Erst nach langen, mühseligen Verhandlungen – und indem er beträchtliche Summen zahlte – gelang es Ludwig, seinen Bruder aus Lothringen nach Paris zurückzuholen. Wie gesagt, der Gedanke, seinem Vaterland verpflichtet zu sein, streifte Gaston nicht einmal. Im Gegensatz zum älteren Bruder schwebte der Geist Henri Quatres nicht über ihm.
Damit er nun in der Hauptstadt bliebe, ernannte ihn Ludwig zum »Generalleutnant von Paris«, ein Titel, der Gaston sehr schmeichelte, der ihm aber, so einträglich er war, keine Macht gab, denn alle königlichen Truppen waren Ludwig und Richelieu unterstellt. Gaston konnte nur die Wachen befehligen, die den Parisern – schlecht und recht – zum Schutz vor dem Gesindel dienten, das mit Erlöschen der Lichter die Straßen beherrschte.
Der drückenden Sorge um den Bruder enthoben, brach der König mit seiner Armee am achtundzwanzigsten April von Paris auf und erreichte am zweiten Mai Lyon. Die beiden Königinnen hatten Order, ihn dort am fünften Mai mit starker Begleitung einzuholen. Und ohne daß ich mit diesem Troß etwas zu tun hatte, folgte ich ihm ebenso wie Fogacer und der Apostolische Nuntius, der die beginnenden Verhandlungen zwischen den Spaniern und uns aus nächster Nähe beobachten wollte.
Ich reiste am neunundzwanzigsten April, und wie ich mich entsinne, hatte ich am Vorabend einen langen Kopfkissenplausch mit Catherine. So tief traurig sie war, daß ich sie nun doch wieder auf unbestimmte Zeit verlassen mußte, war sie trotzdem neugierig genug zu fragen, warum Ludwig die Königinnen nach Lyon befahl.
»Sicherlich«, sagte ich, »um sie dem Einfluß der Pariser Kabalen und dem Marillacs zu entziehen. Letzteres ist freilich nur halb geglückt, denn die Königinmutter hat sich lautstark geweigert, ohne Monsieur de Marillac nach Lyon zu gehen. Und Ludwig mußte sich beugen, obwohl der Platz eines Siegelbewahrers unstreitig in Paris ist und nicht in Lyon.«
|176|»Findet Ihr das nicht einen Beweis von Schwäche?«
»Im Gegenteil! Ludwig hat damit Geduld und Weitsicht bewiesen. Ein Konflikt mit der Königinmutter jetzt, da er in den Krieg nach Italien zieht, wäre verhängnisvoll. Gott weiß, was sie in der Kapitale im Verbund mit Gaston anrichten könnte, der ja jederzeit bereit ist, seinem Bruder einen bösen Schabernack zu spielen.«
»Mein Gott!« sagte Catherine, »wie tut der arme König mir leid! Was für eine traurige Familie! Seine schlimmsten Feinde – Mutter und Bruder!«
»Nehmt seine Gemahlin hinzu, mein Lieb, und das Bild ist vollständig.«
»Was, die Königin, eine Feindin des Königs?«
»Ihrer Aufführung nach jedenfalls. Habt Ihr seinerzeit vom Chalais-Prozeß gehört?«
»Wenig. Bedenkt, Lieber, daß ich damals in Nantes lebte, in tiefster Provinz, und nichts von dem wußte, was am Hof vor sich ging.«
»Nicht das Erfreulichste, kann ich Euch versichern. Chalais, ein törichter Edelmann, mußte gestehen, daß er sich ›vierzehn Tage mit der Absicht trug, den König zu ermorden‹. Der Prozeß endete mit der Enthauptung des Dummkopfs. Im Verlauf der Untersuchungen jedoch stellte sich heraus, daß die Königin unterm Druck des spanischen Gesandten sich einverstanden erklärt hatte, wenn der König stürbe, ihren Schwager Gaston zu heiraten, den Nachfolger seines Bruders auf Frankreichs Thron.«
»Welchen Vorteil hätte Spanien davon gehabt?«
»Die Königin wäre, mit Gaston vermählt, Königin von Frankreich geblieben und hätte mittels des spanischen Gesandten Mirabel nach wie vor wichtige Informationen über Frankreichs Politik geliefert.«
»Gott im Himmel!« rief Catherine. »Das war ja doppelter Verrat, an ihrem Gemahl und ihrem König! Und was tat Ludwig, als er die schreckliche Nachricht hörte?«
»Was sollte er tun? Für einen christlichsten König kommt eine Scheidung nicht in Betracht.«
»Verzieh er Anna den doppelten Verrat?«
»Er wird ihn ihr wohl erst auf seinem Sterbebett verzeihen.«
»Und wie kann er so viele Jahre mit der Königin wie Mann und Frau leben?«
|177|»Er muß es. Die Königin soll Frankreich doch einen Dauphin gebären.«
»Und was würdet Ihr tun, Monsieur, wenn ich Euch verraten würde?« fragte sie mit schelmischer Miene.
