4. Kapitel




Am Montag morgen wurde Josh von der Müllabfuhr geweckt. Er hatte es sich gestern Abend vor Cassandras Haus in seinem Auto bequem gemacht. Genau wie den Abend zuvor. Vielleicht fuhr sie heute morgen zum Arzt oder machte andere Besorgungen. Oder es ging ihr wieder so gut, dass sie ihren Arbeitsplatz aufsuchen könnte. Eigentlich war er nur hier, um einen Blick auf sie zu erhaschen. Sein Benehmen glich dem eines verliebten Jünglings, statt dem eines erwachsenen Mannes. Aber er schämte sich in keiner Weise dafür. Gut. Sie war verheiratet. Normalerweise hätte ihn das schon abschrecken müssen. Seine Erfahrungen in dieser Richtungen waren weniger erheiternd. Sie war außerdem nicht an ihm interessiert, sonst hätte sie ihm ihre Nummer da gelassen. In seiner Verzweiflung stieß er seine Stirn immer wieder gegen das Lenkrad.
Er wollte gerade den Motor anwerfen und verschwinden, als er sah, wie Cassandra das Haus verließ. Sein Herz setzte einen Schlag aus. Auf ihrem Arm trug sie ein kleines Mädchen. Ein Mädchen, das ihr wie aus dem Gesicht geschnitten war.
Also doch Mutter! Ich bin total am Arsch.
Mit der anderen Hand hielt sie ein Mobiltelefon an ihr Ohr.
"Ich bringe Charlott in die Grippe, aber du holst sie ab. Ich hab heute ein wichtiges Meeting mit dem Chef. Und danach gehe ich mit Annika shoppen." Als sie an ihrem Auto angekommen war, schnallte sie das kleine, lachende Mädchen an.
"So Schatz. Gleich sind wir in der Grippe bei deinen Freunden." Das Handy fiel ihr runter. Hektisch griff sie danach und hielt es sich wieder ans Ohr.
"Charly? Bist du noch dran?" Anscheinend nicht, denn sie klappte das Mobiltelefon wieder zu und steckte es in ihre Jackentasche. Sie hatte heute einen hübschen, grauen Rock an, leider war er etwas länger als ihre Knie. Darüber trug sie eine weiße Bluse und einen grauen Blazer. Ihre Haare waren zu einem strengen Dutt nach hinten gebunden und nicht eine Strähne wand sich aus dem perfekten Haarknoten. Ihre Füße steckten in eleganten, weißen Stöckelschuhen.
Hohen Stöckelschuhen. Sie will doch nicht etwa mit diesen Dingern Auto fahren?
Sie schloss die Tür und stieg auf der Fahrerseite ein.
Sie fährt mit ihnen.
Er traute seinen Augen nicht.
Frauen!

Sie startete den Wagen und fuhr Richtung Innenstadt. Obwohl er sich sagte, dass es keinen Sinn hatte, folgte er ihr. In der Nacht, als sie ihn nach Hause gebracht hatte, wollte sie ihn. Vielleicht wollte sie ihn immer noch. Und wenn es nur körperlich war. Im Moment würde es ihm reichen. Und vielleicht befreite es ihn von seiner Besessenheit.
Nachdem sie das kleine Mädchen in der Grippe abgesetzt hatte, fuhr sie zu ihrem Arbeitsplatz. Es war eine große Firma, er kannte sie recht gut. Was Cassandra wohl beruflich machte? Bürokauffrau, Sekretärin, Assistentin der Geschäftsleitung. Er konnte sich lebhaft vorstellen, wie sie in ihrem Rock auf dem Schreibtisch des Chefs saß und ein Memo aufnahm. Es lief ihm ein Schauer über den Rücken.

Annika sah ihre beste Freundin mit weit aufgerissenen Augen an.
"Wie bitte? Du hast Groß-und-Dunkel einfach vernascht?" Cass sah sich verlegen um.
"Ich glaube die dort hinten haben dich noch nicht gehört." Annika packte Cassandra am Arm und erwiderte in einem etwas leiserem Ton: "Komm schon. Erzähl mir alles." Sie gingen eine paar Schritte weiter und Cassandra bog in eine der vielen Boutiquen ein.
"Er hat mich vorletzten Freitag auf einen Drink eingeladen und irgendwie war er recht schnell betrunken. Ich hab ihn zu sich nach Hause gebracht und ..." Sie seufzte und sah verträumt ein hübsches schwarzes Kostüm an.
"Du warst rattenscharf auf ihn! Oh mein Gott! Du bist einfach so über ihn hergefallen. Wie heißt er?" Cass errötete und ging einen Kleiderständer weiter.
"Keine Ahnung. Er hat mir seinen Namen nie verraten." Annika seufzte.
"War er wenigstens gut?" Ihr Gesicht wurde immer dunkler vor Verlegenheit.
"Du glaubst nicht, wie gut er war. Das war der beste Sex meines Lebens." Annika seufzte erneut.
"Zu schade." Cass drehte sich zu ihr um und hob fragend eine Braue.
"Was ist Schade?" Die füllige Blondine strich über den Stoff eines blassrosa Kostüms und sah dann wieder zu Cassandra.
"Das er dir seinen Namen nicht gesagt hat. Das heißt, er will anonym bleiben. Keine Beziehung. Er ist bestimmt verheiratet. Dabei sieht er so gut aus." Cassandra dachte noch eine Weile über ihre Worte nach. Sie ergaben Sinn. Nicht nur, dass er sie ins Bett bekommen hatte. Wie eine billige Hure hatte sie sich ihm einfach so hingegeben. Sich ihm an den Hals geschmissen. Sie musste ihn aus ihrem Kopf verbannen. Sie würde ihn eh nie wieder sehen.
Nachdem sie das schwarze Kostüm anprobiert und dann gekauft hatte, verließen die beiden Frauen wieder den Laden. Annika hatte ihre gedrückte Stimmung wohl mitbekommen und versuchte sie mit den neusten Hochzeitsvorbereitungsgeschichten von Jesika abzulenken.
Total gebannt blieb Cass auf einmal vor einem Schaufenster stehen und sah sich ein Kleid in der Auslage an. Ein sehr elegantes, bodenlanges, schwarzes Abendkleid aus einem schönen, weich fallendem Stoff. Es hatte kleine Ärmelchen und war im Brustbereich mit Pailletten sowie Steinen und Kristallen dekoriert. Annika folgte ihrem Blick und packte sie am Arm.
"Los komm. Probier es mal an." Cass riss die Augen auf.
"Ann, ich hab in nächster Zeit keine Gelegenheit es anzuziehen. Wieso sollte ich es kaufen?" Annika lächelte.
"Nicht kaufen, anprobieren."
Als Cass nach einer Weile aus der Umkleidekabine kam, sah sie sich in dem großen Spiegel an der Wand an. Das Kleid passte perfekt zu ihr. Es schmiegte sich an jede Kurve, auch wenn sie nicht all zu viele hatte. Sie war schon immer recht dünn gewesen. Aber das lag wohl hauptsächlich an ihrem guten Stoffwechsel durch den Sport. Manchmal ärgerte es sie, manchmal freute sie sich darüber. Es kam immer ganz drauf an, in welcher Situation sie sich befand.
Und Mister Groß-und-Dunkel schien ihr Körper gefallen zu haben. Sie rief sich sein Bild in Erinnerung, als er völlig hilflos auf dem Boden seines Badezimmers gesessen und sie ihn ausgezogen hatte. Ihr Atem beschleunigte sich und sie spürte, wie eine leichte Hitze in ihr aufstieg.
Wie es wohl wäre, wenn er ihr dieses Kleid langsam ausziehen würde? Wie es sich anfühlen würde, wenn er mit seinen großen Händen die Träger zur Seite schieben und ihre Schulter küssen würde. Ob er ihre Brüste mit seinen Händen liebkosen würde? Plötzlich wurde ihr ganz heiß und sie fühlte sich beobachtet. Sie sah sich um, entdeckte aber nur Annika, die ebenfalls aus einer Umkleide heraustrat.
"Oh, du siehst ja toll aus, Cassy." Annika hatte ein blassrosa Cocktailkleid gefunden, dass wie für sie gemacht schien. Es war aus einem schönen luftigen Stoff, der ihre üppigen, weiblichen Kurven gut zur Geltung brachte, aber nicht zu sehr betonte.
"Du auch. Aber ich werde es wohl nicht mitnehmen. Erstens kostet es 400 Dollar und zweitens hab ich in nächster Zeit keinen geeigneten Anlass um es anzuziehen." Annika besah sich im Spiegel.
"Aber ich werde das hier mitnehmen. Es sieht so toll aus. Und ich hab Zuhause genau die passenden Schuhe dafür." Sie zogen sich wieder um und nachdem Annika ihr Kleid bezahlt hatte, verließen sie schwatzend den Laden.
"Kommst du Freitag wieder zum Weiberabend?" Cass lächelte ihre Freundin an.
"Natürlich. Warum?" Annika grinste und erwiderte: "Nur so. Ohne dich ist es nicht das Gleiche. Wir haben dich vermisst." Cassandra lachte laut auf.
"Ich war nur einen Abend nicht da!" Annika henkelte sich bei ihr ein und zog sie in ein Schuhgeschäft.
"Eben. Das ist viel zu lange."

