch Robert Musil, als dessen frühen Förderer sich Blei mit einigem Recht bezeichnen konnte, nahm Anlauf zum großen Sprung. Die Parallelen sind erstaunlich, wenngleich keineswegs zufällig: Kafka und Musil, zwei Beamte, der eine in einer Prager Versicherung, der andere in einer Wiener Hochschulbibliothek, beide mit psychosomatischen Beschwerden aller Art, beide gelangweilt, beide daran verzweifelnd, wie rasch und schmerzlos die Langeweile zum gewohnten Zustand wird. Und beide zogen denselben Schluss. Literatur als Brotberuf, das konnte nur heißen: hinaus aus Österreich. Freilich, dass sich die Lebensbahnen der beiden Autoren, die man Jahrzehnte später als die Leitsterne der deutschsprachigen Moderne identifizieren wird, nur deshalb kreuzten, weil sie zur selben Zeit, ja fast im selben Augenblick dasselbe existenzielle Problem bearbeiteten, zählt eher zu den tragikomischen Episoden der jüngeren Literaturgeschichte. Eine Sternstunde wurde nicht daraus.

Der um drei Jahre Ältere war der Energischere. Es berührt eigentümlich, zu beobachten, wie Musil scheinbar ohne Skrupel in die Tat umsetzt, was Kafka durch Tagträume und nicht enden wollende Denkspiralen wälzt: Anfang August 1913 legte er der Technischen Universität Wien ein ärztliches Attest vor und ließ sich für ein halbes Jahr beurlauben. »Neurasthenie«, »Anfälle von Herzklopfen«, »Verdauungsstörungen«, »Schlaflosigkeit«, »Depression« – es war also durchaus möglich, mit Symptomen, die Kafka ebenso leicht hätte beibringen können, sich ein halbes Jahr Ruhe zu verschaffen. (Zwei Jahre später lag Musil unter Schrapnellfeuer, ohne dass sich sein Herz spürbar beunruhigt hätte.) [436]  Einen gescheiterten Versuch, in Deutschland sich literarisch einzuwurzeln, hatte er bereits hinter sich; die Heirat mit Martha Marcovaldi im Frühjahr 1911 hatte ihn schließlich daran gehindert, noch länger hier auszuharren. Diesmal aber war Musil entschlossen, alles, was er zu bieten hatte, in eine Waagschale zu werfen: seine beiden Bücher, das künftige Werk, seine Arbeitskraft.

Der erste Weg war vorgezeichnet, er führte nach Leipzig, zu Kurt Wolff. Im Gepäck hatte Musil seine VERWIRRUNGEN DES ZÖGLINGS TÖRLESS und den Novellenband VEREINIGUNGEN: Das waren die Morgengaben, mit denen er hoffte, den Verleger zu einem monatlichen Fixum zu bewegen. Doch die Unterredungen blieben ohne Ergebnis, trotz heftiger Fürsprache Werfels – nicht schwer, sich vorzustellen, {463}dass Wolff dem fordernden, unter Zeitdruck stehenden Musil mit Reserve gegenübertrat.

Dann also nach Berlin, zum großen Konkurrenten Samuel Fischer. Hier standen die Chancen, wie sich sofort zeigte, weit besser. Denn Musils taktisch geschickter Vorschlag, nicht nur als Autor einzutreten, sondern als Lektor oder Redakteur weitere jüngere Autoren zu rekrutieren, kam eben zur rechten Zeit, um gewissen sklerotischen Symptomen des renommiertesten belletristischen Verlags Einhalt zu gebieten. Vor allem das biedere Erscheinungsbild der Neuen Rundschau machte augenfällig, warum zahlreiche Exponenten einer jungen, kämpferisch-expressiven Literatur es vorzogen, in einschlägigen Szeneblättern zu publizieren anstatt in der ›führenden‹ Zeitschrift. Allzu viele Rücksichten mussten hier genommen werden auf die Riege der Stammautoren und deren bürgerliche Leserschaft, und es wurden sogar Befürchtungen laut, in der Neuen Rundschau etabliere sich schleichend ein Einheitsstil, der jeden, der sich darauf einlasse, künstlerisch ruiniere. Samuel Fischer kannte diese Stimmen; doch er hatte keinerlei Neigung zum Experiment und dachte gar nicht daran, die Neue Rundschau expressionistisch zu kostümieren, nur um dem ›Jüngsten Tag‹ und den Weißen Blättern Paroli zu bieten.