»Keine Frage, ich brächte Euch um«, sagte ich und warf mich, den bösen Wolf mimend, über sie.
»Meine Güte!« rief sie kichernd, »nie hätte ich gedacht, daß der Tod so süß sein kann! Gnade, edler Herr, erbitt ich und begehr ich nicht!«
***
Von der langen Reise nach Lyon, auf der ich Fogacer und seinen jungen Begleiter in meiner Karosse mitnahm, ist mir zweierlei in Erinnerung geblieben. Das eine war eine Beobachtung, die ein unerwartetes Licht auf Fogacer warf, und das andere ein »Bericht«, den er mir unbedingt gleich wiedergeben wollte, weil er ihm größte Wichtigkeit beimaß. Und mit Recht, Leser, wie sich zeigen wird.
Während unserer holprigen Fahrt fiel mir auf, daß Fogacer, der doch immer »Mundfertige«, wie mein Vater sagte, häufig die Stimme dämpfte oder ganz schwieg, wenn der kleine Geistliche, der ihn begleitete und der sehr hübsch war, in Schlummer fiel oder dem Schlummer auch nur nahe schien. Meiner Schätzung nach war er noch keine siebzehn Jahre alt. Er hieß Saint-Martin, und wenn er schlief, hatte er tatsächlich etwas von einem Heiligen, einem Engel sogar, soviel Unschuld, soviel kindliches Vertrauen lagen dann auf seinem Gesicht.
Fogacer, der sich in meinem Beisein wohl scheute, ihn uneingeschränkt zu betrachten, warf immer wieder einen flinken, flüchtigen Blick nach ihm, doch selbst dann sprach aus seinen Augen eine grenzenlose Liebe, eine Liebe, schien mir, die, wenn es drauf ankäme, jedes Opfer bringen würde. Und ich dachte, daß doch jedes Gefühl erhaben ist, gleichviel, wem es gilt, wenn es solche Selbstentsagung einschließt.
Erst als der kleine Saint-Martin fest schlief, enthüllte mir Fogacer sotto voce den angekündigten »Bericht«.
»Die Quelle«, sagte er, »ist absolut vertrauenswürdig. Im übrigen kennt Ihr sie, Ihr seid ihr bei Guron begegnet.«
Obwohl wir vertraulich sprachen, nannte Fogacer keinen Namen, so vorsichtig, als könnten die Polster der Karosse Ohren |178|haben. Was ich zu hören bekam, übertraf allerdings meine schlimmsten Erwartungen, und ich lauschte ihm atemlos.
Hier nun, Leser, was Fogacer mir erzählte und was ich sogleich für den König niederschrieb.
»In der Nacht vor ihrer Abreise von Paris empfing die Königinmutter einen Besucher, der seine scharfen Gesichtszüge im Mantel verbarg. Das Gespräch fand ohne Zeugen statt, ohne sichtbaren wenigstens, denn unsere Lauscherin, durch das geheimnisvolle Gebaren aufmerksam geworden, heftete ihr hübsches Ohr an die Tür und vernahm als erstes, daß der Besucher ihrer Herrin sich der ›Geächtete‹ nannte.«
»Von dem Burschen habe ich doch gehört!« sagte ich verblüfft.
»Ich auch«, sagte Fogacer, »zumal es mein Bischof war, der ihm die Strafe auferlegte, weil er etlichen dummen Leuten das Geld aus der Tasche gezogen hatte, indem er ihnen die Zukunft weissagte und behauptete, Zauberkräfte zu besitzen. Protegiert jedoch von einem großen Herrn, der genauso abergläubisch war wie die Gevatterinnen von den Hallen, entging er Kerker und Galgen. Unverfroren machte er sich seine Kirchenstrafe zum Ruhm und nannte sich fortan der Geächtete. Und weil die Menschen sind, was sie sind, steigert dieser Name seinen Nimbus und vermehrt seine Kundschaft.«
»Und einen solchen Aufschneider ruft die Königinmutter?«
»Nun, es ist nicht das erstemal, daß eine Königin oder ein König von Frankreich einen Wahrsager befragt! Aberglauben ist nicht auf die kleinen Leute begrenzt.«
»Und was wollte die Königinmutter von dem Halunken wissen?«
»Wartet’s ab, lieber Freund«, sagte Fogacer, »es ist seltsam und beunruhigend genug.«
»Und wie benahm er sich?«
»Überaus vorsichtig. Der Geächtete ist kein Kind, dem man das Brot in Scheiben buttert. Er ist gerieben und legt keinen allzu großen Wert darauf, eines Tages am Galgen zu baumeln. Die erste Frage der Königinmutter war: Wie seht Ihr die Zukunft des Kardinals?«
»Zum Teufel!«
»Antwort des Geächteten: Vorläufig sehr gut, aber das kann sich ändern.«
|179|»Was für uns beide genauso gelten könnte.«
»In der Tat. Zweite Frage: Setzt der Kardinal verbotene Mittel ein, um sich beliebt zu machen?«
»Beim schönen Geschlecht jedenfalls nicht«, sagte ich.