Josh lief in der Bibliothek des Herrenhauses auf und ab. Erik sah ihn fragend und auch etwas vorwurfsvoll an.
"Wo warst du denn die ganze Zeit? Wir haben uns schon Sorgen gemacht." Seit Josh das Herrenhaus betreten hatte, waren Sylvester und Erik nicht von seiner Seite gewichen.
"Ich hatte etwas zu erledigen." Sylvester sah ihn wissend an und unterdrückte ein Grinsen. Dann zog er einen großen Umschlag hervor und warf ihn auf einen der Tische.
"Mein Informant hat ein paar Fotos gemacht. Die Silver-Spring-Wölfe scheinen jemanden zu suchen." Josh sah ihn fragend an. Er hätte zu gern gewusst, wer diese Spionin war.
"Wen?" Sylvester verdrehte sie Augen.
"Wenn ich das wüsste, säßen wir nicht hier. Sie sind in jedes Geburtshaus, Krankenhaus und Meldeamt eingebrochen und haben die Akten durchstöbert und in manchen Fällen auch komplett mitgenommen. Anscheinend suchen sie ein Kind."
Er nickte nachdenklich und fing wieder an, auf und ab zu laufen. Seine Gedanken drehten sich immer noch um Cassandra. Als er sie heute in dem Geschäft gesehen hatte, war ihm aufgefallen, dass sie neben ihrer leidenschaftlichen und erotischen Seite auch eine sehr Elegante hatte. In diesem schwarzen Kleid hatte sie wie eine dunkle Prinzessin ausgesehen.
Nein. Eine Königin.
Wie in Trance war er nach ihr in das Geschäft gegangen und hatte das Kleid gekauft. Die Verkäuferin hatte ihn angelächelt und etwas gesagt, aber er hatte sie komplett ignoriert. Wieso machte er das? Wieso konnte keine andere Frau ihn mehr in diese Hitze versetzen, die er schon oft genug gespürt hatte? Er mochte weiche Frauen, mit großen Brüsten. Nicht so wilde, zerbrechliche wie Cassandra. Was hatte diese kleine Hexe ihm angetan?
"Lass deine Informantin weiter auf ihrer Spur. Aber pass auf, dass sie nicht entdeckt wird." An Erik gerichtet sagte er: "Versuch dich in den Rechner der Silver-Spring-Wölfe zu hacken. Schau was du an Informationen bekommen kannst." Erik schüttelte den Kopf.
"Hab ich schon probiert. Der Server des Rudels ist zu gut gesichert." Josh fluchte laut und lästerlich.
"Dann schau, was du noch herausfinden kannst." Erik nickte und verließ den Raum. Sylvester grinste seinen Bruder an und stellte schließlich die Frage der Fragen: "Wie läuft es mit deiner Menschen-Frau?" Josh winkte in einer harschen Geste ab und erwiderte grimmig: "Erinnere mich nicht daran." Sein Bruder beugte sich etwas vor und schien um einiges zu neugierig geworden zu sein.
"Sie hat dich also immer noch nicht ran gelassen?" Josh stöhnte auf.
"Doch. Und es war berauschend. Aber jetzt bekomme ich sie nicht mehr aus meinem Kopf." Sylvester zog verwirrt die Augenbrauen hoch.
"Dann mach sie doch zu deiner Mätresse. Sonst bist du doch auch nicht so zimperlich." Josh lehnte sich gegen eines der Bücherregale.
"Sie ist nicht an mehr interessiert. Sie hat mir weder ihre Adresse, noch ihre Telefonnummer gegeben. Bis vor kurzem wusste ich noch nicht einmal ihren Familiennamen." Sylvester lehnte sich wieder zurück und grinste.
"Ironie des Schicksals. Du hast dich immer über meine Langzeitbeziehungen lustig gemacht und nun verwehrt dir die Frau, die du als Mätresse willst, eben diese Beziehung." Sein Bruder hatte recht. Er wollte mehr von Cass, bekam es aber nicht. Vielleicht stimmte sie sein kleines Geschenk um.

Am nächsten Tag trug Cassandra ihr neu erworbenes Kostüm. Die Investition hatte sich wirklich gelohnt. Als sie an ihrem Schreibtisch saß, fühlte sie den weichen Stoff an ihren Armen und Beinen. Es war wie eine zärtliche Berührung. Wieder schweiften ihre Gedanken zu dieser Nacht, als sie den großen, dunklen Fremden verführt hatte. Sie seufzte. Wie lange würde er noch in ihrem Kopf herum spuken?
Das letzte Mal, als sie sich so sehr nach einen Mann gesehnt hatte, war sie noch ein halber Teenager gewesen. Aber wahrscheinlich lag es nur an dem atemberaubenden Sex. So eine Fülle an Orgasmen hatte sie noch nie erlebt. Sie schüttelte den Kopf um die erotischen Bilder darin zu verscheuchen und machte sich an ihre Arbeit.
Cass bearbeitete gerade die letzte Buchung und kontrollierte die Buchungsliste, als ein Bote in ihr Büro kam.
"Miss Weedman? Ich habe ein Paket für sie." Sie schaute auf und nahm ihm das Paket ab.
"Ich hab gar nichts erwartet. Danke." Sie quittierte den Empfang und als der Bote gegangen war, riss sie das Paket neugierig auf. Ihre Augen wurden groß. Das war das schwarze Kleid, dass sie gestern anprobiert hatte als sie mit Annika einkaufen war.
"Was zum Teufel..." Als sie das Kleid aus der Verpackung nahm, fiel ein Brief auf den Boden. Nachdem sie ihn aufgehoben hatte, setzte sie sich auf ihren Bürostuhl und öffnete ihn.

Ich hoffe es gefällt Dir. Heute Abend wäre der perfekte Anlass es zu tragen.
Zwanzig Uhr im Theater. Ich würde mich freuen, wenn Du kommst.
Der große, böse Wolf.


