5

Als Weston erwachte, hatte er dröhnende Kopfschmerzen, sein Magen fühlte sich an, als trampelten ein Dutzend Zwerge mit Nagelstiefeln darin herum, und seine Umgebung bewegte sich. Kopf- und Magenschmerzen waren ihm vertraut, die Bewegungen seiner Umgebung dagegen nicht.

Er öffnete die Augen. Die Schlafzimmerdecke war so niedrig, daß sie scheinbar auf ihn herunterkam; als er den Kopf drehte, erkannte er, daß auch die Wände näher rückten. Er wurde zerquetscht … Er mußte sich zusammenreißen. Da Zimmerdecken und -wände nur bei Poe gefährlich wurden, mußten ihm seine Augen einen Streich spielen. Der spanische Cava schien sogar den Sehnerv zu beeinträchtigen. Das nächstemal blieb er lieber bei Scotch … Unvermittelt fiel ihm ein, daß heute Reisetag war. Also lag vor ihm nicht etwa eine geruhsame Erholung von seinem Kater, sondern anderthalb Stunden Busfahrt, Schlangestehen vor dem Ticketcounter, scheußliches Essen … Er hob die Linke, und nach einer Weile hörte seine Digitaluhr auf, verrückt zu spielen. Viertel nach zehn. Das hieß, nur noch zwei Stunden bis zum Abflug, und er mußte sich noch rasieren, duschen, packen … Stephanies Geschenk! Da es beinahe unmöglich war, für jemanden, der sich alles leisten konnte, ein Geschenk zu finden, hatte er den Einkauf bis zum heutigen Vormittag aufgeschoben, weil er hoffte, daß ihm etwas einfallen werde. Statt dessen hatte der Kater zugeschlagen. Also mußte er noch den Duty-free-Shop aufsuchen, denn sie würde es ihm niemals verzeihen, wenn er mit leeren Händen kam. Für einen emotional so kalten Menschen legte sie außerordentlich großen Wert auf Geschenke …

Bei zwei Stunden – inklusive der Zeit, die er zum Anziehen brauchte – konnte er es sich leisten, noch ein bißchen im Bett zu bleiben. Leider vermochte er sich jedoch nicht zu entspannen, denn seine Umgebung bewegte sich weiterhin auf eine Art, die ihm vertraut erschien, die er jedoch nicht identifizieren konnte. Es war ein regelmäßiger Rhythmus, und dann ein schnelleres Auf und Ab, ein dumpfer Schlag und Vibrationen, deren Intensität allmählich nachließ wie Ringe im Wasser … Wasser! Ein Boot auf dem Meer. Jetzt erst konnte er die herabsinkende Decke und die näher rückenden Wände als Kabinendecke und Schotten einordnen. Diese Einordnung war für ihn allerdings keine Beruhigung, denn sie war praktisch unmöglich. War der Champagner mit LSD versetzt gewesen? Das ferne, plätschernde Geräusch wurde zu einer vom Wind zu Gischt zerfetzten Bugwelle, das runde Fenster zum Bullauge. Die einfallenden Sonnenstrahlen bewegten sich nicht, weil seine Augen ihm einen Streich spielten, sondern weil sich das Boot bewegte …

Stöhnend richtete er sich auf und schwang die Beine über die Schlingerleiste. Er ließ sich aufs Deck hinab. Außerhalb seiner Kabine lag ein kurzer Korridor, ein Niedergang, ein luxuriös eingerichteter Salon, ein Sonnendeck, an dessen Heckseite ein Schlauchboot in den Davits hing, und dahinter das blaue Meer.

Ein Stück hinter ihnen lag dicht am Wind ein Schoner; auf Backbord lag, dunstverhangen in der Hitze, eine flache, von Hügeln abgegrenzte Küste. Das Boot stampfte schwerer als zuvor, so daß er hastig an einer Deckstütze Halt suchen mußte. Er starrte auf das Kielwasser, das sich als weiße Schleppe hinter ihnen erstreckte, bis es allmählich durchscheinender wurde und verschwand, und versuchte sich zu erinnern, wie er an Bord gekommen war. Er konnte es nicht.