»Lieber Freund, mit demjenigen, bei dem der Kardinal sich, womöglich durch ›hexerische Mittel‹, beliebt macht, ist ja wohl der König gemeint … Die Königinmutter, die von den großen Geschäften nichts versteht, versteht ebensowenig, welche großen Dienste Richelieu Ludwig erwiesen hat und wie sie sich die Anhänglichkeit des Königs für den ›besten Diener, den er jemals hatte‹, erklären soll. Es müssen also ›verbotene Mittel‹ sein, diabolische wohlverstanden, die in den Augen der Königinmutter das Unerklärliche erklären.«
»Und die Antwort des Mannes?«
»Sehr schlau: Es kann sein, daß der von Eurer Majestät Genannte verbotene Mittel besitzt, man kann sie aber nicht ausmachen, weil er sie hinter sichtbaren Vorzügen verbirgt.«
»Sichtbare Vorzüge! Vortrefflich! Die sichtbaren Vorzüge gefallen mir!«
»Dritte Frage. Und damit, mein Freund, verlassen wir die Farce und geraten ins Drama. Die dritte Frage also: Gebietet Richelieu über geheime Mittel, um sich gegen Schüsse zu feien?«
»Oh, mein Gott! Denkt sie wahrhaftig an Mord?«
»Ich fürchte es, und der Geächtete fürchtete es auch, denn er tat, als habe er den Sinn der Frage nicht verstanden. Seine Antwort: Wenn der Kardinal sich in Italien an gefährliche Orte begibt, kann kein Mittel der Welt ihn davor schützen.«
»Gut gesprochen!«
»Und nun die vierte und letzte Frage der Königinmutter: Kann der Kardinal in der Zukunft von einer Hellebarde erstochen werden?«
»Ehrwürdiger Domherr, damit wird klar, daß die Königinmutter an einen Hinterhalt denkt. Und was sagte der Geächtete?«
»›Eure Majestät wolle mir vergeben, aber ich sehe nicht über die künftigen fünf Jahre hinaus, und innerhalb dieser fünf Jahre kann ich nichts von einem Hellebardenstoß gegen besagte Person erkennen.‹«
»Ein Hoch auf den Mann!« rief ich. »Ihm sei ein langes Leben ohne Kerker und Galgen vergönnt!«
|180|Ich erinnere mich keiner Etappe von Paris bis Lyon, so zergrübelte ich mir das Hirn aus Sorge um den Kardinal. Nicht nur, daß die Königinmutter eine Medici war – denn wie es die Geschichte bezeugt, waren die Medici ein mörderisches Geschlecht –, ich fürchtete auch, daß die Königinmutter bei ihrem geringen Verstand und der Wut, mit der sie ihre Rachegefühle nährte, sich tatsächlich zu Unternehmungen hinreißen ließe, die ihr im Fall des Erfolgs wie des Scheiterns nur ewige Verbannung einbringen konnten. Zum Unglück war sie so beschränkt und gleichzeitig so von ihrem Groll erfüllt, daß sie sicherlich nicht einmal bemerkt hatte, wie zurückhaltend der Geächtete ihre gefährlichen Fragen beantwortete.
Sobald wir Lyon erreichten – diese schöne Stadt der zwei Flüsse und einer Halbinsel darin –, überließ ich es Fogacer, uns eine Unterkunft zu beschaffen, und eilte in aller Hast zum erzbischöflichen Palast, wo der König logierte.
Mit Ausnahme von Beringhen und dem Leibarzt Bouvard war um Seine Majestät niemand zugegen. Schon im Nachtgewand, halb auf seinem Himmelbett liegend und den Rücken von großen Kissen gestützt, hielt Seine Majestät zwischen den Knien einen Napf mit wohlriechender, dampfender, dicker Suppe, die er mit sichtlicher Wonne und so geräuschvoll schlürfte, daß meine liebe Patin es schon »gewöhnlich« genannt hätte. Doch was scherte es Ludwig, daß man ihn verfressen fand. Er rühmte sich dessen sogar. Unersättlich wie sein Vater, dachte ich eines Tages, nur daß es bei Henri die Frauen waren.
Was meinen Vater angeht, so beklagte er immer, daß Ludwig so viel aß, und wunderte sich, daß der selige Doktor Héroard ebenso wie sein Nachfolger, Doktor Bouvard, ihn nicht zu zügeln versuchten, weil diese Maßlosigkeit der Gesundheit des Königs schadete, denn seine Eingeweide waren schwach und bereiteten ihm häufige Leiden.