Ihr stockte der Atem. Sie griff sofort zu ihrem Handy und rief Annika an.
"Willst du mich verarschen? Oder soll das ein kranker Scherz sein?" Annika war total überrumpelt.
"Wie bitte? Was ist denn passiert?" Cass sah auf das Kleid und legte den Brief beiseite.
"Rate, was gerade vor mir liegt?" Stille.
"Keine Ahnung. Ich kann nicht hellsehen." Cass hörte das schmunzeln in Annikas Stimme.
"Das schwarze Kleid von neulich. Das, was ich anprobiert hab. Das vierhundert Dollar Kleid." Annika holte tief Luft.
"Du hast es dir also doch gekauft?" Cass runzelte die Stirn.
"Nein. Ich dachte, du hättest dir einen Spaß erlaubt und es mir ins Büro geschickt." Ein Kichern unterdrückend erwiderte sie: "Nein. Ich bin zur Zeit knapp bei Kasse. Und dieses Kleid liegt eindeutig über meinem Budget. Liegt keine Nachricht dabei?" Eine kleine Pause entstand, die Cassandra zögernd brach.
"Ein Brief." Sie konnte Ann förmlich vor sich sehen, wie die mit der Hand gestikulierte und Cass so zum weiter reden animieren wollte.
"Hat ihn keiner unterschrieben?" Cass schielte nochmal zum Brief.
"Großer, böser Wolf!" Annika zog zischend Atem ein.
"Der aus der Bar? Der überaus leckere Typ, der kein Wort mehr raus gebracht hatte? Der tolle Typ, den du verführt hast?" Cass blieb der Mund offen stehen.
"Das kann doch nicht sein. Woher wusste er von dem Kleid?" Da fiel ihr wieder ein, dass sie sich beobachtet gefühlt hatte. War er ihr gefolgt?
"Zufall?" Cass schüttelte den Kopf, bevor ihr einfiel, dass Ann diese Geste nicht sehen konnte.
"Das glaub ich nicht." Annika wartete kurz.
"Was machst du nun?" Cass überlegte angestrengt.
"Keine Ahnung. Er hat mich ins Theater eingeladen. Soll ich hingehen?" Annika jauchzte fast.
"Auf jeden Fall. Aber was sagst du Charly?" Sie schnaubte.
"Keine Ahnung. Eigentlich geht es ihn ja auch nichts an mit wem ich mich treffe." Annika stimmte ihr zu und beendete schließlich das Gespräch.
"Bis später. Ich will alles wissen. Ruf mich an!"

Josh wartete nervös an der unteren Treppe des Theaters. Es war schon dreißig Minuten nach acht, die Vorstellung hatte bereits begonnen und Cass war immer noch nicht da. Sie würde wohl doch nicht kommen. Dabei hatte er sich bereits Hoffnungen gemacht und den Abend weiter geplant.
Plötzlich glitt die Eingangstür auf und Cassandra stand etwas außer Atem vor ihm.
"Tut mir Leid. Ich musste etwas länger arbeiten und mich dann auch noch umziehen." Sie trug wie erwartet das schwarze Kleid und es sah an ihr noch besser aus als in dem Geschäft. Sie war wahrlich eine Königin. Über das Kleid hatte sie einen violettfarbenen Mantel gezogen und an ihren Füßen trug sie kleine, sehr hohe, schwarze Pumps. In der Hand hielt sie eine kleine, schwarze Handtasche mit roter Rosenverzierung. Ihr Haar war ein Turm aus Locken und Haarnadeln.
Er selbst hatte einen schwarzen Smoking mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte an. Wenn man nicht wüsste, dass sie sich kaum kannten, könnte man davon ausgehen, dass die beiden verheiratet oder zumindest in einer festen Beziehung waren.
Er fand, dass sie sehr gut zu ihm passte. Ihr ganzes Auftreten war herrschaftlich und ausdrucksvoll, aber gleichzeitig sehr feminin und grazil. Sie drehte ihm den Rücken zu und wartete, dass er ihr aus dem Mantel half. Dann lächelte sie ihn voller Vorfreude an und sagte: "Danke für die Einladung und das hübsche Kleid." Er lächelte sie selig an und nahm ihren Arm. Oh ja. Das Geschenk hatte ihr gefallen.
"Wir sind etwas spät dran. Wenn du nichts dagegen hast, können wir uns nach der Vorstellung noch etwas unterhalten." Sie nickte eilig und ließ sich von ihm in eine Privatloge bringen. Eine Privatloge nur für zwei. Auf einem kleinen Beistelltisch stand eine Flasche Champagner und zwei zierliche Kristallgläser.
"Gemütlich" ließ sie verlauten, bevor sie sich setzte und neugierig zu der Bühne sah. Das ganze Flair in dem Theater war so energiegeladen und das er mit ihr zusammen hier war, verschönerte diesen Abend nur noch mehr.
Er füllte die zwei Gläser mit dem Champagner und drehte sich wieder zu ihr um. Ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht. Sie saß so erwartungsschwanger nach vorn gebeugt in dem Sessel, dass man meinen könnte, sie würde jeden Moment aufspringen und zur Bühne laufen.
"Was wird denn gespielt?" Er setzte sich neben sie und reichte ihr ein Glas Champagner. Er sah ihr hübsches Profil an und nahm dann einen kleinen Schluck um seine Nerven etwas zu beruhigen. Sie würde heute noch einmal ihm gehören. Ihm ganz allein.
"Romeo und Julia!" War das seine Stimme? Sie klang so heiser und dunkel. Er räusperte sich und sah ebenfalls zu Bühne.

Als sie den Titel des Stückes hörte, sank ihr das Herz für einen Moment in die Hose. Sie kannte die dramatische Geschichte des jungen Liebespaares sehr gut. Sie verloren durch das schlechte Timing des Schicksals ihre große Liebe.
Ihr Hals fühlte sich an, als hätte sie einen riesige Kloß darin, der trotz mehrmaligem schlucken nicht verschwinden wollte. In ihrem Leben waren auch schon viel zu viele geliebte Menschen gestorben. Alle durch schlechtes Timing.
Sie schüttelte die düsteren Gedanken ab und lächelte Josh an. Heute war ihr Abend. Sie würde ihn nicht mit dunklen Gedanken verdüstern, sondern ihn genießen.
Der gut aussehende Mann neben ihr war einfach großartig. Er hatte ihr dieses wunderschöne Kleid geschenkt und sie ins Theater eingeladen. Das hatte bis jetzt noch kein Mann getan. Keiner hatte bis jetzt so weit gedacht. Ob er etwas dafür erwartete? Sex? Eine andere Gefälligkeit? Im Moment war ihr das völlig egal.
Ihr Herz machte einen schnellen Satz, als sich der Vorhang hob und die Vorstellung begann. Gleichzeitig hatte er ihre Hand genommen und streichelte sanft mit dem Daumen über ihren Handrücken. Es war ein vertrautes und doch sehr erotisches Gefühl. Was er wohl sonst noch alles mit diesen Daumen anstellen konnte? Ihre Gedanken schweiften schon wieder ab. Sie musste sich stark zusammen nehmen, um sich auf das Stück vor ihr zu konzentrieren.