Nach einer Weile tastete er sich zwischen Reling und Salonschott nach vorn, bis er das Ruderhaus sehen konnte. An Hinterkopf und Schulterhaltung erkannte er Farley. Er stieg die Leiter empor und betrat das Ruderhaus. »Aha, du lebst noch«, stellte Farley fest. »Ich wollte dich schon in eine Persenning packen und über Bord gehen lassen.«

»Was zum Teufel geht hier vor?«

»Wir machen siebzehn Knoten, Seegang mäßig, Wind Ost-Nordost, Stärke drei bis vier, leichte Dünung und alles in Ordnung.« Das Meer war seine natürliche Umgebung. An Land war er, je nachdem, ein verlotterter Kerl oder ein Exzentriker; auf See war er nur Seemann.

»Verdammt, du weißt genau, was ich meine!« Eine See kam in leicht verändertem Winkel herein, und das Boot rollte beim Stampfen. Weston mußte sich an den zweiten Pilotensitz klammern. Sein Magen hob sich mit dem Boot.

»Großer Gott, du bist ja ganz grün um die Nase! Wie wär’s mit einem schönen Schnitzel?« Er lachte laut auf.

»Warum bin ich hier?«

»Weil du endlich beschlossen hast, Mensch zu sein. Vor ein paar Tagen warst du ein echter Spießer, und deine Vorstellung von einer rauschenden Nacht war ein Abend im Golfclub. Gestern abend aber hast du die Puppen tanzen lassen.«

Daß Farley Ausdrücke aus ihrer Schulzeit benutzte, verstärkte seine Verwirrung noch. »In knapp zwei Stunden muß ich am Flughafen sein.«

»Das ist leider unmöglich.«

Er deutete nach Backbord. »Was ist das?«

»Die Küste zwischen Puerto Puntos und Cala Besuna.«

»Das sagt mir nichts. Wie lange dauert die Fahrt von dem letzten Punkt, den du eben erwähnt hast, nach Restina?«

»Mit dem Auto? Bei einigem Tempo eine Stunde, würde ich sagen.«

»Dann änderst du jetzt den Kurs und bringst mich hin.«

»Geht nicht.«

»Kapierst du eigentlich nicht? Ich fliege heute nach Hause zurück; meine Frau erwartet mich …«

»Tut sie nicht. Ich hab ihr ein Telegramm geschickt, daß alles in Ordnung ist, daß du einen alten Freund getroffen hast und daß wir noch ein paar Tage bleiben. Liebe Grüße und viele Küsse, natürlich ohne zu erwähnen, daß du eine neue Freundin gefunden hast. Ehefrauen können zuweilen furchtbar kleinlich sein.«

»Einer von uns beiden ist verrückt.«

»Gut. Heutzutage verstehen es nur die Verrückten, das Leben zu genießen. Ach, übrigens – mit den Leuten vom Hotel habe ich auch gesprochen. Sie werden dein Gepäck aufbewahren.«

Weston stemmte sich auf den Sitz hinauf. »Warum?«

»Ich brauchte eine Crew.«

»Wofür?«

»Für den Törn nach Marokko.«

Er konnte gerade noch den Kompaß erkennen. »Wir fahren fast direkt nach Osten. Marokko liegt im Süden.«

»Der Mann kriegt seinen Verstand zurück! Weißt du noch? Die sicherste Entfernung zwischen zwei Punkten ist immer die längste, sagt Euklid.«

»Was heißt das?«

»Der typische Cabo der Guardia Civil bei der Küstenwache ist ein Mann mit logischem, jedoch begrenztem Denkvermögen. Wenn er ein Boot sieht, das ostwärts segelt, vermutet er, daß es auf ein Ziel an der Küste zuhält.«

»Wenn du dein Ziel verschleiern willst, mußt du in etwas Illegales verwickelt sein.«

»Eine eher spießige Sicht der Dinge, mein Lieber.«

»O Gott!« murmelte Weston verbittert. Die Tatsache, daß Farley ihn voller Genugtuung angrinste, steigerte seine aufkommende Panik noch. »Bring mich an Land, ich fahre allein zum Hotel zurück und vergesse, was du mir erzählt hast.«

»Pfadfinderehrenwort?«

»Selbstverständlich.«

»Unsinn!« Farley brüllte vor Lachen. Wenn er sein Kinn reckte, kam der Wind durch ein offenes Fenster und zupfte an seinem Bart. So vieles an ihm erinnerte an einen Piraten!