Als Ludwig mich erblickte, erriet er sofort, daß etwas Ungewöhnliches vorlag, und machte Beringhen und Bouvard ein Zeichen, sich ans andere Ende des Gemachs zurückzuziehen.
»Sioac«, sagte er, »nimm hier auf dem Schemel Platz. Und nun sprich, was bringst du mir?«
Leser, ich bekenne, daß es mir nicht leichtfiel, den bewußten Bericht zu verlesen, während Ludwig so geräuschvoll seiner Suppe zusprach. Das Schlürfen dauerte indes nur bei der ersten |181|und zweiten Frage der Königinmutter an, die ja beide auch eher dumm als bösartig waren.
Das änderte sich, als es um Erschießen und Hellebardenstöße ging. Ludwig sank der Löffel in die Suppe, er erbleichte vor Zorn, seine Lippen zitterten. Doch der Zorn verebbte. Das Blut kehrte in Ludwigs Wangen zurück.
»Von allen, die Kabalen anstiften, macht mir die Königinmutter am meisten zu schaffen. Sie ist rachsüchtig bis zum Exzeß, und weil sie keinen Funken Verstand hat, lernt sie aus ihren Fehlschlägen nichts. Sioac! Hat man jemals eine solche Narretei gehört? Eine Königinmutter will den Minister ihres Sohnes ermorden, den besten Diener, den er jemals hatte!«
Die Augen halb geschlossen, schien Ludwig sich melancholischen Gedanken hinzugeben.
»Beringhen«, rief er, »nimm mir den Napf weg, ich habe keinen Hunger mehr.«
Dann seufzte er und sagte wie zu sich selbst: »Es hilft nichts, eines Tages muß ich diesem Treiben ein Ende setzen.«
***
Vorm erzbischöflichen Palais wartete meine Kutsche, und Fogacer begleitete mich zu unserem Domizil, einem kleinen, aber angenehmen Haus. Drinnen sah ich Nicolas hin und her gehen und nach Anweisung der Wirtin Teller und Gedecke auftragen. Die Frau erschien mir klein und angenehm wie ihr Haus und umfing mich sogleich mit schalkhaftem Blick. Sie habe Diener und Magd wegen »Faulheit und Unzucht« entlassen müssen, erklärte sie, und sei glücklich, an Monsieur de Clérac eine so bereitwillige Hilfe gefunden zu haben.
Nicolas half ihr, ja, aber ob das bereitwillig geschah, bezweifelte ich. Seiner mürrischen Miene nach fühlte er sich vielmehr gedemütigt, Teller zu tragen, anstatt im Hof unsere Pferde zu striegeln und ihre Eisen zu überprüfen. Außerdem warf er unfreundliche Blicke auf uns, denn viel zu beschäftigt mit Fogacers Eröffnungen, hatte ich ihn die ganze Reise über nicht in meinen Wagen gerufen. Besonders wütend aber schien er auf Saint-Martin zu sein, vermutlich fand er, daß um diesen kleinen »Affen« zuviel Gewese gemacht werde.
Unsere Wirtin, Madame de Monchat, saß unserer Mahlzeit |182|vor und schien es ausnehmend zu genießen, so viele Männer um sich zu haben. Die Ärmste ahnte ja nicht, daß zwei davon sich nichts aus dem gentil sesso machten und die anderen zwei sich gelobt hatten, ihren Frauen treu zu sein.
Müde von der langen Reise, hoffte ich, mich einmal auszuschlafen. Daraus wurde nichts, zu früher Morgenstunde klopfte ein Bote des Kardinals ans Tor und meldete, daß Seine Eminenz meiner italienischen Übersetzung bedürfe. Verdammt, dachte ich, wo ist denn Graf von Sault, daß ich wieder für ihn einspringen muß? Sie können sich wohl vorstellen, Leser, wie unwillig ich auf die Beine kam.
Es lag nicht in der Gewohnheit des Kardinals, sich zu entschuldigen, wenn er einen Herzog und Pair in aller Herrgottsfrühe hatte wecken lassen. Gleichwohl erklärte er mir, daß Graf von Sault, der seit längerem an einem Backenzahn litt, sich diesen in Lyon endlich habe ziehen lassen, weil seine Wirtin ihn versicherte, es gebe in der Stadt einen Bader, der ungewöhnlich geschickt und behutsam sei.
Nun, und ein Dolmetsch war dem Kardinal an diesem Morgen unerläßlich, denn er wollte in Kürze den päpstlichen Legaten Barberini und dessen Sekretär Mazarini1 empfangen. Und der, fuhr der Kardinal fort, sei »der hellste Kopf und derjenige von beiden, der am glücklichsten zu verhandeln wisse«. Gewiß zwitschere Mazarini recht nett Französisch, Barberini aber gar nicht, so daß Mazarini ihm jeweils übersetzen müsse, was zwischen ihm und dem Kardinal besprochen werde.