Musil schlug einen anderen Weg vor. Man müsse den Jüngeren eine eigene Spielwiese schaffen, eine Art Probebühne, über der zwar nach wie vor das Verlagssignet ›S. Fischer‹ prangte, die jedoch vom etablierten Programm so deutlich abgegrenzt war, dass kein Kritiker auf die Idee verfallen konnte, hier würden bewährte literarische Maßstäbe in Frage gestellt. Eine zweite Zeitschrift also, oder besser noch ein Beiblatt zur Neuen Rundschau, das separat abonniert und gekündigt werden konnte. Das leuchtete Fischer ein, und noch bevor über den endgültigen Charakter des neuen Forums entschieden war, unterzeichnete er einen Vertrag, der Musil ab dem 1.Februar 1914 zum Angestellten des S. Fischer Verlags machte – zwecks »Heranziehung der jungen Schriftsteller-Generation«. [437]  

Eigenartigerweise sind nur sehr wenige Dokumente überliefert, die sich auf Musils Verlagstätigkeit beziehen, doch sicher ist, dass er sich sehr energisch an die Arbeit machte und vom ersten Tag an eine beinahe hektische Aktivität entfaltete. Er war nun selbst zum ›Multiplikator‹ aufgerückt und entschlossen, ohne jeden Seitenblick auf die Hausgötter Thomas Mann, Gerhart Hauptmann und Walther Rathenau {464}seinen eigenen ästhetischen und intellektuellen Kriterien zu folgen. Dass es zu den allerersten Amtshandlungen Musils gehörte, Max Brod nach der Adresse Kafkas zu fragen, ist dafür der wohl erstaunlichste Beleg.

Für Kafka war die freundliche, ja herzliche Anfrage Musils wie der Ruf aus einer sich unvermittelt öffnenden Himmelstür. »Betrachten Sie bitte«, las er staunend, »diese ›Zeitschrift‹ als Ihr persönliches Organ für alles, was Sie in Kunst oder damit zusammenhängenden Gebieten durchgesetzt wissen wollen. Vor allem sich selbst.« Das waren Sätze, für die mancher Autor alles gegeben hätte. Und Kafka war an diesem Punkt keineswegs empfindungslos: »Freut mich und macht mich traurig«, schrieb er, »denn ich habe nichts.« [438]  Er fühlte sich geschmeichelt, belebt, angestachelt. Worauf wartete er denn noch? Literatur oder Ehe, war das noch eine Frage? Felice rührte sich noch immer nicht, niemals schien diese Verbindung in größere, aussichtslosere Entfernung gerückt, und Kafka war jetzt so entschlossen, die Brücken hinter sich abzureißen, dass er am häuslichen Tisch das Wort ›Kündigung‹ aussprach – ohne Rücksicht darauf, dass diese Drohung hier wie eine Bombe wirkte und endlose, geflüsterte, wütend-verzweifelte Beratungen nach sich zog. Vermutlich hatte er auch schon erfahren, dass Franz Blei Vorbehalte gegen den Umfang der VERWANDLUNG hatte, und noch ehe Kafka recht wusste, was Musil eigentlich von ihm wollte, bot er rasch entschlossen auch ihm die Erzählung an. Ein Kraftakt, zu dem sich allerdings Kafka ohne den Rat seiner literarisch gewiefteren Freunde wohl kaum aufgerafft hätte. »Ich habe nichts«: Dabei konnte, durfte er jetzt nicht stehen bleiben, bei aller Loyalität gegenüber seinem Verleger.