»Ich schwöre dir …«

»Deinen Schwur kannst du dir sonstwohin stecken … Hör zu, Jungchen, ich stehe jetzt schon seit Stunden am Ruder. Ein heißer Kaffee würde mir guttun. Machst du uns einen? Der wird bestimmt ein bißchen Leben in deine eingefallenen Züge zurückbringen. Der Haupthahn für die Gasbrenner ist vorn, unter Deck.«

»Schmuggelst du Drogen?«

»Idiotische Frage!« Sein Ton war plötzlich zornig geworden, und gar nicht mehr so ironisch belustigt wie zuvor. »Glaubst du etwa, ich mache mir die Hände an diesem Giftzeug schmutzig?«

»Was immer du tust, es ist mit Sicherheit illegal …«

»Illegal ist ein Begriff, den andere Menschen anders sehen.«

»Und wie siehst du ihn?«

Farley grinste brutal.

»Ich will auf gar keinen Fall was damit zu tun haben!«

»Hast du Schiß?«

»Ich weigere mich, Gesetze zu übertreten.«

»Vielleicht beruhigt es dein Gewissen, wenn du hörst, daß du in spätestens zwei Tagen ein schönes Stück reicher sein wirst.«

»Ich rühre keinen Penny an.«

»Nicht Pennies. Zwanzigtausend Dollar.«

»Und wenn es hunderttausend wären.«

»Du erinnerst mich an diesen dämlichen, alten Wiles, der uns englische Literatur beibringen wollte. ›Was wir können, werden wir sein, rechtschaffene Engländer …!‹ Rechtschaffenheit ist eine Ware genau wie andere. Wie hoch ist dein Preis?« Er glitt vom Sitz. »Anscheinend hast du so verdammt viele Fragen, daß ich den Kaffee selbst machen muß. Übernimm du das Ruder. Kurs null-acht-fünf.«

Farley ging nach achtern und stieg den Niedergang hinab. Ein wenig unbeholfen wechselte Weston den Platz. Sie waren bereits zehn Grad vom Kurs abgekommen. Er legte das Ruder nach Steuerbord.

Als sie wieder auf Kurs waren, ließ er das Ruder los. Wie sollte er sich Farley nur verständlich machen? Als geborener Anarchist schien Farley den Wunsch, keine Regeln zu brechen, für ein Zeichen der Schwäche zu halten. Wie konnte er es ihm nur erklären? Er hatte gezeigt, daß er für Vernunftgründe taub war, und Bitten würde bei ihm nur Verachtung auslösen, kein Mitgefühl.

Es war ein Gradmesser für Westons geistige Verwirrung, daß er so lange brauchte, um zu erkennen, daß die Lösung des Problems in seinen eigenen Händen lag. Er legte das Ruder nach Steuerbord um und nahm Direktkurs nach Norden. Wegen des Dunstschleiers war es schwierig, die Entfernung zum Land einzuschätzen, doch Farley würde mit Sicherheit wiederauftauchen, bevor sie dort waren. Also mußte er irgendwie Worte finden, die ihn zu der Einsicht brachten, daß …

Farley kam ohne den Kaffee zurück und setzte sich auf den Steuerbordsessel. Er blickte nach vorn, schien den geänderten Kurs aber nicht beanstanden zu wollen. »Du willst mir also auf gar keinen Fall helfen?«

»Nein.«

Er beugte sich herüber und legte drei Fotos auf die Arbeitsplatte vor dem Ruder. Als Weston den Blick darauf richtete, sah er zunächst nur einen nackten Mann und eine nackte Frau, die sich eng umschlungen liebten. Dann erkannte er entsetzt Jemma und sich.