»Und von Euch möchte ich wissen«, erklärte Richelieu, »was Mazarini genau auf italienisch zu Barberini sagt. Darin wird Eure Aufgabe bestehen, mein Cousin.«
»Diese Aufgabe, Eminenz, könnte ich vielleicht besser erfüllen, wenn ich vorher wüßte, um was es geht.«
Wie der Leser weiß, durfte man dem Kardinal keine Fragen stellen und mußte deshalb kleine Umwege machen, wenn einen besagte Fragen unerläßlich dünkten.
»Ich wollte es eben präzisieren«, sagte Richelieu leicht pikiert. »Es geht um folgendes: Der Papst möchte zwischen den Spaniern und dem König von Frankreich vermitteln, um eine |183|Konfrontation auf italienischem Boden zu vermeiden, weil er meint, daß diese Konfrontation für seine Staaten verheerend sein könnte. Diese Vermittlung ist nicht nur christlich gedacht, sie gibt dem Papst auch die Möglichkeit, weder für die eine noch die andere kriegführende Seite Partei zu nehmen. In Wahrheit aber begünstigt er damit uns, denn allein durch die Tatsache, daß die Verhandlung stattfindet, erkennt der Papst die Anwesenheit der Franzosen in Italien als ebenso legitim an wie die der Spanier. Was nun sicherlich nicht die Position Philipps IV. von Spanien ist, der ja immer der Ansicht war, er habe das Mailändische in frömmster Absicht besetzt. Denn«, fuhr Richelieu ironisch fort, »hat er vorher nicht jedesmal seine Theologen befragt, ob der Herr diese Aneignung erlaube?«
Die Verhandlung hatte in einem kleinen Salon statt, nur der König saß, zu seiner Rechten stand Richelieu, ich zu seiner Linken, auf gleicher Augenhöhe mit Legat Barberini und Giulio Mazarini.
Francesco Barberini war ein Verwandter Papst Urbans VIII. Italienischem Brauch gemäß, hatte der Papst gleich nach seiner Wahl für das Glück seiner Familie gesorgt und seinen Bruder Antonio sowie seine Neffen Francesco und Antonio zu Kardinälen ernannt.
Francesco, den ich hiermit vorstelle, ein künstlerisch interessierter Geist, widmete fortan sein ganzes Geld, seine Zeit, all seine Gedanken der Erbauung des berühmten Palazzo Barberini, der wohl der prächtigste unter den römischen Palästen unseres Jahrhunderts ist. Nun übertrug der Papst ihm aber auch einige diplomatische Missionen, die er aus Nachlässigkeit schlecht versehen hätte, wäre nicht Giulio Mazarini für ihn eingetreten. Bei der gegenwärtigen Begegnung beschränkte sich Seine Eminenz Francesco Barberini nach tiefer Verneigung vor Seiner Majestät auf ein wohlgedrechseltes französisches Kompliment, dessen Urheber er schwerlich sein konnte, denn er strauchelte zwei-, dreimal in seinen Sätzen, was sie fast unverständlich machte. Offenbar wollte Francesco Seiner Majestät aber sagen, daß sein Sekretär, il Signor Mazarini, seine Mission näher erläutern werde. Und nach neuerlicher tiefer Verneigung vor dem König gab er die ganze Zeit über kein Wort mehr von sich, sondern zog sich, die Augen halb geschlossen, in seine Gedanken zurück, die wahrscheinlich den Bau seines herrlichen Palastes betrafen.
|184|Giulio Mazarini war damals achtundzwanzig Jahre alt und nach allem, was man aus Rom, Paris und Madrid hörte, il più elegante cavaliere della creazione,1 ein Liebling der Damen, die seinen höflichen Manieren, seinen zarten Rücksichten, seinen Kleidern von erlesenem Geschmack nicht widerstehen konnten, vor allem aber natürlich nicht seinen lebhaften, samtigen Augen, seinen fein gezeichneten Lippen und den goldenen Worten, die ihnen entströmten.
Doch Mazarini gefiel auch den Männern, freilich um anderer Vorzüge willen. Obwohl er nur wenige Monate im Heeresdienst verbracht hatte, weil Disziplin und Routine ihm widerstrebten, war er für seine Tapferkeit berühmt, die wirklich tadellos war und von der ich noch ein glänzendes Beispiel geben werde.
Bei alledem hatte Mazarini Geist im Überfluß, der geradezu ins Herz der Probleme zielte und die Lösung dafür fand. Richelieu bewunderte ihn, und das wollte etwas heißen, denn außer sich selbst bewunderte der Kardinal nur wenige Menschen. Hinzu kam, was Mazarini betrifft, ein Charakter, der sich geschmeidig den Umständen anzupassen vermochte, ohne jemals starr zu werden, ohne auch je sein Ziel aus den Augen zu verlieren.