Erik wartete schon seit Stunden in der Nähe des Potomak Rivers, um die fremden Wölfe abzufangen. Laut den Informationen von Sylvester kamen sie jeden Tag herüber, allerdings immer zu einer anderen Zeit. In einer auffallenden Routine suchten sie die ganze Stadt ab, Stück für Stück. Erik hatte sich heute Abend selbst dazu entschieden, den fremden Männern zu folgen und etwas über ihre Pläne zu erfahren. Über das Kind, das sie suchen.
Gegen elf Uhr passierte eine Gruppe von fünf jungen Männern die Brücke und teilte sich an der Kreuzung auf. Erik überlegte kurz, welche Gebäude in welcher Richtung lagen und folgte schließlich dem einzigen Mann, der allein gegangen war. Sein Ziel schien das städtische Kinderheim zu sein. Die anderen konnten sich schließlich auch weiter aufteilen und er müsste immer wieder entscheiden, wem er folgen sollte. Also zog er die einfachste Wahl vor.
Der Mann, ganz in schwarz gekleidet, verschwand in eine Gasse und Erik folgte ihm so schnell und unauffällig wie möglich. Die Gasse stellte sich als Sackgasse heraus und der Verfolgte stand wartend am anderen Ende. Plötzlich hörte Erik Schritte hinter sich und drehte sich hastig um. Die anderen vier Männer, aus der ehemals hier eingetroffenen Gruppe, standen grinsend dort und musterten Erik von oben bis unten.
"Scheiße." Gerade heute hatte er nur einen Silberdolch einstecken. Es war ja nur ein Erkundungstrip, keine Kontaktaufnahme.
"Bist du allein?" Der Mann am anderen Ende der Sackgasse trat auf Erik zu und hob ihm eine Pistole entgegen. Erik musste rasch handeln. Aber er konnte wohl kaum fliehen, wenn hinter ihm vier Männer und vor ihm einer mit einer Knarre stand.
"Ich hab dich was gefragt!" Erik sah ihm fest in die Augen als er wütend erwiderte: "Ihr seid ungefragt in unser Revier eingedrungen! Ich brauch dir überhaupt nicht antworten!" Wie aus heiterem Himmel ließ der Mann die Pistole fallen und schrie vor Schmerz auf. Ein kleiner Dolch hatte seine Hand durchbohrt.
Hinter Erik stöhnten nun auch die anderen Männer schmerzerfüllt auf und fielen zu Boden. Alle vier hatten die gleichen, kleinen Dolche in der Schläfe. Natürlich waren sie aus Silber. Die Wundränder verfärbten sich blau, ein eindeutiger Beweis. Erik sah sich verwundert um, aber er konnte niemanden entdecken.
"Ich fand die Situation etwas unfair. Fünf gegen einen." Eine kleine, schmale Gestalt trat aus dem Schatten rechts von ihm. Erik war immer noch über seine schnelle und recht lautlose Rettung verwundert und dachte plötzlich wieder an den Mann mit dem Dolch in der Hand. Er war verschwunden.
"Danke für deine Hilfe..." Die Schattengestalt zog den am Boden liegenden Männern die Dolche aus den Köpfen und wischte das Blut an deren Hemden ab.
"Gern Geschehen." Erik ging auf die Schattengestalt zu und streckte seine Hand zum Gruß aus.
"Du gehst sehr gut mit den Dolchen um. Ich bin Erik." Ihm blieb fast die Spucke weg, als der kleine schwarze Schatten die Kapuze des Mantels lüftete.
Eine Frau! Eine wunderschöne Frau.
Sie hatte schwarze Haare und schneeweiße Haut.
"Josephine." Mit einer eleganten Armbewegung schlug sie ihren Mantel zurück und steckte die Dolche in ihren Gürtel. Nun kam ein schwarzes Shirt und enge, schwarze Jeans zum Vorschein. An den Füßen trug sie Turnschuhe. Ebenfalls schwarz. Wieso zog sich so ein hübsches Mädchen so unauffällig an?
"Kann ich dir irgendwie für deine Hilfe danken?" Sofort erkannte er den Schalk in ihrem Blick.
Waren das schwarze Augen? Oder trug sie Kontaktlinsen?
Vielleicht war sie ein Mädchen aus der Gothic-Szene. Das würde das Outfit und die Kontaktlinsen erklären. Aber nicht die Silberdolche und ihre Kaltblütigkeit beim töten.
"Ich würde gern etwas trinken. Dort hinten ist eine kleine Bar." Sie sah bei weitem noch nicht wie einundzwanzig aus. Wohl eher siebzehn oder achtzehn.
"Bar? Das ist eine Kneipe! Und wohl kaum ein Ort für..." Sie unterbrach ihn mit einer Handbewegung.
"... ein kleines, hübsches Püppchen wie mich? Komm schon. Steck dir dein Gentleman-Getue sonst wo hin. Du hast mich gefragt und ich hab dir gesagt, was ich gern tun würde." Sie hatte noch nicht ganz ausgesprochen, da wandte sie sich schon zum gehen. Nach ein paar Schritten blieb sie stehen.
"Kommst du, Erik?" Oh. Wie sie seinen Namen aussprach. Es klang über die Maßen erotisch. Ein warmes Kribbeln drang durch seinen Leib.
Großer Gott.
Sein Körper reagierte sofort auf sie. Wie eine Sirene zog sie ihn an und schlussendlich folgte er ihr.
Auf dem Weg dorthin rief er im Herrenhaus an und erklärte, wo die Leichen der Männer lagen, damit diese entsorgt werden konnten, bevor ein Mensch darüber stolperte.

Nach der Vorstellung lud Josh Cassandra in ein teures Restaurant ein. Sie saßen etwas abseits und redeten, während sie auf den Kellner warteten.
"Das war wirklich herrlich. Schade, dass es immer auf die gleiche Weise endet." Er lachte.
"Hätte ich ein anderes Stück aussuchen sollen? Ein weniger trauriges?" Sie lächelte zurück.
"Nein. Ich liebe dieses Stück, hab es aber noch nie im Theater gesehen. Nochmal danke." Er winkte ab.
"Kein Problem. Ich wollte dich unbedingt wieder sehen." Zu seiner Verwunderung färbten sich ihre Wangen rosa.
"Warum?" Sein Blick wurde durchdringend.
"Du bist sehr interessant." Sie spielte verwirrt mit ihrer Serviette.
"Das war doch nur ein One-Night-Stand! Ich hätte nicht gedacht, dass ich je wieder etwas von dir höre." Plötzlich verengten sich ihre Augen.
"Woher wusstest du meinen Familiennamen und meine Arbeitsadresse?" Er grinste.
"Ich hab letzten Freitag eine deiner Freundinnen gefragt. Du warst ja leider nicht da." Sie entspannte sich.
"Ich war krank." Dann zuckte sie mit den Schultern. Er sah sie mit einem unbeschreiblich erotischen Blick an.
"Du bist mir übrigens noch was schuldig!" Nun war sie verwirrt.
"Wie bitte? Ich schulde dir etwas?" Josh nickte und fuhr sich mit seinem Zeigefinger über die Lippen.
"Du hast mich benutzt, als ich keine Gelegenheit hatte, unser Stelldichein zu genießen. Ich verlange Wiedergutmachung." Plötzlich lachte sie laut auf.
"Ist das dein Ernst? Als du die Führung übernommen hast, hatte ich sehr wohl den Eindruck, dass du es genossen hast." Er packte ihre Hand und starrte sie verwegen an.
"Vielleicht reicht mir eine vernebelte Nacht mit dir nicht." Ihr Blick wurde wachsam und er spürte, wie sich ihre Hand etwas verkrampfte.
"War das der einzige Grund für dieses Treffen?" Er grinste.
"Rendezvous!" Sie entzog ihm ihre Hand und musterte ihn von oben bis unten. Dann kam der Kellner mit dem Essen. Er hatte sich ein Steak bestellt, sie einen Salat und Hühnchen. Als der Kellner wieder verschwunden war sagte er: "Du hättest dir ruhig etwas Richtiges bestellen können. Ich bezahle." Das entlockte ihr ein Lächeln, doch sie antwortete nicht. Etwas später sagte sie: "Übrigens nochmal danke für das Kleid. Das wäre aber nicht nötig gewesen." Er winkte ab.
"Erzähl mir etwas über dich. Ich bin neugierig." Wieder sah sie ihn an, als ob sie erst abschätzen musste, was sie von sich preisgab.
"Ich bin Buchhalterin."
Das war kurz.