»Ich muß zugeben, daß du mich erstaunt hast, Aggie. Ich hätte geschworen, daß du weder über genügend Phantasie noch über genügend Technik verfügst. Ich habe mich geirrt.«

»Wer … wer hat diese Fotos gemacht?«

»Marcia. Sie kann gut umgehen, mit der Kamera.«

»Warum?«

»Vielleicht törnt sie das an.« Farleys Ton klang ironisch. »Sind das Prostituierte, die du bezahlt hast?«

»Was für ein mieser Puritaner du doch bist! Die beiden sind muntere Amateure, die immer bereit sind, sich mit der einzigen Münze, die sie reichlich besitzen, ein bißchen mehr Zeit am Mittelmeer zu erkaufen.«

»Du hast mich in eine Falle gelockt!«

»Sagen wir, ich habe dich in Versuchung geführt. Und, wie ich zugebe, mit beträchtlicher Neugier. Würde die rechtschaffene Tugend sich als stärker denn das sündige Laster erweisen?«

»Und nun?«

»Das liegt bei dir.«

»Wenn ich dir nicht helfe, machst du Gebrauch von denen hier?«

»Als ein mit außerordentlicher Vernunft begabter Mann wirst du sicher einsehen, wo deine Interessen liegen.«

Stephanie fand sogar den Missionarssex geschmacklos; diese Fotos würden sie anwidern.

»Nach deiner Miene zu urteilen, Aggie, erwägst du, die Fotos zu zerreißen. Bitte sehr! Ich habe natürlich die Negative.«

Während er durch die Fensteröffnung starrte, war er sich klar darüber, daß er es nicht wagte, herauszufinden, ob Farley nur bluffte.

»Gehen wir wieder auf Kurs?«

Er rührte sich nicht.

»Laß mich deine reine Seele beruhigen. Dieser Törn hat nicht das geringste mit Drogen zu tun. Ich glaube sogar, ganz strenggenommen ist überhaupt nichts Illegales daran.«

Gary Weston änderte den Kurs.

 

Im Salon stand Farley auf und ging nach vorn, um im Ruderhaus die automatische Steuerung zu kontrollieren, die sie auf Kurs hielt, und um sich zu vergewissern, daß sich kein anderes Boot auf Kollisionskurs näherte. Seltsam, dachte Weston, daß Farley auf See gewissenhaft darauf achtete, daß Wache gehalten und dadurch jedes Risiko für andere ausgeschlossen wurde, während er an Land derartige Dinge belächelte.

Kurz darauf kam Farley zurück und nahm wieder Platz. »Das Containerschiff ist jetzt unter der Kimm, und die Jacht hat uns auf Backbord passiert … Doch mir gefällt der Himmel nicht. Die Wolken sehen aus, als ob irgendwo starker Wind herrscht, aber der Wetterbericht hat nichts erwähnt. Das Letzte, was wir jetzt brauchen können, ist ein ausgewachsener Sturm.«

Weston schwieg.

»Immer noch sauer? Entspann dich, Junge! Nimm das Leben doch einfach, wie’s kommt. Okay, ist eben ein bißchen Rechtschaffenheit verlorengegangen, dafür hast du Erfahrungen gesammelt, von denen die meisten Männer nur träumen. Und bald wirst du zwanzigtausend Dollar dein eigen nennen.«

»Ich habe gesagt, daß ich keinen …«

»Ja, ja. Keinen lausigen Dollar anrühren wirst. Ich frage mich, ob du auch noch so denkst, wenn das Geld bar vor dir auf dem Tisch liegt. Grundsätze gedeihen eigentlich nur im Vakuum.«

»Auf deinen Lebensstil trifft das vermutlich zu.«

»Urteilst du schon wieder nach dem äußeren Schein? Du bist ein Heuchler … Okay, fünf Minuten vorbei, seit ich oben war. Jetzt bist du dran.«

Weston ging ins Ruderhaus hinauf. Kein Boot, kein Schiff zu sehen; Seegang noch immer mäßig; Wind eher Stärke vier als drei; Kurs einundneunzig. Während er hinausspähte, suchte er verzweifelt nach einem Ausweg aus seiner gegenwärtigen Lage.