Der Gruß, den Giulio Mazarini dem König erwies, bevor er sprach, war unendlich graziös und erfreute Seine Majestät, liebte Sie doch, ohne schwul zu sein, schöne Männer, sofern sie nicht grob und rüde waren.
»Sire«, sagte Mazarini in einem italienisch singenden Französisch, »ich bin Euer sehr unterwürfiger Diener und ersuche Eure Majestät, die Botschaft anhören zu wollen, die Seine Heiligkeit der Papst Seiner Eminenz Francesco Barberini, seinem Legaten, anvertraut hat, dessen bescheidener Mittler ich nur bin.«
»Ich höre, Monsieur«, sagte der König.
»Sire«, fuhr Mazarini fort, »Seine Heiligkeit, bewegt von der Sorge, daß Franzosen und Spanier sich anschicken, auf italienischem Boden ihr Blut zu vergießen, fragte den Spanier, zu welchen Bedingungen er auf die Belagerung Mantuas verzichten würde.«
|185|»Und was war die Antwort?« fragte der König.
»Sire«, sagte Mazarini, »ich wage diese Bedingungen kaum zu wiederholen, so maßlos erscheinen sie mir.«
»Wiederholt sie bitte dennoch, Monsieur!« sagte der König. »Wir sind gesinnt, sie anzuhören.«
»Sire, der Spanier würde auf eine Belagerung Mantuas verzichten, wenn Eure Majestät Pinerolo und Casale aufgeben würde.«
Schweigen folgte auf das schamlose Angebot. Ich sah Ludwig blaß werden und mit den Zähnen knirschen, ich fürchtete, er bräche gleich in hellen Zorn aus. Doch abermals zügelte er sich, wandte sich Richelieu zu und bedeutete ihm, statt seiner zu antworten.
»Sire«, sagte Richelieu, »es ist ein sehr seltsamer Tausch, den man uns da anbietet – ein Tausch, bei dem die beiden Tauschobjekte nicht denselben Wert haben, nicht einmal annähernd … Einerseits würde Eure Majestät an Spanien zwei befestigte Städte abtreten, deren eine, Casale, übrigens seit einem Jahr ohne jeden Erfolg vom Spanier belagert wird. Und als wäre Casale nicht genug, sollen wir auch noch Pignerol hergeben, das wir gerade erst erobert haben. Die eine wie die andere Stadt ist fest gebaut und besitzt außerordentlichen strategischen Wert. Und was bietet man uns dafür? Das Versprechen, Mantua nicht zu belagern! Ihr habt recht gehört, Sire, ein Versprechen! Nichts als ein Versprechen, geschrieben auf schönem Papier und mit einem sicherlich sehr eleganten fürstlichen Siegel geziert. Sehr leichte Münze, Sire, verglichen mit den soliden Mauern von Casale und Pignerol, und sehr billig für den, der dies Versprechen gibt, denn das Blatt Papier, worauf es geschrieben steht, kann sogar ein Kind an einer Kerze verbrennen.«
»Sire«, sagte Mazarini, »darf ich auf die Darlegung Seiner Eminenz des Kardinals Richelieu antworten?«
»Bitte antwortet, Monsieur«, sagte Ludwig mit kühler Verbindlichkeit.
»Eminenz«, sagte Mazarini, »es ist dem Heiligen Vater nicht entgangen, daß die Bedingungen des Generals Coalto1 maßlos |186|sind, wie ich mir bereits zu bemerken erlaubte, bevor ich sie nannte. Dennoch ist es von großem Vorteil zu verhandeln, auch wenn man die Bedingungen des Gegners nicht akzeptiert. Solange man redet, kämpft man nicht, und mit der Zeit kann der Aspekt der Dinge sich auch wandeln. Deshalb, wenn ich mich auf den Standpunkt Frankreichs stelle – was ich sehr gerne tue, Sire –, würde ich sagen, daß es mir nicht in Eurem Interesse zu sein scheint, Sire, Coalto die schneidende und verächtliche Antwort zu geben, die diese Vorschläge zweifellos verdienen.«
Ich traute meinen Ohren nicht. Demnach hatte der Papst zweierlei Politik: öffentlich eine Spanien freundliche und insgeheim eine Frankreich günstige. Und für mein Gefühl ging Mazarini sogar noch weiter: Er bot uns mit halbem Wort seine Dienste an.
Diese Nuance vermerkten auch Ludwig und Richelieu, und sie begannen Mazarini mit anderen Augen zu betrachten.