Tatsächlich war die Situation noch viel verwickelter und moralisch diffiziler, als Kafka wohl ahnte. Wolff und Fischer waren Konkurrenten. Franz Blei, Redakteur der Weißen Blätter, und Robert Musil, Redakteur der Neuen Rundschau, waren darum ebenfalls Konkurrenten. Aber Blei und Musil waren auch befreundet, seit Jahren schon. Und während Kafka noch über höfliche Ausreden nachdachte, mit denen er das Manuskript der VERWANDLUNG von Blei zurückverlangen konnte, um es an die offenbar weit aussichtsreichere Adresse Musils weiterzuleiten, ging Musil ohne große Umstände hinüber ins Café des Westens und holte sich das Bündel eigenhändig ab – wenige Stunden, nachdem er Kafkas Zusage erhalten hatte. Musil kannte {465}den HEIZER, und das genügte ihm. Er ahnte, mit wem er es zu tun hatte.

Auch Kafka kann über den Schicksalsgenossen nicht gänzlich uninformiert gewesen sein. Anders ist es nicht zu deuten, dass er Musil bereits in einem zweiten Brief seine Absicht offenbarte, die Literatur zum Beruf zu machen und nach Berlin zu übersiedeln. Musil antwortete postwendend: »Trotz Ihres Bedürfnisses, über die geplante Sache noch zu schweigen, werde ich Ihnen in der nächsten Zeit ein paar Gedanken darüber mitteilen, die mich von der großen Verantwortung ein wenig entlasten sollen, die Ihre Liebenswürdigkeit mir zuschreibt.« [439]  Das klingt beinahe schon vertraulich und alles andere als taktisch vertröstend. Die angekündigten »Gedanken« sind leider nicht überliefert. Tatsächlich gibt es aber Anzeichen dafür, dass Musil nicht nur seiner Verantwortung als Ratgeber nachkam, sondern Kafka zu einer konkreten Option verhelfen konnte, möglicherweise als freier Mitarbeiter des Verlags. Mit dem Typoskript der VERWANDLUNG indessen ging Musil zum verantwortlichen Redakteur der Neuen Rundschau, um ihn zu überzeugen, dass dieser Text in den ›klassischen‹ Teil der Zeitschrift gehörte und nicht in einen Talentwettbewerb. Mehr konnte er nicht tun. Seine Enttäuschung darüber, dass Kafka außer einer sperrigen Erzählung nichts anbieten und auch nichts versprechen konnte, hat er ihn – nach allem, was wir wissen – nicht spüren lassen. Und dass der S. Fischer Verlag Monate später die Zusage der Veröffentlichung wieder relativierte, dass er eine massive Kürzung der VERWANDLUNG verlangte und schließlich, als Kafka sich entrüstet weigerte, die Publikation überhaupt scheitern ließ – für all dies konnte Musil nichts.

DIE VERWANDLUNG erschien nicht in der Neuen Rundschau, sondern in den Weißen Blättern. Sie erschien nicht im Frühjahr 1914, als sie zum kostbaren Startkapital einer (mehr oder minder) freien literarischen Existenz hätte werden können, sondern im Herbst 1915, als der Krieg Kafkas Lebenshorizont längst geschlossen hatte. Sie erschien mit Druckfehlern und sprachlichen Scharten, denn einen Korrekturbogen bekam Kafka nicht zu sehen. Und so begann die Erzählung ihre beispiellose Karriere ohne Elan, nach einer Serie von Fehlstarts und in beschädigter Gestalt: ein neuerlicher Beleg für jenes »Grundgesetz« seines Lebens, das Kafka gegenüber Grete Bloch einmal so definierte: {466}

»Ich erreichte nämlich bisher alles, was ich wollte, aber nicht gleich, niemals ohne Umwege, ja meistens auf dem Rückweg, immer in der letzten Anstrengung und, soweit sich das beurteilen liess, fast im letzten Augenblick. Nicht zu spät, aber fast zu spät, es war schon immer das letzte Hämmern des Herzens. Und ich habe auch niemals das Ganze dessen erreicht, was ich wollte, es war auch meistens nicht mehr alles vorhanden, ich hätte, selbst wenn es da gewesen wäre, auch nicht alles bewältigen können, aber immerhin bekam ich immer ein grosses Stück und meistens das Wichtigste.« [440]  

Alles schien sich zu wiederholen. Jede Wiederholung aber deutet auf ein Gesetz, und wie niemals zuvor war Kafka jetzt erpicht darauf, solche Gesetze zu finden und zu formulieren. »Es gibt eben keine Wage, bei der beide Schalen gleichzeitig hinaufgehn«, so lautet eines davon. [441]  Ein schönes und treffendes Bild. Ein Wunder wäre es, hätte Kafka dabei nicht an Justitia gedacht. Doch er hatte sich in eine Situation manövriert, aus der nichts ihm heraushelfen konnte als ebendiese Märchenwaage.