Er hörte Farley den Niedergang heraufkommen und dann das Ruderhaus betreten, drehte sich aber nicht um.

»Ich dachte schon, du wärst über Bord gefallen.«

»Das wäre wohl zuviel des Glücks.«

»Was für ein trübseliger Mistkerl du sein kannst!« Farley nahm auf dem Steuerbordsessel Platz und rülpste. »Irgendwie erinnerst du mich an Kate. Sie glaubt so fest daran, daß der Mensch im Grund gut ist, daß sie sich immer noch Zeit für Reformversuche an mir nimmt.«

»Sie kennt dich offenbar nicht besonders gut.«

»Im Gegenteil. Wir haben jahrelang zusammengelebt.«

»Deine Frau?«

»Könntest du dir das vorstellen – ausgerechnet ich? Eine Frau, die mich heiraten will, würde ich auf gar keinen Fall ehelichen … Nein, Kate ist meine Schwester.« Er holte ein Päckchen Zigarren heraus und steckte sich eine an. »Eine der loyalsten Frauen, die ich kenne. Aber dickköpfig. Nachdem sie mir Keith vorgestellt und mir erklärt hatte, daß sie ihn heiraten will, habe ich ihr gesagt, daß er ein kleiner Scheißkerl ist.«

»Wofür sie dir ganz zweifellos dankbar war.«

Er lachte. »Gott weiß, warum sie nicht einsehen will, was der Mann wirklich ist: der geborene Verlierer. Aber vielleicht ist es ja das, was ihn für sie so anziehend macht: Sie hat noch nie nein sagen können, wenn jemand sie um Hilfe bittet. Da er kein Geld hatte, lebten sie nach der Hochzeit in dem Cottage in Anstey Cross, das wir beide zusammen geerbt haben. Da sie nicht genug Geld hatte, mich auszukaufen, dachte ich daran, ihr meine Hälfte zu schenken, weil ich ohnehin nicht sehr viel Zeit in England verbringe. Doch dann fiel mir ein, daß er das Haus erben würde, wenn sie zuerst stirbt, und dieses Risiko wollte ich nicht eingehen.« Farley zog an seiner Zigarre und blies den Rauch durch die Nase aus. »Ehrlich gesagt, manchmal, wenn ich an den blühenden Bramley mitten auf dem Rasen denke, bin ich froh, daß eine Hälfte noch mir gehört.«

Es war das erstemal, daß Weston hörte, wie Farley sentimentalen Erinnerungen nachhing.

»Im letzten Jahr ist er mit so einer grauen Maus von Bibliothekarin durchgebrannt. Und weißt du, warum? Weil er endlich eine gefunden hatte, die noch farbloser ist als er, so daß er sich neben ihr geradezu großartig vorkam. Die ganze Zeit mit Kate brauchte er nicht mal einen Spiegel, um zu erkennen, wie klein er neben ihr war … Sie hätte auf mich hören sollen.«

»Andererseits hättest du deine Meinung für dich behalten können, dann hätte sie keinen Grund gehabt, ihn zu heiraten, um ihre Unabhängigkeit zu beweisen. Mit der Zeit hätte sie dann selbst entdeckt, ob du recht hattest oder nicht … Ich geh jetzt runter und esse weiter.«

»Na schön, Dr. Freud.« Farley klang pikiert. »Und wenn du fertig bist, kannst du übers Heck gehen.«

»Kopf voran oder Füße?«

Das schien seine Laune wieder zu heben. »Im Schlauchboot.«

»Und warum?«

»Um einen neuen Namen und Heimathafen aufzupinseln, bevor wir Kurs nach Süden nehmen.«

»Damit uns niemand, falls wir gesichtet werden, mit der Cristina II in Verbindung bringt, die von Restina ausgelaufen ist?«

»Du lernst, mein Junge, du lernst tatsächlich.«