"Das hätte ich nicht erwartet. Unter Buchhalterin stelle ich mir immer kleine, graue Mäuschen vor, die ganz schüchtern hinter ihrem Schreibtisch hoch schauen." Sie kicherte.
"Was hast du denn gedacht, was ich beruflich mache?" Er überlegte kurz.
"Vorstand oder Abteilungsleiterin. Eine Führungsposition." Sie schob ihren Teller ein Stück in Richtung Tischmitte.
"Warum?" Er überlegte, wie er seine Gedanken in Worte fassen konnte.
"Du bist so... temperamentvoll und zielstrebig. Wenn ich dich sehe, kann ich nicht glauben, dass du dich jemandem unterordnest." Sie lächelte verwegen.
"Nicht schlecht. Was machst du beruflich?" Hm. Was sollte er darauf Antworten?
"Ich hab meine eigene kleine Firma. Ein Familienbetrieb." Das schien sie zu überraschen.
"Was stellt ihr her?"
"Nichts. Wir verwalten Grundstücke und Immobilien. Nichts interessantes." Auf einmal klingelte Cassandras Mobiltelefon.
"Ja?" Cass hörte gespannt zu, als am anderen Ende der Leitung geredet wurde.
"Schick sie Heim. Aber gib ihr nicht zu wenig. Sie macht sehr gute Arbeit." Wieder hörte sie dem Gesprächspartner zu.
"Bei mir wird es etwas später." Sie sah Josh durchdringend in die Augen.
"Ich hab noch ein kleines Treffen. Ich melde mich dann nochmal. Tschüss!" Damit legte sie auf. Das Wort
Treffen
hatte sie besonders betont und Ihrem Gegenüber provozierend in die Augen gesehen.
"Wer war das?" Sie sah ihn verwundert an und konterte mit einer Gegenfrage: "Warum willst du das wissen?" Er lächelte und hob sein Glas zum anstoßen.
"Auf unsere kleinen Geheimnisse." Sie nahm ihr Glas ebenfalls in die Hand und stieß es vorsichtig an seines.
"Auf mysteriöse Männer, die nicht all zu viel von sich preisgeben." Er runzelte die Stirn. Auf seine Reaktion hin lachte sie lauthals los.
"Weißt du, warum ich dachte, es wäre nur ein One-Night-Stand?" Er sah sie immer noch fragend an. Mit einem schelmischen lächeln auf den Lippen fuhr sie fort: "Du hast mir nie deinen Namen genannt! Ich dachte, du wolltest anonym bleiben." Josh wich alles Blut aus dem Gesicht.
Gott! Hatte er wirklich so wenig verstand?
Er konnte sich wirklich nicht erinnern, ob er ihr seinen Namen genannt hatte. Im Endeffekt war er selbst Schuld, dass sie nicht bereits in diesen Moment seine Mätresse war.
"Josh." Sie lächelte ihn weiterhin an.
"Das war nicht mit Absicht. Ich muss es wohl vergessen haben." Er schluckte, als sie ihren Zeigefinger an ihre Lippen legte und mit Unschuldsmiene entgegnete: "Solange du nicht unsere gemeinsame Nacht vergisst, ist es ja nicht so schlimm."
Dann spürte er, wie ihr bestrumpfter Fuß seine Wade nach oben glitt und in seinem Schritt verweilte. Er konnte kaum noch klar denken. Kurz darauf begann sie leichte, kreisende Bewegungen mit ihrem Fuß zu vollführen und lehnte sich auf ihrem Stuhl zurück.
"An was erinnerst du dich noch?" Er räusperte sich.
"Du hast... mich ausgezogen und benutzt." Mit einem verführerischen Lächeln entgegnete sie: "Das ist nicht alles. Ich habe deinen Nacken geküsst, über deine Muskeln gestrichen und dich überall berührt." Er musste ein Stöhnen unterdrücken, als sie ihren kleinen, zierlichen Fuß in einem derart trägen Tempo über seinen Schaft gleiten ließ, dass er beinahe die Beherrschung verloren hätte. Dann war die Wärme ihres Fußes plötzlich weg und sie stand auf.
"Ich muss langsam los. Es war ein wirklich toller Abend. Und nochmal Danke für das Kleid." Mit diesen Worten schenkte sie ihm ein neckendes Lächeln und gab ihm einen flüchtigen Kuss auf den Mund.
"Bleib noch." Sie biss sich auf die Lippe, als ob sie schmerzlich zwischen Gut und Böse hin und her gerissen wurde. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn sie blieb, verriet sie ihre Ehe. Wenn sie ging, konnte sie ihr reines Gewissen bewahren. War aber unbefriedigt. Er witterte seine Gelegenheit und stand auf.
"Ich würde gern meine Erinnerung etwas auffrischen." Dabei beschenkte er sie mit seinem charmantesten Lächeln.
"Aber wir müssten wieder zu dir gehen." Sein Lächeln wurde breiter.
Das ging aber schnell.
Der kleine Teufel auf ihrer Schulter war wohl um einiges stärker als der kleine Engel auf der anderen Seite.
"Ich hab mir erlaubt, hier ein Zimmer zu reservieren." Plötzlich konnte er einen unerwarteten Gefühlsumschwung an ihr wahrnehmen. Entrüstet und auch etwas beleidigt sah sie an ihm empor.
"Du hast
DAS
geplant? Glaubst du etwa, ich bin leicht zu haben?" Wutentbrannt packte sie ihre Tasche und stürmte zum Ausgang.

Sie konnte es nicht fassen. Dieser arrogante Fatzke dachte doch tatsächlich, sie wäre eine kleine Hure. Er schenkt ihr ein teures Kleid und lädt sie ein und schon würde sie mit ihm aufs Zimmer gehen. Sie hasste sich für ihre Naivität. Wie konnte sie denken, dass ihm etwas an ihr lag? Na gut. Eben noch hatte sie zugestimmt, mit ihm nach Hause zu fahren. Aber es war etwas völlig anderes, wenn sich im Laufe des Abends etwas ergab, als wenn man es von Anfang an geplant hatte.
"Warte!" Na toll. Er lief ihr auch noch nach. Konnte er sie nicht einfach gehen lassen und sich von ihr fernhalten? Als er ihren Arm umschloss, drehte sie sich zu ihm um und strafte ihn mit ihrem giftigsten Blick.
"Lass mich gefälligst los!" Er tat genau das Gegenteil und zog sie an sich, schlang seine starken Arme um sie.
"Das war nicht böse gemeint. Ich hab mich so sehr gefreut, dass du meine Einladung angenommen hast. Vielleicht hat mich das etwas übermütig werden lassen."
"Vielleicht? Du bist total übergeschnappt wenn du glaubst ich würde nochmal..." Auf einmal drückte er seine warmen Lippen auf ihren Mund und fuhr mit seiner Hand beruhigend über ihren Rücken. Oh, wie sehr genoss sie seinen Kuss und seine Umarmung. Ihr ganzer Körper prickelte und sehnte sich nach einer Fortsetzung von neulich. Wie im Rausch öffnete sie ihre Lippen für seine Zunge und hieß sie heiß willkommen.
Da war es wieder.
Dieses seltsame Feuer, dass sie bis jetzt bei noch keinem anderen Mann gespürt hatte. Als er schließlich den Kuss beendete, keuchte sie vor Verlangen in seinen muskulösen Armen.
"Lass mich nicht los." Ihre Stimme zitterte, als er sie anlächelte und zu den Fahrstühlen führte. Ein Page sah sie verschmitzt an und drückte den Kommen-Knopf des Fahrstuhls.
"Zimmer 116" sagte Josh mit belegter Stimme. Der Page nickte und drückte den Knopf für die entsprechende Etage. Was er wohl über Josh und Cass dachte? Er hatte ganz sicher den Streit mitbekommen, dafür war er laut genug gewesen.
Als sich die Fahrstuhltür schloss, drückte Josh sie sofort gegen die Wand und küsste sie wieder so leidenschaftlich wie eben im Foyer.
Seine rechte Hand wanderte zu ihrer Hüfte, die andere in ihr Haar. Auch ihre Hände wanderten in blinder Lust über seinen Körper und sie drückte sich gegen ihn. Wenn das so weiter ging, hatte sie bald keine Kontrolle mehr über ihren Körper. Sein Knie war zwischen ihre Schenkel gewandert und rieb sie durch das Kleid hindurch.
Sehr erotisch.