»Monsieur«, sagte Ludwig, »ich danke Euch für die guten Dispositionen, die Ihr hinsichtlich meiner Person und meinem Reich bezeigt. Ich weiß Euch dafür größten Dank. Was Eure Empfehlung angeht, die mir weise scheint, so werde ich mit meinem Cousin, Kardinal von Richelieu, und auch mit meinem Rat erörtern, welche Entscheidung wir treffen wollen, und sobald diese getroffen ist, werde ich sie Coalto und zu gleicher Zeit durch Euch Seiner Heiligkeit mitteilen.«
Mazarini hatte allen Grund, mit diesen Worten zufrieden zu sein, besagten sie doch unausgesprochen, daß wir den Papst und ihn selbst in dieser Affäre als Vermittler akzeptierten. In geraffter Form übersetzte er das Ganze dem Kardinal Barberini ins Italienische, dem aber Barberini nur zerstreute Aufmerksamkeit schenkte.
Nachdem beide gegangen waren, wechselte der Kardinal sotto voce einige Worte mit dem König, ich entfernte mich und sah zum Fenster hinaus. Dann hörte ich Ludwig nach Beringhen rufen, der den Großkämmerer herbeiholen sollte, der denn auch im Nu zur Stelle war.
Der König trug ihm auf, die beiden Königinnen zu benachrichtigen, daß er am nächsten Tag Lyon verlassen und mit seiner Armee nach Grenoble gehen werde, daß er aber wünsche, sie möchten in Lyon bleiben, weil sie es hier sicherlich angenehmer hätten als anderswo. Was Monsieur de Marillac anging, |187|so ließ der König ihn fragen, ob er es vorziehe, in Lyon zu bleiben oder mit ihm nach Grenoble zu gehen. Worauf Monsieur de Marillac, sein hohes Alter und seine Gebrechen vorschützend, antwortete, er bleibe lieber in Lyon. In Wahrheit wollte unser Erzfrömmler bei der Königinmutter bleiben, um sie in ihrer Ablehnung eines Krieges gegen Spanien weiterhin zu bestärken.
Der König ging am siebenten Mai mit seiner Armee nach Grenoble, und ich folgte dem Lindwurm mit meinen Schweizern und Nicolas, den ich diesmal aber öfter in meine Karosse rief; dann übernahmen die Schweizer unsere beiden Pferde. Und froh, vor dem schneidenden Morgenwind geschützt zu sein, fiel Nicolas, vom Stuckern der Kutsche gewiegt, alsbald in Schlaf.
Fogacer nutzte es, mir allerhand Fragen zu stellen, und ich antwortete, indem ich meine Worte siebenmal umdrehte, bevor ich den Mund auftat. Denn einerseits wollte ich Fogacer für die Hilfe belohnen, die er dem Kardinal und dem König erwies, indem er die Spitzel im Beichtstuhl vernahm, andererseits aber, da ich wußte, daß Fogacer meine Antworten dem päpstlichen Nuntius weitergeben würde und somit dem Papst, erwog ich sorgsam, was Seiner Heiligkeit mitzuteilen nützlich war und was besser nicht.
»Ich will ja nicht indiskret sein«, sagte Fogacer – eine Formulierung, die man wählt, wenn man eben das beabsichtigt –, »aber ich wüßte doch gern, warum die Königinnen in Lyon gelassen wurden. Grenoble ist eine so schöne Stadt mit großen und bequemen Häusern, wo sie in keiner Weise gefährdet wären, denn der Krieg ist in weiter Ferne.«
»Ich weiß die Gründe nicht«, sagte ich, »wir können sie nur erraten. Daß sie in Lyon bleiben, hat vermutlich nichts mit ihrer Sicherheit zu tun.«
»Ich nehme an«, sagte Fogacer, »es hat einen politischen Grund.«
»Wenn er politisch ist«, versetzte ich, »dürfte er die Königinmutter betreffen. Und nur um das Manöver zu kaschieren, ließ man auch die Königin dort.«
»Und worin sollte das Manöver bestehen?« fragte Fogacer mit seinem gewundenen Lächeln, die Brauen nach den Schläfen hin gesteilt.
|188|»Die Königinmutter zu hindern, wenn in Grenoble Rat gehalten wird, sich öffentlich für einen Frieden um jeden Preis mit dem sakrosankten Spanien in die Schanze zu werfen.«
»Was allerdings«, sagte Fogacer, »für feindliche Ohren ein wahres Labsal gewesen wäre, und sei es nur für die gewisser Gesandten. Sie hätten ihren Herren sofort fröhliche Berichte zugehen lassen über die Uneinigkeit innerhalb der königlichen Familie Frankreichs und über die unzweifelhaft daraus zu folgernde Schwäche bei der Fortführung des Krieges.«
»Indessen«, sagte ich, »muß ja eine Art Rat zusammenkommen, um mit dem König zu entscheiden, ob Krieg geführt werden soll oder nicht.«
»Nur wird es eben nicht der Große Rat sein«, sagte Fogacer, »weil die Königinmutter sowie etliche der Herren Räte in Lyon geblieben sind. Demnach wird in Grenoble lediglich der einfache Kriegsrat zusammentreten, bestehend aus den Marschällen von Frankreich und den Feldmarschällen. Die aber sind über die von den Kaiserlichen angebotenen ›unannehmbaren und schandhaften‹ Friedensbedingungen so entrüstet, daß sie einmütig für den Krieg stimmen werden.«
»Und damit«, sagte ich, »wäre es also geglückt, die Königinmutter der Beratung fernzuhalten, was man ja wohl einen hübschen Schachzug nennen darf.«
***
Das Votum des Kriegsrates, der am zehnten Juni in Grenoble zusammentrat, war in der Tat einstimmig. Er verwarf die Angebote der Kaiserlichen und beschloß, Savoyen zu besetzen, sowohl um den regierenden Herzog für seine Schofeleien zu strafen wie auch um Faustpfänder zu nehmen und sich damit gegen einen feindlichen Angriff zu sichern. Die Eroberung Savoyens ging blitzschnell – Chambéry, Rumilly und Annecy waren in vierzehn Tagen genommen –, und der König war hoch entzückt.