Er hatte die Entscheidung über seine Existenz nach Berlin delegiert. Genauer gesagt: beide Entscheidungen. Das Urteil darüber, ob er tauglich zur Ehe war, ob er das Vertrauen, das man ihm entgegengebracht, nicht längst sträflich verspielt hatte, wurde in Berlin-Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 73, gesprochen. Würde dieses Urteil negativ ausfallen – und danach sah jetzt alles aus –, dann, so sein fester Entschluss, würde er allein bleiben und fortan der Literatur leben.

Das Zivilgericht aber tagte woanders: im Büro Musils, am Stammtisch Franz Bleis im Café des Westens und vielleicht noch an weiteren zwei, drei Knotenpunkten des literarischen Betriebs. Hier – so glaubte Kafka – würde sich entscheiden, was nach einer Verurteilung in erster Instanz mit den verbliebenen Trümmern seines Lebens, mit der Konkursmasse geschehen sollte. War sie wertvoll genug, um ein anderes, besseres, glücklicheres Unternehmen zu begründen? Und war es zu verantworten, einen, der schon am Alltäglichsten versagte, ins Dickicht der Literatur zu schicken?

Es ist nicht zuletzt diese räumliche und zeitliche Zusammenballung der Entscheidungen, die Kafka auf eine Lösung immer ungeduldiger drängen ließ. Schon der Überraschungscoup an Felices Arbeitsplatz, der mit der tiefsten Demütigung im Berliner Tiergarten endete, stand in verborgenem, doch unzweifelhaftem Zusammenhang mit dem {467}Blankoscheck, den Kafka nur vier Tage zuvor von Musil erhalten hatte. Denkbar (wenngleich nicht nachweisbar) ist sogar, dass Kafka Musil aufsuchte – an genau jenem Wochenende, von dem er sich die Entscheidung über die Ehe erhoffte. Es war die Eigendynamik eines »Jetzt oder nie!«, die sich aus Musils freundlichem Angebot speiste und die nun Kafka mit Schwung über jenen absoluten Nullpunkt hinaustrug. Ihm war elend zumute; etwas Schlimmeres als die Szenen im Tiergarten war ihm noch niemals widerfahren. Doch er blieb beweglich, blieb fähig zu handeln. Alles, was er Felice in bewusstloser Not versprochen hatte, widerrief er. Und zum ersten Mal wagte er es, Bedingungen zu stellen.

Beinahe scheint es, als seien die Rollen jetzt vertauscht. Kafka weiß, was er will: Es ist der Augenblick, da seine Bestimmung sich erweisen soll. Felice Bauer hingegen schwankt, folgt Stimmungen, die sie nicht mehr zu beherrschen vermag. Sie weckt neue Hoffnungen – nicht zufällig wohl am selben Tag, da ihr Bruder Deutschland verlässt – und verfällt wieder in Schweigen. Vom Tiergarten will sie nichts mehr hören, und doch zitiert sie Kafkas jämmerlichste Sätze. Ein Treffen in Dresden, auf neutralem Boden, lehnt sie ab. Sie gesteht, noch immer »nicht alles« gesagt zu haben, doch Kafkas flehende Bitte, doch endlich offen zu sprechen, beantwortet sie nicht.

» … es muss ein Ende haben, gut oder schlecht«, schreibt Kafka am 19.März an Grete Bloch. Er erhöht den Druck, weit hinaus über das Maß dessen, was mit den Konventionen der Höflichkeit, der sozialen Etikette, ja selbst mit den diskursiven Regeln bürgerlicher Intimität noch irgend zu vereinbaren ist. Kafkas Mutter schreibt an Felice. Er selbst schreibt an ihre Eltern. Er schickt Telegramme. Beinahe im Stundentakt fliegen jetzt die Botschaften zwischen Prag und Berlin, sie überkreuzen sich, verstärken und dementieren einander. Er droht damit, in den Zug zu steigen. Alles ist ihm recht, was die Entscheidung zu erzwingen vermag.