Als der Fahrstuhl hielt und sich die Türen öffneten, hob er sie kurzerhand hoch und trug sie zu seinem Zimmer. Hatte er Angst, dass sie es sich anderes überlegen könnte? Sie hätte gern geschmunzelt, aber ihre Lust und auch seine wilde Gier, machten ihr einen Strich durch die Rechnung.
Nachdem er mit einer Chipkarte die Tür geöffnet hatte, trug er sie zum Bett und ließ sie darauf fallen. Ihr erschrockener Schrei verhallte beim folgenden Kichern im Raum. Er drückte sie mit seinem Gewicht aufs Bett und schob ihr Kleid hoch. Sich erregend unter ihm windend fragte sie leise: "Wieso sind wir hier?" Er sah ihr tief in die Augen und schien etwas zu erkennen.
"Weil wir füreinander bestimmt sind." Das genügte ihr und sie nahm seine Zunge wieder in sich auf. Dann begann sie hastig das Jackett über seine Schultern zu streifen und das Hemd auf zuknöpfen. Und da waren sie wieder. Diese herrlichen Muskeln, die sie schon das letzte Mal so bewundert hatte.
Sie drückte ihn so weit zurück, sodass sie sich rittlings auf ihn setzen konnte. Dann fuhr sie anerkennend über seinen Oberkörper. Es war, als läge die griechische Statue eines Gottes in diesem Bett. Unter ihr. Das sie ihn beherrschte, ließ sie noch feuchter werden.
"Zieh dein Kleid aus!" Sie öffnete den Reißverschluss am Rücken und zog es sich langsam über den Kopf. Darunter trug sie einen hübschen, schwarzen, trägerlosen Spitzen-BH und ein schwarzes Höschen mit roten Satin-Schleifchen an der Seite. Die halterlosen Strümpfe hatte er wahrscheinlich schon ihm Fahrstuhl bemerkt.
"Du bist so wunderschön!" Ihre Wangen wurden rosa und sie begann sich langsam an seinen Hüften zu reiben.
"Dein Körper ist auch nicht von schlechten Eltern. Mal sehen was du alles aushältst." Sie hatte diese Worte noch nicht ganz ausgesprochen, als er ihren BH öffnete und ihre Brust liebkoste.
"Oh mein Schatz. Ich bin sehr ausdauernd."
Schatz?
Er packte, wie damals im Bad, ihre Hüfte und drehte sich mit ihr herum, sodass er wieder oben lag.
"Und ich übernehme gern die Führung." Sie runzelte die Stirn.
"Das wird schwierig werden, weil ich auch eine Führungskraft bin." Er biss ihr leicht in den Hals und küsste sich von dort weiter abwärts zu ihren Brüsten, ihren Rippen und ihren Bauch. Als er ihre Schenkel spreizte und ihr Höschen packte, um es ihr vom Körper zu reißen, zog sie lautstark Luft ein.
"Das ist mein Lieblingshöschen. Wenn du es kaputt machst, bring ich dich um." Seine Stimme klang amüsiert.
"Wie du meinst." Er begann das Höschen langsam nach unten zu ziehen und folgte dessen Spur mit Küssen. Vom Oberschenkel bis zu den Zehen und wieder nach oben. Als sich sein Mund an ihre Scham drückte, holte sie erschrocken Luft. Das hatte bis jetzt noch keiner ihrer Freunde gewagt.
"Josh!" Sie immer noch intim küssend lächelte er über ihren erhitzten Ausbruch und schob seine Zunge noch tiefer in ihr williges und feuchtes Fleisch. Ihre Fingernägel gruben sich tief in seine Schultern und sie stöhnte lautstark, schrie beinahe, als ein gewaltiger Höhepunkt ihren Körper schüttelte. Als sie sich wieder etwas gefasst hatte, sah sie zu ihm hinunter.
"Komm zu mir. Ich brauch dich in mir!" Er sah ihr belustigt in die Augen und fuhr fort, sie dort zu küssen. Als sie sich ihm entwinden wollte, hielt er sie an den Oberschenkeln fest und küsste sie noch leidenschaftlicher. Nachdem ein weiterer Orgasmus über sie hinweg gerollt war, stieß sie ihn mit ihren Füßen weg. Etwas überrascht landete er auf dem Fußboden und sah sie verblüfft an.
"Hat es dir nicht gefallen?" Noch immer leicht zitternd stand sie vom Bett auf und ging zu ihm.
"Ich mag es nicht, wenn ich keine Kontrolle über meinen Partner habe." Sie kniete sich zu ihm und begann seine Hose zu öffnen. Ohne auf ihren Protest zu achten, packte er ihre Hände und küsste diese zärtlich.
"Dann sollten wir hier und jetzt aufhören, weil ich dir nicht versprechen kann, dass du in dieser Nacht wieder an die Führung kommst."
Wie bitte? Was hatte er da gerade gesagt?
Sie brauchte ihre Kontrolle. Die hatte sie bis jetzt bei allen Männern behalten. Aber konnte sie jetzt einfach gehen? Dieses Feuer in ihr einfach ignorieren? Ohne es zu merken schüttelte sie den Kopf und küsste ihn.
"Nicht aufhören!" Er stand zusammen mit ihr auf und setzte sie auf die Bettkante. Dann öffnete er seine Hose und zog sie aus. Wieder keine Unterhose, nur dieser riesige Schaft. Er kniete sich vor sie und zog an ihren Beinen, sodass sie nach hinten fiel. Als sie die Spitze seines Schwanzes an ihrem Eingang spürte, brachte ihr vor Lust vernebelter Verstand noch genug Panik auf, sodass sie "Kondom" keuschen konnte. Er hielt inne und lehnte sich über sie, um in ihre Augen zu sehen.
"Glaube mir, das brauchst du nicht." Die Panik verschwand augenblicklich und sie nickte zustimmend. Noch während sie nickte, drang er langsam in sie ein. Es war so herrlich. Dieses ausgefüllt sein. Die Wärme, die ihren Unterleib durchflutete. Dieses Kribbeln, dass sich über ihre Wirbelsäule in ihren Kopf fortsetzte.
Bevor er sich in ihr bewegen konnte, schlang sie ihre Beine um seine Hüften und begann ihm einen Rhythmus zu diktieren. Ein Lachen drang an ihre Ohren und seine Hände legten sich auf ihren Rücken und ihren Po. Plötzlich spürte sie kein Bett mehr unter sich. Nur noch seinen großen, harten Schaft und seine Arme, die ihren nackten Körper umschlangen.
"Was machst du mit mir?" fragte sie stöhnend.
"Lass dich fallen. Du kannst mir vertrauen." Plötzlich spürte sie etwas kaltes an ihrem Po und öffnete die Augen. Sie sah das Bett ein paar Schritte von ihnen entfernt und bemerkte, dass er sie auf eine Kommode gesetzt hatte. Ihr Rücken drückte gegen die Wand und er sah ihr tief in die Augen. Diese Augen. Sie hatte lange an dieses geheimnisvolle dunkle Braun gedacht. So aus der Nähe bemerkte sie wieder, dass sie fast schwarz waren.
Komisch.

Er drang mit seiner Zunge in ihren Mund ein und massierte zärtlich ihre Brüste. Umkreiste die Nippel, zog an ihren und drückte sie zwischen seinem Daumen und Zeigefinger zusammen. Sie schmolz unter seinen Berührungen dahin.
Wieso war es bei ihm so... schön?
Sie hatte schon einige Männer im Bett gehabt, aber keiner war so wie er.
Sie fuhr mit ihren zittrigen Händen durch sein braunes Haar und ihr war, als würde ihr Körper ganz langsam immer empfindlicher. An ihren Fingerspitzen spürte sie seinen Puls und seine Haut schien sie zu verbrennen.
Der dritte Orgasmus bemächtigte sich ihres Körpers, obwohl er sich kaum in ihr bewegte und sie schrie laut auf. Heftig Luft holend klammerte sie sich an ihn und biss ihm in die Schulter. Plötzlich ertönte ein Knurren und er stieß heftig in sie. Sie verbiss sich regelrecht in ihn, bis sie sein Blut auf ihrer Zunge schmeckte und sich erschrocken von ihm zu lösen versuchte. Dann hielt er abrupt inne und stöhnte ihren Namen. Sie wollte sich gerade für den Biss entschuldigen, als er sie mit einem ungestümen Blick ansah, der nur aus Leidenschaft und Feuer zu bestehen schien.
"Du machst mich total wild." Er zog sie an sich, immer noch mit ihr verbunden, und trug sie zu dem dunkelroten Sofa. Er setzte sich mit ihr zuoberst darauf und begann seine Hüften zu bewegen.
"Aber du bist doch gerade..." Er sah sie mit einem verführerischen Lächeln an und fiel ihr ins Wort.
"Ich habe dich gewarnt, dass ich sehr ausdauernd bin."