»Warum das, Monsieur? Warum entzückte es Ludwig, sich dieser Städte zu bemächtigen, die ihm nicht gehörten?«
»Na nun, wer spricht da? Sind Sie es, schöne Leserin, die sich unangemeldet in meine Erzählung einmischt? Mich dreist unterbricht? Und vor allem anklagende Fragen über meinen König stellt?«
|189|»Und wenn ich um Verzeihung bitte, Monsieur? Würde Ihnen, statt reuiger Zerknirschung, ein Wörtchen des Bedauerns genügen, sich zu besänftigen? Sie sollen für gewöhnlich doch so duldsam gegen das gentil sesso sein, das Sie so sehr lieben.«
»Darf ich dem entnehmen, meine Freundin, daß ein Wörtchen des Bedauerns Ihre Selbstherrlichkeit weniger schmerzen würde als reuige Zerknirschung?«
»Bestimmt. Sollte eine Dame einem Edelmann das Bonbon nicht immer hoch hängen, gerade wenn die Dame im Unrecht ist?«
»Ist das Ihr ›Wörtchen des Bedauerns‹?«
»In der Tat, Monsieur.«
»Das genügt, liebe Freundin. Wenn der Sünder aussieht wie Sie, kann ich seinen Tod nicht wollen.«
»Wie galant!«
»Und besser noch: hier die Antwort auf Ihre Frage. Der König bemächtigt sich dieser Städte, um sich Faustpfänder gegen die Spanier zu schaffen, und nicht, um sie zu behalten. Mit dem Ende des Krieges wird er sie ihrem Besitzer zurückgeben, genauso wie sein Vater es 1601 machte, als der Herzog von Savoyen sich töricht vermaß, Grenoble zu belagern. Henri fiel in Savoyen ein, und sobald Frieden war, gab er dem Herzog von Savoyen seine Städte wieder. Er behielt nur ein paar Stücke Land, um sein Reich abzurunden.«
»Und Ludwig wird das gleiche tun?«
»Ja! Mit Ausnahme von Pignerol wird er alles zurückgeben, dann aber nicht mehr dem armen Herzog, der jetzt fast auf den Tod darniederliegt, sondern seinem Sohn und Erben, dem Prinzen von Piemont, der, wie Sie wissen, ein reizendes Fräulein geheiratet hat: Christine von Frankreich. Sie wollen doch nicht, liebe Freundin, daß Ludwig seinem Schwager das Gefieder rupft?«
»Noch ein Wort, bitte, Monsieur. Warum war Ludwig auf dem Gipfel der Freude, als er mit der Eroberung Savoyens in die Fußstapfen seines Vaters trat?«
»Ludwig wurde im Jahr dieser Eroberung, 1601, geboren, und seine Kindheit wurde von den Geschichten gewiegt, die seine Entourage ihm darüber erzählte. Sie wissen doch, Madame, daß Ludwig, von der Wiege an jeder mütterlichen Zuneigung beraubt, als Kind nur eine Liebe hatte: seinen Vater, |190|der zugleich sein Abgott und sein Vorbild war. Deshalb wurde auch Ludwig ein Soldatenkönig, doch ohne jeden Sinn für Raub und Eroberungen, sondern einzig, um sein Recht und das seiner Verbündeten zu verteidigen. Wissen Sie, daß er sich als Knabe wünschte, einmal ›Ludwig der Gerechte‹ zu heißen? Das war, genau besehen, eine Art Gelöbnis, und er hat es gehalten. Indessen, Madame, möchte ich Sie darauf hinweisen, daß Gerechtigkeit zwei Funktionen hat: Sie garantiert die Unversehrtheit des Besitzes, aber sie bestraft auch die Bösewichter, die sie nicht respektieren.«
»Und wird der König die Bösewichter endlich bestrafen?«
»Sie können ganz sicher sein, Madame, daß er sie zum gegebenen Zeitpunkt unerbittlich bestrafen wird.«