VI
Genevieve betrat den Gemeinschaftsraum in heller Aufregung. Sie sagte mit leiser, zitternder Stimme: »Ich bin jetzt sicher, ganz absolut sicher, dass ich weiß, wer die kleine Celia umgebracht hat.«
»Wer ist es gewesen, Genevieve?«, fragte René. »Und wieso bist du so sicher?«
Genevieve sah sich vorsichtig um und vergewisserte sich, dass die Tür des Gemeinschaftsraums geschlossen war. Sie dämpfte ihre Stimme.
»Es war Nigel Chapman.«
»Nigel Chapman, warum?«
»Hört zu. Ich gehe über den Korridor, und da höre ich Stimmen aus Patricias Zimmer. Es ist Nigel, der da mit ihr spricht.«
»Nigel? In Patricias Zimmer?«, sagte Jean missbilligend.
Aber Genevieve ließ sich nicht beirren. »Und er sagt zu ihr, dass sein Vater seine Mutter getötet hat, und dass er pour ça seinen Namen geändert hat. Damit ist alles klar, nicht wahr? Sein Vater war ein verurteilter Mörder, und Nigel – er hat diese Neigung geerbt…«
»Das ist möglich«, sagte Mr Chandra Lal, der sich diese Möglichkeit lustvoll durch den Kopf gehen ließ. »Es ist gut möglich. Er ist so gewalttätig, dieser Nigel, so unausgeglichen. Keine Selbstkontrolle. Du stimmst mir doch zu?« Er wandte sich herablassend an Akibombo, der mit seinem schwarzen Wollkopf begeistert nickte und seine weißen Zähne zu einem erfreuten Lächeln entblößte.
»Ich habe schon immer das starke Gefühl gehabt«, sagte Jean, »dass Nigel keinen Sinn für Moral hat – ein durch und durch degenerierter Charakter.«
»Es ist ein Lustmord, ja«, sagte Mr Achmed Ali. »Erst schläft er mit dem Mädchen, dann tötet er es. Weil Celia ein anständiges Mädchen ist, respektabel, hat es erwartet, dass er es heiratet…«
»Quatsch!«, explodierte Leonard Bateson.
»Was hast du gesagt?«
»Ich sagte Quatsch!«, brüllte Len.