Josephine saß an der Bar genau neben Erik und nippte an einer Cola. Zuerst wollte sie einen Wodka oder einen anderen Schnaps haben, aber das hatte er sofort abgelehnt. Sie war eindeutig zu jung für harten Alkohol. Obwohl sie beteuert hatte, schon weit über einundzwanzig Jahre alt zu sein, glaubte er ihr nicht. Sie sah aus wie siebzehn, höchstens achtzehn.
Und trotzdem zog ihn etwas an ihr an. Ungeachtet der Tatsache, dass er sie erst seit ein paar Minuten kannte, war es, als würde sie etwas verbinden. Etwas Besonderes.
Er sah sie wieder an. Sie war so klein und trotzdem hatte sie diese Männer getötet. Als er ihr Profil studierte, konnte er, bis auf ihre schwarzen Augen, nichts ungewöhnliches entdecken. Ganz im Gegensatz. Sie war eine Schönheit.
Als er sich zum wiederholten Male in der gut gefüllten Kneipe umsah, fielen ihm die bewundernden und neugierigen Blicke der anderen Männer auf. Ein leises Knurren erbebte in seiner Brust. Als er bemerkte, was er tat, hob er die Augenbrauen. Was zum Teufel war nur in ihn gefahren? Am liebsten hätte er jeden Mann in der Bar, der die Frechheit besaß Josephine anzusehen, einen Kopf kürzer gemacht.
"Was wollten diese Idioten eigentlich von dir?" Erik sah sie etwas zurückhaltend an. Was konnte er ihr erzählen, ohne sie in Gefahr zu bringen. Außerdem war es verboten, interne Rudelangelegenheiten mit Menschen zu besprechen.
Ein Mensch? Oder war sie etwas anderes?
Wie ein Wolf roch sie nicht. Für eine Nymphe war sie zu dunkel. Die, die er bis jetzt gesehen hatte, waren helle, leuchtende Wesen. Alle blond oder rothaarig.
Konnte sie eine Hexe sein?
Aber sie war wie eine Kriegerin ausgestattet. Was wusste sie? War sie auch ein Geschöpf Odins? Für Frauen war selbst heutzutage ein solches Waffenarsenal kein Normalzustand. Außerdem waren die Messer aus Silber. Die normalen Messer und Dolche wurden fast nur noch aus Edelstahl hergestellt.
"Ich hatte den Auftrag sie zu beobachten." Sie kicherte und es klang wie das klingeln eines Glöckchens. Hell und angenehm.
"Dann warst du aber nicht sehr unauffällig. Die haben dich schon gewittert, als sie die Brücke verlassen haben."
Gewittert
? War das nur ein schlecht gewählter Ausdruck, den sie verwendete oder wusste sie wirklich, wer - was er war?
"Und was machst du um diese Uhrzeit, in dieser Aufmachung und dieser Bewaffnung hier draußen?" Sie grinste.
"Ich soll hier warten. Genau genommen draußen. Zwei Blocks die Straße runter. Aber mir war langweilig. Und jetzt ist mir warm." Sie zog mit einer geschmeidigen Bewegung ihren Mantel aus und langes, rabenschwarzes Haar schimmerte bis zu ihren Hüften.
Großer Gott.
Sie war wirklich eine Schönheit. Im schummrigen Licht der Bar konnte er sie ausgiebig betrachten. Das enge, schwarze Shirt schmiegte sich wie eine zweite Haut an ihren Oberkörper und ihre Hüfthose überließ wirklich nichts der Fantasie. Ihr Kettenanhänger fiel ihm besonders ins Auge. Er deutete darauf und sagte: "Was ist das für ein Stein?" Sich wieder auf ihre Cola konzentrierend winkte sie ab.
"Das ist kein Stein." Mehr sagte sie nicht. Und es interessierte ihn auch nicht unbedingt. Nicht, wenn er eine hinreißende, junge Frau neben sich sitzen hatte. Bis jetzt hatte er nur in Europa eine kurze Beziehung gehabt. Aber Melanie war nur wenig Technik interessiert gewesen und hatte sich immer wieder beschwert, wenn er spielte oder sich mit Freunden über dieses Thema austauschte.
"Wo kommst du her? Du hast einen leichten Akzent." Wieder kicherte sie.
"Ich komme aus Russland, aber bis jetzt hat noch niemand meinen Akzent mitbekommen. Gutes Ohr."
Russland?
Was wollte so ein junges Ding dann hier in Alexandria? Hier gab es keine Sehenswürdigkeiten und die meisten Touristen nutzten es nur als Verbindungsstrecke, wegen dem Ronald Reagan Airport.
"Und was machst du in Amerika?" Sie zuckte mit den Schultern.
"Ich hab meine Brüder und meinen Vater in geschäftlichen Dingen hierher begleitet. Sie sind etwas eigen, wenn es ums Verreisen geht. Und du?" Als sie ihn mit diesen wunderschönen, schwarzen Augen ansah, wurde er etwas verlegen und starrte in seine Flasche Bier.
"Ich bin zwar in Italien geboren, aber meine Familie wohnt hier gleich in der Nähe."
"Dein Rudel", verbesserte sie ihn. Ungläubig starrte er sie an. Sie wusste, dass er ein Wolf war? Hatte er sich irgendwie verplappert?
"Woher weißt du das?" Sie zuckte mit den Schultern, als wäre es nichts.
"Du riechst nach Wald. Meine Brüder riechen nach Holz. Wenn ich eins und eins zusammen zähle..." Dann verstummte sie und winkte aufgeregt in Richtung Tür. Drei große, blonde Männer kamen herein und sahen sich um. Als sie Josephine sahen, kamen sie sofort zu ihr. Der Mann, der am grimmigsten drein blickte, blieb vor ihr stehen und sagte im schroffen Ton: "Wir haben dir gesagt, du sollst in der Nähe bleiben!" Josephine lächelte den Mann an, der sie eben gerügt hatte und sah dann wieder zu Erik.
"Erik, dass sind meine Brüder: Artjom, Jegor und Krylo. Meine Herz allerliebsten Brüder, das ist Erik." Die Brüder sahen Erik grimmig an und Artjom, der vorher schon mit Josephine gesprochen hatte, murmelte etwas wie einen Gruß und wandte sich dann wieder seiner Schwester zu.
"Wir müssen los. Vater wartet im Auto und der Flieger geht in einer Stunde." Damit drehten sich die drei Männer wieder um und verließen die Bar. Josephine sah Erik eine Sekunde lang herzzerreißend an und gab ihm schließlich überraschend einen keuschen Kuss auf die Wange.
"Bis bald!" Mit diesen Worten folgte sie ihren Brüdern zur Tür. Er hatte sie noch nicht einmal nach ihrer Nummer gefragt. Sie kam aus Russland. Aber war das ein Hindernis? Vielleicht kam sie bald wieder hier her. Wenn nicht, würde er vielleicht mal seine Eltern besuchen und nebenbei einen kleinen Abstecher nach Russland unternehmen. Wer könnte es ihm verübeln? Die Kleine war wirklich niedlich und dann auch noch ein Wolf. Seine Mutter würde vor Freude in die Luft springen.
"Warte!" Erik lief ihr nach und sie blieb sofort stehen. Neugier blitzte in ihren Augen auf. War sie auch an ihm interessiert? Wenn nicht, hätte sie ihn wohl kaum geküsst.
"Wie kann ich dich erreichen?" Sie schenkte ihm ein reizendes Lächeln und antwortete frech: "Ich finde dich."
Damit drehte sie sich wieder um und ging in die Nacht hinaus.