Endlich, am Samstag, dem 21.März, spielt Kafka die letzten Trümpfe aus. Er will keine halbherzigen Geschenke, keine abgenötigten Briefe mehr, er will Klarheit. Er lädt ihr das volle Gewicht der Verantwortung auf, erklärt, was von ihrer Entscheidung abhängen wird. Und er droht mit dem Ende.

»Sag mir doch Felice: warum zwingst Du Dich, warum willst Du Dich zwingen? Was hat sich seit dem Spaziergang im Tiergarten verändert? Nichts, Du sagst es ja. Was hat sich aber bei Dir seit unsern guten Tagen verändert? Alles, Du sagst es auch. Warum also willst Du Dich opfern, warum? Frage nicht immer, ob ich Dich will! Diese Fragen zu lesen, macht mich zum Sterben traurig. Solche Fragen stehn in Deinem Brief, aber kein Wort, kein Wörtchen von Dir, kein Wort darüber was Du für Dich erwartest, kein Wort darüber, was die Heirat für Dich bedeuten würde. Alles stimmt zusammen, für Dich ist es ein Opfer, darüber ist dann nichts mehr zu sagen. […]
Du fragst nach meinen Plänen, ich weiss nicht genau, was Du damit meinst, aber ich glaube, ich kann Dir sie jetzt offen sagen. Als ich von Riva zurückkam, war ich aus verschiedenen Gründen entschlossen zu kündigen. Ich sah es schon seit einem Jahre und seit länger ein, dass mein Posten nur dann einen Sinn, nur dann einen guten Sinn für mich hätte, wenn ich Dich heirate (jemand anderer kommt, seitdem ich Dich kenne, für mich nicht in Betracht, wird auch nicht in Betracht kommen). Dann bekäme mein Posten einen guten Sinn, würde fast liebenswert werden. […] Heirate ich Dich nicht, dann ist mein Posten, so leicht er mir sonst (von Ausnahmszeiten abgesehen) fällt, eine Widerlichkeit, denn ich verdiene mehr, als ich brauche, und das ist sinnlos. […]
Nun, Felice? Mir ist fast so, als stünde ich auf dem Perron des Anhalter Bahnhofes, Du wärest ausnahmsweise gekommen, ich hätte Dein Gesicht vor mir und sollte mich für immer von Dir verabschieden. – Für Montag erwarte ich noch einen Expressbrief, ein Wunder; was weiss ich denn, was ich erwarte. Von Dienstag ab erwarte ich nichts mehr.« [442]  

Ein Ultimatum. Will Felice Bauer ihm Folge leisten, muss sie sofort reagieren. Kafka weiß, eine Steigerung ist jetzt nicht mehr möglich, der maximale Druck ist erreicht, er muss die Entscheidung bringen. Um sich selbst den Rückzug abzuschneiden, formuliert er eine Bewerbung, die ihm eine (wohl von Musil vermittelte) unbedeutende Anstellung in Berlin einbringen soll. Er behält diesen Brief in der Tasche, wie eine Waffe.

Keine Antwort am Montagvormittag. Mechanisch tut Kafka seinen Dienst; niemand im Büro ahnt, dass er auf das Signal zur Kündigung wartet. Kein Brief auch am Montagnachmittag, »ich fühlte mich schon als ein Freigelassener im guten und im schlechten Sinn« [443]  . Um 17 Uhr, endlich, ein Telegramm Felices, das einen Brief für Dienstag ankündigt.

Dienstag, dasselbe Spiel. Kafka wartet vergeblich auf die Entscheidung. Kein Brief, weder im Büro noch zu Hause. Er könnte jetzt die {469}Bewerbung absenden, doch er zögert. Am Mittwoch, endlich, das Urteil. Sie sei unselbständig, schreibt Felice, sie brauche einen Mann, auf den sie sich verlassen könne. In Berlin werde er alles erfahren, was er zu wissen wünsche. Ob er sie aber noch so nehmen könne, als sei nichts gewesen? Dann, ja … sollten sie es noch einmal miteinander versuchen.

Kafka: Die Jahre der Entscheidungen
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