Mitten in der Nacht schreckte Cassandra auf und weckte damit unbeabsichtigt Josh, der schon so gut wie lange nicht mehr geschlafen hatte. Er lag dicht neben ihr und hatte seinen Arm besitzergreifend um ihre Taille gelegt. Seine Augen öffnete er nur ein kleines Stück und bemerkte, dass sie die Decke anstarrte.
Dachte sie an die letzten Stunden?
Ihr Körper zitterte immer noch leicht. Und sie war so herrlich entspannt gewesen. Noch nie hatte sie jemand anderem die Führung überlassen, das hatte sie zugegeben, aber er hatte es auch in ihrem Blick gesehen. Dieses Wissen brachte ihn zum schmunzeln. Als sie aufstehen wollte, zog er sie wieder an sich und vergrub seinen Kopf in ihrem Nacken.
"Willst du Nachschlag?" Sie kicherte plötzlich.
"Wir haben es wie die Karnickel getrieben. Drei Stunden! Ich glaube kaum, dass sich dein kleiner Freund schon wieder dazu bereit fühlt."
Von wegen!
Er nahm ihre Hand und führte sie zu seinem Penis. Erschrocken und überrascht drehte sie sich um und lüftete die Decke. Er stand stramm. Groß und vor Erwartung feucht.
"Hast du zu viel Viagra geschluckt?" Nun war es an ihm zu lachen.
"Ich brauch nur einen Blick auf deinen hübschen Körper und er entwickelt ein Eigenleben." Verlegen wandte sie ihren Blick ab und stand auf.
Was war los?
Sie hatten sich die ganze Nacht geliebt und er hatte sie überall berührt. Überall geschmeckt. Schämte sie sich jetzt? Als sie das Bett verließ, war auch die Decke verschwunden und sie stand herrlich nackt neben dem Bett.
"Ich muss nach Hause." Mit diesen Worten schnappte sie sich ihr Kleid, sammelte ihre Unterwäsche auf und ging ins Badezimmer. Sie hatte nicht um seine Gesellschaft gebeten. Er verschränkte die Arme hinter seinem Kopf und ließ den vergangenen Abend Revue passieren. Bis auf ihren kleinen Wutausbruch, als er ihr eröffnete, dass er im voraus ein Zimmer reserviert hatte, war der Abend perfekt gewesen. Sie hatten gegessen, getrunken und gevögelt. Und sie hatte es genossen. Hatte sich fallen lassen und ihm die Führung überlassen. Sie schien ihm zu vertrauen. Immerhin schloss sie noch nicht einmal die Badezimmertür ab.
Als er hörte, wie sie die Dusche anstellte, um seinen Geruch abzuwaschen, begann ein wenig Wut in ihm aufzusteigen. Wut und Eifersucht. Sie wollte wieder zu ihrem Ehemann zurück und diese Nacht einfach den Abfluss hinunter spülen. Ohne zu wissen, was er tun sollte, stand er auf und ging ebenfalls ins Bad.
Es war sehr geräumig, im Schachbrettmuster weiß und schwarz gefliest und die Armaturen waren vergoldet. Hier bekam man etwas für sein Geld. Der Dampf der Glasdusche hüllte das Bad in einen nebeligen Schleier und er öffnete vorsichtig die Duschkabine, damit er Cassandra nicht erschreckte. Sie stand mit dem Rücken zu ihm, drehte sich aber nicht um. Ihre langen, roten Haare waren wie ein schützender Umhang, der bis zu ihrer Taille reichte und ihren Rücken fast komplett verbarg. Das Wasser lief in wilden Sturzbächen über ihren hübschen kleinen Po, die Beine entlang bis zum Boden der Dusche und sein Schaft pochte schmerzlich vor wildem Verlangen. Er schloss die Kabine wieder und näherte sich Cassandra wie der Wolf, der er war.
"Willst du mir den Rücken einseifen?"
Sie wollte ihn. Hier in der Dusche.
Das ließ er sich garantiert nicht zweimal sagen. Mit dieser Einladung packte er ihre Hüfte und drang mit einem Stoß in ihren warmen und willigen Schoß ein. Nach Halt suchend stützte sie sich mit ihren Händen gegen die Fliesen und genoss sichtlich seine männliche Kraft. Ihre Haare wurden vom Wasser nach vorne gespült und verdeckten nun ihre Brüste. Dafür war ein entzückender Nacken zum Vorschein gekommen. Während er sich langsam in ihr bewegte, küsste er ihren Hals und begann an ihrem Fleisch zu saugen.
"Keinen Knutschfleck!" Aber er hörte nicht auf und erstickte ihren Protest mit einem harten Stoß, der sie verzückt stöhnen ließ. Er beschleunigte sein Tempo und saugte gleichzeitig an ihrer weichen Haut. Eine seiner Hände streichelte sich von ihrer Brust zu ihrer Scham und suchte verführerisch langsam ihren Kitzler. Er spürte, wie sich ihre Muskeln um seinen Schwanz zusammen zogen und rieb sie fester. Gleichzeitig erhöhte er auch den Rhythmus seiner Stöße.
"Josh!" Sie keuchte seinen Namen voller Inbrunst und kam ihm bei jedem Stoß entgegen. Als sie schließlich zusammen mit ihm zum Höhepunkt gekommen war, bewunderte er verstohlen sein Werk. Mit diesem Knutschfleck konnte sie in nächster Zeit auf keinen Fall mit ihrem Mann das Bett teilen. Zufriedenheit wallte in ihm auf.
Seinen Geruch konnte sie abwaschen, aber den Knutschfleck würde sie für mindestens zwei Tage behalten. Und dann würde er ihr einen neuen machen. Er freute sich regelrecht darauf. Sylvester hatte ihm erzählt, dass am Donnerstag ein Bekannter von ihm in einer Galerie Kunstwerke ausstellte. Das wäre die passende Gelegenheit für ihn, diese kleine, rothaarige Schönheit wieder zu sehen.
An ihrem Ohr flüsterte er rau: "Am Donnerstag bin ich zu einer Kunstausstellung eingeladen. Hast du Lust mich zu begleiten?" Noch immer in ihrem Orgasmus schwelgend, nickte sie zustimmend und rieb ihre Wange an seiner. Sein Schwanz, der immer noch in ihr war, zuckte erneut und es überraschte Josh, dass er immer noch Lust auf Cassandra hatte. Sie waren schon so oft gekommen, das er aufgehört hatte zu zählen. Und trotzdem konnte er nicht genug von ihr bekommen.
Was hatte sie nur mit ihm gemacht. Er, der Weiberheld, benahm sich wie ein grüner Junge.

"Wenn du nicht aufhörst, kommst du bis Donnerstag nicht mehr aus diesem Zimmer." Das schien eine kalte Dusche für ihren Verstand gewesen zu sein. Vorsichtig löste sie sich von ihm und entließ seinen Penis aus ihren warmen Körper. Danach drehte sie sich um und verließ die Duschkabine fast fluchtartig, aber immer noch kichernd.
Nachdem sie sich abgetrocknet hatte, zog sie sich schnell an und nahm ihre Tasche sowie den Mantel. Er folgte ihr nass und tropfend ins Zimmer zurück.
"Gibst du mir noch deine Nummer?" Verwundert blickte sie auf. Dann zog sie lächelnd eine Visitenkarte aus ihrer Tasche und schrieb auf die Rückseite ihre Handynummer. Die Karte legte sie auf die Kommode, auf der sie sich noch vor ein paar Stunden geliebt hatten, und verließ mit einem sehr zufriedenen Grinsen das Zimmer.
Josh beobachtete die Tür noch eine Weile, in der Hoffnung, sie würde vielleicht zurück kommen und erst am Morgen zurück zu ihrem Mann gehen. Aber vor der Tür blieb es ruhig. Resigniert seufzend drehte er sich um und trocknete sich im Bad ab. Wäre sie etwas länger geblieben, hätte er sie auch abgerieben. Und noch andere Sachen mit ihr angestellt. Verwirrt schüttelte er den Kopf.
Nachdem er sich seine Hose und das Hemd angezogen hatte, nahm er ihre Karte in die Hand und musste schmunzeln.

Cassandra Weedman - Abteilungsleiterin Buchhaltung.


"Ich hab es doch gewusst. Sie würde sich niemandem unterordnen." Als er sich bäuchlings auf das Bett fallen ließ und sein Gesicht in den Kissen vergrub, wurde er wieder hart. Sie hatte hier mit ihm gelegen, als wäre es das natürlichste der Welt. Und er würde sie dazu bringen, auch weiterhin mit ihm zu schlafen. Und damit meinte er nicht nur in sexueller Hinsicht. Er wollte sie ganz.